Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen fĂĽr wache Webmarketer #286
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Nadine Klöschen
Nadine Klöschen
Consultant
🎄Ja ist denn heut’ schon Wingnachten?

In der letzten Woche fand unsere alljährliche Wingnachtsfeier in Hamburg statt. Leider waren wir krankheitsbedingt stark dezimiert. Shoutout an alle Wingmenschen, die nicht dabei sein konnten, ihr habt gefehlt. ❤️

Bei Glühwein und Gebäck haben wir das letzte Jahr Revue passieren lassen und schon einmal einen vorsichtigen Blick nach vorn geworfen.

Eine unserer Wingnachts-Gruppen hat mit einem “Social Graph-Spiel” besonders verdeutlicht, was uns als Team stark macht:

Mehrere Menschen sind mit einem Netz aus Schnur miteinander verbunden.

Durch das Beantworten von Fragen zu unserem Wingmen-Alltag wurden Verbindungen zwischen uns mithilfe von Schnüren sichtbar. Mehr als 350 Meter Faden wurden so abgewickelt, die verdeutlichen, wie eng wir verbunden sind. Als remote-first Company ist das im täglichen Doing nicht immer spürbar, daher war ich sehr dankbar für diese Erinnerung. 🥰

Aber wer feiern kann, kann auch arbeiten.

Deshalb erwarten Dich heute in der neuen Ausgabe:

  • Johan, der Gedanken zur Content-Automation mit Dir teilt.
  • Nils, der von KI-generierten Alternativen fĂĽr Discover-Headlines berichtet.
  • Matt, der das nächste KI-Feature in der GSC entdeckt hat.
  • Lara, die Dir Einblicke in die Psychologie hinter erfolgreicher Kommunikation gibt.

Viel SpaĂź beim Lesen!

Deine Wingmenschen

Was wir gelesen haben
Johan von HĂĽlsen
Johan von HĂĽlsen
Geschäftsführender Gesellschafter
Ich kann was, was Du nicht kannst

In der RĂĽckbetrachtung der SEOkomm gibt es ein paar Dinge, die mich positiv stimmen:

  1. Die KI-Panik ist einem vorsichtigen Optimismus gewichen: Morgen ist noch nicht alles komplett anders, aber es ändern sich Dinge. – Statt: OMG We all gonna die!
  2. Die KI-Euphorie ist skeptischem Optimismus gewichen: Gerade die, die viel mit AI machen, sind realistischer, was die Grenzen des aktuell Machbaren angeht.
  3. Die SEO-Strategie fehlt. Wir haben viel darüber gesprochen, wie AI unsere Arbeit beeinflusst. Aber wenig über Dinge, die wir konkret machen können. Und eine positive Vision fehlt noch.

Diese Meta-Takeaways möchte ich Dir anhand eines Widerspruchs zeigen, der durch zwei Vorträge zu Content Automation auffällig wurde:

  • David Konitzny (KKP) hat gezeigt, wie das skalierbare System bei KKP funktioniert. Er hat aber auch gesagt: Wir können Themenrecherche, Briefing toll automatisieren. Auch Review und Aktualisierung aber das Schreiben, dafĂĽr brauchen wir noch viel menschliche Leistung.
  • Maurice Marinelli (findling) hat den Findling-Prozess gezeigt. Mit viel Aufwand im Briefing (vor allem in Bezug auf Tone of Voice und Brand) und meinte, dass Content-Erstellung in höchster Qualität nicht das Problem sei (Review vorausgesetzt), aber die Recherche und das Briefing mĂĽssen vom Menschen kommen.

Ich fand das spannend: Beide Unternehmen haben viel Energie in die Automatisierung des Prozesses gesteckt. Und beide konnten erfolgreich automatisieren. Aber bei beiden ist jeweils ein Teil schwer in guter Qualität automatisierbar.

Was aus meiner Sicht dahintersteckt, ist das Konzept der verteilten (Un-)Automatisierbarkeit: Es gibt keinen heiligen Gral der Content-Automatisierung. Jeder Prozess hat einen anderen neuralgischen Punkt. Mal ist es die Recherche. Mal das Briefing. Mal das Schreiben. Das zeigt: Wir brauchen keine Fantasie von totaler Automatisierung. Wir brauchen Teams, die verstehen, wo ihr eigenes Nadelöhr liegt – und wie sie es mit Menschen und Maschinen gemeinsam lösen.

Und das wiederum bedeutet, dass „AI Magie“, „SERP-Master“ oder „Kohlroulade“ unter einem LinkedIn-Post zu kommentieren Dir zwar einen n8n-Workflow bringt, aber der bei Dir nicht funktioniert. Zumindest nicht in der Qualität, wie Du es brauchst. Denn auch mit AI sind Strategien, Möglichkeiten und Anforderungen unterschiedlich. Und das bedeutet, dass jeder andere Lösungen braucht.

