So schreiben SEOs, die SEOs schreiben so!

Marcus Obermeier von netzeffekt hat in den letzten Wochen viele Stimmen prominenter SEOs gesammelt. Die Frage war: „Was ist nachhaltiges SEO“. Unter den 47 Antwortenden findet man auch 10 Sätze von mir.

Ein ideales Set für eine kleine Wortspielerei zum Wochenende. Wir haben 47 kurze Texte von 47 SEO–Professionals vorliegen. Schauen wir doch mal, ob wir da einen Hinweis bekommen, wie SEOs schreiben, können aber vor allem auch ein paar kleine Spielereien anstellen und Tools ansehen.

Der Gesamtcorpus

stilversprechend.de. Ihr Text besteht aus 756 Sätzen, 11548 Wörtern, 22179 Silben und 80670 Zeichen. Der Flesch-Wert liegt bei 52.   Durchschnittswerte für Ihren Text:  Wörter pro Satz: 15.28 Silben pro Wort: 1.92 Kommata pro Satz: 0.8 Passivrate: 6.35 %

47 Texte, 47 Schreiber, ein Thema. Wie sieht es also aus, wenn wir mal alle Texte (von Überschriften und Namen befreit) hintereinanderweg ansehen?

Stilversprechend ist ein kleiner, relativ einfacher Webservice, der ein paar Basics zum Text ausspuckt. Nichts Besonderes, aber plain simple.

Fleschindex.de bietet eine ähnliche Übersicht und ist dabei etwas interaktiver. Vorteil hier: Der Algorithmus zu Fleschindex–Berechnung ist stärker auf das Deutsche angepasst, auch wenn insgesamt die Worte nicht so ins Detail gehen:

Flesch-Reading-Ease-Score Deutsch: 45 Sätze: 693   Wörter: 11863   Silben: 23988   Zeichen: 80670

Da aller guten Dinge drei sind, nehmen wir noch einen weiteren Service in diesen Vergleich auf, leichtlesbar.ch, die sich rein auf den Flesch–Index konzentrieren:

	  Unsere Analyse hat ergeben: Ihr Text besteht aus 725 Sätzen mit 11514 Wörtern, wovon 2964 verschiedene. Sie haben total 21209 Silben benutzt (Endsilben auf -e zählen nicht).

Sofort fällt auf: alle 3 Tools haben komplett unterschiedliche Werte. Die Größenordnungen sind ungefähr ähnlich, aber die Details sind unterschiedlich. Woran liegt das?

Alle 3 Tools haben andere Regeln, um die Texte in Sätze zu zerlegen. Das eine zählt nur die Punkte und erkennt „…“ als drei Sätze (Ein Grund mehr, warum man korrekt „…“ statt „…“). verwenden sollte. Andere kriegen Probleme bei Aufzählungen im Text, wie 1., 2. oder behandeln Text in Klammern oder Anführungszeichen anders. Gelegentlich gibt es hier oder da auch Probleme mit Sonderzeichen. Letztlich ist das nicht entscheidend, man muss es nur im Hinterkopf haben, wenn man sich mit Textanalyse beschäftigt. Sicher bei der Funktionsweise kann man sich wie immer nur sein, wenn man sich sein Analysesystem selbst baut.

Dasselbe gilt übrigens für den Flesch–Index. Auch hier sehen wir Abweichungen zwischen den drei Tools.

Notiz: Was ist ein Flesch–Index?

Rudolf Flesch hat sich Gedanken gemacht, wie man die Lesbarkeit eines Textes statistisch erfassen kann. Es gibt verschiedene Variationen von Lesbarkeitsindizes, die auf seiner Forschung beruhen. Letztlich laufen aber alle darauf hinaus, dass man die Anzahl der Worte je Satz und die Anzahl der Silben je Wort identifiziert und auf dieser Basis Vergleiche zu anderen Texten anstellen kann. Häufig kann man eine Einstufung vornehmen, die die Lesbarkeit eines Textes auf einer Reading–Level–Skala von Schülern abträgt. So kann man mathematisch identifizieren, ob ein Text beispielsweise für einen durchschnittlichen Grundschüler geeignet ist oder nicht.

