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Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen für wache Webmarketer #35
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Florian Stelzner
Florian Stelzner
Geschäftsführender Gesellschafter
TTFB (Time To first Business) dieses Jahr deutlich verbessert

2021 beginnt bei uns Wingmen direkt mit einem kleinen, aber durchaus angenehmen Sprint. Noch nie in der Firmengeschichte startet ein Jahr so stark wie dieses. Unter anderem deshalb suchen wir neue Wingmenschen, die uns verstärken. Wir stecken schon wieder tief in spannenden Fragen zu Verlinkungen, PWAs, Content- und SEO-Strategien. So soll es sein.

Doch es ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Hier und da wundern wir uns schon womit sich Marktbegleiter brüsten. Normalerweise legen wir den Finger ja nicht so öffentlich in die Wunde, aber beim Thema Selbst-High-Fives für Spam-Links hört der Spaß auf und wir lassen Johan von der Kette. Auch Justus zeigt sich bissig und hat eine Anfrage an FragDenStaat.de zu den Kosten für das Impfdashboard gestellt. Dazu stellen sich einige Fragen bezüglich des Datenschutzes. Auf die Antwort darf man sicher ähnlich gespannt sein wie damals beim Relaunch von Schleswig-Holstein.de.

Du siehst schon… diese Ausgabe ist gewohnt scharfzüngig, ein bisschen schnippisch und enthält hier und da einen weiten Blick über den Tellerrand irgendwo zwischen Rand und Rant.

Viel Spaß beim Lesen! Deine Wingmen

P.S: AMP haben wir diese Woche auch noch nebenbei auf t3n.de in einem Kommentar abgefrühstückt.

Was wir gelesen haben
Behrend von Hülsen
Behrend von Hülsen
Consultant
Smashing Core Web Vitals

Das Smashing Magazine hat sich die Zeichen der Zeit zu Herzen genommen und ihre Website in Hinblick auf die Core Web Vitals optimiert. Damit nicht nur die Leser was davon haben, sondern auch SEOs und andere die sich für das Thema verantwortlich fühlen, haben sie ihr Vorgehen schön aufbereitet. Dabei ist eine sehr lesenswerte Hands-On Erklärung für Performance-Optimierung herausgekommen.

Sehr interessant fanden wir die Darstellung der Request Map. Ein schöner Weg sich die Request Chains einmal vor Augen zu führen. Außerdem spannend, dass ein Versuch, die Aufteilung in kritisches und unkritisches automatisiert umzusetzen wieder verworfen wurden. Mit Handarbeit scheint das auch bei den Profis vom Smashingmag doch besser zu funktionieren.

Hervorzuheben ist auch der Verweis auf diesen CLS Monitoring Hack. Wenn es jemand schafft, die Idee mit der Layout Shift API in Chrome so zu verdengeln, dass nur die sich bewegenden Elemente gehighlightet werden, und das als Chrome Extension bereitstellt, bekommt die Person von mir persönlich geschossene niedliche Katzenbilder als Belohnung, versprochen! (Ähnliches gibt es auch als Tool, dass passende Gifs generiert, aber mit dem Gif kann man nicht direkt weiterarbeiten und Anpassungen testen.)

Florian Stelzner
Florian Stelzner
Geschäftsführender Gesellschafter
Google gegen Australien und Frankreich

Bei Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf und die Zeiten der prallen Google-Schecks durch MFA-Konten sind längst im SEO-Staub der Geschichte verfallen. Jetzt geht es Google und anderen Online-Riesen im Land Down Under möglicherweise gewaltig an die Geldspeicher.

Die (Werbe-)Einnahmen durch die Verbreitung journalistischer Inhalte auf den Plattformen sollen in Australien gesetzlich angeordneten Nutzungsgebühren unterliegen. So möchte die Regierung Australiens sicherstellen, dass Gelder an den Urheber der Inhalte zurückfliessen. Als Begründung werden gerechte Wettbewerbsbedingungen und Sicherung von Arbeitsplätzen im Journalismus genannt. In Frankreich hat man sich auf Drängen der Kartellbehörde bereits mit einigen Publishern “geeinigt”. An vielen Stellen können wir lesen, dass Google hier eingeknickt sei. Allerdings regelt das Agreement vor allem den Zugang französischer Publisher zu Individualvereinbarungen zur Vergütung auf Basis von Google Showcase. Etwas, was auch vielen deutschen Publishern bereits möglich ist. Französische Verlage erhalten im Rahmen dieser Vereinbarung also einen Anspruch darauf einen Deal mit Google aushandeln zu dürfen, so wie es viele Verlage in Deutschland und Brasilien schon gemacht haben. Aus meiner Sicht: Google: 1, Frankreich: 0.

