Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen f├╝r wache Webmarketer #154
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Saskia Ernst
Saskia Ernst
Junior Consultant
­čî║ Es gr├╝nt so gr├╝n

Es ist Fr├╝hling und wie alles in dieser Jahreszeit, wachsen und gedeihen auch die Wingmenschen weiter.

Nein, diesmal verk├╝nden wir, ausnahmsweise, keinerlei Neuzug├Ąnge, sondern die frohe Botschaft, dass der eine oder die andere Trainee ├╝ber ein Jahr gewachsen und vom zarten SEO-Keimling zu einem stattlichen SEO-Pfl├Ąnzchen herangezogen wurde, dem nun nichts mehr im Weg steht, mal eine ordentliche SEO-Pflanze zu werden.

Matt und ich sind begeistert verk├╝nden zu d├╝rfen, dass wir inzwischen ein wenig mehr vom SEO-Dschungel ├╝berblicken, als noch vor einem Jahr und ab jetzt als SEO Junior Consultants weitere Expeditionen und Entdeckertouren unter der Flagge der Wingmen durchf├╝hren werden. Dabei freuen wir uns besonders darauf, auch hin und wieder selber die Taschenlampe zu halten. Auch der eine oder andere verschlungene Pfad wird uns nicht aufhalten k├Ânnen, denn auf diesen begleiten uns nat├╝rlich die anderen Abenteurer.

Diese waren diese Woche bereits flei├čig auf Entdeckertour und haben direkt frisch aus dem Dschungel unseren SEO-Garten mit neuen Themen angereichert:

  • Canonical-Chrysanthemen von Hannah

  • News-&-Discover-Narzissen und -Dahlien von Matt

  • Qualitative Quantit├Ąts-Quittenb├Ąume von Jolle

  • JavaScript-Johanniskr├Ąuter von Anita

  • Relaunch-Rhododendren von Johan

Und nun viel Spa├č beim Blumen pf├╝cken!

Deine Wingmenschen

Was wir gelesen haben
Hannah Rohde
Hannah Rohde
Junior Consultant
It came in like a Cannonball, ├Ąhm nein Canonical

Letzte Woche ging es rund und in der SEO-Welt zerbrachen sich viele die K├Âpfe ├╝ber Canonicals und syndizierte Inhalte, sodass Google nochmal ein Statement an die SEJ herausgab. Ich fasse das einmal kurz zusammen:

Wir unterscheiden zwischen verlagsfremder Syndizierung und der innerhalb des Unternehmens. 

Um das anschaulich zu gestalten, führe ich Dich anhand eines Beispiels entlang. 

Syndizierung innerhalb eines Verlags

Hannahs Wochenzeitung syndiziert Inhalte von Noras Tagesblatt. Beide Seiten geh├Âren zum Verlag Wingmenpost. Ich setze das Canonical.┬á

Google hat noch einmal klargestellt, dass das Canonical weiterhin unterst├╝tzt wird, es empfiehlt sich f├╝r Cross-Domain-Syndicates aber das noindex-Tag.

Verlagsfremde Syndizierung

Wenn ich (Hannahs Wochenzeitung) jetzt Inhalte von der HSVpost nehme, dann ist das Setzen des noindex-Tags empfehlenswert, denn 

  1. Ich bin ein ehrlicher Mensch ­čÖé

  2. Im Zweifel ├╝bertr├Ągt das Canonical alle Power meiner Kopie auf das Original beim HSV. Das will ich ja auch nicht.┬á

  3. Das Canonical ist lediglich ein weiches Signal und kann ignoriert werden. Das will der HSV nicht, denn schlie├člich haben die ja Arbeit in den Artikel gesteckt.

  4. Das Canonical k├Ânnte ignoriert werden und dann stehen die Meldungen in Konkurrenz zueinander.

Wieso der ganze Wirbel? Es gab immer wieder Probleme mit den Canonicals und kleine Publisher hatten h├Ąufig keine Chance gegen gro├če Seiten, wenn deren Inhalte syndiziert wurden und der Kopie dann das Canonical zugeschrieben wurde. Wir denken, Google m├Âchte durch die noindex-Empfehlung dieser Problematik aus dem Weg gehen.

