Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen für wache Webmarketer #60
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Nora Tiedemann
Nora Tiedemann
Trainee
🏖 Happy Urlaubing...

… an alle Wingmenschen, die gerade ihre wohlverdiente Auszeit genießen! Das sind diese Woche nämlich einige. Trotzdem haben wir uns fleißig ins Zeug gelegt und kräftig in die Tasten gehauen, um Dich auch in der Urlaubszeit mit spannenden Themen zu versorgen. Die wohl wichtigste Neuigkeit seit dem Redaktionsschluss letzte Woche war der Abschluss des Core Updates. Vom Inhalt des Core Updates hat Anita Dir ja schon in unserem Newsletter 57 berichtet. Das bisherige Feedback scheint jedenfalls eher durchwachsen und es bleibt weiterhin spannend! Wir halten Dich natürlich auf dem Laufenden.

Falls Du nun nicht zu den glücklichen Urlaubern gehörst, darfst Du mit uns trotzdem in die SEO-Welt verreisen:

  • Wir starten mit einem Stopp bei jobPostings mit directApply

  • Anschließend macht Andreas mit Dir einen Ausflug zum Thema interne Verlinkung

  • Caro entführt Dich auf die finsteren Pfade des Traffic-Verlustes und zeigt Dir, wie sie damit umgeht

  • Und Behrend unternimmt mit Dir eine Reise in das mysteriöse GA4-Land.

Vielleicht liest auch Du diesen Newsletter in Deinem wohlverdienten Urlaub… wenn nicht, schnapp Dir ein angenehm kühles Getränk und genieße diesen kurzen Ausflug in die SEO-Welt. 🍹

Was wir gelesen haben
Anita Böhm
Anita Böhm
Consultant
jobPostings mit directApply

Das jobPosting Markup wird um die optionale Property directApply erweitert. Was soll das denn sein?

(...) a direct apply experience (...) means that the user is offered a short and straightforward application process on your page

Also die Möglichkeit, dass man sich über einen einfachen und kurzen Prozess direkt über die SERP auf eine Stelle bewerben kann.

Dementsprechend wurde die Übersicht mit den empfohlenen, aber nicht erforderlichen Properties für den Datentyp jobPosting ergänzt. Allerdings weiß Google wohl noch gar nicht so genau, was sie mit der zusätzlichen Information eigentlich anfangen wollen.

Since we are still developing how we are using this information, you may not see any appearance or effect in Google Search right away.

Ist also irgendwie etwas schwammig. Ein paar Beispiele zumindest, wie so eine Direktbewerbung aussehen kann, hat Google für uns immerhin bereitgestellt.

Mal schauen, ob und wann und wie es konkreter wird. Gut möglich, dass dann eh erstmal rumgetestet wird, üblicherweise in den USA. Es zeigt aber, dass Google for Jobs noch nicht fertig ist, sondern von Google weiter vorangetrieben wird. Google hat das Bestreben die Bewerbungsprozesse für die Nutzer zu vereinfachen. Es kann also nicht schaden, wenn Du prüfst, ob das Job-Thema für Dich von Interesse ist und ob Du direkte Bewerbungen anbieten kannst oder möchtest. Es zeigt aber, dass Google for Jobs noch nicht fertig ist, sondern von Google weiter vorangetrieben wird. Google hat das Bestreben die Bewerbungsprozesse für die Nutzer zu vereinfachen. Es kann also nicht schaden, wenn Du prüfst, ob das Job-Thema für Dich von Interesse ob Du direkte Bewerbungen anbieten kannst oder möchtest.

Aber das ist noch nicht alles. Um die Ergebnisse für Job-Suchende zu verbessern, haben die Job Posting Guidelines ein Update erfahren.

Searching for a job can be a time-consuming process and the outcome of the application may be life changing. That's why providing job seekers with authentic, fresh, and trustworthy content when they come to Google Search is our top priority.

Natürlich haut Google diese Änderungen nicht mal eben so raus, sondern hat zehntausende Menschen befragt, um Erkenntnisse zu gewinnen. Sowohl die neue directApply Property als auch die Content Guideline bauen auf den in der Umfrage gewonnen Informationen auf.

Super weltbewegend sind die in den Job Posting Content Policies im Abschnitt Editiorial Content tatsächlich nicht:

To ensure our users can understand your content and can easily apply for the job, we don't allow content that spams the page with obstructive text and images, excessive and distracting ads, or content that doesn't add any value to the job posting.

We don't allow grammatically incorrect content. Follow basic grammar rules, use proper capitalization, avoid writing text in all caps, and only use acronyms or abbreviations that are widely understood.

