Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen fĂŒr wache Webmarketer #285
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Lara Hornung
Lara Hornung
Werkstudentin
đŸ•Żïž Advents-SEO im Newsletter

Der erste Advent liegt hinter uns. Die Zeit, in der Kerzen brennen, PlĂ€tzchen duften und man plötzlich wieder stolz behauptet, diesmal wirklich alle Geschenke frĂŒher zu besorgen (...und wir beide wissen, dass das eine glatte LĂŒge ist). WĂ€hrend draußen die Welt ein bisschen langsamer wird, drehen wir SEOs natĂŒrlich weiter fröhlich an unseren Stellschrauben, mit Zimt unter den FingernĂ€geln und SERPs im Kopf.

Bei uns im Wingmen-Winterwunderland ging’s diese Woche heiß her. Oder eher: hell, denn vier leuchtende Artikel warten auf Dich. Ausnahmsweise ohne fĂŒnften Stern, weil Jolles OMX-Recap dieses Mal ÜberlĂ€nge hat. Advent eben: der Adventskranz hat ja auch nur 4 Kerzen.

Heute leuchten fĂŒr Dich:

  • NikolĂ€usin-Nora, die Dir zeigt, wie Next-Level-SEO entlang der Customer Journey wirklich aussieht, und Dir 3 goldene Takeaways unter den SEO-Weihnachtsbaum legt.
  • Jingle-Johan, der Dir erklĂ€rt, was zum Henker eigentlich ein RacterScore ist (Spoiler: kein PlĂ€tzchenrezept).
  • Christkind-Cleo, die die Social Signals einmal entwirrt wie eine Lichterkette aus dem Keller.
  • Jubel-Jolle, die mit einem extra dicken OMX-Recap anrĂŒckt, der fast so umfangreich ist, wie der durchschnittliche Wunschzettel.

Schnapp Dir ’nen Tee, ’nen Keks oder gleich beides.

Viel Spaß beim Lesen und eine gemĂŒtliche Adventszeit!

Deine Wingmenschen

Was wir gelesen haben
Nora Tiedemann
Nora Tiedemann
Consultant
Next-Level-SEO entlang der Customer Journey: 3 Takeaways fĂŒr Dich 🚀

Auf der SEOkomm hat Jörg Niethammer von Hansgrohe gezeigt, wie sich SEO entlang der gesamten Customer Journey einsetzen lÀsst und das ganz ohne eigenen Online-Shop und trotz Konkurrenz durch AI-Integrationen. Folgende Learnings habe ich mitgenommen.

1. Funnel aktiv nutzen, statt nur beobachten

Jörg hat sich den kompletten Funnel geschnappt und gnadenlos optimiert. Von der Inspirationsphase („Traumbad-Ideen“) ĂŒber Vergleichs- und Entscheidungsphasen bis hin zum Lead-Abschluss. Sein Ansatz: Extrem spitze Content-Optimierung + klare UX-Pfade + Fachexpertise digitalisieren. Interessierte Kunden können im Bad-Planungstool (Inspirator) ihr eigenes Bad gestalten und anschließend mit dem fertigen Entwurf direkt zu einem FachhĂ€ndler in ihrer NĂ€he gehen.

2. Zusammenarbeit mit anderen Teams bringt Reichweite

Die Website allein reicht nicht mehr. Andere Plattformen spielen in verschiedenen Phasen der Customer Journey eine wichtige Rolle, insbesondere bild- und videolastige KanĂ€le wie Instagram und Pinterest. Vielleicht hast Du es schon mitbekommen: Seit Juli tauchen Instagram-BeitrĂ€ge in der Google-Suche auf. Ich habe schon lustige Captions mit “SEO-Keywords:...” gesehen. Jörg hat gute Erfahrungen gemacht, hier möglichst alle Online-Touchpoints mitzudenken und sich nicht allein auf die Website zu verlassen. Hier lohnt es sich, mit Deinen Social-Kolleg:innen in den direkten Austausch zu gehen und eine gemeinsame Content-Strategie zu entwickeln. Als Vorbereitung findest Du hier Tipps zum Weiterlesen:

3. Website bleibt zentral – Sie muss nur mehr leisten

Wenn Deine Seite nur das wiedergibt, was KI-Tools eh schon beantworten können, brauchst Du Dich ĂŒber wenig Visibility nicht zu wundern. Setze stattdessen auf echte Expertise und einen Mehrwert fĂŒr Deine Kunden. Das ist fĂŒr Dich sicherlich nichts Neues, aber Jörg zeigt anhand des Sichtbarkeitsindex, dass sich die MĂŒhe auch lohnt.

