Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen f├╝r wache Webmarketer #159
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Nadine Kl├Âschen
Nadine Kl├Âschen
Consultant
­čąÁ Hot SEOs in the City

Wie viele unserer Branchenkolleginnen und -kollegen pilgern wir Wingmenschen diese Woche fast vollz├Ąhlig ins beschauliche Blankenfelde-Mahlow zur diesj├Ąhrigen Ausgabe der SEO-Campixx.

Wir freuen uns schon sehr auf die vielen tollen Sessions und interessanten Gespr├Ąche, die uns dort hoffentlich erwarten ÔÇô und bei diesen Temperaturen d├╝rfen auch die gemeinsamen Kaltgetr├Ąnke nicht vergessen werden. ­čśÄ

Falls Du auch da bist und wir uns über den Weg laufen, sprich uns gerne an und wir quatschen mal in diesem Real Life. 

Bevor jetzt aber alle losrennen und ihr Konferenzk├Âfferchen packen, haben wir heute noch ein paar frische Infos zusammengestellt:

  • ­č¬× Anita zeigt Dir wie Googles Antwort auf Bings AI-Eskapaden aussieht

  • ­čÖü Johan erz├Ąhlt Dir, warum er davon bisher gar nicht mal so begeistert ist

  • Ôśá´ŞĆ Jolle macht sich Gedanken zu Kannibalisierung┬á

  • ­čôť Behrend warnt Dich davor, in Scripten zu halluzinieren

  • ­čöó Matt fragt sich, wie viele URLs vielleicht zu viele sind

Komm gut durch die hei├čen Tage! ԜǴŞĆ

Deine Wingmenschen

Was wir gelesen haben
Anita B├Âhm
Anita B├Âhm
Consultant
Google SGE - Search Generative Experience

Es ist schon ein paar Wochen her, dass Andreas hier im Newsletter einen kleinen Aufschlag zu Magi gemacht hat. Unter diesem Codenamen baut Google eine nigel-nagel-neue AI-gest├╝tzte Suche. Mittlerweile liest man von ihr unter dem Namen Google Search Generative Experience, kurz SGE. Ich sage auch schon mal voraus, dass SGE das neue Hype-Thema werden und uns die n├Ąchsten Monate intensiv begleiten wird.

Eine neue Art zu suchen

Mit SGE will Google die Suche general├╝berholen und st├╝tzt sich dabei wie viele andere auf KI-Technologie.

"With new generative AI capabilities in Search, we're now taking more of the work out of searching, so you'll be able to understand a topic faster, uncover new viewpoints and insights, and get things done more easily."

schreibt Google Anfang Mai im Blogpost, der erste Einblicke in die KI-gest├╝tzte Google Search Generative Experience gew├Ąhrt.

So sieht's aus

Oberhalb der regul├Ąren Suchergebnisse zeigt Google in der SGE eine zus├Ątzliche Box an. Die ist gut erkennbar mit "Generative AI is experimental" gelabelt und enth├Ąlt eine AI-basiert generierte Antwort auf die Suchanfrage. Die dabei genutzten Quellen sind rechts neben der Antwort verlinkt. Weiter unten werden dann n├Ąchste Schritte vorgeschlagen, wie man die Suche weiterf├╝hren kann, beispielsweise indem man Followup-Fragen stellt.

Ein Beispiel wie das aussehen kann direkt aus dem Post von Google:

Screenshot aus einer Google Suchergebnisseite, die durch SGE erweitert ist. Die Nutzanfrage zielt darauf ab, das SGE eine Empfehlung abgibt, welcher von 2 National Parks besser geeignet ist f├╝r einen Ausflug mit kleinen Kindern und Hund.

"You'll see an AI-powered snapshot of key information to consider, with links to dig deeper."

"Below this snapshot, you'll see suggested next steps, including the ability to ask follow-up questions, like "How long to spend at Bryce Canyon with kids?""

"When you tap on these, it takes you to a new conversational mode, where you can ask Google more about the topic you're exploring."