Australien legt aber noch eine nicht zu unterschätzende Bedingung oben drauf. Damit es auch wirklich transparent nachvollziehbar ist, wie viel Kohle jeder Online-Riese zahlen muss, sollen diese auch noch offenlegen, welche Einnahmen durch die Inhalte generiert wurden. Offenbar hat man schon vermutet, dass das eher nicht so gut ankommt und hat für Zuwiderhandlungen direkt empfindliche Strafen mit eingeplant. Insgesamt schon ziemliche Daumenschrauben und vor allem Eingriffe ins Allerheiligste. Wer von uns möchte nicht gern wissen wieviel Geld sich aus einem guten Inhalt am Ende der Traffic-Nahrungskette generieren lässt?

Google signalisiert zwar Verhandlungsbereitschaft, droht aber gleichermaßen mit der kompletten Dienstverweigerung. Debatten zum Thema Leistungsschutzrecht wurden in Deutschland mit Google bereits mehrfach probiert. Das für SEOs einprägsamste Spielchen hatte in 2014 wohl Axel Springer verloren und auf einen Schlag alle Snippets gelöscht bekommen.

Unserer Meinung nach ist es zu einfach hier nur die Online-Riesen zur Kasse zu bitten, denn den Traffic nimmt ein jeder Publisher doch dankend an. Es muss also eine Regelung geben, die beide Seiten fair gegeneinander aufrechnet. Em Ende steht der Leser und der hat keine Lust auf tausende von Abo- und Bezahldiensten wäre aber sicher dafür bereit für konstante, inhaltliche Qualität seinen Beitrag zu leisten so wie Christoph das hier auf Facebook zum wiederholten Male andeutet.

Andreas Schalay
Andreas Schalay
Consultant
Google verwendet unterschiedliche Speichertypen

In der zwölften Folge von Search Off Records Podcast hat Google-Mitarbeiter Gary Illyes erzählt, dass die Suchmaschine unterschiedliche Speichertypen für unterschiedliche Dokumente verwendet, je nachdem wie oft ein Dokument in der Google Suche erscheinen soll. Kurz zusammengefasst gibt es drei unterschiedliche Speichertypen:

  • Der schnellste aber auch der teuerste RAM Speicher für Dokumente, die fast jede Sekunde abgerufen werden. Wird für den kleinsten Teil der indexierten Dokumente verwendet.
  • Ein Mittelding – SSD. Auch teuer und schnell, aber nicht so wie der erste Speichertyp. Die Anzahl der so gespeicherten Dokumente ist auch relativ überschaubar.
  • Die billigste und langsamste Variante – HDD. Die meisten indexierten Dokumente werden auf dem Hard Drive gespeichert.

Erneut weist Google darauf hin, wie wichtig Kostenreduzierungen sind. Die Anzahl der Dokumente im Web wächst ständig. Und damit der Aufwand diese Seiten zu crawlen, zu rendern und zu ranken. Je stärker Du Google also hilfst Deine Seiten ressourcenschonend zu verarbeiten, umso besser wird Google Deine Seite crawlen, verarbeiten und indexieren. und wir wissen alle: Google kann nur indexierte Dokumente ranken.

Was also kannst Du tun, um Googles Kosten zu senken:

  • Antworte schnell, komprimiert und über HTTP/2
  • Antworte direkt mit HTML und reduziere den Aufwand für Verarbeitung und Rendering
  • Lade nur, was Du brauchst (HTML, JS, CSS, Bilder, LazyLoading, etc.)
  • Nutze schlankes, schnelles JavaScript und davon so wenig, wie möglich, beziehungsweise nur mit Progressive Enhancement

Klingt wie Performance-Optimierung für Smartphones? Das dürfte kein Zufall sein. Ein Teil der Core Web Vitals-Initiative ist sicherlich auch das Kostensenkungs-Argument.

