Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen fĂŒr wache Webmarketer #91
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Florian Stelzner
Florian Stelzner
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
đŸ€č Achtung, der kleine SEO möchte aus dem BĂ€llebad abgeholt werden!

Sooo viel Tolles in nur einer Woche! Ich fĂŒhle mich wie SEO im Wunderland. Nicht nur gibt es eine Chance auf ein "echtes" Random, verpixeltes Zeug lĂ€sst sich entzaubern und der 100ste Geburtstag von Chrome und Firefox steht an (und lĂ€sst Deine User-Agent-Detection möglicherweise kaputtgehen), nein auch in Punkto SEO war Einiges los:

  • Anita defibrilliert den Googlebot

  • Meine Wenigkeit hat ein schickes BERT-ErklĂ€rbĂ€r-Video von Google aufgetan und 2-3 Anmerkungen dazu verbrochen

  • SEO-Biologe Behrend vermisst royales GeflĂŒgel

  • Johan legt klassische SEO-Walzer in der Google Search Console auf und

  • Caro hat den friendly SEO-Reminder der Woche fĂŒr Dich

Tja, und als wÀre das noch nicht genug, gibt es auch noch Termine, Termine, Termine!

Viel Spaß beim Lesen,
Deine Wingmen

Was wir gelesen haben
Anita Böhm
Anita Böhm
Consultant
My Googlebot skipped đŸŽ¶ skipped a beat

Hattest Du letzte Woche mal einen Blick in den Crawl Stats Report Deiner GSC-Properties geworfen? Dann ist Dir sicherlich auch aufgefallen, dass der Googlebot sich offenbar einen Tag Urlaub gegönnt hat. Das ist weder Jaimie Alberico entgangen, noch eine Reihe anderer SEO-Menschen, die SE Roundtable zusammengetragen hat.

Ich hab hier einmal einen Screenshot aus unserer Wingmen-Property fĂŒr Dich reingepackt. Bei uns ist die LĂŒcke am 09. Februar:

Noch deutlicher wird es in diesem GIF, das ich mir von Barry Schwartz ausgeliehen hab, in dem die Daten fĂŒr den 08. Februar fehlen:

In einigen Properties scheint der 08. Februar betroffen, in anderen der 09. Februar. In allen von mir geprĂŒften Properties war es das spĂ€tere der beiden Daten.

John MĂŒller sagt dazu folgendes:

"If there's a gap in the graph like this, it's due to not having a datapoint for that time. If the graph went down to 0 during that time (no gap), that would be due to not crawling. So in short, you can ignore these gaps -- they're not a sign of a problem on your end."

Also keine Panik, es ist kein kollektiver Fehler seitens der SEO-Welt aufgetreten. Einfach ruhig bleiben und weitermachen. Und siehe da, wenige Tage nach dem die LĂŒcke aufgefallen ist, wurden die fehlenden Daten nachgezogen:

Erst Ende November letzten Jahres hatte es bereits einen kleinen Schluckauf gegeben. Der konnte aber schon am Folgetag beseitigt werden.

Aber nicht nur im Crawl Stats Report ist es gerade etwas ruckelig. Zwischen dem 01. und 03. Februar gab es ein "logging issue" im Performance Report, siehe Data Anomaly Doku von Google und im begleitenden Artikel von SE Roundtable wird ergĂ€nzend auf weitere AusfĂ€lle aus der jĂŒngsten Zeit verwiesen.

"Performance metrics suffered a logging issue on analytics for Search, Discover, and Google News. As a result, you may see some discrepancies in your performance data during this period. This is only a logging issue; it does not reflect a change in either user behaviour or search results on Google."

Gut zu wissen, dass es nicht an uns, sondern an Google liegt. Und auch, dass man innerhalb kĂŒrzester Zeit ein klĂ€rendes Feedback seitens Google erhĂ€lt, wenn man ĂŒber Ungereimtheiten stolpert. Trotzdem kann das hier und da erstmal fĂŒr einen kleinen Schrecken sorgen.