Wenn Du also Inhalte an Drittanbieter gibst, kannst Du ihnen die entsprechende Anforderung mit auf den Weg geben. 

John Shehata empfiehlt, wenn Du Deine Inhalte weitergibst oder selbst Inhalte von anderen Seiten publizierst:

  • Bestehe immer auf das Setzen des Canonicals

  • Vermeide das Syndizieren kompletter Inhalte┬á

  • Publiziere syndizierte Inhalte mit einer entsprechenden Verz├Âgerung und beachte hierbei, wie lange Google braucht, um die Inhalte Deiner Seite zu crawlen und zu indexieren Ôćĺ Denk hierbei an Dein Karma: Es w├Ąre nicht fair, wenn Dein kopierter Artikel vor der Originalquelle steht┬á

  • Du kannst auch eine Extrazeile "dieser Artikel wurde auf Seite xy ver├Âffentlicht" erg├Ąnzen

Sollten Seiten immer wieder ungefragt und ohne Deal Inhalte von Dir kopieren und ohne Angabe von Canonical oder noindex publizieren, kannst Du daf├╝r einen DMCA-Request erstellen, sodass die geklauten Inhalte aus dem Index entfernt werden.

Matthias P├╝lz
Matthias P├╝lz
Junior Consultant
Die f├╝nf magischen ├ťberschriften f├╝r News & Discover

Ich wei├č nicht, wie es Dir geht, aber wenn ich aus SEO-Sicht an ├ťberschriften denke, fallen mir erst einmal die H-├ťberschriften und das Title Tag einer Seite ein. Die sind selbstverst├Ąndlich wichtig, aber in diesem Artikel werde ich Dir nun insgesamt f├╝nf ├ťberschriften vorstellen, von denen einige insbesondere f├╝r Google News und Google Discover von gr├Â├čerer Bedeutung sind. Der Ursprungsartikel dazu stammt von Barry Adams.

Vielleicht ist Dir in der Zwischenzeit noch eine weitere ├ťberschrift eingefallen. Ich bin jedenfalls sicher, dass hier auch noch die ein oder andere ├ťberraschung f├╝r Dich dabei ist.

1. H1-├ťberschrift

Ich habe sie eingangs bereits erw├Ąhnt, hier sind sie noch einmal: Die H-├ťberschriften, allen voran nat├╝rlich die H1 (<h1>).

Dass Google auf die viel Wert legt, sollte f├╝r die wenigsten ├╝berraschend sein: Sie dient meist als klassische ├ťberschrift in einem Artikel und gibt Leserinnen und Lesern ebenso wie Google idealerweise bereits eine klare Vorstellung davon, was sie in einem Artikel erwartet.

Die H1-├ťberschrift (wie auch alle weiteren H-├ťberschriften) ist in ihrer L├Ąnge nicht begrenzt - was nicht bedeutet, dass eine 900 Zeichen lange H1 empfehlenswert ist.

2. Structured Data "headline"

Dieser Punkt ist schon deutlich interessanter als der vorherige. Noch wichtiger als die H1-├ťberschrift ist f├╝r Publisher die Structured-Data-Headline. Kennst Du nicht und auch noch nie gesehen? Kein Wunder, sie versteckt sich n├Ąmlich im HTML Code und ist auch sonst auf der Seite selbst nicht sichtbar:

3. Title Tag

Auch das d├╝rfte kein Geheimnis sein: Das Title Tag (<title>) einer Seite ist ebenfalls relevant f├╝r Google. Zwar kommt dieser bei Google News in puncto Bedeutung erst hinter der Structured-Data-Headline, aber ein gut optimierter Title ist nicht zu vernachl├Ąssigen.

Das gilt insbesondere dann, wenn Du mit Deinem Artikel auch in den organischen Ergebnissen bei Google ranken m├Âchtest. Dort ist der Title schlie├člich der klickbare Teil des Snippets und sollte demnach funkeln und gl├Ąnzen, um Besucherinnen und Besucher auf Deine Seite zu locken.