Johan von Hülsen
Johan von Hülsen
Geschäftsführender Gesellschafter
Rand rantet nicht, sondern spekuliert über Link Mentions

Unglaublich aber wahr schon wieder gibt’s ein Rand-Feature: Dieses Mal hat Rand spekuliert, dass nicht verlinkte Erwähnungen einer Marke in Zukunft wertvoller werden als Backlinks. Doch bevor Du jetzt anfängst in Deinem Lieblings-Backlink-Tool die Links zu ziehen und die Seitenbetreiber zu bitten den Link auszubauen: Halte ein!

Rands Argument hat was: Es gibt mehr Mentions als Links. Mentions sind möglicherweise verlässlicher. Über die gewachsenen Fähigkeiten in der Sprachverarbeitung wird es möglich, auch echte Empfehlungen besser zu erkennen. Der große Haken allerdings: Rand geht davon aus, dass der Einfluss steigt. Damit sagt er, dass Non-Mentions schon jetzt Impact haben, bleibt dafür aber den Beweis schuldig. Könnte es sein, dass Google Non-Mentions nutzt: Irgendwann, vielleicht ja. Glauben wir daran? Nein und wir haben keinen Anfangsverdacht.

Ein ähnliches Thema habe ich gestern mit Markus Tandler auf seiner daily SEO-Clubhouse-Session diskutiert: Haben schlechte Bewertungen eines Unternehmens Impact auf das Ranking dieses Unternehmens? Was meinst Du?

Nils Warnick
Nils Warnick
Consultant
Insights in Googles Design-Prozess für den neuen Mobile-View

Google hat das Layout der mobilen Seite überarbeitet und gibt Einblick in den Design-Prozess in einem Blogpost. Der Post enthält keine neuen SEO-Wahrheiten. Aber dennoch ist es spannend zu sehen welche Design-Schwerpunkte Google gelegt hat. Sei es, weil man das bei der Snippet-Gestaltung berücksichtigen kann, sei es, weil es als Guideline für eigene Designs gelten kann.

  • Information sollte im Mittelpunkt stehen
  • Lesbarkeit von Text ist zentral. Titles sind größer geworden. Verdienen also noch mehr SEO-Fokus
  • Konsistenz im Layout ist wichtig (Google nutzt das Beispiel der Schriftart, aber es gibt auf jeder Seite mit der wir arbeiten Inkonsistenzen. Angefangen bei der Button-Beschriftung und endet mit der Frage ob jeder Punkt einer Aufzählung am Ende einen Punkt hat oder nicht)
  • Mehr Abstand und Weißraum
  • Auch Farbe nutzen, um das Auge zu unterstützen
  • Persönlichkeit im Design “If you’re noticing the new design feels a little bubblier and bouncier, you’re onto something.”

Wir finden die Liste der Punkte sehr gut als Ausgangspunkt. Und denk’ immer dran: Mobile hat andere und härtere Anforderungen als Desktop.

Anita Böhm
Anita Böhm
Consultant
Google weiß es nicht besser

Auch wir sagen oft: „Wenn Du Dir die Suchergebnisse anschaust, dann siehst Du, was Google und Menschen wollen.“ Animalz warnt vor dieser Sicht und macht damit einen guten Punkt. Unser Satz oben wird meist ergänzt von: „...und Du musst besser sein als die!“ Manchmal ist das aber nicht ganz richtig, denn hier greifen einige Annahmen möglicherweise nicht:

  • Es gibt genug unterschiedlichen Content
  • Google hat den unterschiedlichen Content gefunden
  • Google hat den Intent des Queries richtig verstanden
  • Google hat den Intent des Dokuments richtig verstanden
  • Der Query hat nur einen oder zwei unterschiedliche Intents

Diese Sichtweise ist manchmal zu eingeengt. Der Post gefällt mir gut. Deswegen hier die ganz radikale Zusammenfassung auf Basis meiner Lieblingszitate aus dem Content (Longform lesen lohnt!):

For virtually every keyword, there are opportunities to create something radically better.

Instead of looking at a competitive SERP and assuming that Google knows best, we can critically evaluate the results.

These can take many forms:

  • Unserved intent (“My specific use case isn’t represented here.”)

  • Missing information (“It’s weird that no one has mentioned X here.”)

  • Differing and erroneous opinions (“That’s an outdated belief.”)

  • Mistakes in Google’s comprehension (“That’s not what I meant by this keyword.”)

We assume that Google knows best […] and we use the existing search results to guide our hand and shape the content we create.

[…] it’s a mistake to assume that Google is perfect.

We can stand out with angles and ideas that are more interesting than anything that’s come before. We can take a risk and be rewarded for doing so.

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