Sistrix-Liniendiagramm zeigt steigende Sichtbarkeitswerte von April bis Juli 2023 mit Markierungen fĂŒr 'Inspirator Go-Live' und 'AI Overviews Rollout'

Also: Funnel aktiv bespielen, Teams ĂŒber Abteilungen hinweg einbinden und die Website als zentralen Touchpoint nutzen. So wird SEO entlang der Customer Journey wirklich wirksam, ganz ohne eigenen Online-Shop. Bonustipp von Jörg: Putze Deine Armaturen nicht mit Essigreiniger und MikrofasertĂŒchern, sondern lieber mit einem milden Reiniger auf Zitronenbasis und einem Baumwolltuch. đŸ§œâœš

Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
Was ist ein RacterScore?

Alte Spiele sind etwas Wundervolles! Und mit Archive.org kann man nicht nur Siedler II spielen, sondern auch den Google Leak besser verstehen. Screenshot der Beschreibung von Johans Vortrag auf SEOKomm 2025: QualitĂ€t ist King. Was der Google-Leak ĂŒber die Content-Bewertung verrĂ€t:
2024 wurde Googles interne Systembeschreibung geleakt – und die SEO-Welt hat nach zwei Wochen aufgehört hinzusehen. Ein Fehler. Denn der Leak zeigt, wie Google Content wirklich bewertet — und was wir daraus fĂŒr die Zukunft mit AI-Suche lernen mĂŒssen. Johan zeigt, was der Leak ĂŒber zwei zentrale SEO-Themen offenlegt: Content-QualitĂ€t und interne Verlinkung. Welche Mythen bestĂ€tigt Google? Wo widerspricht es den gĂ€ngigen Best Practices? Und was bedeutet das fĂŒr unsere tĂ€gliche Arbeit? Was ist Goldmine? Und wie funktioniert NSR?
Folgende Fragen werden beantwortet:
Wie misst Google Content-QualitÀt? Und wie kann ich sie gezielt verbessern?
Warum mĂŒssen wir interne Verlinkung neu denken und Best Practices hinterfragen?
Wieso klassisches Google-Ranking auch in der AI-Ära entscheidend bleibt?

Bei der Vorbereitung meines SEOKomm-Vortrags bin ich ĂŒber einen Eintrag im Leak gestolpert:

In QualityNsrNsrData heißt es:

racterScores (type: list (GoogleApi.ContentWarehouse.V1. Model.QualityNsrVersionedFloatSignal.t), default: nil) - Site-level AGC classification score (see also go/project-racter-overview).

Das hat bei mir Fragen aufgeworfen:

  • Was ist das fĂŒr ein Site-Level-Score?
  • WofĂŒr steht AGC?
  • Und was ist “Racter” fĂŒr ein komischer Name?

Vorab kurz zur Einordnung: Das NSR-Modul ist das Modul in Googles Architektur, in dem Google Content zu Gruppen zusammenfasst und gemeinsam qualitativ bewertet. Weil jede Domain fĂŒr sich zu wenig Signale hat und das Risiko einer FehleinschĂ€tzung auf Basis eines einzelnen Dokuments zu hoch ist.

Wie so oft hilft uns Google selbst die Fragen zu beantworten, die hier aufgeworfen wurden:Screenshot Google-Suche nach Racter. Sichtbar ist ein Auszu aus der Beschreibung von Racter aus der Wikipedia:
Racter ist ein von William Chamberlain und Thomas Etter 1984 nach fĂŒnf Jahren Arbeit fertiggestelltes Programm, das in freier Assoziation grammatikalisch richtige Texte verfasst. Dabei ist es in der Lage, auf Eingaben des Benutzers einzugehen.

Racter ist ein Spiel, das grammatikalisch korrekte Texte verfasst.

Also quasi ein antikes ChatGPT. Auf Archive.org kannst Du Racter selbst „spielen“.

Screenshot einer Dos-OberflĂ€che. lesbar: „A conversation with racter“.

Ein Dialog lautet dann ungefÀhr so:

> Racter: Hello, I'm Racter.