"Context will be carried over from question to question, to help you more naturally continue your exploration."

"You'll also find helpful jumping-off points to web content and a range of perspectives that you can dig into."

Vertikale Suche & Konversationen

Die vertikale Suche ist auch direkt integriert, so ist beispielsweise auch eine Suche nach Produkten m├Âglich. Daf├╝r bedient sich SGE direkt an den Product Listings aus dem Google Shopping Graph.

Au├čerdem sehen wir im GIF ein Beispiel daf├╝r, wie die weiter oben bereits erw├Ąhnten Followup-Fragen aussehen k├Ânnen.

Okay. Und jetzt?

F├╝r alle, die diese Meldung erstmal voller Enthusiasmus aufgenommen haben, hat Google in der Ank├╝ndigung vom 10. Mai die Bremse angezogen: SGE ist erstmal nur im sogenannten Search Lab und nur in den USA verf├╝gbar. Na klar, soll ja erstmal in ├╝berschaubaren, aber relevanten Rahmen ausprobiert und optimiert werden:

"incorporate feedback and continue to improve the experience over time"

Die ein oder andere Beschwerde oder zumindest kritische R├╝ckmeldung hat es zumindest schon gegeben.

Ein Ende der Testphase ist offenbar aber schon in Sicht, wie Barry Schwartz hier "enth├╝llt": Im Dezember 2023.

Falls Du neben dem Blogpost noch tiefer eintauchen magst, ist vielleicht das Paper A new way to search with generative AI - An overview of SGE f├╝r Dich interessant. Auf knapp 20 Seiten hat Google etwas genauer aufgedr├Âselt, was dieses SGE eigentlich ist, wie es funktioniert und was es dazu sonst noch zu sagen gibt. Eigentlich f├╝r alle SEOs eine Pflichtlekt├╝re!

Wenn Video mehr Dein Medium ist, kannst Du Dir auch den Search Part der Google I/O Keynote anschauen.

Was sagt die SEO Welt zu Google SGE?

Na klar, wenn Google sowas raushaut, st├╝rzen sich die SEOs drauf und nehmen sofort auseinander, was irgendwie geht. Wir haben verschiedene Takes f├╝r Dich zusammengestellt:

  • Marie Haynes hat sich ein paar SGE-Screenshots genauer angeschaut und wie man sieht, wird die Search Generative Experience hier und da gro├čz├╝gig mit Ads gew├╝rzt.

  • Brodie Clark freut sich dar├╝ber, dass Featured Snippets nicht von der SGE geschluckt werden, sondern neben ihr koexistieren. Au├čerdem liefert er ein paar weitere Details dazu, wie die SGE in der SERP integriert wird: Zum einen gibt es einen "Converse" Tab im Vertical Search Menu, zum anderen muss die KI-basierte Antwort durch Klick auf den "Generate" Button erst angefordert werden. Brodie betont au├čerdem vor allem das Potenzial f├╝r Online-Shops, das sich seiner Meinung nach durch SGE bietet.

  • Barry Schwartz steuert ebenfalls einen Twitter-Thread bei, den Du aber auch als Artikel zusammengefasst bei Search Engine Land lesen kannst. Er listet einige Features auf, die ihm gefallen, wie z. B. das Expansion Feature der Antworten, zahlreiche organische Links, die Followup-Fragen und teilt eine ganze Menge Screenshots zu verschiedenen Queries, die man sich anschauen kann.

"I do like how you can expand the answers and look at all those snackable organic/free links you can click on..."

"The follow-up answers are pretty good..."

