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Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen fĂŒr wache Webmarketer #37
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Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
Alte Gewissheit und neues Wissen

Puh, was fĂŒr eine Woche! Nicht nur bei Kundenprojekten ist Einiges Los. Ein kleiner Überblick ĂŒber die grĂ¶ĂŸten Themen der letzten Woche:

  • Wir löschen 50% des Contents
  • Wir diskutieren die Notwendigkeit von Backlink-Audits
  • Wir untersuchen die Notwendigkeit von Performance Optimierung (aus SEO-Sicht)

Aber auch intern geht’s ab: Wir haben fantastische Trainee-Bewerbungen bekommen und haben jetzt die Qual der Auswahl. GlĂŒcklicherweise liegt die Verantwortung fĂŒr die Auswahl eher beim Team als bei Flo und mir. Puh.

In diesem Newsletter geht es um VergĂ€nglichkeit des Bekannten, aber auch um die BestĂ€tigung bekannter Gewissheiten (Ja: Duplicate Content ist blöd, aber eine Penalty gibt’s dafĂŒr nicht). Passend dazu ein Verweis auf ein Video, dass mich bewegt hat: Rainald Grebe singt trotz Corona mit dem Bergmannschor “Die Rose”. Mit KreativitĂ€t und Wille lĂ€sst sich jedes Problem lösen und ein großartiges Ergebnis erzielen. Bergwerksromantik, der sogar ich etwas abgewinnen kann.

Was wir gelesen haben
Kriemhild Holthusen
Kriemhild Holthusen
Consultant
Duplicate Content ist kein Problem - oder doch?

In der letzten Google SEO office-hour mit John Mu wurde die Frage gestellt, ob Duplicate Content einen negativen Einfluss auf das Ranking hat. John Mu bestÀtigt diese Annahme nicht und sagte, dass es normal sei, dass sich Inhalte auf einer Website an verschiedenen Stellen wiederholen können. Google versuche in so einem Fall das zur Suchanfrage passendste Ergebnis zu ranken.

Dennoch ist dies unserer Meinung nach kein Freifahrtschein Inhalte auf der eigenen Website mehrfach zu veröffentlichen. Die Fragen, die wir uns trotzdem immer stellen sollten sind:

  • Ist es wirklich unausweichlich den gleichen Inhalt an dieser Stelle wieder zu verwenden?
  • Ist diese Vorgehensweise wirklich hilfreich fĂŒr den Nutzer und welches der Dokument soll nach unserem Wunsch ranken?

Denn auch wenn Google natĂŒrlich das beste Ergebnis rankt, muss das nicht immer mit unseren eigenen Zielen ĂŒbereinstimmen.

Wie man also mit Duplicate Content umgehen sollte, muss im Einzelfall entschieden werden. Hier findest Du konkrete Tipps direkt von Google..

Behrend von HĂŒlsen
Behrend von HĂŒlsen
Consultant
Google Discover undercover

Wir haben eine gute und eine schlechte Nachricht

  • Chrome New Tab Suggests werden jetzt im Discover Report mit erfasst (waren es also bislang nicht)
  • Discover Traffic wird in Zukunft nicht mehr so einfach von organischer Suche unterscheidbar sein

Wie genau es mit den New Tab Suggests und Discover verhĂ€lt ist damit also endlich geklĂ€rt und die GSC kann mehr Traffic Reporten. Bislang konnte man die Chrome New Tab suggests am Referrer erkennen, In zukunft werden das nicht mehr sehen. Google hat offensichtlich kein interesse daran diese Unterscheidbarkeit zu erhalten. wir mĂŒssen uns also darauf einstellen, dass Discover Traffic und die Suche in der Webanalyse langfristig nicht zu unterscheiden sind. Solange das noch geht, sollten die Daten also bestmöglich ausgewertet werden. Wie man da Vorgehen kann hat Jens Fauldrath auf dem SEO Day vorgefĂŒhrt. FĂŒr diejenigen, die sich das nicht ansehen konnten, hat Jens das in noch einmal aufgebohrter Version nun auch in Schriftform parat

Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
Panta Rei — Alles fließt

Damals im Kunstunterricht der 10. Klasse sollten wir eine Werbekampagne fĂŒr ein Fake-Produkt entwerfen. WĂ€hrend wir die Schule mit wirren Plakaten wie „Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat ja Zeit“ fĂŒr “Oranje ZischPop” pflasterten hatte die Gruppe um Markus einen anderen Plan. Sie schlugen eine Yoga-Richtung im Design ein und nannten das Produkt „Panta Rei — alles fließt“:

die knappste Formulierung der Flusslehre Heraklits, die besagt: „Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln.“

Das ist gleichzeitig die knappste Zusammenfassung des Artikels, den unser Freund Kevin letzte Woche veröffentlicht hat und der seitdem vielfach empfohlen wird.