Florian Stelzner
Florian Stelzner
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
BERT bringt brillante Besserungen in die Buchstabensuppe

Google möchte, dass wir BERT besser verstehen und hat ein sehr gutes Video zu dem Thema erstellt. Nicht nur fĂŒr Neulinge ein Must See:

Eine kleine Zusammenfassung fĂŒr Dich:

  • Kontext, TonalitĂ€t und Intention sind fĂŒr Menschen in der Regel klar, fĂŒr Maschinen aber nicht

  • FĂŒr die Suche ist es wichtig, nicht nur die Sprache zu verstehen, sondern eben auch, wie die Wörter zusammenhĂ€ngen und welche Bedeutung sich aus ihrer Kombination ergibt

  • Google wird immer besser darin, diese Nuancen, die fĂŒr die meisten von uns intuitiv sind, zu verstehen; dabei sind sogenannte Bidirectional Encoder Representations from Transformers, oder kurz BERT, eine enorme UnterstĂŒtzung

  • Mit Hilfe von BERT schafft Google es immer besser, Sprache zu verarbeiten und in ihrem Kontext zu verstehen

  • WĂ€hrend frĂŒher bei der Suche vor allem der Fokus auf wichtig erscheinenden Worten lag und die Ergebnisse darauf aufbauend herausgesucht wurden, erhalten so eher kleine und unscheinbare Wörter wie "fĂŒr" mehr Bedeutung, da sie als Verbindung zwischen einzelnen Begriffen relevant sind, um Kontext zu erfassen

  • Es geht also darum, nicht nur Wörter zu kennen, sondern ihre situativ bedingte Bedeutung zu verstehen

  • Wie genau man so ein Modell trainiert, wird im Video erklĂ€rt

  • So können zunehmend komplexere Suchanfragen immer besser verstanden werden

Long story short, im Grunde geht es um die Frage: Welche Begriffe bedeuten in welchem Kontext was? Ist mit "Bank" gerade ein Geldinstitut 💰 gemeint oder eine Sitzgelegenheit đŸȘ‘? Geht es bei "Jaguar" um einen schnittigen fahrbaren Untersatz 🚗 oder eine ziemlich schnelle, große Katze 🐈?

Kai Spriestersbach hat die ganze BERT-Kiste vor einer Weile ĂŒbrigens mal genauer aufgeschrieben, falls Du nochmal tiefer reinlesen möchtest.

Behrend von HĂŒlsen
Behrend von HĂŒlsen
Consultant
Schwarze SchwÀne muss man richtig messen

Als Schwarze SchwĂ€ne werden sehr unwahrscheinliche, aber mögliche Ereignisse bezeichnet. Als SEOs mĂŒssen wir uns damit auseinandersetzen. Das ist der Grund, warum wir A/B-Tests durchfĂŒhren.

Will Critchlow und sein SearchPilot-Team haben daraus sogar einen sehr spannenden Newsletter gebaut, in dem sie immer wieder spannende Tests aus ihrer tĂ€glichen Arbeit zeigen (auch wenn man sich oft mehr Details wĂŒnschen wĂŒrde).

Jean-Christophe Chouinard hat jetzt bei OnCrawl untersucht, wie gut eigentlich die Ergebnisse von CausalImpact sind. CausalImpact ist eine Machine Learning Library von Google, die oft genutzt wird, um KausalitÀt (= ursÀchlichen Zusammenhang) nachzuweisen.

Wir finden diese Punkte sehr wichtig. Vielleicht hast Du (wie einige unserer Kunden) ein eigenes Test-Setup und Auswertung mit CausalImpact? Vielleicht machst Du es wie wir und nutzt meist Ryte fĂŒr die A/B-Tests, weil es wesentlich einfacher ist? Vielleicht nutzt Du etwas anderes? In jedem Fall solltest Du Dir diesen Post einmal anschauen.

Die wichtigsten Punkte, auf die wir auch immer achten:

  • Wenn Deine Domain aus verschiedenen GrĂŒnden (Corona, Relaunch, heftige Bugs) Schwankungen unterliegt sind die Ergebnisse wenig verlĂ€sslich

  • A-Gruppe vs. B-Gruppe funktioniert besser als die gleiche Gruppe Vorher vs. Nachher zu testen

  • Die Gruppen mĂŒssen (!) vergleichbar sein

  • Je grĂ¶ĂŸer die Änderungen, desto besser die Ergebnisse

  • Im Artikel nicht so richtig intensiv herausgearbeitet: Auf welche Metrik wird unsere Hypothese eigentlich genau wirken?

Eine schöne Erinnerung: Nicht immer muss es ein A/B fĂŒr SEO sein. Manche SEO-Ergebnisse lassen sich auch ĂŒber klassische User-A/B-Tests testen. Und deren ReliabilitĂ€t ist deutlich grĂ¶ĂŸer.

Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
In der GSC ist wenig wie es scheint

In der letzten Woche hatte ich einen Klassiker doppelt auf dem Tisch: Die Zuschreibung der Klicks in der GSC zur Canonical-Version.

  • Variante 1: Meine AMP-Version wird nicht gerankt

  • Variante 2: Mein HREFLANG ist kaputt

In beiden FĂ€llen sieht es meist nur so aus.

Denn die GSC macht etwas sehr sinnvolles: Sie schlĂ€gt seit nunmehr 3 Jahren die Klicks der fĂŒhrenden Variante eines Duplikats-Kreises zu. Wenn ich also legitimen DC habe (beispielsweise AMP oder LĂ€ndervarianten der gleichen Sprache), dann werden Impressions und Klicks immer der von Google als Canonical identifizierten Variante zugeschlagen. (Mehr dazu in der Search Central.)

Das ist sinnvoll, weil es ja letztlich um die Analyse der Performance eines Inhalts geht.

Das macht einen aber wahnsinnig, wenn es um die Analyse der Performance einer URL geht.

Bei AMP ist das noch relativ einfach. Denn schließlich kann ich einfach die Anzeige des Treffers als AMP in den meisten Berichten filtern und damit prĂŒfen, ob die korrekte URL mobile angezeigt wird oder nicht. Und AMP wird recht gut in den Coverage-Reports geklĂ€rt.

Bei HREFLANG sieht es anders aus (insbesondere Cross Domain, aber auch auf einer Domain). Hier ist es nicht möglich, in der GSC zu identifizieren, ob Nutzerinnen und Nutzern die in ihrem Land korrekte Variante angezeigt wird. Denn die Klicks werden immer auf die fĂŒhrende Variante gezĂ€hlt. ZusĂ€tzlich werden sie immer im Fehlerbericht „Google hat ein abweichendes Canonical gewĂ€hlt" aufgefĂŒhrt.

Damit sieht es immer so aus, als wÀre mit den Canonicals etwas falsch.

Richtig prĂŒfen kann man das nur durch die Betrachtung der Suchergebnisse in den jeweiligen LĂ€ndern. Also beispielsweise indem man in SISTRIX einen Vergleich der Sichtbarkeit der DE/AT/CH-Varianten in den jeweiligen LĂ€nderindizes prĂŒft.

Individuelle Ergebnisse kannst Du natĂŒrlich auch beispielsweise mit Hilfe einer regionalisierten Abfrage prĂŒfen (bspw. mit https://valentin.app vom großartigen Valentin Pletzer).\ Was wir uns hier von der GSC wĂŒnschen, sind klare Filtermöglichkeiten. Beispielsweise explizit nach angezeigter URL. Aber natĂŒrlich ist das nicht der einzige Filter, den wir uns wĂŒnschen.

Caro Wendt
Caro Wendt
Trainee
18 SEO-Reminder und Tipps der Woche

In den Google SEO Office Hours vom 18.02. hat John Mu wieder einige Fragen beantwortet. Hier kommt eine Liste mit 18 nĂŒtzlichen SEO-Remindern und Tipps fĂŒr Dich:

  • Ob wenige starke oder viele spezifische Seiten fĂŒr Dich sinnvoll sind, hĂ€ngt stets von der Strategie ab.

  • Probiere das Einpflegen von Produktrezensionen einfach aus, als ewig zu versuchen zu analysieren, ob Google diese nutzen wird.

  • Es gibt keinen EAT Score, sondern nur indirekte ZusammenhĂ€nge. PrimĂ€rer Zweck von EAT ist immer noch das VerstĂ€ndnis fĂŒr die QualitĂ€t des Contents einer Seite.

  • Kostenfreie SSL-Zertifikate sind vollkommen ausreichend - Da gibt es keinen Unterschied zwischen kostenpflichtigen und kostenfreien. GĂŒltig ist gĂŒltig.

  • Mehrfache Auszeichnung des gleichen JobPosting Markups auf der gleichen Domain oder auf mehreren Subdomains sollte keine Probleme darstellen. John wĂ€re ĂŒberrascht, wenn es eine solche Regel gĂ€be, dass ein JobPosting nur einmal pro Website gelistet werden sollte. 

