Voice Search: Großer Trend, den keiner nutzt!

Ok Google — Überblick über gesuchte ThemenAuf jeder Konferenz gibt es einen Slot dazu. In jeder Trend-Prognose seit 3 Jahren kommt es vor: Voice Search. Die Suchen über Spracheingaben sollen das nächste große Ding sein. Mich erinnert es an 2007 und die Folgejahre, in den jedes Jahr gesagt wurde, dass der Mobile-Switch jetzt kommt. 2015/2016 also 8 Jahre später war man dann überrascht, dass er endlich da war.
Update: 11.10.2018 –> mehr Trend-Daten

Für mich ist dieses Thema aus zwei Gründen spannend:

  1. Ich will wissen, ob Nutzer die Sprachsuche akzeptieren. Ich glaube nicht daran, aber: „You are not the user“. Erstaunlich hierbei ist, wie schlecht die belastbare Datenlage zum Thema Voice Search aussieht.
  2. Ich will wissen, was User, die die Suche nutzen, in der Sprachsuche treiben. Die beliebten Beispiele „Wecker oder Timer stellen“ oder das „Öffnen einer App“ sind ja keine Suchen im Sinne von SEO, sondern lediglich die Sprachsteuerung eines Gerätes. Letztlich vergleichbar mit navigational oder branded Search. Und diese reporten SEOs seit über 10 Jahren ja auch nicht als SEO-Erfolg.

So lange Sprachsuche nur eine andere Eingabemethode für meinen Query ist, ändert das nicht groß etwas, aber wenn sich auch das Ergebnis ändert, dann muss SEO darauf reagieren und dies idealerweise frühzeitig.

Auch Google setzt sich mit der Frage auseinander, was SEOs denn an Infos über Voice Search brauchen könnten. Passiert ist hier aber noch nichts. Auch, weil Google wohl vermeidet absolute Zahlen zu Assistenten und Voice Search zu veröffentlichen. Eine zügige Änderung scheint hier nicht anzustehen. Auch wenn mit speakable Content neue Möglichkeiten zur Verfügungstellung von Content zumindest für Publisher (vorerst in den USA) kürzlich released worden sind.

Ein aktuellerer Tweet zeigt, dass hier auch nicht viel passieren wird

Disclaimer an dieser Stelle: Wir untersuchen im Folgenden die Sprachsuche via „Ok Google“. Natürlich gibt es auch schon länger die Möglichkeit beim Öffnen eines Chrome-Browsers auf das Mikrofon zu klicken und seinen Query zu sprechen anstatt zu tippen (hier könnte man beispielsweise Anstieg komplexer Sätze mit Shorthead vergleichen um zu schauen, wie groß der Impact hier ist).

Es gibt keine belastbaren Zahlen zur Nutzung

Es gibt mit Siri, Alexa, Cortana und Google (Ok Google, Google Assistant) vier Sprachassistenten, die eine relevante Verbreitung haben dürften und generell Suchanfragen weiterleiten können. Für keinen dieser Dienste gibt es offizielle, belastbare Zahlen zur Nutzung. Google zum Beispiel hat gerade veröffentlicht wie sich unterschiedliche Tasks prozentual auf Voice-Search Nutzung verteilen. Leider haben sie vergessen zu erwähnen wie viele Voice Search Interaktionen es insgesamt gibt.

„Ok Google: Gib mir Daten zur Nutzung auf dem Smartphone“

Für einen dieser Assistenten gibt es allerdings für „Jedermann“ Daten, die frei verfügbar sind. Ok Google ist das Codewort, mit dem der Android-Assistent auf dem Smartphone aktiviert wird. Wenn etwas schiefgeht, dann landen die Daten in der Google Suche mit dem Codewort zusammen. Wenn ich beispielsweise „Videos von Feuerwehrmann Sam“ sehen möchte, dann würde ich sagen: „OK Google“ gefolgt von „Videos von Feuerwehrmann Sam“. Jetzt kann es sein, dass Google das Codewort nicht verstanden hat oder langsam reagiert. Ich würde es also erneut versuchen und würde insgesamt sagen:

  1. „OK Google“
  2. „OK Google“
  3. „Videos von Feuerwehrmann Sam“.