Wenn jetzt also die Tools die Satzlänge unterschiedlich berechnen, möglicherweise auch Probleme mit der Silbenidentifikation haben, dann ist völlig klar, dass man zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt.

Zusätzlich gilt es aber einen weiteren Faktor zu beachten. Der Flesch–Index wurde für die englische Sprache entwickelt. Für das etwas längere, konsonantenlastigere Deutsch ist der nicht 1:1 übertragbar. Je nach Zielsetzung des Tools, ist eine Modifikation der Formel sinnvoll. Ein plastisches Beispiel ist der entsprechende Text von leichtlesbar.ch, der die Gründe für die Verwendung der englischen Formel thematisiert.

Da uns hier keine wissenschaftliche Genauigkeit interessiert — wir sind ja auf dem Weg ins Wochenende — belassen wir es einmal dabei und gehen nicht weiter in die Tiefe.

Die Werte zwischen 40 und 50 zeigen übrigens an, das die Texte nicht auf Kindergartenniveau zu sein scheinen, aber auch keine wissenschaftliche Abhandlung sind. Also das, was wir erwartet haben: Fachartikel.

Für die weitere Auswertung arbeiten wir einfach mit stilversprechend.de weiter, um die Vergleichbarkeit in einem System zu haben und wir hier noch ein bisschen mehr Informationen bekommen, als bei den anderen Tools.

Wir nähern uns den einzelnen Texten

Soviel zum Gesamtkorpus. Abgesehen davon, dass 11.548 Worte eine ganze Menge Text sind (zuzüglich Überschriften und Vorwort) und die Texte Fachtexte sind, scheint in dieser holistischen Betrachtung nicht viel Musik zu sein.

Man könnte natürlich noch eine Wordcloud machen. Natürlich nicht stumpf, sondern wir versuchen die Begriffe ein wenig thematisch zusammenzufassen und zu gruppieren. Und natürlich nehmen wir nicht wordle.net, sondern tagul.com, da man mit tagul nicht nur Wordclouds in Formen machen kann, sondern es einen deutlich stärker dazu anhält sich mit den Rohdaten noch einmal auseinanderzusetzen:

Was können wir aus der Wortwolke lesen?

  • Der SEO schreibt mehr über Links, als über User
  • Linkbuilding ist wichtiger als Guidelines
  • Keywords spielen keine Rolle mehr

Und? Was seht Ihr noch in der Grafik?

Fischen wir uns spannende Sätze

Sicher habt Ihr die 12.000 Worte auf netzeffekt inzwischen gelesen. Also könnt Ihr mir bestimmt helfen die Qualität von Pullquoter zu evualuieren. Pullquoter ist eine node.js–Bibliothek, deren Ziel ist:

Automatically pull interesting quotes out of an article.

Mit einem kleinen Terminal–Skript habe ich mir aus jedem Beitrag den wichtigsten Satz ziehen lassen. Hier also die Kurzfassung (bitte nicht über die Reihenfolge wundern. Die Artikel sind nach Länge der Beiträge sortiert):

