HTML-Sitemap - Wann sie Sinn ergibt

Was ist eine HTML-Sitemap?

HTML-Sitemaps dienen dazu Crawlern und Nutzern Orientierung auf der Seite zu bieten. Wenn es Dir allerdings darum geht, das Crawling Deiner Seite zu optimieren dann solltest Du dir den Artikel zur XML-Sitemap anschauen. Nebder der Orientierung, bietet die HTML-Sitemap eine Visualisierung des Inhalts und der Informationsarchitektur. Damit bieten sie sowohl Usern als auch dem Webseitenbetreiber einen kompakten Überblick über die Seite. Gerade mit steigender Mobile-Nutzung mit einer unübersichtlichen Navigationsstruktur wird die HTML-Sitemap wieder wichtiger. Die HTML-Sitemap listet dabei die wichtigsten Seiten, Kategorien und Subkategorien und ist selber aus dem Footer aller Seiten oder dem Impressum verlinkt.

Ein anscheuliches Beispiel liefert Amazon. Im Vergleich zu einer Kategorieseite, liefert die HTML-Sitemap einen hervorragenden Überblick, da sie keinen Platz für Teaser verschwendet. Amazons HTML-Sitemap

Eine HTML-Sitemap hilft auch die wichtigsten URLs in nur wenigen Klicks erreichbar zu machen. Sie dient damit nicht nur der Crawlability für Suchmaschinen, sondern auch der Optimierung des Linkflusses.

Vorteile einer HTML-Sitemap

  • Usability durch kurze Klickpfade
  • Überblick für Nutzer und Betreiber
  • Unterstützung der internen Verlinkung
  • Erleichtern Crawlern die Indexierung

Brauche ich eine HTML- und XML-Sitemap?

Nein. Eine XML-Sitemap verfolgt vornehmlich andere Ziele als eine HTML-Sitemap. Die XML-Sitemap wird für den Googlebot und andere Suchmaschinen erstellt, um das Crawlich und die Indexierung der Seite zu steuern. Sie wird entsprechend auch bei Google in der Search Console eingereicht.

Dieses Ziel verfolgt eine HTML-Sitemap nur, wenn es sich um eine kleine Seite, mit wenigen URLs handelt. In allen anderen Fällen dient die HTML-Sitemap hauptsächlich der Nutzerführung. Sollte die HTML-Sitemap indexierbar sein? Die Sitemap sollte per
<meta name="robots" content="noindex, follow" />
von der Indexierung ausgeschlossen werden. Als Einstieg aus den SERPs heraus ist die Sitemap nicht geeignet.

Was sollte in einer HTML-Sitemaps enthalten sein?

Im Gegensatz zu XML-Sitemaps sollen HTML-Sitemaps nicht alle Dokumente enthalten, sondern Nutzern helfen Ziele schnell zu erreichen und gleichzeitig einen Hub für die interne Verlinkung darstellen. Daher sollten vor allem Seiten verlinkt werden, die nicht in der Hauptnavigation verlinkt werden und die Linkpower intern weiter verteilen.

Wo sollte die HTML-Sitemap verlinkt sein?

In der Regel wird die Sitemap im Footer verlinkt. Gelegentlich auch im Header. Das hat den Vorteil, dass die Sitemap von überall erreichbar ist. Besonders hilfreich ist die Sitemap auf 404-Fehlerseiten.

Gute und weniger gute Beispiele für HTML-Sitemaps

  • Ebay-Sitemap: Alle wichtigen Links für den Nutzer werden schnell verfügbar gemacht. Im Vordergrund stehen weniger Produktkategorien, sondern Nutzer-Pages. Diese Sitemap ist offensichtlich für Nutzer geschaffen, weniger für SEO. Sie verlinkt aber auf den Kategorie-Hub, der eine eigene Kategorien-Sitemap ist.
  • Amazon-Sitemap: Die Sitemap ist prominent verlinkt (schon mal auf “Alle Kategorien” geklickt?). Sie enthält Abkürzungen zu Kategorien, sorgt aber vor allem auch dafür die eigenen Produkte (Kindle, Prime, FireTV, AWS, etc.) mit reichlich interner Linkpower zu versehen. Unabhängig von Teaserflächen und ähnlichem.
  • Samsung-Sitemap: Eine interessante Sitemap. Bei dem Footer, den Samsung ohnehin auf jeder Seite mit sich herumträgt überrascht eine so umfangreiche Sitemap
  • Commerzbank-Sitemap: Eine Sitemap, die nur die Hauptnavigation und Subnavigation der Kategorien abbildet und dazu unübersichtlich ist, hilft weder dem Nutzer, noch der Suchmaschine.
  • ZEIT: Für Publisher sind Themenseiten Seiten, die alle relevanten Informationen zu einem Thema bündeln und erfahrbar machen. Zeit hat eine Übersicht dieser Seiten, die Sitemap-Funktionen erfüllt. Da es extrem viele Themenseiten gibt, werden die Sitemaps nach Buchstaben und Entitäten gesplittet. Wahrscheinlich wäre zusätzlich eine Priorisierung (Themen mit dem höchsten Nutzerinteresse, den meisten Artikeln, etc.) hilfreich. [Update: 11.07.2018: Die ursprüngliche Sitemap ist nicht mehr erreichbar und der nun verlinkten Seite gewichen. Der Abschnitt bleibt trotzdem stehen, da die Beschreibung hinreichend illustriert, wie das Konstrukt von zeit.de damals™ funktioniert hat]