Sollte Google nur langsam auf (1) reagiert haben, dann wird „(2) OK Google: (3) Videos von Feuerwehrmann Sam“ in die Suche eingegeben. Diese Eingaben lassen sich aus Google Suggest und Adwords abrufen.

Aus Fehlern lernen: Fehlerhafte Spracheingaben hochrechnen

Das haben wir gemacht. Alles Weitere unterliegt dann folgenden Grundannahmen, welche die zugegeben etwas gewagt sind:

  1. Nutzer haben eine gleichmäßig verteilte Fehlerquote. User, die Ok Google intensiv nutzen machen genauso viele Fehler, wie User, die zum ersten Mal damit herumspielen.
  2. Queries unterscheiden sich nicht nach Fehlerquote. „Videos von Feuerwehrmann Sam“ hat die gleiche Fehlerquote, wie „öffne Google News“
  3. Fehlerqueries über „Ok Google“ landen wirklich in den Adwords-Statistiken

Im Ergebnis haben wir damit aber ein Datenset (nach filtern und clustern) mit knapp 10.000 Keywords und 150.000 relevanten Suchanfragen.

Dass wir mit dem Weg nicht komplett falsch unterwegs sind, zeigen uns 6.600 Suchen nach „ok google ok google“.

Exkurs 1: Wo kommen die Daten her? Wie haben wir sie verarbeitet?

  1. Wir haben alle Suggests gesammelt, die sich mit „OK google“ finden lassen
  2. Zu diesen haben wir das Suchvolumen erhoben
  3. Duplikate haben wir bereinigt und Keywords zusammengefasst, die von Adwords auch zusammengefasst werden (Ausschluss von doppelt gezähltem Suchvolumen)
  4. Begriffe, bei denen OK Google nicht am Anfang stand, haben wir entfernt
  5. Für die Überschlagsrechnung haben wir Suchanfragen mit 0 Suchen entfernt. Bei ausführlichen Analysen würden wir das natürlich nicht tun
  6. Wir haben alle verbliebenen Suchanfragen manuell geclustert. Hierbei wurden auch Suchen unterschieden, bei denen es nicht um die Verwendung von „OK Google“ ging, sondern um die Konfiguration

Die Daten

  1. Suggests: 26.234
  2. Davon Keywords mit Suchvolumen: 9653 (Erhoben 17.09.2018, sprachunabhängig, Suchen aus Deutschland)
  3. Davon „Adwords“-Duplikate: 1262
  4. Davon Keywords mit „Ok Google“ am Anfang: 9136
  5. Ergebnis: Untersuchte Keywords: 9136 mit insgesamt 1.161.440 durchschnittlichem monatlichen Suchvolumen
  6. Der wesentliche Teil davon entfällt auf den Shorthead „Ok Google“, den wir von der weiteren Analyse ausschließen, da wir hohen Informational-Anteil über das System und nicht Systemnutzung annehmen. Es bleiben 161.440 Suchen monatlich, die wir näher untersuchen
  7. Von diesen 161k Suchanfragen haben wir mehr als 2/3 einem oder mehreren Clustern zugeordnet (zu mehr hatten wir für diese Spielerei keine Lust)

Exkurs 2: Wie valide sind die Daten?

Grundsätzlich gehen wir von den Usern aus, bei denen etwas schiefgelaufen ist und wollen von diesen auf alle Sprach-User hochrechnen. Das ist gewagt. Es gibt aber Suchanfragen, bei denen wir mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit sagen können, dass sie vor allem mobile durchgeführt werden und nicht über den Desktop. Für diese können wir unsere „Fehlerkeywords“ mit dem korrekten Suchvolumen vergleichen.

Beispiele:

Fehlerquery Fehlerquery Suchvolumen korrekter Query korrekter Query Suchvolumen Ratio
ok google erzähl mir einen witz 5.400 erzähl mir einen witz 49.500 9,2
ok google zeig mir 1.000 zeig mir 5.400 5,4
ok google brauche ich morgen einen regenschirm 260 Brauche ich morgen einen regenschirm 1.900 7,3
ok google wie wird das wetter heute 3.600 wie wird das wetter heute 110.000 30,5

Der gewichtete Faktor zwischen Fehler-Query und korrekter Query liegt bei etwas über 12. Da wir aber schätzen und nicht zu gering schätzen wollen, haben wir uns für den maximalen Faktor von 30 für unsere weitere Betrachtung entschieden.