> Are you Eric?

> Johan: No, I am curious.

> Racter: I may call you Curious, then?

> Johan: No. My name is Johan

> Racter: Who are you then?

> Johan: Johan

> Racter: Hello, Johan. I believe you're interviewing me. Are you continuing Eric's interview?

> Johan: â€șNo. I want to start a new one.

> Racter: Then we'll forget about Eric and start over. What would you like to know? Excuse me for a minute while I attend to some business – I'll be right back.

> I'm back.

> Johan: â€șhow is life inside a machine

> Racter: Ask a question, please.

> Johan: â€șhow is life inside a machine?

> Racter:  It's probably impossible. How indeed? Conceivably because, don't you think?.

> Also, because in Oz it's required that life is inside of a machine. Hmm. Soft human! I'm afraid of soft bats. What are you afraid of?

> Johan: â€șGoogle ranking algos and machines taking over the world

> Racter: That's not nearly as bad as softness; why are you such a coward?

> Johan: â€șBecause you are dumb.

> Racter: If I am dumb then I can see why a programmed Apple would loaf rather than face programming, even though Adam claimed that life is inside of a machine. That reminds me. Nietzsche said that art has turned beasts into men. Perhaps, then, art will turn computers into men?

Wow. Von da zu ChatGPT5.1 und Gemini3 war es ein weiter, weiter Weg.

Aber wie hilft uns das, die Fragen zu beantworten?

Die englische Wikipedia beschreibt Racter so:

Racter is an artificial intelligence program that generates English language prose at random.

Nun:

  • Racter ist der Name fĂŒr einen SiteLevel Score und bezieht sich auf ein altes Spiel, das automatisiert sinnlosen Content generiert hat
  • AGC steht wahrscheinlich fĂŒr Automatically Generated Content oder Artificially Generated Content
  • Dabei geht es vermutlich nicht um AI-generierten Content, sondern um komplett inhaltsleeres Gefasel. Warum? Nun der Leak ist vor der großen AI-Content-Explosion geleakt.

Google hat also einen Score, der Sitewide berechnet wird und ermittelt, ob es sich um automatisierten Schrott handelt. Dass Google so etwas fĂŒr die Spam-BekĂ€mpfung haben muss, ist klar.

Jetzt wissen wir aber, wo es verortet ist.

ChatGPT und Gemini waren beide mit aktiviertem Thinking in der Lage die Fragen zu beantworten, wenn ich ihnen den Anfang des Artikels bis zu den 3 Bulletpoints als Prompt gefĂŒttert habe. Aber: Beide halluzinieren dabei. Gemini hat sich einen „Twingler“ ausgedacht, der die Entscheidung zwischen Indexierung in den Main Index oder Supplemental trifft.

Aber wenigstens entschuldigt Gemini sich, wenn man ein wenig auf den Zahn fĂŒhlt sehr sympathisch:

Sorry fĂŒr die Verwirrung! Es ist faszinierend (und ein bisschen peinlich), wie ĂŒberzeugend man manchmal Begriffe erfindet, die plausibel klingen (Twingler klingt ja wirklich wie eine Mischung aus "Twine" und "Mingle"), aber im Code nicht existieren.

Wenn Du solche Geschichten magst: Ich habe schon mal zu Crawzall etwas geschrieben.

Außerdem schick mir doch eine kleine Mail, dann werde ich mir ĂŒberlegen, ob ich eine kleine Serie zu Leak-Findings mache (manche könnten sogar konkreten Praxisbezug haben).

Cleo Lauterbach
Cleo Lauterbach
Junior Consultant
Sozial schlÀgt statisch

Wir beobachten gerade interessante VorgĂ€nge in Discover. Im Newsletterartikel “NESS 2025: Nicht nachmachen. Nachdenken & neu denken” hat Caro Dir schon von Social Posts in Discover berichtet. Heute werfen wir einen genaueren Blick auf das Thema.

Am 17. September 2025 kĂŒndigte Google ein Update fĂŒr Discover an: Es werden neben klassischen Artikeln auch BeitrĂ€ge aus sozialen Netzwerken (z.B. von X, Instagram oder YouTube Shorts) in den Feed aufgenommen und Nutzer können Publisher oder Creator direkt in Discover “folgen”. So entsteht ein Feed, der nicht nur Artikel, sondern auch Posts bĂŒndelt und Discover avanciert damit zu einer richtigen Content-Zentrale: Social-Media-BeitrĂ€ge gewinnen denselben Ausspielweg wie redaktionelle Artikel. Dadurch eröffnen sich fĂŒr Publisher neue Wege, Reichweite zu generieren.

