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Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen fĂŒr wache Webmarketer #36
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Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
Guten Morgen Alex, hattest Du schon einen Kaffee?

In den letzten 2 Wochen hatte ich viel Kontakt mit Alexander B. Ryte-N-Bach und Marcus Tandler auf Clubhouse. Marcus nutzte die Gelegenheit mehrfach darauf hinzuweisen, dass wir seinen Namen im letzten Newsletter falsch geschrieben haben.

Lieber Marcus: Wir bitten Dich um Entschuldigung.

Alex wiederum erklĂ€rte, dass er sich dienstags extra frĂŒher aus dem Bett wĂŒhlt, weil er sich so auf unseren Newsletter freut. Deswegen ist der heutige Title nur fĂŒr ihn (und alle Namensvettern und -basen). Wer auch mit Marcus auf Clubhouse diskutieren will: Jeden Mittag 12 Uhr gibt es eine spannende SEO-Diskussion. (bei Invite-Mangel helfe ich gern aus. Bei iPhone-Mangel leider nicht. đŸ€· Ausnahme gilt natĂŒrlich fĂŒr Wingmenschen)

Auch diese Woche haben wir wieder spannende Geschichten zusammengetragen. Nicht nur fĂŒr Alex. Über Cookies, Linkbaits, Vorteile (!) von AMP, JavaScript-Rendering und Ameisen.

Ein Newsletter diese Woche kann aber nicht ohne Trauer verschickt werden. Ich musste mich Donnerstagmorgen recht lange sammeln. Hamlet Batista ist gestorben. Hamlet hat nicht nur im Alleingang Python in der SEO-Szene bekannter gemacht und viele kreative AnwendungsfÀlle gezeigt, sondern durch seine freundliche Art und seine Hilfsbereitschaft beeindruckt. Ich bin traurig, obwohl ich ihn nie persönlich kennenlernen durfte. Einen beeindruckenden Nachruf hat Aleyda Solis zusammengestellt.

Was wir gelesen haben
Anita Böhm
Anita Böhm
Consultant
Wie funktioniert das jetzt mit dem Rendering von JavaScript beim Googlebot?

Sitebulb hat das mit dem Rendering von JavaScript hier mal schön erklĂ€rt. Wenn Du neu in dem Thema bist, eine klare Leseempfehlung. Als SEO-Experte mit JavaScript-Erfahrung kannst Du einige AbsĂ€tze ĂŒber den Unterschied zwischen gerendertem und nicht gerenderten HTML sicherlich ĂŒberspringen.

Trotzdem ist es gut, sich nochmal zu GemĂŒte zu fĂŒhren, wie das Rendering durch Google genau ablĂ€uft, oder was ein “noindex” im HTML fĂŒr das Rendering bedeutet (Spoiler: es findet wahrscheinlich nicht statt). Außerdem lassen sich die Empfehlungen fĂŒr die Sitebulb-Audits natĂŒrlich auch auf andere Tools ĂŒbertragen.

Florian Stelzner
Florian Stelzner
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
AMP ist tot, lang lebe AMP Components

Aua. Kaum hatte Johan AMP so schön kaputtgespielt, schon kommt das AMP Project mit etwas um die Ecke, dass im Vergleich zu AMP als solches erstmal gar nich sooo fies aussieht. Also
 versteht mich nicht falsch, immer noch schlimm doll fies, aber immerhin sind die AMP Components schon mal in verdaubare HĂ€ppchen kleingehĂ€ckselt. Statt einer vollumfĂ€nglichen Auslieferung einer AMP-Kopie der kompletten Seite können nun einzelne Bausteine von AMP eingebaut werden. Die sogenannten AMP Bento. 14 Sushi-Köstlichkeiten stehen fĂŒr den Beginn auf der Speisenkarte.

In der Theorie liest sich das wie gesagt zunĂ€chst ganz brauchbar. Schauen wir mal, was die RealitĂ€t am Ende bringen wird. Ich sehe schon jetzt mit AMP-Bento-Plugins ĂŒberfrachtete Websites, die statt einzelner Bentos lieber am StĂŒck hĂ€tten zusammengebaut werden sollen.

Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
Linkbuilding-Ideen featured by John MĂŒller

Wait what? NatĂŒrlich empfiehlt John nicht Linkkauf. Im Gegenteil. Aber in Search News you can use featured John eine fantastische Liste von Giselle Navarro mit Beispielen fĂŒr grandiose Content-Ideen. Viele der Ideen sind toll. Ich finde aber die herausragend, die nicht von Publishern kommen und trotzdem einen tollen Produktbezug haben. Meine Top 3:

Window Swap hat natĂŒrlich den Sonderpreis in der Kategorie Corona verdient. FĂŒr den Sonderpreis wie fĂŒr einige andere Ideen gilt: SEO-seitig ist das Potenzial nicht ausgeschöpft. Manche Ideen sind optisch großes Kino, aber inhaltlich ein wenig dĂŒnn. Visualcapitalist zeigt schön die Terms of Services, aber in dem Thema ist eigentlich noch viel mehr Aufreger-Potenzial als LĂ€nge und KomplexitĂ€t der Sprache. Als MVP aber schon schön. Und tosdr.org kennst Du schon lange, oder?

Wie sieht es denn in Deutschland aus? Spontan muss ich als Hamburger Umlandbewohner natĂŒrlich an die Kollegen von Otto denken mit ihrem Projekt Hamburg von oben. Hornbach hatte 2016 mal die Projektrituale. Aber da scheint noch niemand gemerkt zu haben, dass die Seite nicht mehr funktioniert. Und ĂŒberhaupt ist das mit den Linkbaits nicht so easy. Die Kampagnen-Idee mit den Spotify-Nudel-Timern von Barilla fand ich toll, aber auf Barilla.com fehlt die Landingpage. Folge: Die Links gehen woanders hin. Verpasste Chance. Eine PR- oder Werbekampagne braucht aber mehr als eine Landingpage, um SEO-seitig erfolgreich zu sein. Idealerweise ist die Kampagne direkt so aufgesetzt, dass die Landingpage der Mittelpunkt ist. Welche Kampagne fĂ€llt Dir denn ein, die Du wirklich gelungen findest?

Behrend von HĂŒlsen
Behrend von HĂŒlsen
Consultant
CLS 2.0: Chunky statt Cumulativ?

Seitenbetreiber optimieren fĂŒr die Core Web Vitals. Google optimiert dagegen die Core Web Vitals selbst und als erstes ist CLS an der Reihe. Mit der Messung der Layout Shifts an sich ist man zufrieden. Aber es ist aufgefallen, dass langlebige Seiten von der Metrik benachteiligt werden. Beispielsweise im Kontext von SPAs (Single Page Applications) oder Infinite Scrolling. Das liegt daran, dass die CLS immer weiter hochzĂ€hlt, solange kein Reload stattfindet. Das die Page Experience-Metriken nicht in Stein gemeißelt sind, wurde von Anfang an gesagt.

CLS soll störende visuelle InstabilitĂ€t von Seiten messen. Um die Seiten, bei denen die Nutzer tatsĂ€chlich dadurch gestört werden besser zu identifizieren, wird ein Mechanismus fĂŒr die Zerlegung der MesszeitrĂ€ume in kleinere StĂŒcke definiert. Was genau dabei rauskommt ist fĂŒr uns nur von akademischem Interesse, schließlich optimieren wir fĂŒr die Nutzer, nicht die Metrik. Sehr interessant dagegen ist, wie ehrlich und offen man ist. Es wird einfach klar kommuniziert, wie die Analysen gemacht wurden, ohne Scheu vor Kritik. Zum Beispiel wurde als Referenz fĂŒr die Versuche die subjektive Bewertung von einer Handvoll Kollegen des Web.dev Teams herangezogen. Keine sonderlich breite Datenbasis, fĂŒr etwas das Millionen von Webseiten betrifft, aber das ist ja nur der erste Schritt. Außerdem wurde schon so manche groß aufgebauschten Rankingfaktor Studie wohl mit weniger aussagekrĂ€ftige Datenbasis erstellt. Wenn Du wissen willst, ob Du bei der neuen CLS vielleicht besser weg kommst, gibt es einen Fork der Chrome Extension. Viel Spaß beim Messen (und Feedback geben an das Team von web.dev).