Kevin reißt im Artikel alle Gewissheiten des SEOs ein und stellt eine Nullhypothese auf: Durch Machine Learning und unterschiedliche Zusammensetzung von Rankingfaktoren nach Suchintentionen und Themengebiet sagt Kevin, dass wir nicht mehr davon ausgehen können, dass irgendwelche Best Practices noch gĂŒltig sind. Das klingt toll und ist teilweise richtig.

Die andere Seite ist aber: Es gibt noch jede Menge Maßnahmen, die auch ohne hinterfragt zu werden gĂŒltig bleiben: Status Code 200, das Vorhandensein einer Überschrift, die maschinenlesbare Auszeichnung.

Was diese Faktoren aber gemein haben: Es sind Faktoren aus der Kategorie Suchmaschinen-Nicht-Im-Weg-Rumstehen, nicht aus der Kategorie Suchmaschinenoptimierung. Die Faktoren der Suchmaschinenoptimierung mĂŒssen in der Tat getestet werden. Was auf der einen Domain hilft, kann auf der anderen nutzlos sein oder gar schaden. Gewissheiten schwinden und Best Practices verlieren an Wert.

Kein Wunder, dass jedes zweite SEO-Statement beginnt mit „Es kommt darauf an
“. Und auch kein Wunder, dass aufgrund dieser Entwicklung sich weniger erfahrene SEOs immer stĂ€rker an die vermeintliche Sicherheit von Checklisten klammern und dabei völlig ignorieren, dass die HĂ€lfte der Maßnahmen fĂŒr die betrachtete Seite keinen Impact haben wird.

Wie praktisch in diesem Zusammenhang, dass AJ Kohn parallel die andere Seite angreift: SEO A/B-Testing ist seiner Meinung nach meist falsch gemacht und fast immer nicht aussagekrÀftig. Wie alles auf der Seite: extrem lesenswert. (Erwiderung von Will Critchlow auf Twitter)

Und da stehen wir nun, wir SEOs. Der eine reißt das Fundament ein, der andere den Grund auf den wir uns flĂŒchten wollten. Klar: Weder ist SEO tot, noch ist Erfahrung die einzige Basis fĂŒr Entscheidungen. Aber wir mĂŒssen ein wenig an der Methodik arbeiten, wenn wir erfolgreich werden wollen:

  • Dokumentation: Nur dokumentierte Änderungen können ausgewertet werden Auswertung: Nur ausgewertete Änderungen können bewertet werden
  • Priorisierung: Priorisierung ist möglich, aber: Oft ist es ein Stapel Kleinkram, der gemacht werden muss, bevor eine Wirkung eintritt. Es ist bei diesen Themen nicht möglich das auf eine einzelne Änderung zurĂŒckzufĂŒhren
  • Unvorhersagbarkeit: Wir mĂŒssen akzeptieren, dass wir im SEO gelegentlich fĂŒr die Tonne arbeiten. Es kann sein, dass die Verbesserung der internen Verlinkung an der wir 3 Wochen gearbeitet haben keinen Impact hat.
  • Nicht-Übertragbarkeit: Die Löschung von wenig erfolgreichen URLs — Das Content-Pruning — ist ĂŒberall erfolgreich. Heißt das, dass es auch bei Dir erfolgreich wird? Mitnichten.

FĂŒr mich wird SEO immer begeisternder. Denn was fĂŒr SEO immer wichtiger wird ist Zusammenarbeit: Inhouse-Teams brauchen die Erfahrung von außen. Beratungen brauchen das Tiefenwissen von Inhouse-Teams. Wie siehst Du das? Was ist Dein sicherer Grund?

Andreas Schalay
Andreas Schalay
Consultant
Langsam ist langsam.

Laut John Mueller macht Google keine Ausnahmen fĂŒr eigene Produkte bei der Bewertung von Core Web Vitals. Wenn durch die Google Adsense Anzeigen oder YouTube Embeds die Seite langsamer wird, ist das trotzdem ein negativer Faktor fĂŒr die Rankings.