Also eigentlich eher "no brainer":

  • Fokus auf das Stellenangebot und kein Schnick Schnack (oder gar spammy Stuff) außen rum
  • Korrekte Grammatik und Rechtschreibung

Das würden wir Dir so oder so ans Herz legen. :)

Andreas Schalay
Andreas Schalay
Consultant
Viel hilft viel! (Nein)

Interne Verlinkung ist ein wichtiges Thema aber auch ein oft verwendetes Buzzword unter SEOs. „Wir müssen die verwandten Produkte verlinken, um die interne Verlinkung der Seite zu stärken“, „Diese Kategorie muss noch in die Hauptnavi, ist gut für die interne Verlinkung“, „Was können wir noch so alles verlinken, um die interne Verlinkung zu stärken?“ diese und ähnliche Phrasen fallen oft bei der Konzipierung der Seitenstruktur.

Leider sehen wir bei der Arbeit oft, dass auf den Seiten viele Dokumente kreuz und quer untereinander verlinkt sind. Doch die interne Verlinkung soll nicht nur dem Googlebot ermöglichen, alle Unterseiten zu finden, sondern auch helfen, die Seitenstruktur besser zu verstehen. Google nutzt die Struktur der Verlinkungen, um Kategorien von den Produktseiten zu unterscheiden. Schafft Google es nicht, diese Unterscheidung korrekt zu machen, kann das dazu führen, dass für Suchanfragen, die eher eine Kategorie vorsehen, Google eine Produktdetailseite ausspielt, die dann schlechter konvertiert. Das alles hat John Muller bei den SEO Office-Hours vom 2. Juli nochmal erklärt.

Wir empfehlen bei der Konzipierung oder Optimierung der Seitenstruktur, die Verlinkungen in Form einer Mindmap visuell darzustellen. Wenn Du feststellst, dass die Struktur zu „flach“ ist, überlege wie Du eine Hierarchie herstellen kannst. Bei der Optimierung der internen Verlinkung geht es nicht immer darum, weitere Links hinzuzufügen, sondern auch überflüssige Links zu reduzieren.

Caro Wendt
Caro Wendt
Trainee
Hilfe hilfe, wo ist mein Traffic hin?

Sicherlich hast Du Dich auch schon mindestens einmal in Deinem SEO-Leben in dieser Situation gefunden. Wie hast Du dann reagiert? Wie bist Du vorgegangen, um Deine verlorenen Rankings zurück zu ergattern? Um es Dir für das nächste Mal etwas zu erleichtern, haben wir hier einen kleinen Guide in Kurzform für Dich:

Erst neulich habe ich folgende Erkenntnis aus einer meiner Trainee-Aufgaben gezogen: Dein Blick sollte zuerst immer einmal genau auf die verschlechterten Keywords und Positionsveränderungen Deiner Rankingverluste fallen. Denn bevor Du anfängst, nach Ursachen zu suchen, solltest Du erst einmal sicherstellen, dass es überhaupt Bedarf danach gibt. Vielleicht ist ja alles nur halb so schlimm? Handelt es sich zum Beispiel denn überhaupt um relevante Keywords oder kann Dir der Rankingverlust vielleicht sogar egal sein? Und geht es dabei um Verluste von Positionen eins und zwei oder “erstmal nur” um Rankings auf den hinteren Seiten? Wenn Du das zum Beispiel in der GSC oder Sistrix geprüft hast und relevante Rankings betroffen sind, kann es mit der Analyse losgehen:

Regel Nr. 1: Bevor Du versuchst, Deinen Traffic mit allen möglichen SEO-Maßnahmen zurückzuholen, atme einmal tief durch. Oder 10 Mal. Und dann geht es im ersten Schritt darum, die Ursache(n) für den Trafficverlust zu identifizieren. Wie Du vielleicht auch schon selbst gut genug weißt, gibt es nicht immer für jedes Problem einen Quick Fix. Vor allem nicht in der SEO-Welt. Vieles zeigt erst verzögert eine Wirkung. Dabei denke ich direkt an Google Updates, die den Content neu/anders bewerten als vorher - da würdest Du dann ja auch eher grundlegend und langfristig etwas verändern müssen. Also keine Sorge - es kommt nicht immer auf jede Sekunde an.

Ansonsten gibt es von Olga noch weitere konkrete Tipps zur Verlustanalyse:

  • Serverfehler?
    Den Crawl Requests Breakdown des GSC Crawl Stats Report oder die Response Codes in einem eigenen Crawl checken (gibt es URLs mit 5xx Status Code?)
    → Bei Bedarf Rücksprache mit Deinem Hosting-Anbieter halten und notfalls zu einem anderen Anbieter wechseln.

  • Technische Fehler?
    Mit einem umfangreichen Crawl alle gängigen Technikfehler prüfen. Achte hierbei auf die optimale Implementierung von noindex und nofollow Tags, robots.txt-Angaben, Canonical Tags und Passwortschützung von Bereichen, die dem User und Google eigentlich sichtbar sein sollten.
    → Diese Fehler lassen sich üblicherweise schnell beheben. Danach muss Google die Seiten nur noch erneut crawlen und der Traffic sollte sich schnell wieder erholen.