  • Ross Hudgens sieht die Sache mit SGE etwas anders und f├Ąllt ein eher vernichtendes Urteil, demnach SGE in der aktuellen Form noch einiges zu verbessern hat, bevor es livegeht. Er hat ein etwa 30 Minuten langes Video aufgenommen, in dem er uns durch seine pers├Ânliche Google Search Generative Experience nimmt. Daraus nehme ich z. B. mit, dass die Farbe, in denen der SGE-Teil hinterlegt ist, von Query zu Query unterschiedlich ist, aber man noch keine Muster herleiten kann, worauf genau das basiert und die einem dabei helfen k├Ânnten, m├Âglichst kontrastreiche Thumbnail-Pics auszuw├Ąhlen, falls man rechts als Quelle verlinkt wird. Ross befasst sich auch mit der User Experience und zeigt auf, dass der Fokus sich verschiebt, je nachdem in welcher Form die Inhalte links pr├Ąsentiert werden. Au├čerdem kritisiert er, dass der Inhalt der SGE sich mitunter mit den darunter folgenden organischen Inhalten doppelt oder man zu verschiedenen Frage-Zeitpunkten auf den gleichen Query unterschiedliche Antworten bekommt.

  • Kevin Indig hat sich selbstverst├Ąndlich auch intensiv mit Googles neuestem Spielzeug befasst und Kevin w├Ąre nicht Kevin, wenn er sich nicht auch mit strategischen Aspekten eingehend besch├Ąftigen w├╝rde. So beinhalten seine 11 Realisierungen auch Gedanken zu Rechenressourcen, Kosten, Caching, usw. ÔÇô es lohnt sich definitiv, da mal reinzuschauen!

  • Aleyda Solis darf nat├╝rlich nicht fehlen. ├ähnlich wie Ross ├Ąu├čert sie sich kritisch zu den sich teils wiederholenden Elementen und der mitunter fragw├╝rdigen User Experience. Au├čerdem ist es nicht besonders hilfreich, wenn der Intent des Queries nicht im SGE Result getroffen wird.

  • Cyrus Shepard beleuchtet nochmal einen anderen Aspekt, der auch nicht uninteressant ist: Bei manchen Queries werden wohl keine AI-generierten Ergebnisse getriggert, so beispielsweise bei Rezepten. Bei einigen seiner Beispiel-Screenshots sehen wir ja aber trotzdem den "Generate"-Button, was f├╝r mich nicht das Gleiche ist wie ein Query, zu dem die Search Generative Experience in keiner Form sichtbar ist.

  • Eric Ravenscraft schl├Ągt ein wenig in die gleiche Kerbe wie Ross und f├╝hrt uns durch ein sehr konkretes Beispiel. So ist die Antwort zu seiner Frage ziemlich generisch und nicht wirklich hilfreich, schiebt die guten regul├Ąren organischen Ergebnisse aber nach unten. Doof: Auch die Tatsache, dass in der SGE der Inhalt der originalen Quelle teils 1:1 ├╝bernommen wird, ist nicht wirklich fair, findet Eric.

"I've been in Google's beta test for generative AI search results. I've also been playing Tears of the Kingdom."

"I wanna talk about how this is a perfect example of how this new approach makes search results way, WAY worse."

"And that's before we even get to the errors."

"Even when the information is accurate, it's taking up space from real human responses."

"When they work, it's because they're literally copying the results they're pushing down the page."

"When they don't, they're irrelevant and make it harder to find the info I actually need. Or worse, they're wrong"

Die ein oder andere Einsch├Ątzung teilen sich verschiedene der erw├Ąhnten SEOs, an anderen Stellen gibt es Widerspr├╝che und wir m├╝ssen uns wohl noch etwas gedulden, um zu sehen, wer den richtigen Riecher hatte.

Wenn Du Dich jetzt fragst: Und was ist unser Take? Dann schau' doch mal, was Johan dazu f├╝r Dich ausprobiert und geschrieben hat!

Johan von H├╝lsen
Johan von H├╝lsen
Gesch├Ąftsf├╝hrender Gesellschafter
Super Generische Experience

Anita hat Dir ja schon einen ├ťberblick ├╝ber die SGE gegeben. Am Wochenende habe ich ein paar erste SGE-Suchen durchgef├╝hrt.

Ich bin nicht beeindruckt. Aber schauen wir doch mal, wie das aussieht.