Randnotiz: Das kann Im Umkehrschluss bedeuteten das jede 10.-30. Spracheingabe auf Basis von Latenz oder ähnlicher Gründe fehlschlägt. Eine Fehlerquote, die so hoch ist, dass sie für mich das System unbenutzbar machen würde.

Doch wofür wird der Sprachassistent verwendet?

Will Critchlow hat es richtig formuliert. Anrufen, Navigation oder Speech to Text sind keine Sprach-„Suchen“:

Aber auch Scott Hoffmann, VP Voice Assistant bei Google sagt es richtig: Voice is about action.

Gleichen wir die Statements und Google Daten mit unseren Daten ab

  1. Öffnen von Apps („öffne Whatsapp“, „Nachrichten“, „Kalender“)
  2. Benutzung von nativen Funktionen („Stelle Wecker“, „Timer“, „wie spät ist es“)
  3. Experimente („Erzähle einen Witz“, „Brauche ich einen Regenschirm“, „Ich habe Hunger“)
  4. Echte Suchen („Wetter“, „zeig mir Bilder von“)

Ok Google — Überblick über gesuchte Themen

Unter Meta habe ich Keywords verclustert, die sich um Installation, Aktivierung und Konfiguration drehen. Auch diese müssen wir eigentlich aus den Zahlen entfernen.

Unter Apps und Tasks befindet sich die Steuerung von Device-Funktionen: Apps öffnen, Timer stellen, Wecker ausschalten, etc. Auch hier keine Suche.

Danach wird es spannender:

15.000 Wissensfragen, 4.000 Fragen vor allem navigational oder shopping-Apps. „Play“ könnte man auch als „Kinder“ bezeichnen. Es sind vor allem Suchen nach Kinderserien. Für mehr Einblick wirf’ doch einen Blick in die XLSX und poste Deinen Favorite Fact in die Kommentare.

Was auffällt:

  • 90% der Spracheingaben sind Befehle an das Telefon und keine Suchen
  • hoher Anteil an Experimenten
  • Auffällig viele „Kindersuchen“

Wo stehen wir also?

  • Wir hatten über 1 Mio. Suchanfragen
  • 90% davon Shorthead
  • Der Rest: Device-Steuerung, Navigational, etc.
  • Es bleiben: Unter 20.000 Suchen nach inhaltlichen Fragestellungen. Über diese können wir zwei halbwegs valide Aussagen treffen:
    • Wenn wir sicher gehen wollen, dass wir Voice nicht unterschätzen, dann multiplizieren wir das Suchvolumen mit 30 und haben eine ungefähre Anzahl realer Suchen.
    • Diese 600.000 Suchen sind bei 80 Mio. Einwohnern in Deutschland ein sehr geringer Anteil. Zumal: Nicht jedes dieser Keywords wird von unterschiedlichen Personen gesucht. Wahrscheinlich gibt es einen großen Anteil heavy-User.

Warum nutzt niemand „ok Google“?

Ein paar Theorien ohne Sortierung

  1. Jeder, der Sprachsuche für sich entdeckt nutzt Alexa oder Google Home zu hause, aber nicht OK Google auf Smartphone oder Rechner
  2. Der Faktor 30 stimmt nicht, sondern trifft nur auf unsere Auswahl zu
  3. Viele Suchen werden durch den Google Assistant abgewickelt und landen dann nicht in den Statistiken der normalen Suche
  4. Sprachsucher sind Siri/Apple-User und tauchen daher nicht in den von uns untersuchten Daten auf
  5. Die Fehlerquote ist zu hoch, die User Experience daher bescheiden und ich nutze das System nach ersten Tests überhaupt nicht mehr

Aber: Das Thema wird doch jetzt gerade richtig groß!