Wenn also bei den letzten Pagespeed-Checks Adsense, YouTube, Google Maps, etc. ausgeklammert wurden, im Sinne von „ist ja eh alles Google...“, empfehlen wir das Thema Pagespeed nochmal grĂŒndlich anzugehen. Der SEO-BEEPvergleich in diversen Videos und Screenshots in den soziale Medien, bei dem es gilt möglichst die 100%-Marke zu erreichen steht jedoch fĂŒr sehr viele Sites nicht in Kosten-Nutzen-Relation. Eine zahlenbasierte EinschĂ€tzung dazu haben wir in einem unserer neuesten internen Wingmen-Tools parat. Sprich uns darauf gerne jederzeit an.

Florian Stelzner
Florian Stelzner
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
What do you Digeridoo, Google?

Es geht weiter heiß her im Land Down Under. Wie wir bereits vorletzte Woche berichteten drohte Google mit dem vollstĂ€ndigen Abzugs seines Suchdienstes aus Australien. Ein neues Mediengesetz sieht anteilig Geld fĂŒr die Publisher vor und verlangt zudem die transparente Offenlegung der mit dem jeweiligen Werk erzeugten Einnahmen. Das Thema hat uns - insbesondere nach dieser Meldung - nicht in Ruhe gelassen und so haben wir unseren Freund Dan Petrovic angeschrieben und ihm um seine ganz persönliche EinschĂ€tzung gebeten. Dan war bereits mehrfach auch in Deutschland zu Gast als Speaker auf der SMX bzw. sogar auf der SMX Advanced und ist einer der schlauesten SEO-Köpfe auf dem internationalen Markt.

Hier sind seine Gedanken zum Thema:

*Back in 2019, I flagged one of Google's algo updates with the importance of rewarding quality journalism. At the time, Australian consumer watchdog had just initiated their "Digital Platforms Inquiry". Interestingly, monetisation wasn't the sole focus on this inquiry. In fact ACCC wanted to establish a channel of communication between publishers and media platforms to ensure that the original author gets the preferred spot in Google (as opposed to a scraper for instance). This is a fair point considering how vulnerable Google is to this sort of exploit.

From the report: "digital platforms would need clear signals as to which article is ‘original’, and these signals may not always exist"

Later on this request may have been misconstrued as newspapers wanting to know Google's algorithm secrets which would of course be a ridiculous request.

Nearly two years later Google is having a fight with the media and it's boiled down to just money. Google thinks that ACCC wants them to pay newspapers for showing their news stories, while ACCC just wants the news and Google to be free to negotiate for this to happen.

In a knee-jerk move Google starts appealing to a wider Australian audience. It's an unprecedented move in which scary sounding alerts reach millions of users in search, Youtube and via Chrome. Except, a typical Australian user simply doesn't care.

Here comes my main point.

Did anyone ask users what they want?

I did. And what I learned is no surprise. Australians hate paywall: https://dejanmarketing.com/paywall/

So what do we do?

  1. Newspapers want to monetise their stories.
  2. Society wants to benefit from reliable and neutral journalism.
  3. Google doesn't want to pay money to show news results.
  4. Users hate paywall because it provides bad user experience.

The solution is simple.

Newspapers that are happy to monetise via ads should be happy to get the free click from Google and should therefore shut up about being paid for the click. In fact Google's whole business model is the complete opposite. People pay Google for the click to their website.

Newspapers that don't monetise via ads should be presented as a paid product in Google's search results and an easy pay pay read or ongoing subscription option should be available to users within the snippet. Failing that, as a paywall, which was labelled in SERPs. Another solution could be Netflix-like, where a user subscribes to "premium news" for a small monthly fee giving them access to all premium content from all participating publishers.

I approached Google with this solution and was politely but firmly put down as having a lack of understanding for the matter: https://twitter.com/dejanseo/status/1290517981206700034*

Thank you, Dan!

Dem ist unserer Meinung nach nichts hinzuzufĂŒgen, höchstens vielleicht der Wunsch nach einer international einheitlichen Linie und das wird leider schwer bis unmöglich.

 
Fragen? Immer gerne fragen!
Wir sind fĂŒr Dich da.
Schreib uns gern jederzeit
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Bis bald,
Deine Wingmen
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