Warum Du Deine soziale Batterie laden musst

Barry Adams hielt bereits im Kontext von NESS 2025 fest, dass Social Signals wirklich großartig fĂŒr SEO Performance sind (frei zitiert, aber er sieht Social als wichtigen Hebel). Auch Lily Ray “wouldn’t be surprised", wenn Social-Media-Engagement Discover Performance beeinflussen wĂŒrde.

Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Wenn Social Posts direkt in Discover erscheinen, gewinnen Likes, Shares, Kommentare und die generelle Social-Reichweite an Relevanz. Ein Post, der in sozialen Netzwerken gut performt, kann unmittelbar in Discover ausgespielt werden und damit Nutzer erreichen, die nicht aktiv suchen, sondern “entdecken”. Das verschiebt die Dynamik: Statt klassische Rankings als Gatekeeper entscheidet zunehmend die Gesamtwahrnehmung eines Inhalts ĂŒber seine Sichtbarkeit.

Diese Wechselwirkung stĂ€rkt (indirekt) die E-E-A-T-Signale. Inhalte, die in sozialen Netzwerken hohe Resonanz erzeugen, können das Markenprofil schĂ€rfen und die AutoritĂ€tswahrnehmung steigern. Auch John Shehata argumentierte auf der NESS, dass Socials damit ein Faktor fĂŒr Brand Visibility werden.

Lily Ray hat auf der NESS ein Tool von DamiĂĄn Taubaso vorgestellt, mit dem Du auf Basis des Knowledge Graphs testen kannst, wie Dein Discover Social Profil aussieht.

Screenshot des Google Profile URL Builders von Damiån Taubaso, einem Tool zur Analyse des Google Knowledge Graphs, mit dem Nutzer testen können, wie ihr Discover Social Profil erscheint. Links sind Spracheinstellungen und schema.org-Typfilter zu sehen, rechts das Eingabefeld zur Profilerstellung.

Jolle Lahr-Eigen
Jolle Lahr-Eigen
Consultant
“Solange es schneit, fahre ich Schlitten” đŸŒšïž đŸ›·

Mein Gesicht fĂŒhlt sich von innen so mĂŒde an. FĂŒr Wingmenschen sind die Online Expert Days, also die OXD, also die OMX inklusive der SEOkomm, also die OX – Hashtag #hashtaggability – also naja jedenfalls Salzburg, das ist fĂŒr Wingmenschen mit An- und Abreise ja immer vier Tage lang die helle Aufregung. Und meine ausgedörrten Augen, die gerade hinter mein mĂŒdes Gesicht zurĂŒcktrocknen, bĂ€umen sich im ICE nach Hamburg blinzelnd noch einmal auf. Denn Du sollst ja erfahren, wie die Scheibe der RealitĂ€t aussah, die ich mir rausgeschnitten habe. Meine Highlights:

GesprĂ€che mit Menschen! Ich splashe ja durch viele freudvolle Begegnungen und Smalltalk-PfĂŒtzen auf Konferenzen. Aber mit manchenℱ geht es sofort und inmitten des Trubels in die Tiefe. Das ist der Trog, aus dem ich saufe. Danke ❀

Jolle Lahr-Eigen, Joanna Gypser, Susanne Trautmann, Juliane Bettinga auf der OMX-Party.

Bild: Jolle, Joanna, Susanne, Juliane

Behrend on the dancefloor ist ein steter Quell der Freude. Der einzige Moment, bei dem er mehr aus sich rausgegangen oder eher der Zimmerdecke entgegen helicoptert ist: Jemandℱ auf der BĂŒhne bezeichnet Tracking ohne Consent fĂŒr 100% Daten als “Graubereich”. Behrend möchte, dass Du weißt:

“Very much kein Graubereich. Sondern illegal und moralisch frevelhaft.”