Was die L├Ąnge eines Titles angeht: Die sollte ungef├Ąhr zwischen 55 und 65 Zeichen liegen, sonst wird er einfach abgeschnitten oder sogar angepasst. Da Google den Title auch f├╝r Rankings-Signale ausliest, kann es sich aber lohnen, ├╝ber das Zeichenlimit hinwegzugehen. ├ťbrigens: Seitdem die Brands im Title einer Seite von Google meist nicht mehr angezeigt werden (Mehr Informationen dazu findest Du in meinem Artikel in unserer Newsletter-Ausgabe Happy 404-Day), hast Du sogar noch ein wenig mehr Spielraum bei den Zeichen.

4. Open-Graph-Title

Eine weitere wichtige ├ťberschrift ist der Open-Graph-Title. Der wurde von Facebook erfunden und ist eigentlich f├╝r Social Media gedacht. Genau deshalb spielt er insbesondere f├╝r Google Discover eine nennenswerte Rolle, da Google gerne hierauf zur├╝ckgreift, wenn ein Artikel im Discover-Feed erscheint.

Ob und wann das passiert, bleibt - wie bei Discover im Allgemeinen - ein Geheimnis. Es kann allerdings f├╝r Publisher sicher nicht schaden, auch etwas am OG-Title der Seiten zu feilen, vor allem dann, wenn Du auch schon den ein oder anderen Klick bei Google Discover abgreifen m├Âchtest.

Im HTML findest Du den Open Graph Title im Head-Bereich als <meta property="og:title" content="XYZ" />. 

<meta property="og:title" content="Sieben Rote Karten beim Superclásico zwischen River Plate und Boca Juniors in Argentinien">

Noch ein kleiner Tipp zum Abschluss: Der OG-Title darf gerne auch einen Hauch von Clickbait enthalten. Aber bitte wirklich nur einen Hauch! Wenn Deine Leserinnen oder Leser mit den Augen rollen, ist es jedenfalls zu viel.

5. Ankertext-├ťberschrift

Dir qualmt inzwischen bereits der Kopf vor lauter ├ťberschriften? Durchhalten! Es fehlt blo├č noch eine. Und zwar eine, die zwar so gut wie jeder kennt, aber am Ende h├Ąufig doch vergessen wird: Die Ankertext-├ťberschrift.

Artikel der S├╝ddeutschen Zeitung mit der Ankertext-├ťberschrift "Sechs Tore f├╝r das Ziel Borsigplatz"

Die liegt zwar au├čerhalb des Artikels an sich, ist aber dennoch eine ├ťberschrift, die Du stets mit im Blick behalten solltest. Der Ankertext gibt Google schlie├člich wichtige Informationen dar├╝ber, was auf der verlinkten Seite zu finden ist. Das ist ├╝brigens auch der Grund, wieso Du Deine Seiten nicht mit "Mehr erfahren" oder "Hier klicken" verlinken solltest. Wie Du solche generischen Ankertexte mit dem Screaming Frog entdeckst, hat Dir Sandra ├╝brigens in unserem Newsletter "Willkommen in der SEO Matrix" gezeigt.

Gerade wenn der Platz auf einer Artikel-├ťbersichtsseite begrenzt ist, m├╝ssen die Ankertext-├ťberschriften unter Umst├Ąnden noch einmal angepasst werden. Das kann stressig sein, ist aber aus SEO-Sicht ein wichtiger Hebel, der nicht vernachl├Ąssigt werden sollte.

Fazit

Neben den H-├ťberschriften und dem Title Tag gibt es noch weitere ├ťberschriften, auf die insbesondere Publisher und Seiten, die Traffic ├╝ber Google News und Discover bekommen, achten sollten. Vor allem die Structured-Data-Headline ist eine ├ťberschrift, an die wom├Âglich nicht jeder sofort denkt, gerade weil sie lediglich optional ist. Genau da liegt dann aber auch die Chance, sich von der Konkurrenz abzuheben. In diesem Sinne: Viel Spa├č beim Optimieren!