Ja, in Deiner Bubble vielleicht:

Es gibt einen leichten Trend von mehr Suchen. Allerdings zeigt es auch deutlich, wie hoch der Impact von Werbespots ist und wie wenig nachhaltig die Nutzung dann ist:

Fazit

  • Wenn unsere Annahmen stimmen und die Verhältnisse von Fehlern zu Eingaben ungefähr korrekt sind, dann wird die Spracheingabe insgesamt kaum genutzt.
  • Von der geringen Nutzung machen echte SEO-/SEA-/Marketingrelevante Suchen wiederum nur einen kleinen Teil aus.
  • Und von dieser Teilmenge ist der überwiegende Teil experimentell oder von Kindern ausgeführt.
  • Bei >80 Mio. Einwohnern in Deutschland ist selbst eine Vervierfachung der Zahl (unter der Annahme, dass alle Assistenten gleich häufig genutzt werden) nicht in der Lage eine relevante Anzahl an Suchen zu produzieren

Dank, Qualitätssicherung und Meinung anderer

Dieser Artikel und die Daten dahinter sind ein wenig experimentell. Deswegen habe ich mir Unterstützung von drei Kollegen geholt. Einer aus meiner Richtung, zwei richtig gute Kollegen, die einem bei dem ganzen Thema Voice-Commerce und Chatbots helfen können.

An dieser Stelle ein Dankeschön an:

Patrick Zimmermann (Xing, Knowhere GmbH)

Profil von Patrick Zimmermann von Knowhere GmbHRichtig großes Danke! Patrick hat mich in dem ganzen Artikel auf Schwachstellen in der Argumentation hingewiesen und aufgezeigt, wo noch Brücken für den Leser fehlen. Seine Hauptkritik: Man muss Google Search und Google Assistant unterscheiden. Möglicherweise landen die Suchen mit dem Google Assistant gar nicht in der Suche.
Wendet Euch an Patrick, wenn Ihr einen Chatbot braucht oder einen intelligenten Gesprächspartner über Möglichkeit und Sinnhaftigkeit von Chatbots austauschen wollt.

Als Geschäftsführer und AI Experte für Nature Language Processing bei der knowhere GmbH konnte ich zahlreiche Durchbrüche im Machine Learning in den letzten zwei Jahren in der Text und Sprachverarbeitung mit erleben. Eines davon ist das Unternehmen es geschafft haben in der Speech Recognition (Sprach Erkennung) im sogenannten NIST 2000 Switchboard Test (https://catalog.ldc.upenn.edu/ldc97s62) die Fehlerrate eines Menschen (5,1% Wort Fehlerrate) zu übertreffen. Eines von den Unternehmen ist Capio.ai, die dieses Jahr auf einen Wert von (5% Wort Fehlerrate) mit ihrem neuen Ansatz gekommen sind (https://medium.com/@capio/dense-lstms-for-speech-recognition-54c371ea2d42). Auch Google hat auf der letzten Google IO eine Fehlerrate von 4.9% bekannt gegeben. Dennoch bleiben Probleme und Schwierigkeiten in Distanzen und lauten Umgebungen bestehen.

Florian Weigang (XingDialogue Technologies)

Profil von Florian Weigang von Dialogue TechniquesDanke für Dein Feedback. Florian spezialisiert sich darauf Deine Facettennavigation durch einen VoiceChat mit Deinem Nutzer zu ersetzen. Nehmt Kontakt auf. Da kommt in den nächsten Wochen eine coole Showcase-App ( Android / Apple ). Falls Du Deine Nutzerinteraktion insbesondere in Deiner App verbessern willst: Die Jungs sind ready to ship.
Wenn Du SEO bist: Lies sein Statement und ab mit der Kritik in die Kommentare. Ich muss ja nicht alles selbst machen. ;)

Meiner Meinung nach ist es nicht verwunderlich, dass Voice, Googlen und klassische Ergebnisse nicht funktionieren. Voice für sich ist nichts mehr als das Transkribieren von Sprache zu Text. Und das Ergebnis davon in die Google suche zu hauen, bringt keine neuen Vorteile.

Der echte Mehrwert wird erreicht, wenn man Google ersetzt durch Dialoge, Interpretationen und letztlich eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Mensch <> Maschine. Und da ist meiner Meinung nach kein Platz mehr für Google, SEO und co.