Nils Warnick
Nils Warnick
Consultant
Discover this! [AI Remix]

Nur für den Fall, dass Du noch nicht genug AI-Slop in Deinem Leben hast und dringend noch mehr brauchst. Es besteht Hoffnung für Dich. Wie Sean Hollister bei TheVerge berichtet, testet Google gerade das Ersetzen der Discover-Headlines durch KI-generierte Alternativen. Die Ergebnisse sind – freundlich formuliert – durchwachsen.

Screenshot aus dem TheVerge-Artikel. Darin sind die Snippets aus Google Discover zu sehen, welche die KI-generierten Title "BG3 players exploit children" und "Qi2 slows oder Pixels" enthalten. Die Bildunterschrift des Autors dazu ist "Come on."

Quelle: TheVerge – mit passender Bildunterschrift

Weder beuten Spieler von Baldur’s Gate 3 Kinder aus, noch verlangsamt Qi2 ältere Pixel-Modelle. Aber die KI-Variante der Überschrift lässt es so aussehen. Hier kommt wirklich alles zusammen, was man an dem Einsatz von KI kritisieren kann:

  • Es nimmt die Arbeit anderer und ersetzt sie.
  • Es gibt den Inhalt dann auch noch falsch wieder.
  • Von auĂźen sieht es so aus, als habe die Redaktion den Fehler gemacht.

Wenn man auf “See More” klickt, kann man zwar einen Hinweis auf KI-Elemente bekommen, aber wie oft klickt das überhaupt jemand an? Insgesamt erzeugt das ein Déjà-vu zu der Zeit (2021?), als Google anfing, selbst Meta Descriptions und Titles zu erzeugen, wenn die vom Websitebetreiber gesetzten Exemplare nicht gut genug sind. Schon damals wurde der Kontrollverlust beklagt, schon damals betonte Google dem Suchenden möglichst nützliche Informationen liefern zu wollen.

Mal davon abgesehen, dass es sich wie schlimmer Clickbait liest. Besonders bedenklich ist, dass es gerade im Publishing-Bereich getestet wird. Discover ist zwar eher das Google-Equivalent zur Freizeit-Revue als zur Tagesschau. Doch der Gedanke, dass auch kritischere Nachrichten wie z.B. die Rede eines Präsidenten nicht nur verkürzt aber auch wirklich faktisch falsch wiedergegeben werden, löst bei mir ein starkes Unbehagen aus.

Auf Nachfrage teilt Google mit, es handle sich dabei lediglich um ein “kleines UI-Experiment für ein Subset der Nutzer.” Es besteht also noch die Hoffnung, dass der Deckel der Büchse der Pandora wieder etwas niedergedrückt werden kann. Manchmal wünschte ich mir, Google würde sein altes Motto wieder etwas mehr beherzigen. Don’t be evil.

Matthias PĂĽlz
Matthias PĂĽlz
Junior Consultant
Und das nächste KI-Feature für die GSC

Google setzt zuletzt ja mehr und mehr auf KI. Hat inzwischen ja sicher jeder mitbekommen ;’)

Und auch meine geliebte Google Search Console bleibt davon (bald) nicht mehr verschont. So soll es demnächst dort einen Brand-Filter geben, der über ein internes, KI-gestütztes System funktioniert funktionieren soll.

AI powered configurator: Top oder Flop?

Kaum ist die “Meldung” dazu raus, da kommt auch schon die nächste KI-Neuerung. Und zwar gibt es laut Google seit Neuestem einen “AI powered configurator”. Heißt: Du beschreibst, was Du gerne sehen willst, und die KI konfiguriert Dir einen Report mit passenden Filtern und Einstellungen: Der AI powered configurator in der Google Search Console im Leistungsbericht. Neues Feature, um mithilfe von natürlicher Sprache gezielt zu filtern.

In der Theorie: Nice! Denn dadurch sparst Du Dir sicher den einen oder anderen Klick und gerade Anfängerinnen und Anfängern erleichtert das den Einstieg.

Nur muss das Feature natürlich auch wirklich (gut!) funktionieren. Sonst ist das deutlich weniger erfreulich… Milde ausgedrückt. Denn wie schnell werden aus scheinbar korrekten Daten falsche Schlüsse gezogen? Und wer prüft das schon nochmal manuell nach? Da hätte man ja gleich die Filter “wie früher” setzen können.

AbschlieĂźende Worte

Die wichtigste Frage: Brauchen wir das eigentlich? Die Antwort: Ja… na ja, weiß auch nicht.

Die GSC-Reports manuell zu konfigurieren ist jetzt sicher nicht das Aufregendste, was man machen kann. Aber es hilft, die Daten wirklich zu verstehen. Mit KI dazwischen wird es zwar bequemer, aber auch intransparenter.

Google hat mit Gemini 3 zwar recht eindrucksvoll bewiesen, dass es in puncto KĂĽnstlicher Intelligenz auf dem richtigen Weg ist. Ich bleibe trotzdem bei meinem Take aus meinem letzten Artikel und sehe den Einzug von KI in die GSC (und viele weitere Bereiche) eher skeptisch.