Jolle Lahr-Eigen
Jolle Lahr-Eigen
Consultant
Der Qualit├Ątsfaktor Relevanz wird quantitativ erhoben

"Erstellt gute Inhalte". Das ist im Kern Googles Empfehlung auf die Frage, was Du machen musst, um gute Rankings einzufahren. Mit jeder Entwicklungsstufe von Google hat sich allerdings ver├Ąndert, was einen guten Inhalt ausmacht.

Dass Keyword-Stuffing noch nie wertvoll f├╝r Leserinnen und Leser gewesen ist, darauf k├Ânnen wir uns einigen. Trotzdem wurden diese Schrotttexte anfangs durch gute Rankings belohnt. Die Frage nach der Qualit├Ąt von Inhalten ist im SEO notgedrungen eng damit verkn├╝pft, was Suchmaschinen als hochwertig erkennen k├Ânnen.

Michael King hat nun mit "Relevance is Not a Qualitative Measure for Search Engines" einen herausragend guten Beitrag dar├╝ber geschrieben, wie Google Relevanz misst und leitet daraus ab, dass die g├Ąngigen SEO-Tools Aufholbedarf haben, um weiterhin - oder m├╝ssen wir sagen: wieder? - valide Hilfestellung f├╝r die Content-Optimierung geben zu k├Ânnen.

Von der lexikalischen "Bag of Words" ├╝ber TF-IDF zu Dense Word Embeddings

Suchmaschinen bewerten Website-Inhalte anhand von mathematischen Formeln. F├╝r das, was Menschen unter Qualit├Ąt verstehen, sucht Google Stellvertretermetriken, die berechnet und verglichen werden k├Ânnen. Suchanfragen und Website-Inhalte werden jeweils umgewandelt und als Repr├Ąsentationen im Vektorraum abgebildet.

Eine T├╝te W├Ârter bitte: Anfangs wurden einfach alle W├Ârter bzw. deren Wortstamm unabh├Ąngig von ihrer Reihenfolge durchgez├Ąhlt. Je h├Ąufiger ein Wort genannt wurde, desto relevanter schien das Wort f├╝r den Text und der Text zum Thema oder der Suchanfrage hinter diesem Wort zu sein. Stoppw├Ârter wie "ist, der, die, das" etc. wurden hier anfangs noch rausgeschmissen, weil sie in jedem Text sehr h├Ąufig vorkommen.

Dagegen war TF-IDF ein riesiger Schritt: Hier bemisst sich Relevanz daraus, dass bestimmte W├Ârter h├Ąufig in einem Kontext zusammen genannt werden (Kookkurrenz), w├Ąhrend sie in anderen Dokumenten weniger h├Ąufig vorkommen. Das ist der Stand, auf dem viele Content-Optimierungs-Tools schon heute sind, wenn zum geschriebenen Text Erg├Ąnzungsvorschl├Ąge f├╝r fehlende Begriffe gemacht werden. Wir konnten mit TF-IDF und Tools wie Termlabs gute Ergebnisse erzielen und setzen weiter darauf. Doch es gibt mehr.

Sp├Ątestens seit BERT ist Google noch viel weiter. Wortvektoren werden nicht mehr nur anhand einiger Dimensionen, sondern unz├Ąhliger Dimensionen gebildet. Es gibt nicht mehr nur "kommt vor" vs. "kommt nicht vor", sondern "kann bis zu einem gewissen Grad im Kontext anderer W├Ârter auch X oder Y bedeuten". Es gibt keine Stoppw├Ârter mehr. Jedes Detail im Satz, die Reihenfolge der W├Ârter und die Reihenfolge der S├Ątze wird mathematisch abgetragen und im Vektorraum abgebildet.

Fokus auf Content-Optimierung oder Linkbuilding?

Mike bringt ein praktisches Beispiel mit und beschreibt ein Gef├╝hl, das wir SEOs nur zu gut kennen. Das eigene Content Piece kommt einem selbst viel relevanter vor als das, was da in den Top-Positionen so rankt. Trotzdem kommt man nicht dagegen an. Aber stimmt das? Oder lohnt sich weiterer Aufwand, um die URL inhaltlich noch weiter auszubauen, zu st├Ąrken oder um Elemente wie Grafiken und Videos zu erg├Ąnzen? Oder muss ich nicht viel mehr die interne Verlinkung hebeln und versuchen, Backlinks auf die URL zu bekommen?