  • Christian Tembrink Überschrift: „Ein guter SEO ist eher ein Unternehmensberater als ein Black-Hat-Tekki„Pullquote: „Gute SEO Arbeit startet immer mit einem intensiven Austausch und Kennenlernen: Ein SEO muss in das Geschäftsmodell des Unternehmens, die USPs der Firma und auch in die Produkt- & Prozess-Welt der Company eintauchen.“
  • Frank Hohenleitner Überschrift: „Nur ein ruhiges Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen„Pullquote: „Eine weitere spannende Frage ist aber auch die Wahl und Incentivierung der Partner.“
  • Jens Fauldrath Überschrift: „SEO ist mehr als nur zu ranken„Pullquote: „SEO ist deshalb eine Art von Produktmanagement und definiert welche Informationen und Inhalte wie auf einer Website dargestellt werden, wie die Navigation aufgebaut wird und wie Nutzer geführt werden.“
  • Thorsten Piening Überschrift: „Für jedes Kundenprojekt ist seriöse SEO eine Pflicht„Pullquote: „Aber auch seinerzeit hat Google diejenigen „Projekte“ schnell gefunden und aus dem Index verbannt, die nicht den Regularien entsprachen.“
  • Marcus Obermeier Überschrift: „Für jede Suchanfrage das beste Ergebnis im Web bieten„Pullquote: „Vielmehr ist es der konsequente Verzicht auf manipulative Maßnahmen, um erst gar nicht in Gefahr zu geraten.“
  • Joachim Graf Überschrift: „Gutes ist das Fehlen des Schlechten„Pullquote: „Und: Diese – nun gerankte – Liste der negativen Auswahlkriterien für eine SEO-Agentur fließt ein in die ‘iBusiness SEO Liste der 100 wichtigsten deutschsprachigen SEO-Agenturen’.“
  • Maximilian Muhr Überschrift: „Nachhaltige SEO-Strategie ist 100% White-Hat„Pullquote: „Nachhaltige und wirksame SEO-Optimierung ist kein Widerspruch.“
  • Nicolas Sacotte Überschrift: „Nachhaltiges SEO kostet Zeit und Geld„Pullquote: „Erst wenn die Kunden das verstanden haben und nachfragen, werden/können SEO-Agenturen das auch umsetzen.“
  • Malte Landwehr Überschrift: „Auch mal für ein Keyword nicht ranken„Pullquote: „Fertig ist die nachhaltige SEO-Arbeit.“
  • Simon Pokorny Überschrift: „Das Aufgabengebiet in der Suchmaschinenoptimierung ist viel weitläufiger geworden„Pullquote: „Wenn schon ein Besucher einer Webseite nicht gut navigieren kann und somit die wichtigen Inhalte auf einfache Weise nicht erreicht, hat auch der Google-Bot seine Schwierigkeiten.“
  • Nina Baumann Überschrift: „Kunden verantwortungsvoll beraten„Pullquote: „Im Nachhinein ist es schwer die Negativerfahrung eines Kunden aufzufangen.“
  • Torsten Tromm Überschrift: „Was heute noch richtig ist, kann morgen schon falsch sein„Pullquote: „Auf der anderen Seite bewegen wir uns in einem extrem schnelllebigen Markt, in dem nichts so alt wie der Content und die Optimierungsmethoden von gestern ist.“
  • Julian Dziki Überschrift: „Was gehört zu nachhaltiger Optimierung?„Pullquote: „Wenn man sich das Vorgehen von Google in den letzten sechs Monaten gegen Linknetzwerke ansieht, dann werden die Links, die viele SEOs heutzutage aufbauen in zwei Jahren nichts mehr wert sein.“
  • Frank Fuchs Überschrift: „Suchmaschinen werden durch die Nutzer menschlicher gemacht„Pullquote: „Viele Faktoren spielen hier eine zentrale Rolle – natürlich muss man seine Hausaufgaben machen und die Technik muss funktionieren – aber das ist auch in allen anderen Industrien so.“
  • Pascal Fantou Überschrift: „Customer Satisfaction und Customer Lifetime Value optimieren„Pullquote: „Und diese Beiden zu optimieren, ist (unter anderem) “Nachhaltige SEO Optimierung”..“
  • Michael Kohlfürst Überschrift: „Nach dem SEO ist vor dem SEO„Pullquote: „Die Optimierung für mobile Geräte sowie Second Screens wie Tablets wird nun erweitert durch die Google Dienste für Wearable, TV sowie Auto mit starkem lokalen Bezug sind das sich ankündigende Potential für SEOs und Marketing.“