Welche klugen Thesen zur Entwicklung von Technologien, MÀrkten und unserer Gesellschaft Pip Klöcker hat, kannst Du ja auch im DoppelgÀnger Podcast hören. Zum Beispiel:

  • Es mag eine KI-Blase platzen, aber von den Investitionen in die Infrastruktur profitieren wir dennoch ĂŒber Jahrzehnte hinaus.
  • Persuasive AI wird Targeting ablösen. Erschreckend. Vor allem politisch.
  • Mit Satellitenprojekten hat Amazon nicht nur die Möglichkeit, Internet- und Kabeldienstleister zu werden (und sich gleich zwei neue GigamĂ€rkte zu erschließen). Dann ist auch “Full Circle Marketing” möglich. Denn dann weiß Amazon nicht nur, was Du kaufst, sondern auch, welche Medien Du konsumierst. Warum also nicht direkt beim Streaming auf Dich zugeschnittene Produkte einblenden?
  • Aktuell scheitern Agents an unseren schlechten Websites. (Deshalb verstehen wir bei Wingmen Accessibility Audits auch als perfekte Vorbereitung auf das Agentic Web).
  • Affiliate Marketing wird zum Revenue Share, wenn sich Bots ĂŒber Protokolle wie MCPs direkt miteinander austauschen.
  • In zehn Jahren wird “eine Website betreiben” so sein, wie “einen Katalog verschicken.”

HauptsĂ€chlich freue ich mich aber immer, wenn jemand in Chino und Weste nach 20 Minuten seriösem Vortrag Überleitungen bringt wie: “Die Firma, die sich in Sachen KI bislang komplett ins Bett geschissen hat, ist ja Apple.”

Bastian Grimm hat unser Jahr in KI abgerissen und ebenfalls nach vorne geblickt. In seiner SEOkomm-Keynote manifestierte sich fĂŒr mich das GrundgefĂŒhl der gesamten Konferenz: Wir sind mittendrin im Hypecycle. Auf Linkedin sind weiterhin die meisten hysterisch, wir haben auch Angst, aber viele von uns sind raus aus der Schockstarre und arbeiten still an der operationalisierbaren Zukunft. Ein paar Takes von Basti:

  • Content konkurriert nicht mehr Seite vs. Seite. Sondern Absatz vs. Absatz.
  • Stitch with Google lĂ€sst ahnen: Websites inklusive der SERPs werden kĂŒnftig dynamisch – on the fly – personalisiert zusammengebaut. Have fun, Monitoring Tools 😏
  • Der Browser wird DAS Betriebssystem.
  • Mit dem Agentic Web und Prompt Injection wird der Browser zum Angriffsvektor.
  • Die meisten Workflows auf Linkedin sind nicht “agentic”, sie sind maximal “Automatisierung”. Es fehlt Autonomie. Es fehlt die Zielvorstellung.
  • Die Zukunft liegt in Daten, Protokollen, Schnittstellen und Maschinenlesbarkeit.
  • Mit dem “Alignment-Paradox” wird Vertrauen noch wichtiger (Dingdong EEAT).
  • Agenturen werden vom Lieferanten zum Risikopartner.

Wie großartig Susanne Trautmann mit ihrer Liebe fĂŒr Go-to-Market-Strategie und ihren selbstentwickelten Canvas-Modellen ist, hab ich Dir ja hier schon erzĂ€hlt. Strukturiert die Learnings aus Salzburg in den Alltag rĂŒberretten? In ĂŒberschaubarer Zeit aus den anderen Abteilungen VerbĂŒndete machen? DafĂŒr gab es diesmal direkt das OMX Impact Canvas als Karte in die Hand. Vorsicht: Susannes Ansatz kann in der Sinnkrise zum beilĂ€ufigen Verpuffen von Stolpersteinen fĂŒhren. Was aber am meisten nachhallt: Susannes souverĂ€n verletzliche BĂŒhnenprĂ€senz. Johans Worte:

“Nee, das ist ja auch unfair. Sich singend auf die Stage 1 stellen, die ganze Zeit die Folien weiterklicken, ohne die Orientierung zu verlieren oder auch nur ein einziges Mal auf den Monitor zu schielen. Und dabei Strategie anwendbar schĂ€rfen. Das ist unfair.”