Pr├Ązision ist wichtiger als Genauigkeit ­čśÁÔÇŹ­čĺź­čśů

Mike r├Ąt dazu, die rankenden Inhalte auf Vektorbasis zu vergleichen. Schneidest Du mit Deinem Content gut ab, m├╝ssen Backlinks her. Hast Du das Thema verfehlt, musst Du an den Inhalt nochmal ran. Mit Orbitwise hat das Team um Mike ein Tool f├╝r die Vektoranalyse gebaut. Das r├Ąt er der SEO-Branche und vor allem den Toolanbietern ebenfalls. Denn viele Ressourcen der KI-, NLP- und Vektorforschung sind Open Source und somit zug├Ąnglich f├╝r alle. Bei Wingmen ├╝berlegen wir auch schon, wie wir das in unserem internen Tool-Setup abgebildet bekommen.

Aber warte: Wenn ich mir jetzt meine eigene Vektoranalyse aus Open Source zusammenschraube, wer sagt mir denn, dass ich das im Ansatz so mache, wie Google? Wer sagt, dass ich meine Werte dann ├╝berhaupt f├╝r die Vergleiche benutzen kann?

Mike sagt dazu:

"Since we'll never have exactly what Google has for any SEO use case, we should all agree that SEO tools are about precision, not accuracy. That is to say, even if we're not using the same language model as Google the relative calculations between pages should be similar."

Genauigkeit ist weniger wichtig als Pr├Ązision? Wem hier die Ohren bei der Frage schlackern, worin hierbei eigentlich der Unterschied liegt, dem hilft vielleicht diese Skizze:

  • Pr├Ązision dr├╝ckt aus, wo sich Messpunkte im Verh├Ąltnis zueinander befinden. Alle Dartpfeile nah beieinander ist pr├Ązise, selbst wenn sie nicht im Zentrum der Zielscheibe liegen

  • Genauigkeit (Akkuratheit) dr├╝ckt aus, wie nah die Messpunkte am anvisierten Ziel liegen, unabh├Ąngig davon, wo die einzelnen Messpunkte zueinander stehen

Pr├Ązise und akkurat: alle Pfeile im nah beieinander im Zielscheibenzentrum; Unpr├Ązise, aber akkurat: Pfeile nah am Zielscheibenzentraum, aber verstreut und nicht nah beieinander; Pr├Ązise, aber nicht akkurat: Alle Pfeile nah beieinander, aber nicht im Zentrum der Zielscheibe; Upr├Ązise und nicht akkurat: Pfeile ├╝ber die ganze Zielscheibe verteilt

Mike sagt, selbst wenn wir mit unseren Vektormessungen nicht das "Bull's Eye" im Sinne von Google's Vorgehensweise treffen, so werden wir doch sehen, wie Content Pieces in der SERP sich zueinander verhalten (Quadrant unten links) - und daraus unsere Entscheidungen ableiten.

Hier gilt nat├╝rlich: testen, testen, testen. Und: Wenn Du das schon heute (oder gleich morgen) machst, w├Ąhrend das Gros der Tools noch ausschlie├člich auf TF-IDF setzt, bist Du der Konkurrenz voraus.

Hast Du schon Erfahrungen mit Tools wie Orbitwise gesammelt? Oder meinst Du, diese Entwicklung wird bald schon durch AI-Answering-Machines ├╝berholt sein? Ich freu mich auf Dein Feedback!

Anita B├Âhm
Anita B├Âhm
Consultant
JavaScript-Jammerei

Lass uns mal wieder ├╝ber JavaScript sprechen! Will Nye und Darth Autocrat haben dazu vor einigen Wochen jeweils einen Thread bei Twitter verfasst.