  • Google versucht verschiedenste Listen (ob Bilder oder HTML-Seiten) zu deduzieren und bei gleichen Inhalten den Inhalt nur einmal und nicht mehrfach anzuzeigen.

  • Gleicher Content als HTML und als PDF werde nicht als Duplicate Content gewertet und beide können in den Suchergebnissen angezeigt werden (wenn beides indexierbar).

  • Bei mehreren Seiten mit Kommentaren zum selben Thread und verschiedenen Sortierungsmöglichkeiten (neueste, meist gevotete, etc.) wĂŒrde Google vermutlich auf die kanonische Default-Sortierung zurĂŒckgreifen. John schließt aber auch nicht aus, dass Google hier hin und wieder auch die Seiten mit anderen Sortierungen crawlen könne, um auszuprobieren (Canonicals könnten dort ja auch anders gesetzt sein). Indexiert werden aber sicherlich die Default-Seiten, meint John.

  • Google nutzt beim Rendering einen sehr hohen Viewport  (als hĂ€tte man einen sehr langen Screen) und kann dadurch einen Teil des durch Infinite Scrolling sichtbar werdenden Contents rendern und indexieren. Dies hĂ€ngt aber auch davon ab, wie das Infinite Scrolling implementiert ist und muss auch nicht zwingend den gesamten Content umfassen. (Tipp von John: Mit dem Inspection Tool prĂŒfen, wie viel Google tatsĂ€chlich rendert).

  • Es gibt fĂŒr Google kein bestimmtes vorgegebenes VerhĂ€ltnis zwischen indexierbaren und nicht indexierbaren URLs einer Domain. Wenn es möglich ist, QualitĂ€t des Contents auf wenigen Seiten zu konzentrieren, seien diese wenigen Seiten im Schnitt stĂ€rker. Vor allem fĂŒr neue Websites, meint John. 

  • Die Referring Page im Inspection Tool in der GSC brauchst Du nicht zu ernst zu nehmen: Es sei nicht relevant, welche Seite als Referring Page steht. Um zu verstehen, woher Google manche Seiten kennt, die eigentlich nicht gefunden werden sollten, kann Dir die Referring Page im Inspection Tool natĂŒrlich gut Aufschluss geben.

  • Crawling Rate von Google ist abhĂ€ngig von der Wichtigkeit einer Website und der Notwendigkeit, Content up to date zu halten sowie von technischen Bedingungen wie die Overall Response Time to Requests und Anzahl an Server Errors (John appelliert, eher auf diese beiden Aspekte als auf die Ladezeiten der Seiten im Browser schauen, wenn es um das Crawling-Verhalten geht).

  • Verringertes Crawling durch Google kann auch mit dem Server zusammenhĂ€ngen, auf welchen eine Website gehostet wird: Wenn der Server zum Beispiel regelmĂ€ĂŸig ĂŒberladen ist, werde Google Websites mit solchen Server eher weniger crawlen, um keine Probleme zu verursachen.

  • Du kannst in den Einstellungen der GSC eine Crawl Rate spezifizieren, welche Google möglicherweise wahrnimmt und berĂŒcksichtigt. Diese Funktion sei aber eher praktikabel, wenn man das Crawling der Website reduzieren möchte, nicht um das Crawling anzukurbeln, da dort lediglich eine Maximal-Angabe möglich ist.

  • UnerklĂ€rliches Crawling-Verhalten in der GSC zu melden ist immer sinnvoll, damit Google weiterhin das Crawling und die Bots verbessern kann.

  • Schlechte CTRs fĂŒr bestimmte Seiten einer Domain beeinflussen die CTR fĂŒr die ĂŒbrigen Seiten der Domain nicht.

  • Du kannst in der GSC URL-Pfade (durch Erstellung einzelner URL-Properties) den jeweiligen LĂ€ndern zuweisen, um Google zu helfen, Deine internationale Website besser zu verstehen.

  • Bei merkwĂŒrdigem Crawling-Verhalten kann es Dir helfen, einmal selbst Deine Website zu crawlen, um detaillierter zu schauen, wie sich Deine Website crawlen lĂ€sst und woran es vielleicht hapern kann.

Termine, Termine, Termine

AußerplanmĂ€ĂŸig gibt's die Februar-Ausgabe des SEO Meetup Hamburg erst diese Woche. Heute Abend startet der Stream bei YouTube wie immer um 19:00 Uhr. Bist Du dabei? Hier geht's zur Anmeldung!

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