  • Christian Stancyk Überschrift: „Die Grenzen der Suchmaschinen nicht überschreiten„Pullquote: „Google arbeitet sehr stark daran, die Websites mit ihren Inhalten besser zu verstehen und interpretieren zu können, was sich auch in der Qualität der Rankings wiederspiegelt.“
  • Tobias Fox Überschrift: „SEO-Leidenschaft auf Kunden- und Agenturseite„Pullquote: „Damit SEO nachhaltig umgesetzt werden kann, müssen die wirklich wichtigen technischen, strukturellen und inhaltlichen Anforderungen an Website-Projekte sattelfest bekannt sein.“
  • Marcus Tandler Überschrift: „An die von Google aufgestellten Regeln halten„Pullquote: „Wenn die Inhalte besser sind, als alle anderen zu diesem Thema auffindbaren Webseiten, dann finden sich hoffentlich drittens: genug Leute, die diese Webseite für empfehlenswert halten und dies auch ausgiebig tun.“
  • Michael Roth Überschrift: „Welche SEO-Maßnahmen haben eine anhaltende Wirkung?„Pullquote: „Die ursprüngliche Bedeutung von Nachhaltigkeit, abgeleitet von dem Verb nachhalten, ist also “über eine längere Zeit anhaltende Wirkung”.“
  • Johannes Weisensee Überschrift: „Bedürfnisse des Kunden an die erste Stelle setzen„Pullquote: „Ich denke, dass sich dieses Thema früher oder später selbst lösen wird – und zwar dahingehend, dass man an einer nachhaltigen Strategie und Optimierung im Bereich SEO nicht vorbeikommt.“
  • Leo Kobes Überschrift: „Messen ist Wissen„Pullquote: „Linkbuilding wird auch die kommenden Jahre ein wichtiger Faktor bleiben, wobei Qualität vor Quantität zu sehen ist.“
  • Johan v. Hülsen Überschrift: „Bei nachhaltigem SEO steht der User im Mittelpunkt„Pullquote: „Gleiches gilt für SEO–Content (wenn ich das Wort schon höre), seine Position auf der Seite und die notwendige Diskussion mit dem Design–Department.“
  • Stefan Englert Überschrift: „Sensibilisierung der involvierten Mitarbeiter„Pullquote: „So muss den Entscheidern, dem Marketing und der Technik ein Gefühl für das Thema SEO vermittelt werden.“
  • Thomas Zeithaml Überschrift: „Nicht an Optimierungsgrenzen gehen„Pullquote: „Eine SEO Optimierung die nachhaltig ist, besteht oft aus Maßnahmen, die man kaum wahrnimmt.“
  • Nicole Mank Überschrift: „Nachhaltiges SEO fügt sich in eine komplette Marketing-Strategie„Pullquote: „Hierbei muss man auch die Trends bei Google immer im Auge behalten und rechtzeitig technische Änderungen (wie z.B.“
  • Alexandra Lindner Überschrift: „SEO ist und bleibt eine vertrauensvolle Arbeit„Pullquote: „SEOcampixx, Testen von SEO-Tools und Lesen.“
  • Anke Probst Überschrift: „SEO muss sich stärker am Produkt orientieren„Pullquote: „Onsite-Maßnahmen, die gute und nachhaltige SEO-Hebel sein können.“
  • Marco Janck Überschrift: „Gesamtes Feld des Marketing nutzen„Pullquote: „Wirklich nachhaltig wird SEO nur, wenn man als Unternehmen das gesamte Feld des Marketings nutzt und die Einzelbereiche effektiv miteinander verbindet.“
  • Alexander Holl Überschrift: „Nachhaltige Suchmaschinenoptimierung ist Risikomanagement„Pullquote: „4 Thesen zur nachhaltigen Suchmaschinenoptimierung Technisches SEO und Kreativität sind die wichtigsten Bausteine für langfristig gute Suchmaschinenoptimierung Orientieren Sie sich nicht an den Maßnahmen, die für den Gewinn des letzten SEO-Wettbewerbes erfolgreich waren, sondern bauen Sie eine gute und nützliche Seite, das ist Herausforderung genug.“
  • Nils Römeling Überschrift: „Fragestellungen der Suchenden beantworten„Pullquote: „Aus meinen letzten Erfahrungen heraus zeigt sich, dass Content noch mehr “King” ist und wird, als es ohnehin schon ist.“
  • Fabian Rossbacher Überschrift: „Fehler bei der Suchmaschinenoptimierung vermeiden„Pullquote: „Nicht selten ändert sich die komplette URL-Struktur und die Backlinks führen ins leere.“