7 JS-Probleme laut Will Nye

Will macht den Anfang und packt die 7 h├Ąufigsten Probleme aus, mit denen er in den letzten Audits konfrontiert war:

  1. Wenn anstelle eines richtigen <a> Tags irgendwelche <button> oder <span> Elemente mit JS-On-Click-Events genutzt werden, k├Ânnen Linkmodule aller Art nicht gecrawlt werden. Sofern es also keine sehr guten Gr├╝nde und eine bewusste Entscheidung dazu gibt, sollte man hier vorsichtig sein und darauf achten, dass alle relevanten Verlinkungen f├╝r Crawler erschlie├čbar sind. Das rund zwei Drittel der von Will untersuchten Seiten hier betroffen waren, ist nicht ├╝berraschend, wenn wir davon ausgehen, dass es wom├Âglich systemisch bedingt ist. Quelle

  2. Auch doof: Wenn der Content nicht richtig gerendert und dargestellt werden kann, weil daf├╝r erforderliche Ressourcen Timeouts erzeugen oder durch die robots.txt vor dem Zugriff der Crawler "gesch├╝tzt" werden. Ein gutes Drittel der betrachteten Seiten sind betroffen. Quelle

  3. Nicht nur im Kontext von JavaScript ein sehr typisches Problem: Anstatt einen Status Code 404 auszugeben, antworten Seiten mit einem Status Code 200. Das ist laut Will f├╝r ein Drittel der analysierten Seiten zutreffend. Quelle

  4. Eine weitere schlechte Idee ist es, Linkmodule erst nach einer Nutzerinteraktion in den DOM zu injecten. Denn eine Suchmaschine wird so niemals etwas von den Links mitbekommen. Immerhin auf jeder f├╝nften von Will betrachten Seite war das der Fall. Quelle

  5. Alle aus SEO-Sicht wichtigen Elemente wie Titles, Robots-Angaben, Canonicals & Co sollten sich beim Rendern des HTMLs nicht ver├Ąndern oder um weitere Tags erg├Ąnzt werden, die gegens├Ątzliche oder widerspr├╝chliche Angaben machen. Trotzdem findet sich auch dieses Ph├Ąnomen auf 20% der Seiten in Wills Analysen. Quelle

  6. Wenn sich die URL ver├Ąndert, ohne dass die Suchmaschine durch eine 3xx-Weiterleitung etwas davon mitbekommt, kann sie die neue URL auch nicht gegen die alte in der Suche austauschen. Betrifft immerhin jede 10. betrachtete Seite. Quelle

  7. Content, der erst nachtr├Ąglich in den DOM eingef├╝gt wird, wenn der Nutzer irgendwo geklickt hat, existiert f├╝r Suchmaschinen nicht. Was nicht existiert, kann nicht indexiert oder gerankt werden. Kommt zum Gl├╝ck nur in 5% der F├Ąlle vor. Quelle

3-14 JS-Fallstrick von Darth Autocrat

Darth Autocrat legt nach:

"I think the most common JS issues I encounter on websites are:

1) Crappy designers without a clue

2) Crappy developers without a clue

Fancy/Edgy libraries and effects tend to take priority, over things like UX and SEO."

Danach brennt er ein kleines Feuerwerk mit 14 Punkten ab, die ihm immer wieder unterkommen. Es lohnt sich, diese Liste auch einmal anzuschauen.

Fazit

Am Ende bleibt zu sagen: JavaScript kann f├╝r manche Dinge durchaus hilfreich, n├╝tzlich oder sinnvoll sein. Es gibt teils richtig gute Sachen, die sich damit realisieren lassen.

Aber wenn man es halt falsch oder schlecht einsetzt, dann ist und bleibt es trotzdem doof.\ Denn eigentlich ist JavaScript f├╝r Interaktivit├Ąt und Applikationen gedacht. Wenn Du JavaScript f├╝r die Darstellung von Content verwendest, dann verletzt Du ein Grundprinzip: Dem dummen User-Agent m├Âglichst viel erreichbar zu machen. Das ist ein Grundprinzip f├╝r ein resilientes, inklusives Internet. Nimmst Du JavaScript, um Content darzustellen, dann verschwendest Du Ressourcen (Daten├╝bertragung, CPU, RAM) von Usern. Und im Zweifel schlie├čt Du User von der Nutzung Deiner Seite aus (und schadest Deiner Reichweite).

