Keyword– und Themenanalyse for fun & profit

… war der Titel eines kleinen Vortrags, den ich heute auf der Online Marketing Konferenz Lüneburg halten durfte.
Da der ich die Ehre hatte den Abschluss–Slot der Konferenz um 18.30 Uhr zu halten habe ich auf eine Präsentation in Powerpoint–Form verzichtet. Als Handout hier also die kommentierten Tabs, die wir durchgegangen sind.

Wofür Keywordanalyse?

Angekündigt wurde mein Vortrag mit folgender Beschreibung, die eine Vorstellung davon gibt, warum der Online–Marketer an allen Ecken und Enden Keywordanalysen hilfreich sein können.

SEA, SEO, Content Marketing, Social Media, Marktanalysen. Immer wieder braucht der Online Marketer Keyword– und Themenlisten, um zu sehen, welchen Bedarf die User haben, welche Themen sie aktuell interessieren und wie er seinen Content strukturieren kann. Entscheidend ist dabei nicht, an Daten zu kommen, denn selbst bei kleineren Themenfeldern kann man mit einer geschickten Kombination von Tools schnell auf mehr als 1 Million Keywords kommen. Entscheidend ist, die Keywords zu gruppieren, zu filtern und die Datenmenge bearbeitbar zu machen.

Wichtig ist dabei, dass Themen wichtiger sind als Keywords. Hat man sich früher™ auf Keywords konzentriert, so wird es immer wichtiger sich auf ganzheitliche Themenbetrachtungen zu fokussieren. Als Beleg hatte ich „Teaching machines to read between the lines“ genannt. Einen Artikel in dem Google deutlich macht, dass nicht Keywords oder lustige einfache Formeln (wdfidf oder tdfidf für den Interessierten) entscheidend sind, sondern Beziehungen von Keywords im Kontext der konkreten Entitäten (Jaguar Auto vs. Jaguar Tier).

Ein kleines Beispiel: Jeans

Als Beispiel habe ich eine kleine Themenanalyse zum Thema Jeans erstellt. Dazu habe ich das Keyword „Jeans“ in den Google Keywordplanner geschmissen, die Ergebnisse als CSV heruntergeladen. Google spuckt 800 verwandte Keywords aus. Diese Keywords schmeißen wir wieder in den Keywordplanner und laden auch für diese jeweils die verwandten Keywords herunter. Am Ende haben wir im Beispiel 54.873 Keywords in 2.023 Adgroups. Um diese Datenfülle bearbeitbar zu machen, müssen wir die Keywords vertaggen, zur Ressourcenschonung filtern wir im Beispiel nur auf Basis der Adgroups. Zur Illustration des Vorgehens habe ich einige mögliche Tags ausgefüllt und ein entsprechendes Vorgehen skizziert. Das Ganze dient als Funktionsbeleg. In der Praxis sind die Datenmengen natürlich größer und man hält sich die Daten lieber in einer Datenbank und programmiert sich die Auswertungen. Excel ist ja kein Textanalyse–Tool. Zur Illustration soll diese Excel (11MB Keyword– und Themenanalyseskizze Jeans) reichen.

Keyworddaten sind nur ein Teil der Wahrheit

Keyworddaten sind eine tolle Informationsquelle, um dem Nutzer auf die Spur zu kommen. Allerdings nur ein Teil der Wahrheit. Ich hatte b4p.de als Hinweis für etwa Persona–Generierung gegeben und eine Möglichkeit sich mit einem anderen Ansatz den Themeninteressen der Nutzer genannt. (Beispiel war: Frauen im Alter zwischen 20 und 30 mit Präferenz für Hunde oder Katzen)

Nicht die Rohen Zahlen sind entscheidend, sondern auch Trends

Wir haben zu diesem Zeitpunkt bestimmt 18.45 Uhr gehabt. Zeit den Modus von Exceltabellen und Zahlen zu etwas weniger strengen, aber hoffentlich doch lehrreichen Beispielen zu wechseln.

Beispiele zur Nutzung von Google Trends:

Spannender für Inspiration sind Googles Suggests

In Suggests hatten wir folgende Begriffe gecheckt:

  • abnehmen i
  • wie kann ich
  • wo kann ich
  • wer kann
  • wann kann
  • warum kann
  • weshalb kann
  • welche folgen kann

Warum sind so viele extrem konkrete Verkehrsfragen aktuell in den Suggests?
Beispiel für Autofragen in Suggests
Die Antwort liefert Google Trends zu Fahrschule
Reminder: Ubersuggest.org liefert die Daten im größeren Stil

Aber: Sei vorsichtig & Double Check

Aus dem ubersuggest zu „Wie kann “ hatten wir folgende Begriffe extrahiert und einmal in den Keywordplanner geschmissen, um reale Suchvolumina abzufragen.

  • wie kann man schnell geld verdienen
  • wie kann man abnehmen
  • wie kann man geld sparen
  • wie kann man reich werden
  • wie kann man geld verdienen

Auffällig dabei: Die Leute wollen schnell „Geld verdienen und reich werden“. Das Geld wird aber für Werbung auf „Geld sparen“ ausgegeben. Logisch, denn hier gibt es mehr Angebot und einen höheren Leidensdruck. Suchvolumen allein ist also nicht entscheidend für eine betriebswirtschaftliche Bewertung.

Stichwort für das letzte Beispiel wäre dann „Bank run“.

Ich hoffe der Vortrag hat den Anwesenden gefallen und auch den Nichtanwesenden hat dieser Post ein paar neue Ansätze gebracht. Jetzt gibt es eine Afterwork-Party.


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[…] Agentur Wingmen […]

[…] kürzester Zeit generieren und auswerten kann. Den Vortrag hat Johan direkt nach der Session nochmals als Blogpost für alle Anwesenden und Nicht-Anwesenden […]

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