  • Martin Witte Überschrift: „Seriöse Suchmaschinenoptimierung ist immer nachhaltig!„Pullquote: „Basis eines solchen nachhaltigen Konzeptes ist die ausführliche Analyse der Seite selber, aber vor allen Dingen des Wettbewerbs und des Marktes.“
  • Gerald Steffens Überschrift: „Erfahrung gepaart mit gesundem Menschenverstand„Pullquote: „Je natürlicher und freiwilliger ein Link entsteht, um so länger seine Halbwertszeit.“
  • Ralf Zmölnig Überschrift: „SEO ist das trojanische Pferd des Online-Marketing„Pullquote: „Weil in meinen Augen nur eine sehr überschaubare Anzahl der selbsternannten SEO´s wirkliche Strategien entwickeln, die für einen Kunden nachhaltig UND werthaltig sind.“
  • Jonas Weber Überschrift: „Basics sauber und richtig umsetzen„Pullquote: „Beim nachhaltigen Linkbuilding gilt es relevante Verlinkungen zu generieren, die potentiell auch Besuchera aus der Zielgruppe bringen.“
  • Eric Kubitz Überschrift: „Die zu einer Suchanfrage beste Antwort zeigen„Pullquote: „Der Grundgedanke von nachhaltigem SEO ist einfach – wenn man sich überlegt, was Google eigentlich möchte: Die zu einer Suchanfrage beste Antwort zeigen.“
  • Nils Henning Überschrift: „Content ist der wichtigste Baustein„Pullquote: „Will man Linkaufbau nachhaltig betreiben, so kommt hier ganz klar Klasse vor Masse und auch das Thema Content spielt hier wieder eine herausragende Rolle.“
  • Jens Brechmann Überschrift: „Eine ganzheitliche, auf die Relevanz fokussierte Strategie entwickeln„Pullquote: „On- und Offpagemaßnahmen, welche hintergründig nicht auf die Relevanz der Seite zurückzuführen sind, werden sich langfristig nicht bewähren und sind definitiv nicht für die Arbeit mit Kunden geeignet.“
  • Markus Walter Überschrift: „Eigene Ziele, als auch die der Suchmaschinen kennen„Pullquote: „Selbstverständlich sind auch Fragen zum eigenen Angebot frühestmöglich zu klären: Wer ist meine Zielgruppe, sind meine Inhalte wirklich relevant für diese und wie schaffe ich es dauerhaft, bessere Inhalte als meine Marktbegleiter anzubieten.“
  • Ines Schaffraneck Überschrift: „Zeit und Energie in den Aufbau von Beziehungen investieren„Pullquote: „Im Linkaufbau ist es unter Umständen sinnvoller, Zeit und Energie in den Aufbau von Beziehungen zu investieren, da sich Beziehungen nicht so leicht kopieren lassen und über den Moment hinaus Wirksamkeit entfalten können.“
  • Markus Orlinski Überschrift: „Besser sein als die Konkurrenz„Pullquote: „Für mich ist nachhaltige Optimierung, wenn man mit Herzblut und Begeisterung versucht besser zu sein als die Konkurrenz.“
  • Felix Beilharz Überschrift: „SEO als Teil der Gesamtstrategie„Pullquote: „Reines SEO ist heute zu kurz gedacht und damit per Definition nicht nachhaltig..“
  • Markus Klöschen Überschrift: „Website indizierbar machen„Pullquote: „Hier geht es im Wesentlichen darum, die Webseite schnell und leicht indizierbar zu machen und durch eine gute Struktur und Informationsarchitektur der Suchmaschine den Fokus der Seite klarzumachen.“
  • Konstantin Sakar Überschrift: „SEO ist ein sehr dynamisches Geschäftsfeld„Pullquote: „Nachhaltige SEO Optimierung ist besonders für Inhouse SEOs (aber auch für Agenturen) wichtig um langfristigen Erfolg zu haben.“
  • Andre Alpar Überschrift: „Leistungen dürfen nicht zerstört werden„Pullquote: „imho kann man das “Nachhaltige” in zwei Aspekten sehen Der gewählte SEO Ansatz sollte robust sein gegen die üblichen kleinen Algo-Änderungen bei Google Wenn der Kunde bei der Agentur kündigt, dann sollte das SEO genau so weiterlaufen.“
  • Thomas Promny Überschrift: „Produktion von nützlichen Inhalten„Pullquote: „„Nachhaltige Suchmaschinenoptimierung“ hat sich seit 10 Jahren bis auf technische Feinheiten nicht verändert: Sie sorgt für die Produktion von nützlichen Inhalten und dafür, dass diese für Suchmaschinen gut strukturiert auffindbar gemacht werden.“