Johan von H├╝lsen
Johan von H├╝lsen
Gesch├Ąftsf├╝hrender Gesellschafter
Anzeige: Kleiner Relaunch

Kleinanzeigen hat angek├╝ndigt am 16. Mai das Ebay aus dem Namen Ebay Kleinanzeigen zu streichen. Logo, Farbpalette und Domain sollen sich ├Ąndern. SEO-Experten werden neugierig drauf schauen.

ebay-kleinanzeigen.de ist mit >1.000 Sichtbarkeitspunkten die viertgr├Â├čte Domain im deutschen Google-Index. Und mit ca. 25 Mio. indexierten URLs hat der Googlebot dann einiges zu tun.

Laut Spiegel-Artikel hat man sich entschieden, Teile der Design-Umstellungen schon vorab durchzuf├╝hren.

Wir SEOs werden das mit Spannung beobachten: Schnell noch mal einen kleinen Crawl machen und schauen, ob auch alles glatt l├Ąuft.

Der User-Traffic wird bereits weitergeleitet:

Screenshot eines Popups "Das wird gro├č. Aus eBay Kleinanzeigen wird: kleinanzeigen ---┬áAb 16.Mai". Auf der rechten Seite die Developer-Console mit der Weiterleitung von https://www.ebay-kleinanzeigen.de per 301 auf https://www.kleinanzeigen.de

Der Rich-Results-Test zeigt: Die Weiterleitung/das Canonical ist auch schon f├╝r Google aktiv:

Screenshot Rich Results Testing Tool von https://www.ebay-kleinanzeigen.de/ zeigt Canonical auf https://www.kleinanzeigen.de

Seit letzter Woche hat kleinanzeigen.de schon 5 Sichtbarkeitspunkte gewonnen. Aber ebay-kleinanzeigen.de hat bereits 70 Punkte verloren. Das muss einen aber noch nicht unbedingt beunruhigen (wenn man einen Blick auf die Search Console hat und dort validieren kann, was wirklich passiert).

An sich ist der Fahrplan ja einfach:

Vor GoLive:

  1. Sicherstellen, dass URLs und HTML gleich bleiben

  2. Sicherstellen, dass interne Verlinkung konsequent angepasst wird

  3. 301-Weiterleitungen f├╝r alle URLs von alt auf neu (inklusive aller Subdomains, vor allem Bilder)

  4. Bilder pr├╝fen und schauen, dass die sich nicht ├Ąndern

  5. Domain-Migration f├╝r alle Subdomains in der GSC bei GoLive

  6. GSC f├╝r alle Subdomains der neuen Domain anmelden

Bei GoLive:

  1. Robots.txt, Indexierungsregeln pr├╝fen

  2. Ancrawlen, um interne Verlinkung sicherzustellen

  3. Domain-Migration in GSC f├╝r alle Subdomains anmelden

Post-GoLive:

  1. Crawling monitoren

  2. Indexierung monitoren

  3. Traffic monitoren

Je mehr Informationen sich ├Ąndern, desto komplizierter wird es werden und umso gr├Â├čer wird das Risiko. Daher ist es jedes Mal spannend zu beobachten, wie gut Google eine solche Migration verarbeitet (und wie sauber das SEO-Team gearbeitet hat/arbeiten konnte).

Dieser Launch ist noch mal besonders spannend, weil Ebay Kleinanzeigen ein besonders stark fluktuierendes Inventar hat. Die Detailseiten ├Ąndern sich t├Ąglich. Das macht die Migration noch mal schwieriger als bei einer eher statischen Seite.

Falls Du eine Domain-Migration oder einen Relaunch planst: Wir haben eine sehr umfangreiche Checkliste f├╝r Dich (und helfen Dir nat├╝rlich auch gern bei der Umsetzung). Schreib uns einfach!

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Schreib uns gern jederzeit
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Bis bald,
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