Zur Vertiefung seines Gedankens hat Florian diesen Huffpo-Artikel mitgeliefert. Kritisiert gern seine Haltung. Aber habt im Kopf: Florian blickt aus einem anderen, sehr interessanten Winkel auf das Geschäft.

Jens Fauldrath (Xingget traction GmbH)

Profil von Jens Fauldrath von get:traction GmbHJens hat an dem Artikel nichts auszusetzen. Außer, dass es seine Einschätzung bestätigt. Wendet Euch an Jens, wenn Ihr ein Alternativ-Angebot zu den Wingmen braucht. ;)

Ich halte das Thema Voice Search aktuell für einen Hype von Marketing-Agenturen und den Anbietern der Device um weitere Budgets zu rechtfertigen. Meine Beobachtungen im privaten Umfeld zeigen, dass die Sprachassistenten eher zur Steuerung als zur Recherche genutzt werden.

Ich freue mich deshalb, dass mein persönlicher Eindruck sich in den Ergebnissen dieser Studie wiederfindet. Natürlich kommen mit einem neuen Interface neue Nutzungsszenarien. Diese entwickeln sich aber über einen längeren Zeitraum und sind oft additiv. Man sollte nicht vergessen, dass durch mobile Suchanfragen die Desktop-Anfragen nicht gesunken sind. Die mobilen Suchanfragen sind additiv und teilweise mit einem anderen Anwendungsfall.

Ich erwarte die selbe Entwicklung bei Voice. Auch hier werden sich erst mit der Zeit sinnvolle Anwendungsszenarien entwickeln. Aktuell sehen wir eher Unfälle und Early Adopters, die eher spielerisch damit umgehen.

Für das aktuelle operative Search Marketing hat Voice keine Bedeutung. Dennoch sollte man sich überlegen, welche zukünftigen neuen Anwendungsfälle für das eigene Unternehmen spannend werden können.

Update 11.10.2018

Mehrere Menschen haben mich gebeten noch mal ein bisschen was zum Thema Trend zu sagen.

Denn selbst wenn Voice Search nicht groß ist, dann ist doch bestimmt ein Wachstum da.

Auch wenn ich das Suchvolumen in der Excel (s.u.) für die letzten 12 Monate addiere ist da kein großer Trend offensichtlich:

Stagnierender Trend bei "Ok Google"-Suchanfragen in den letzten 12 MonatenDa hier allerdings viele Steuerungsbegriffe enthalten sind, habe ich mir auch noch mal die Entwicklung für die letzten 12 Monate für die Top 20 Unbranded, Non-Navigational, non-Administrational, non-Meta-Begriffe angesehen:

Trend für Top-20 Begriffe der letzten 12 Monate leicht steigend (saisonal?)Die hier addierten Begriffe waren (wobei die ersten 3 2/3 des Suchvolumens dieser 20 Begriffe ausmachen und saisonale Effekte daher wahrscheinlich sind):

  1. ok google wie wird das wetter heute
  2. ok google suche
  3. ok google wie wird das wetter
  4. ok google nachrichten
  5. ok google spiele
  6. ok google wo bin ich
  7. ok google such mir
  8. ok google übersetzung
  9. ok google brauche ich morgen einen regenschirm
  10. ok google bundesliga
  11. ok google bundesliga ergebnisse
  12. ok google rede mit mir
  13. ok google was läuft heute im fernsehen
  14. ok google ich habe hunger
  15. ok google news
  16. ok google die lottozahlen von heute
  17. ok google lottozahlen von samstag
  18. ok google wo ist die nächste pizzeria
  19. ok google nächste tankstelle
  20. ok google whatsapp runterladen

Und was sagst Du?

Hier ist die Excel Datei (8MB) Unten das Formular. Ich bin gespannt auf Deine Meinung zur Entwicklung von Voice-Assistants, Voice Search und die Zukunft allgemein!

Hier noch einmal der Überblick über alle Cluster:OK Google alle Cluster ausgeklappt


Kommentare

Elias am 27. September 2018 um 14:39:25

Tolle Übersicht über den IST-Stand zu Voice Search in Deutschland. Danke. Gibt es bereits brauchbare Analysen & Auswertungen aus dem Englisch sprachigem Raum zum Thema?