Das Wichtigste vorweg:

  1. Google weist darauf hin, dass es sich um ein Experiment handelt. Je nachdem, aus welchem Bereich die Suchanfrage kommt, gibt es einen zus├Ątzlichen Hinweis, insbesondere bei juristischen oder medizinischen Fragen.

  2. Die Ergebnisse sind aktuell nicht gecached.

  3. Aktuell nur f├╝r Desktop, mobile gibt es das Feature noch nicht.

  4. Nicht immer wird das Ergebnis ausgespielt. Manchmal wird es direkt eingebaut, manchmal erst auf Request. F├╝r manche Queries gibt es gar kein Ergebnis.

  5. Verlinkte Suchergebnisse in SGE sind nicht zwangsl├Ąufig die organischen Top-Results.

  6. Es gibt nur 2 unterschiedliche Varianten.

Soweit, so bekannt. Aber wie f├╝hlt es sich an?

Schauen wir uns einmal Washi Tape als Conversion-Suchanfrage an:

Screenshot Google Search Generative Experience zur Suchanfrage "washi tape"

Oben rechts sehen wir Quellen, die wohl zur Ergebnisgenerierung herangezogen worden sind. Der erste Treffer ist nicht in den Top 10. Die beiden anderen schon. Im Hauptbereich finden wir einen beschreibenden Text und darunter 5 Produkte. Der Text:

"Washi tape is a decorative, multipurpose masking tape that comes in an array of brightly-colored patterns.

It is often used for papercraft projects, such as bookbinding, scrapbooking or journaling, but there are many other creative ways to use it around the home.

Washi tape is easy to use; just peel it from the roll and stick it to a surface. It's incredibly versatile, and you can stick it on almost any surface.

Washi tape is made from handmade Japanese paper, called "washi," which uses natural plant fibers to make paper, for example, bamboo and rice plants, which give the paper a specific matte texture."

├ťber einen Klick auf das detailed Icon bekommt man einen ├ťberblick dar├╝ber, welche Informationen Google generiert (und woher sie stammen):

Screenshot Google Search Generative Experience zur Suchanfrage "washi tape" nach Klick auf detailed icon

Hier wird Attribution gro├č geschrieben. Aber es ist daf├╝r so versteckt, dass au├čer ein paar SEOs niemand den Weg hierher findet.

Die Qualit├Ąt der Ergebnisse variiert sehr stark. F├╝r politische und kontroverse Themen ist mir bisher keine Einbindung gelungen.

Nicht so ├╝berzeugt hat mich beispielsweise dieses Ergebnis:

Screenshot Google Search Generative Experience zur Suchanfrage "who is the best footballer of the second league in germany 2023?"

Dabei ist die Frage gar nicht so schwer.

Als ich versucht habe, ein bisschen nach News zu schauen, habe ich gemerkt, dass der Stand nicht wirklich tagesaktuell und alles im Fluss ist. W├Ąhrend ich Sonntag noch ein Ergebnis f├╝r eine Anfrage bekommen habe, die gerade wieder politischer wurde, wurde mir Montag vorgeschlagen, eine Antwort zu generieren und ÔÇô Naja. Seht selbst: ­čĄĚ

Screenshot Google Search Generative Experience zur Suchanfrage "what's happening at fairfield lake state park" am Montag

Keine 24h vorher sah es so aus:

Screenshot Google Search Generative Experience zur Suchanfrage "what's happening at fairfield lake state park" am Sonntag

├ťber Trump oder andere Politiker wollte mir das System noch ├╝berhaupt nichts sagen.

Andere Zusammenfassungen sind aber tats├Ąchlich ganz cool:

Screenshot Google Search Generative Experience zur Suchanfrage "Who will win stanley cup 2023 predictions"

Tipps wie diese sind aber dann schon wieder recht wertlos:

Screenshot Google Search Generative Experience zur Suchanfrage "how to choose the right seo keywords"

Strategische Einordnung

Google hat den SGE-Test offensichtlich gelauncht, weil es von Microsoft Bing dazu gedr├Ąngt wurde und andererseits aus den Nutzerdaten lernen m├Âchte. Im jetzigen Zustand wird diese Form der Suche nicht global live gehen. H├Ąufig ist die Suche, wie wir sie bis dato kennen, ├╝berlegen. In diesen F├Ąllen wird auch Google an seinem ├╝berlegenen Produkt festhalten.