Florian Stelzner
Florian Stelzner
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
Return of the Marching Ants Border

Habt ihr die wandernden Ameisen um DIV-Layer im HTML auch so sehr vermisst wie die guten alten Marquee-Styles oder schickes Tabellendesign? Im Zusammenhang mit der Meldung, dass Text Fragments in Chrome 89 eine Stylebarkeit ĂŒber eine CSS-Pseudo-Klasse erhalten sollen sind die Synapsen einmal mehr mit mir durchgebrannt. Diese Möglichkeiten! Bisher wurde bei der Verwendung der Seitensuche im Chrome lediglich das Gesuchte farblich hervorgehoben.

Text Fragment Example auf wngmn.de

KĂŒnftig wird der Quelltext - wie hier in der Demo testbar - um besagte Class erweitert, die dann erscheint, sobald der Hash-Wert in der URL identisch mit der ID ist. So kann Werbung im direkten Umfeld platziert werden, nach X Sekunden ein Newsletter-Hint angezeigt, die Paywall ausgelöst werden, oder, oder oder. Was fĂ€llt Dir noch ein?

Justus BlĂŒmer
Justus BlĂŒmer
Consultant
FLoC und Turtledove statt Cookies

Third Party Cookies sind ein Datenschutz-Problem. Deshalb schrÀnken die Browser-Anbieter sie immer weiter ein.

Allerdings sitzt Google als Browser-Anbieter und Werbenetzwerk zwischen den StĂŒhlen. Auf der einen Seite soll Google Chrome seinen Nutzern die notwendige PrivatsphĂ€re bieten und treibt die Privacy Sandbox voran. Auf der anderen Seite verdient Google Ads mit dem Wissen ĂŒber die Nutzer Geld, viel viel Geld. Darum versucht Google das Dilemma zu lösen.

Third Party Cookies machen einen Nutzer eindeutig wiedererkennbar. Dabei hat er keine Kontrolle darĂŒber, welche Informationen mit diesem Cookie alle verknĂŒpft werden können.

Kern des Ansatzes ist nun, dem Nutzer mehr Kontrolle darĂŒber zu geben, welche informationen mit ihm verknĂŒpft sind, indem den Drittanbietern keine eindeutige Zuordnung mehr ermöglicht wird.

Um mit Google Ads Geld zu verdienen ist es schließlich nur relevant, ob sich der Nutzer fĂŒr Damenschuhe oder Herrenschuhe interessiert. Nicht ob es Max@mustermann.de aus der Musterstraße 12 ist oder wie seine aktuelle Schufa-Bewertung aussieht.

Stark vereinfacht speichert der Browser des Nutzers keine Cookies mehr, sondern merkt, generelle Zugehörigkeit relevanten Zielgruppen/Nutzerkohorten. Da das im Browser des Nutzers stattfindet, kann er diese Interessen selbst kontrollieren.

Dann bekommt das Werbenetzwerk beispielsweise auch nur Informationen wie “Schuhinteressenten”, also statt des Cookies nur eine Liste von Kohorten, deren Eigenschaften der Nutzer erfĂŒllt.

Der Ansatz ist nicht perfekt, aber eine Verbesserung zum Status Quo wohl allemal. Um weiterhin Personalisierungen wie Remarketing anbieten zu können, wird man hier auch noch komplexere AnsĂ€tze fahren mĂŒssen. Ein Beispiel ist Turtledove.

Wie praktikabel derartige AnsĂ€tze sind, wird sich zeigen. Eine konkrete Timeline gibt es noch nicht und die Details sind noch lange nicht fest, aber fĂŒr jeden der mit Ads arbeitet ist das ein Thema, dass man auf dem Schirm haben sollte.

 
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