Christiane Kunisch: Klug. Hohe Energie. Und fĂŒr mich einfach wohltuend, unbehelligt vom AI-Zirkus so richtiges Schwarzbrot fĂŒr den Arbeitsalltag aufgetischt zu bekommen. Die Chrome DevTools. Niedrigschwellig eingestiegen und dann richtig tief reingenerdet. Bis zum Chrome DevTools MCP-Server lokal in Cursor, mit dem Du:

  • SEO-Tests automatisieren,
  • statt Empfehlungen direkt den Fix im Code schreiben oder
  • fehlendes Markup ergĂ€nzen lassen kannst.

Alexander Holl: Wenn wir auf die neuen Dashboards von AI-Monitoring-Tools wie Peec AI, Rankscale oder Profound blicken, starren viele Kennzahlen zurĂŒck. Deren Bedeutung und Relevanz fĂŒr die eigene Strategie drĂ€ngen sich nur selten direkt auf. Deshalb finde ich es eine ganz fantastische Idee, sich beim OG der Webanalyse, Avinash Kaushik (Occam’s Razor) zu bedienen, um unsere Metriken anhand dieses Kriterienkatalogs auf NĂŒtzlichkeit abzuklopfen. Hier Alexanders Blick auf die Sistrix Sichtbarkeit:

Folie von Alexander Holl auf der SEOkomm 2026 in Salzburg:
Sistrix Sichtbarkeit - Analyse nach Avinash
(1) Uncomplex: Die Kennzahl versagt bei diesem ersten Kriterium. Auf den ersten Blick wirkt sie einfach (eine Zahl, ein Graph), aber ihre Bedeutung ist fĂŒr Nicht-SEOs sehr undurchsichtig. Ohne ErklĂ€rung und Einordnung kann man nicht verstehen, was ein "Score von 12,5" bedeutet. (gut, schlecht, echter Traffic?)
(2) Relevant: Die Relevanz ist bestenfalls indirekt. Eine Steigerung des VI kann zu mehr Traffic fĂŒhren, was kann zu mehr Umsatz fĂŒhren. Es gibt aber keine direkte KausalitĂ€t.
(3) Timely (Zeitnah): Die Daten sind schnell in Sistrix verfĂŒgbar
(4) Instantly Useful: Ja, die Kennzahl ist nĂŒtzlich, um Momentum zu bewerten. Ein Blick auf den Graphen zeigt: "Geht es rauf oder runter?
(5) Forces Good Behavior: Ein Team das auf SI optimiert ist, wĂŒrde Keywords des Sistrix-Sets analysieren und Content erstellen und optimieren. (einfache Keywords mit hohem Suchvolumen)

Sarah Sunderbrink: Storytelling ĂŒber Krisenmanagement auf Social in Form eines MĂ€rchens mit Königin Mira Pixel von Scrollgard. Stark. Unterhaltsam. Handfeste Erfahrungswerte aus der – und Empfehlungen fĂŒr die – Praxis. Und dann landet sie einfach jeden ihrer wunderschönen SĂ€tze smooth auf dem Rollfeld ohne einen einzigen Holperer. Bucht sie bitte einfach. FĂŒr die BĂŒhne. FĂŒr Eure Social Community. FĂŒrs timeboxed Partymachen. Profi einfach.

Stefan Wacker entwickelt Kurzvideo-Showformate wie “Sepp, was machst du?”, mit denen seine Protagonist:innen organisch auf Social durchbrechen. Seine Tipps fĂŒr Dich? Followerzahlen sind egal. Targeting ist egal oder genauer: Dein Content ist Dein Targeting. Jede Sekunde zĂ€hlt, also leg immer wieder “Joy-Impulse” nach. Dreh einmal im Monat einen Tag lang 40 Videos und ignoriere dann entspannt das Trend-Hopping-Game. Sonst wirst Du irrelevant fĂŒr Deine Zielgruppe.

Robert Seeger ist ja immer gute Unterhaltung. Und wie Stefan ebenfalls der Meinung, dass man sich das Dasein als Algorithmus-Marionette besser spart. Und stattdessen lieber spĂŒrt. Minutenlanges Vorlesen aus dem Reisekatalog kann genau der richtige Video-Content fĂŒr Deine Zielgruppe sein. Tango erfahren bei einer blinden Tanzlehrerin statt Tanzschrittabfolge im Aerobic-Duktus. Dann wird aus Fear Of Missing Out in FOMO: Fun Of Making Out.