Aber Google wird dazulernen und f├╝r Suchanfragen und Zielgruppen, bei denen sich ein Mehrwert erweist, k├╝nftig auch die SGE ausspielen, selbst wenn diese sich noch gravierend ver├Ąndern d├╝rfte. Es ist also wichtig, sich heute schon mit etwaigen Designs und Ranking-Logiken auseinanderzusetzen.

Die aktuelle Marketing- und SEO-Strategie deshalb direkt aus dem Fenster zu werfen, w├Ąre allerdings voreilig. Weiterhin gilt: Wir m├╝ssen den Menschen etwas Besonderes bieten, um sie von einem Besuch unserer Website und Conversions darauf zu ├╝berzeugen. Mit generischem K├Ąse wird das nicht gelingen.

Was ist Dir bisher aufgefallen? Bei welchen Keywords w├╝rde Dich interessieren, dass wir einen Blick darauf werfen?

Jolle Lahr-Eigen
Jolle Lahr-Eigen
Consultant
Indented Results als Kannibalisierungs-Indikator?

So gern ich auch ├╝ber Gastgruppen spr├Ąche, die sich was eingeschoben haben und der Geradlinigkeit nun etwas entr├╝ckt sind, ich tue es nicht. Stattdessen spreche ich ├╝ber "Indented Results", die von Google offiziell auch als "Host Groups" bezeichnet werden.

Was sind Indented Results bzw. Host Groups?

Hier ein Beispiel f├╝r ein Indented Result, die ├╝blicherweise nur auf Seite 1 der Google-Ergebnisse zu finden sind, das auf dem Desktop bei der Suchanfrage [edding wasserl├Âslich] ausgel├Âst wurde:

Screenshot aus der Google-Suchergebnisseite zum Suchbegriff "edding wasserl├Âslich", Host Group bzw. Indented Results von lyreco.com

Google-Sprecher Gary Illyes erkl├Ąrte in der englischen SEO-Sprechstunde vom Juni, dass es sich bei den einger├╝ckten Ergebnissen um weitere URLs einer Site (also Domain) handelt, die zur identischen Suchanfrage ranken.

Indikator f├╝r Kannibalisierung und Abhilfe dagegen

Das sei ein Indiz daf├╝r, dass es sich um zu ├Ąhnliche Inhalte mit zu viel inhaltlicher ├ťberlappung handeln k├Ânnte, die sich gegenseitig Konkurrenz machen.

Dann liegt Kannibalisierung vor, die sich mit dem Zusammenfassen der Seiten beheben l├Ąsst. Erg├Ąnzt sei, dass wegfallende URLs nat├╝rlich nicht einfach gel├Âscht, sondern per 301-Redirect auf die gew├╝nschte URL weitergeleitet werden sollten.

Alternativ lie├če sich laut Gary von der weniger relevanten URL per Canonical auf die korrekte URL verweisen, so wie es in Googles Visual Elements Gallery empfohlen wird.

Liegt tats├Ąchlich Kannibalisierung vor?

Im Nebensatz l├Ąsst Gary fallen, dass gepr├╝ft werden muss, ob sich die zwei Seiten, die eine Host Group bilden, ├╝berhaupt zusammenfassen lassen und geht dann nicht weiter darauf ein.

Das ist allerdings ein gro├čes "Ob". Im obigen Fall von Lyreco f├Ąnd ich es tats├Ąchlich sinnvoller, den blauen und den schwarzen 1mm starken, wasserl├Âslichen OHP-Edding nicht mit einzelnen Produktdetailseiten gegeneinander antreten zu lassen, sondern die jeweiligen Varianten per Filter und parametrisierten URLs f├╝r den Farb-Longtail erreichbar zu machen.