    Johan von Hülsen am 27. September 2018 um 15:38:57

    Aktuell nicht. Überlege aber die Auswertung auch noch mal für Englisch zu machen. Die Stichproben zeigen aber das gleiche Bild.

Robert C. Mendez am 28. September 2018 um 15:15:45

Genau die Kerbe in die ich bei meinen Vorträgen und Artikeln schlage… und auch mal zerknautschte Gesichter ernte :-) Schön untermauerter Artikel. Danke!

Grundsätzlich ist jedoch zu betrachten das „persönliche Assistenten“ und Voice Search nicht gleichzusetzen sind. Die Suche per Sprache ist letztendlich nur eine von vielen Funktion die digitale Sprachassistenten anbieten und davon noch nichtmal die wichtigste. Kaum eine Anwendung des Sprachassistenten nutzt eine Suchmaschine. Macht bei „ohne Bildschirm“ im Grunde ja auch wenig Sinn, da eh keine Liste darstellenbar ist (Punkt der Erfüllung!). Entsprechend ist auch eine stets fehlende Sicht der Dinge ist, das die Ausgabe mit Bildschirm und ohne Bildschirm nie unterschieden wird in den Untersuchungen. Dabei sind diese grundsätzlich extremst unterschiedlich.

Auf Basis unseres täglichen Themas haben wir mit Suchergebnissen per Voice jeden Tag zu tun und die grundsätzliche Erfahrung ist, das es aktuell „noch“ keine Voice-Rankingfaktoren gibt und das Web, Screen (Assistant) und Voice First, 3 unterschiedliche Kanäle sind. Ein Muster, scheint es aktuell noch nicht zu geben. Umso spannender ab wann ein solches Muster mal auftaucht.

Gero Wenderholm am 2. Oktober 2018 um 09:49:47

Moin Johann,

wie ich finde, eine sehr interessante Erhebung auch wenn Du zugibst, dass deine Datenbasis sehr vage und auch nur unter bestimmten Voraussetzungen funktioniert. Um mal eine Andere Meinung zu vertreten, ein paar Kritikpunkte:

1. Queries landen bei Dir in Adwords und erzeugen Suggests, was ich stark bezweifle – da es weder Adwords noch Suggests für den Google Assistant gibt. Zudem sind gesprochene Eingaben weitaus longtailiger und sollten somit ohnehin seltener als Suggest / Adwords-KW erscheinen.

2. Deine Beispiele „OK Google, wie wird das Wetter“ oder „OK Google wo ist die nächste Tankstelle?“ lösen gar keine Suche aus, sondern zeigen Google Produkte; Soll heißen: Der Assistant erkennt das fälschlich doppelt gesprochene „OK Google“ und entfernt es.

3. Direkt erfolgreich beantwortete Fragen und Nicht zu beantwortende Fragen lösen ebenfalls keine Suche aus, erst bei Klick auf „G-Suche“ gehts dann an die Serps.

4.. Hast Du auch eine Fehlerquote von Leuten, die z.B. einen TV-Spot sehen und dann „OK Google, blabla“ in ihr Tablett tippen oder Leute, die auf den Mikrofonknopf drücken und dann glauben, „OK Google“ sagen zu müssen.

5. Von Google Actions beantwortete Fragen sowie die meisten Google Home Anfragen (wird 8x häufiger am Tag genutzt als Smartphone Voice Search) tauchen ebenfalls nicht auf
usw…

Also glaube ich, dass deine Annahme 3 vor Allem zutrifft. Mit Mist und (ungenügenden) Annahmen zu rechnen und daraus Ableitungen zu treffen wiederstrebt mir ein bisschen. Dennoch gebe ich Dir abgesehen von den IMHO unbrauchbaren Zahlen recht, dass wir uns noch in einer sehr frühen Phase befinden, noch nicht alles Gold ist, was so verkauft wird und Home-Automation, sowie Gerätesteuerung wesentliche Treiber sind.

Was man aber aus meiner Sicht verstehen muss: Nur ein (je nach Branche geringer) Teil von Sprachsuchen wird überhaupt auf Basis von Website-Content beantwortet und noch viel weniger Suchen gehen über SERPs. Google bietet die Suchmaschine UND liefert den Content (aus verschiedenen Quellen). Deswegen bitte lösen von Adwords-Tool, Search Console und Analytics und einstellen auf eine Phase von „unerklärbaren“
– weil von außen nicht messbaren – Veränderungen im Umgang mit dem Internet.