Obwohl der Algorithmus viele seiner Features nicht ausspielen kann, da Stemming und Tokenization nicht auf’s deutsche portiert sind (das Problem hat man ja andauernd, wenn man sich mit Natural Language Processing für Deutsch herumschlägt), sind die Ergebnisse doch erstaunlich stimmig.

Keyword–Density ftw!

Keyword–Density ist tot, ja. Aber: Vielleicht gelingt es uns damit die Aussagen noch weiter zu komprimieren.

Keyword–Density von SEO–Statements

Und auch, wenn Excel kein Textverarbeitungsprogramm ist, so kann man Keyworddichte doch recht gut in eine Formel gießen. A:A enthält den Text, B:B die Wortanzahl:

=((LÄNGE($A2)-LÄNGE(WECHSELN(KLEIN($A2);“seo“;““)))/LÄNGE(„seo“))/B2

Relativ einfach:

  • LÄNGE(WECHSELN(KLEIN($A2);“seo“;““)) — Wir bestimmen die Länge des Textes nachdem wir jedes Vorkommen von SEO durch nichts ersetzt haben.
  • Diese Zeichenzahl ziehen wir jetzt von der Zeichenzahl des unbearbeiteten Textes ab
  • … und teilen das ganze durch die Länge des Wortes „SEO“. Damit haben wir die Häufigkeit des Vorkommens des Wortes SEO.
  • Geteilt durch die Anzahl der Worte ergibt sich die Keyword–Density

Und wie schreiben SEOs nun?

Wie also schreiben nun die einzelnen SEOs nach diesem Refreshment, was sie geschrieben haben?

Länge von SEO–Statements

Christian hat 16 mal mehr Sätze geschrieben als Andre oder Thomas. Über die Qualität sagt Länge weder in die eine, noch in die andere Richtung etwas aus. Das ist ja überall im Leben so. Aber: spannend fänd‘ ich jetzt den Abgleich mit den Projekten oder anderen Stellen. Ist das generell so, dass Andre und Thomas dazu neigen stark zu komprimieren?

Wenn wir also nichts über die Qualität sagen können, dann aber vielleicht über die Komplexität. Also zurück zum Flesch–Index.

Überlegt einmal ganz kurz: Von wem würdet Ihr die komplexesten Sätze erwarten?

  • Eric Kubitz: 71
  • Fabian Rossbacher: 68
  • Nils Römeling: 67
  • Martin Witte: 38
  • Jens Brechmann: 28
  • Alexander Holl: 25

Ein fieses Experiment: Der Konfidenzindex

Gerade bei solchen Antworten kann man jetzt noch einen draufsetzen und experimentieren. These: Es gibt Formulierungen in einem Text, die Unsicherheit anzeigen, oder dass man sich nicht festlegen möchte. Für diese Formulierungen gibt es Signalwörter, die wir in einem Text suchen können:

  • würde
  • könnte
  • hätte
  • sollte
  • müsste
  • kann man
  • wollte
  • dürfte
  • eventuell
  • vielleicht
  • manchmal
  • hinweis
  • sagt
  • aber
  • es kommt darauf an
  • für mich