Auch bei diesem Beispiel f├╝r [management buch] k├Ânnte es sein, dass die Shop-Startseite dem Magazin-Listing zur "Allgemeinen Management-Kategorie" zu ├Ąhnlich ist, da sich die komplette Website auf Managementb├╝cher fokussiert.

Screenshot aus der Google-Suchergebnisseite zum Suchbegriff "management buch", Host Group bzw. Indented Results von managementbuch.de

Der Google Play Store kann wiederum schlecht zwei unterschiedliche Apps auf einer Seite zusammenfassen. Die Indented Results geben allerdings den Anreiz, ├╝ber eine Kategorieseite f├╝r [pomodoro apps] nachzudenken.

Screenshot aus der Google-Suchergebnisseite zum Suchbegriff "pomodoro apps", Host Group bzw. Indented Results von play.google.com![](https://wngmn.de/nl-assets/u/419edc05d24d35984502_indentedesults.png)

Gardena m├Âchte vermutlich nicht die [gardena gartenschlauch]-Seiten f├╝r den schweizer Markt mit denen f├╝r den deutschen zusammenf├╝hren, br├Ąuchte stattdessen aber eine funktionierende HREFLANG-Implementierung.

Screenshot aus der Google-Suchergebnisseite zum Suchbegriff "gardena gartenschlauch", Host Group bzw. Indented Results von gardena.com

Wir kennen aber gen├╝gend Beispiele aus unserer Beratungspraxis, bei denen Shorthead-Suchanfragen Host Groups ausl├Âsen, wobei die Seiten unterschiedliche Intentionen und Longtail-Suchanfragen bedienen. In diesen F├Ąllen nehmen wir den vergr├Â├čerten "Real Estate" auf der SERP gerne mit. Schlie├člich werden wir prominent und facettenreich dargestellt, w├Ąhrend sich die Konkurrenz weiter nach unten verschiebt.

Das lohnt sich aber nicht immer und kann auch auf die Conversion Rate dr├╝cken. Eine sch├Âne Case Study dazu hat Joy Hawkins Anfang des Jahres im Search Engine Land ver├Âffentlicht.

Bevor aber wild Seiten zusammengeschmissen werden, bitte jeweils anhand der Suchbegriffnachfrage-, Traffic-, Backlink- und Conversion-Zahlen abw├Ągen, ob wir die URLs nicht separat brauchen und die Indented Results ├╝berhaupt ein Problem sind.

Wie siehst Du das? Hast Du Fragen dazu? Bei Keyword-URL-Mapping- und Kannibalisierungsfragen k├Ânnen wir Dir nat├╝rlich jederzeit unter die Arme greifen.

Behrend von H├╝lsen
Behrend von H├╝lsen
Consultant
Hallucination-Squatting als Trend in der Malware Szene

Ja... wieder was ├╝ber AI ┬»\_(Ńâä)_/┬»

Typosquatting ist Dir vielleicht ein Begriff. Ein fieser Mensch registriert sich eine Vertipper-Variante eines bekannten Domainnamens und treibt dann darunter irgendeinen Schindluder mit gutgl├Ąubigen Nutzern, die den Unterschied vielleicht nicht bemerken.

Das tun fiese Menschen nicht nur mit Domainnamen, sondern auch mit bekannten Software Libraries, die Entwickler in ihre Programme einbinden. Das ist ungleich gef├Ąhrlicher. Zum einen k├Ânnte Schadcode in der Entwicklung nicht auffallen und am Ende bei den Nutzern landen, zum anderen laufen lokale Entwicklungssysteme mitunter mit Rechten, die ein Produktivsystem nicht h├Ątte...

Typosquatting ist ein altbekanntes Problem, und wie auch andere altbekannte Probleme bekommt es durch AI eine neue Dimension.