Klar, KI macht vieles leichter. Aber genau deshalb wird sie auch gern als Ersatz fürs eigene Denken benutzt. Selbst Gedanken machen? Dinge hinterfragen? Ach was, viel zu anstrengend. Die KI wird’s schon wissen. Ganz so leicht ist es am Ende trotzdem nicht. Irgendwer muss am Ende den Kopf noch einschalten. Und sei es nur, um den Prompt zu schreiben.

So, nun aber genug geweint. Ganz so “deep” ist diese Neuerung am Ende trotzdem nicht.

Lara Hornung
Lara Hornung
Werkstudentin
Zwischen den Zeilen: Die Psychologie hinter gelungener Kommunikation

Kommunikation ist überall, egal ob in der Beratung, im Team oder mit Kund:innen. Und doch ist sie oft der Punkt, an dem Dinge scheitern: Missverständnisse entstehen, Botschaften kommen anders an, als gemeint und gute Intentionen prallen an defensiven Reaktionen ab.

Warum ist das so? Und wie kann man es besser machen?

Kommunikation ist mehr als Sprache

Wenn wir kommunizieren, läuft nur ein kleiner Teil bewusst ab. Studien zeigen, dass nonverbale Signale (Tonfall, Mimik, Körperhaltung) und emotionale Zwischentöne oft stärker wirken als der eigentliche Inhalt.

Unser Gehirn reagiert blitzschnell auf diese unterschwelligen Signale, oft bevor wir rational verstehen, was gesagt wurde. In der Beratung kann das entscheidend sein: Ein empathischer Blick oder ein offener Sitzwinkel schaffen Vertrauen, während verschränkte Arme oder ein angespannter Tonfall schnell Distanz erzeugen können.

Psychologisch gesehen sprechen wir hier von emotionaler Resonanz. Unser Gehirn spiegelt die Emotionen anderer Menschen über sogenannte Spiegelneuronen, was bedeutet: Wenn wir ruhig und zugewandt kommunizieren, fördern wir beim Gegenüber dieselbe Haltung.

Der psychologische Kern: BedĂĽrfnisse hinter Botschaften

Während nonverbale Signale meist unbewusst gesendet werden, können wir unsere verbale Kommunikation bewusst gestalten.

Ein Ansatz, der hier besonders hilfreich ist, stammt von Marshall Rosenberg: die Gewaltfreie Kommunikation (GFK).

Ihr Ziel: Gespräche so zu führen, dass sie Verbindung schaffen statt Abwehr.

Statt zu kritisieren („Du hörst mir nie zu!“) beschreibt man seine Wahrnehmung und das dahinterliegende Gefühl („Ich merke, dass ich frustriert bin, wenn ich mich nicht gehört fühle“). Dadurch rückt der Fokus weg von Schuldzuweisungen hin zu Bedürfnissen und Verständnis.

Ein klassisches Beispiel:

 „Du hast mir die Unterlagen wieder zu spät geschickt!“

klingt nach Angriff, und die Person gegenĂĽber geht automatisch in Verteidigung.

 „Ich brauche die Unterlagen rechtzeitig, um meine Arbeit gut planen zu können.“

zeigt dagegen das zugrunde liegende Bedürfnis und öffnet Raum für Kooperation statt Konflikt.

In der Beratung: Zuhören, was nicht gesagt wird

Gerade in beratenden oder kundennahen Berufen ist Kommunikation mehr als Informationsaustausch. Es geht darum, zwischen den Zeilen zu hören:

  • Was steckt emotional hinter dem Gesagten?
  • Welche unausgesprochenen BedĂĽrfnisse könnten mitschwingen?
  • Und wie kann man darauf eingehen, ohne zu werten oder zu belehren?

Psychologisch betrachtet ist das eine Form von Empathie, also der Fähigkeit, innere Zustände des Gegenübers wahrzunehmen, ohne sie zu übernehmen. Sie schafft Vertrauen und öffnet den Raum für echte Veränderung.

3 psychologisch fundierte Tipps fĂĽr gelingende Kommunikation

1. Wertfrei beobachten statt interpretieren

Statt: „Du bist unzuverlässig“ → lieber: „In den letzten drei Projekten sind die Deadlines nicht eingehalten worden.“

Das reduziert emotionale Reaktanz und hält die Gesprächsebene offen.

2. GefĂĽhle benennen

Sprich ĂĽber das, was in Dir passiert, statt ĂĽber das, was der andere tut.

„Ich bin frustriert, weil ich das Gefühl habe, meine Arbeit hängt fest“ wirkt ehrlicher und weniger konfrontativ.

3. BedĂĽrfnisse ausdrĂĽcken, Bitten formulieren

„Ich wünsche mir, dass wir einen festen Feedback-Termin haben.“

statt

„Du meldest dich nie rechtzeitig zurück.“

Das lenkt den Fokus auf Lösungen statt Schuld.

Fazit

Kommunikation ist kein Werkzeug, sie ist eine Haltung. Wer achtsam spricht, aktiv zuhört und die Bedürfnisse hinter Worten wahrnimmt, schafft Verbindung statt Trennung. Gerade in der Beratung ist das entscheidend: Denn Veränderung beginnt oft nicht mit einer neuen Strategie, sondern mit einem echten Gespräch.

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