Wir suchen also nach dem Vorkommen all dieser Begriffe in den einzelnen Texten und sollten (sic!) eine Aussage darüber erhalten, ob der Schreiber sich bei seinen Aussagen sicher fühlt. Da die Anzahl der Vorkommen solcher Worte von der Länge des Textes abhängig ist, dividieren wir durch die Anzahl der geschriebenen Sätze in der Annahme, dass in jedem Satz nur eine solche Formulierung vorkommt, was natürlich nicht funktioniert. Theoretisch müssten wir mit Nebensätzen arbeiten. Aber wir spielen ja nur ein wenig herum.

Je höher der Wert, desto unsicherer müsste die Aussage zu werten sein.

Über den gesamten Text erhalten wir einen Konfidenzindex von 22%. 22% der Sätze im Text sind also absolut formuliert. Das fühlt sich erstmal nach viel an. Schauen wir mal auf Einzelpersonen:

[table “6” not found /]

Warum ist das nicht unbedingt sinnvoll? Spitzenreiter ist Andre:

imho kann man das “Nachhaltige” in zwei Aspekten sehen Der gewählte SEO Ansatz sollte robust sein gegen die üblichen kleinen Algo-Änderungen bei Google Wenn der Kunde bei der Agentur kündigt, dann sollte das SEO genau so weiterlaufen. Weder Onpage noch Offpage dürften erbrachte Leistungen von der Agentur “zerstört” werden. Schließlich hat der Kunde sicherlich einen fairen Preis für die Erbringung der Dienstleistungen beigetragen.

WerAndre kennt weiß, dass er alles andere als unsicher ist. Also nicht mehr als eine kleine Spielerei?

Fazit

Ein kleines Expirment zum Wochenende. Die Qualität der Aussagen können wir aber doch nicht messen.

Was könnte man noch machen?

  • Inhaltliche Schwerpunkte im Vergleich der letzten Jahre
  • Sentiment–Analyse
  • Wochenende

Oder wir optimieren den Sprachfluss dieses Artikels noch mal mit www.hemingwayapp.com


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SEO Auslese August 2014 | Projecter GmbH am 4. September 2014 um 16:29:38

[…] schreiben eigentlich SEOs? Wingmen nahm 47 Experten unter die […]

Kommentare

Florian Stein am 15. August 2014 um 14:49:18

Durchaus interessante Aussagen der Kollegen … Ich für meinen Teil bin echt froh, dass es Panda und Penguin gibt. Spielt mir als SEO, der vorwiegend auf Content setzt direkt in die Karten. =)

Florian am 17. August 2014 um 13:06:18

Ich finde viel interessanter die Tatsache, dass einige SEO´s immer noch der Meinung sind, dass man mit mehr Text / Content bessere Rankings erzielt. Es kommt dabei auf die Qualität der Inhalte (also auch Bilder, Grafiken, Videos usw) an und dabei ist doch die Textmenge so ziemlich uninteressant. Umso intelligenter man ist, umso mehr Wissenswertes packt man in einen kompakteren Content. Wenn berücksichtigt wird, dass Verweildauer ein wichtiger Rankingfaktor sind, kann jeder selber ausrechnen wie viele potenzielle Interessenten man mit langen Texten verschreckt und direkt wieder wegschickt. Setzt einfach mehr Videos ein, egal ob es um Werbung, Informationen oder Sonstiges auf der jeweiligen Seite oder Landingpage geht – hilft in der Regel so gut wie immer.

Johan Hülsen am 17. August 2014 um 15:30:38

Qualität zählt. Das bedeutet Contentlänge und Format müssen der Funktion angemessen sein.
Wenn uns da einig sind, dann sind wir uns auch einig, dass „mehr Videos“ genauso pauschal und falsch ist, wie „lange Texte“. Und nur viele Videos sind auch noch keine qualitativ hochwertigen Videos.
Ich selbst bin ein Freund knackiger Texte. Nur leider geht es mir, wie vielen anderen. Mir fehlt meist die Zeit mich kurz zu fassen.

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