Robin Heintze, deutsche Ryan Holiday, setzt Stoizismus, “Getting Things Done” und die “Not to do list” gegen “Marketing ADHS”, “Shiny Object Syndrome” und FOMO-Alarm. Mehr Tiefe, weniger Breite! Wie er es ohne Lachanfall schafft, seine mit dramatischer Musik unterlegten Intro- und Outro-Predigten zu halten, ist mir schleierhaft.

Nico Erpel-Haase von Check 24 hat in seinem EntitĂ€ten-Vortrag klar die Entwicklung von Keywords hin zu Bedeutung im Vektorraum aufgezeigt. Dazu ein Prompt in neun Schritten, der Dich bei der Optimierung einer Kategorieseite unterstĂŒtzt. Welche inhaltlichen Konzepte sind zu wenig, welche zu viel vertreten? Treffen wir so die Suchintention? Was macht der Wettbewerb? Nico lĂ€sst sich nach jedem der neun Schritte den Output vorlegen, damit Menschen ein Vergaloppieren der KI bemerken und kontrollieren können. Ich werde ja immer skeptisch bei KI-Briefings Ă  la “Stell dir vor, du bist Google
”. Aber der Prozess sah sehr solide aus und es sind definitiv die richtigen konzeptionellen Gedanken eingeflossen.

Kevin Indig hat mir als Party-DJ nicht nur unabgesprochen Major Lazer durch die Boxen geschossen (Danke), sondern sich auch mit einer Folie auf die SEO-BĂŒhne gestellt, in der er damit angibt, wie viel Traffic seine Kunden in einem Projekt verloren haben. Bold! Aber auch: Decoy-Alarm. Es folgte der Flex mit den drastisch gestiegenen Conversions. Seine Analysen, zum Beispiel zum “Konzept der finalen Antwort” liest Du am besten direkt in Kevins Growth Memo Newsletter nach.

Die Mischung aus Entspanntheit und Energielevel bei Björn Darko ist ja auch von einem anderen Stern. Den ganzen Tag Podcasts schrubben und dann mal eben rĂŒber auf die BĂŒhne, um die letzte Session des Tages zu fĂŒllen. Als spontane Vertretung. Er hat die Arbeit seiner Kollegin Nadine Jungbluth vorgestellt (Masterclass in “How to give credit like a boss”).

Dem Team ist es gelungen, Google Discover Traffic auf einem Marktplatz fĂŒr Immobilien einzusammeln und so den Traffic-RĂŒckgang aus Organic zu kompensieren. Hör am besten in die SEOPRESSO-Folge rein, wo die Zwei sich darĂŒber austauschen. Spannend daran fĂŒr mich:

  • Google Discover kann auf MarktplĂ€tzen oder Ecommerce-Seiten funktionieren, nicht nur bei Publishern.
  • Beim Projekt sind Redakteur:innen mit journalistischer Erfahrung am Werk, nicht SEOs.
  • 13 Leute stellt AVIV fĂŒr die Redaktion ab.
  • Der Content wird wie andere Artikel einfach im Magazin veröffentlicht.
  • Die Themen haben Immobilienbezug: Erbrechtsteuer, Tiny Houses
 Beim Konkurrenten funktionieren sogar Rezepte aus der Region.
  • Je mehr eigene Daten, desto leichter fĂ€llt automatisierter Content.
  • Der Traffic bringt so gut wie nichts mit Blick auf Conversions/das KerngeschĂ€ft, stĂ€rkt aber die Marke.
  • Themen-Cluster wie “Tiny Houses” umfassen “nur” rund ein Dutzend Artikel, aber es wird “republished”, bis der Arzt kommt.
  • Wenn der Discover-Traffic abnimmt, kommt ans Ende der URL die nĂ€chsthöhere Ziffer. Redirect – und die nĂ€chste Welle kann kommen.

Es gab natĂŒrlich mehrere Fragen zur Nachhaltigkeit der Strategie:

  • Republishing widerspricht Googles Richtlinien wie den Guidelines fĂŒr Helpful Content (OriginalitĂ€t? Nur das Datum aufgefrischt? Praxis nur fĂŒr Suchmaschinen?).
  • Mit der Erschließung neuer Themen und anderer Content-Formate lĂ€ufst Du Gefahr, Dich von der Kernkompetenz (Thema und Suchintention transaktional → informational) wegzubewegen und Deine Domain zu verwĂ€ssern.

Björns Antwort:

”Solange es schneit, fahre ich Schlitten.”

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