Um nicht nur zu meckern, einen Tipp: Ich habe bei mehreren meiner Kunden eine Optimierung der Inhalte auf Voice angeregt (z.B. Frage und Antwort Bereiche auf Produktseiten, Tabelleninhalte zusätzlich als vorlesbaren Text bereitstellen etc.) und auch sehr positive Effekte auf die organische Sichtbarkeit und SEO Traffic feststellen können. Wie viel davon jetzt gesprochene Eingaben sind, ist meinen Kunden egal! ;)

    Johan von Hülsen am 2. Oktober 2018 um 10:46:23

    Moin Gero,

    wenn Voice Dir im internen Ressourcenkampf als Monstranz hilft guten, Fragen konkret adressierenden und beantwortenden Content zu schaffen ist das doch super. Das solcher Content positive Ergebnisse bringt ist doch nur logisch. Hat aber im Ergebnis nichts mit Voice zu tun.

    Wären die Nutzungszahlen in relevanter Größenordnung würde es absolute Zahöeb von Herstellern geben.
    Eine Phase von „unerklärbarem“ würde wieder Wunderheiler sprießen lassen. Das wäre sehr gruselig.

      Gero Wenderholm am 2. Oktober 2018 um 11:51:00

      Wir reden doch beide davon, dass ein Nutzer seine Stimme benutzt, um an eine Information zu kommen!? Das ist (aktuell) selbst für Anbieter dieser Information nicht vollständig direkt messbar und mit deiner Methode aus den genannten Gründen leider überhaupt nicht seriös zu berechnen.
      Dennoch beobachte ich in den von mir geschilderten Fällen auf den geänderten Templates eine Zunahme von Mobilzugriffen… Zudem gibt eben die Dunkelziffer von Anfragen, die Du direkt beantwortest ohne es mitzubekommen (sofern Du keinen Skill/Action baust); genau wie bei den Featured Snippets sind diese aber dennoch da und haben positive Branding Effekte. Ablesbar maximal an der Zunahme von Suchen nach der URL (die ja vorgelesen wird). Also nix Wunderheiler, sondern einfach nur schwer einzugrenzende („unerklärbare“) Abstrahleffekte.

      Es gibt auch in dem von Dir verlinkten Google Blogpost konkrete Zahlen. 400+ Mio Devices mit Assistant und mehrfach tägliche Nutzung. Warum sollten die Zahlen genauer sein? Das Argument verstehe ich einfach nicht. Bei Websearch gibt es einzig für Anzeigenschaltung mal genauere Zahlen als X Quadrupilionen.
      Gegenfrage: Wenn es keine Nutzung gäbe, warum bauen dann 8 von 10 der größten Technolgiekonzerne an eigenen Lösungen?

      Ich sehe in einigen Skill-Statistiken eine weitaus höhere Zahl an Nutzungen für bestimmte Fragestellungen als sie für dieselbe Frage im Adwords-Tool auftauchen. Gibt es diese Fragen etwa nicht im Voice Search?

        Johan von Hülsen am 2. Oktober 2018 um 13:50:48

        Du vermischt Dinge, die ich versucht habe zu trennen. Auch Google sagt der größte Teil der Interaktion ist Geräte-Steuerung und nicht Suche. 400 Mio. Geräte, die Wecker stellen und timer aktivieren sind keine Voice-Searches.

        Unternehmen investieren in einen möglichen Trend. Nicht in einen aktuellen Zustand. Die aktuelle Nutzung rechtfertigt das Angebot noch nicht. Die Nutzung wächst aber erst mit einem vergrößerten Angebot und Ubiquity.

        Und natürlich haben Skills bei Alexa andere Usage. Ist ja auch kein Telefon. Aber: Nutzung einer App ist auch Device-Steuerung und keine Suche. Und das ist mein Hauptpunkt: es gibt keine mobile Suche. Was es gibt sind Anfänge von Sprachsteuerung von Geräten. Nicht sprachliche.

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