Bar Lanyado von Vulcan.io hat das mal n├Ąher beleuchtet. ChatGPT denkt sich bei Code-Fragen gerne mal Libraries aus, die noch gar nicht existieren. Es gibt jetzt also nicht nur Typos, auf die fiese Menschen hoffen k├Ânnen, sondern auch von der AI ausgedachte Library-Namen. Und besonders fiese Menschen k├Ânnen ChatGPT sogar von Ihren Malware Libraries erz├Ąhlen in der Hoffnung, dass ChatGPT es weitertratscht. Denn ChatGPT hat keine Ahnung vom Programmieren und kann nicht wissen, was Malware ist oder was nicht.

Wenn Du also ein bisschen skriptest und Dir Tipps von ChatGPT oder so holst, dann Copy und Paste den Code nicht einfach in Deine Entwicklungsumgebung, die mit Root-Rechten l├Ąuft, um es schnell auszuprobieren. Pr├╝fe erstmal, was da so alles eingebunden wird, bevor sich vielleicht ein ­čÉ░ in Deinem System ausbreitet.

Matthias P├╝lz
Matthias P├╝lz
Junior Consultant
Halt! Hier ist Einlassstopp!

M├Âglicherweise hast Du Dich auch schon einmal gefragt, ob es f├╝r Websites eine Art (k├╝nstliche) Obergrenze indexierter URLs gibt. Hast Du nicht? Na gut, dann tust Du es vermutlich sp├Ątestens jetzt. Bevor Du Dir jetzt den Kopf zerbrichst und heute Nacht nicht richtig schlafen kannst, m├Âchte ich Dir die Frage selbstverst├Ąndlich auch direkt beantworten.

Oder ich lasse es John Mu tun. Der sagt zu dem Thema folgendes: Nope, so etwas wie eine k├╝nstliche Begrenzung indexierter URLs gibt es (seines Wissens nach) nicht! Die Anzahl an Seiten spielt f├╝r Google demnach erst einmal keine Rolle. Entscheidend f├╝r die Indexierung ist stattdessen (wie ├╝blich) die Relevanz der jeweiligen Inhalte. Die auf allen URLs zu gew├Ąhrleisten, f├Ąllt nat├╝rlich bei beispielsweise drei URLs deutlich leichter als bei 1.000.000 URLs. Eine Begrenzung gibt es jedoch nicht.

Also lautet auch hier wieder einmal das Motto: Qualit├Ąt > Quantit├Ąt!┬á

Wichtig ist zudem, dass der Anteil guter URLs im Verh├Ąltnis zu schlechteren ├╝berwiegt. Wenn Google Deine Domain als Ganze wertvoll finden soll, tust Du Dir keinen Gefallen, die sch├Ânen Nadeln in einem Misthaufenwust zu verstecken.

Klar, das haben viele von uns mittlerweile sicher schon tausendmal geh├Ârt. Die Zahl an "Thin Content"-Seiten beweist aber, dass da drau├čen in den gro├čen, dunklen Weiten des Webs, immer noch gen├╝gend Schrott-URLs herumd├╝mpeln, die Besucherinnen und Besucher verscheuchen und sich nur ab und an Mal einen Bissen vom Crawl-Buffet, ├Ąh- Budget g├Ânnen.

Also halte die Augen (auch weiterhin) nach URLs offen, deren Inhalt Du optimieren kannst, bis die Seite (und deine gesamte Website) vor Qualit├Ąt funkelt und gl├Ąnzt. Dann klappt es auch mit dem Sprung von "Crawled - currently not indexed" zu "Page is indexed". Ein guter Gradmesser daf├╝r ist, wenn Deine wertvollen Seiten schnell vom Googlebot gecrawlt und indexiert werden, dann ist alles in Ordnung.

Falls das dann immer noch nicht klappt, wirf auch noch einmal einen Blick auf die Meta Robots-Angaben Deiner URLs, ob die URL eventuell auch einfach auf "noindex" steht (idealerweise pr├╝fst Du das nat├╝rlich schon vorher), oder frag einfach die SEO-Agentur Deines Vertrauens... Also uns ­čśÄ

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