  • Gravierende PageSpeed Probleme?
    Mit Google PageSpeed Insights oder der Average Response Time in GSC Crawl Stats Report checken (ja, sehr schlechte Ladezeiten können Dein Ranking beeinflussen)
    → Dann gilt es zu prüfen, ob die Geschwindigkeit serverseitig oder clientseitig Probleme bereitet. Für ersteres sollte der Server, das CMS & Co geprüft werden. Ist die Seite zu schwer für den Client, hilft meist eine JavaScript-Diät.

  • Page Experience Probleme?
    Zum Beispiel im GSC Page Experience Report die Signale wie Core Web Vitals, Implementierung von HTTPS, Mobile-Friendliness, Safe Browsing usw. checken - bei sehr schlechten Page Experiences kann Dein Ranking darunter leiden!
    → Behebe die schwersten Probleme zur Page Experience und sorge zum Beispiel dafür, dass Du keine Intrusive Interstitials auf Deiner Seite hast.

  • Google Update(s)?
    Wenn Du die obigen Ursachen ausschließen kannst und in Deinen Tools einen starken Einbruch des organischen Traffics erkennst, könnte dies auf ein Google Update zurückzuführen sein. Eine Möglichkeit, dies zu checken, ist der Vergleich zu anderen Suchmaschinen: Gibt es den Trafficverlust nur bei Google oder auch bei Bing und Co.?
    → Sind Google Updates bereits bekannt, kannst Du dementsprechend Maßnahmen entwickeln.

  • Saisonalitäten/Feiertage?
    Dies solltest Du vor allem checken, wenn es sich um einen Online Shop handelt. Gerade bei Internationalen hat man nicht immer jeden Feiertag im Blick.
    → Ein Saison oder Feiertag bedingter Trafficverlust ist vollkommen normal und wird sich von alleine wieder regenerieren.

  • Manual Action?
    In der GSC auf Manual Actions prüfen. Beachte aber, dass Du hier nur die manuellen Penalties einsehen kannst und nicht diejenigen, die möglicherweise aufgrund des Algorithmus erteilt wurden.
    → Je nach erteilter Penalty solltest Du die Behebung dieser zu Deiner Prio 1 machen.

  • Neugestaltung oder Migration der Seite(n)?
    Mit der Wayback Machine kannst Du schnell und einfach prüfen, ob große Veränderungen oder erfolglose Weiterleitungen stattgefunden haben.
    → Hier solltest Du nochmal evaluieren, ob die Veränderungen weiterhin Sinn ergeben und inwiefern die mangelhaften Weiterleitungen korrigiert werden können.

Hast Du noch weitere mögliche Ursachen für einen Trafficverlust im Kopf? Wie sind Deine Erfahrung mit solchen Analysen? Gehst du anders vor? Was sind Deine ersten Schritte?

Behrend von Hülsen
Behrend von Hülsen
Consultant
Warum dieses GA4

Das neue Google Analytics 4 (GA4) wird viel kritisiert. Und häufig zu Recht. Wer die vielen Berichte aus Universal Analytics (UA) kennt und nutzt, für den ist die Auswertungsoberfläche erst einmal ein Rückschritt, auch wenn sie flexibler ist.

Meine persönliche Meinung ist, dass der Schritt aus der Betaphase zum “fertigen” Produkt letztes Jahr stattfand, weil für die eigentliche Betaphase nicht genügend Nutzer dabei waren. Durch diverse Bugs in der Auswertungsoberfläche und die nur schleppende Integration von wichtigen Funktionen (Stichwort Referrer Ausschlussliste) fühle ich mich da bestätigt. Aber warum hat Google dieses Google Analytics 4 überhaupt gemacht? Und wieso müssen Website-Betreiber jetzt umstellen? Weil das zugrunde liegende Datenmodell in UA nicht mehr zeitgemäß ist.

Mike Sullivan von Analytics Edge hat den zentralen Unterschied zwischen GA4 und UA dargestellt. UA ist zu unflexibel und denkt primär in Sessions und Page Views. Das sind Konzepte, die für moderne Websites und die mobile Nutzung des Internets zwar nicht verschwunden sind, aber nicht mehr die zentrale Rolle haben, die sie einmal hatten. GA4 ist von Grund auf flexibler. Ein Page View ist nur noch ein Event unter vielen und Sessions werden zwar noch gezählt, aber bilden nicht mehr die Basis der Datenstruktur. Durch diese Flexibilität kann GA4 nicht nur die moderne Nutzung von Webseiten und Apps besser abbilden, sondern ist auch flexibel genug, um sich mit neuen Anforderungen fortzuentwickeln.

Aktuell fühlt sich die Auswertungsoberfläche noch unhandlich an, aber auch diese ist auf Flexibilität ausgerichtet und für die Standardfragestellungen wird es mit der Zeit passende Reports geben (oder ~auch nicht~ Du kannst sie mit dem Analyse Tool selbst bauen).

 
Fragen? Immer gerne fragen!
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