Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen fĂŒr wache Webmarketer #103
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Florian Stelzner
Florian Stelzner
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
đŸ„§ Kann denn SEO SĂŒnde sein?

Und ich sah: Ein SEO stieg aus dem Datenmeer, mit zehn Keywords und 7 Rankings und eines davon wurde visualisiert mit einem Tortendiagramm... wait WHAT?

Gut, so ein bisschen Ketzerei diesdas schön und gut, aber TORTENDIAGRAMME? Wir sind hier doch nicht bei Track Dir was!

Du siehst schon, in dieser Woche kochen die GemĂŒter bei uns hoch. Nicht nur weil wir uns am kommenden Montag mal wieder in echt sehen, sondern weil in dieser Ausgabe - wie wir finden - besonders viele DenkanstĂ¶ĂŸe zwischen den Zeilen fĂŒr Dich und Dein SEO-Gewissen zu finden sind.

In dieser Ausgabe:

  • Serviert Saskia die Sinnhaftigkeit von Tortendiagrammen eiskalt ab

  • Kredenzt Johan Dir Google I/O Gerichte.

  • Tischt Jolle ihre Erkenntnisse zum Thema ContentĂŒberarbeitung auf.

  • Verpflegt Anita Dich mit SEO-Paywall-Proviant.

  • Bringt Behrend ein Dessert mit den Core-Web-Vital-Neuerungen auf den Tisch.

Jetzt aber: Löffel raus, Tiramisu rausgeholt, in die Texte eingetaucht und die SEO-SĂŒĂŸigkeiten genossen.

Ach ja - unsere Werkstudentin Chrissi beschĂ€ftigt sich im Rahmen ihrer Bachelorarbeit mit dem Thema E-Mail Marketing. Sie wĂŒrde sich gern ein StĂŒck von Deiner Newsletter-Torte abschneiden: 3 Minuten und 42 Sekunden kannst Du bestimmt erĂŒbrigen, um an ihrer Umfrage teilzunehmen. Das wĂ€re zuckersĂŒĂŸ. SahnehaubenmĂ€ĂŸig!

Und jetzt: Guten Appetit! đŸ„§

Deine Wingmenschen

Was wir gelesen haben
Saskia Ernst
Saskia Ernst
Trainee
Die Sache mit den Tortendiagrammen 🍰

Sie kommt ja immer mal wieder auf. Die Frage der Fragen, die zumindest als die Wingmenschen sich noch gesammelt im BĂŒro befunden haben, fĂŒr Reaktionen von einem leichten Raunen bis hin zum Kaffeetasse fallen lassen, gefĂŒhrt hat. Und auch jetzt kommt sie im gegenseitigen Austausch doch gelegentlich wieder auf:

"Können wir das nicht in einem Kreisdiagramm darstellen?"

...Oder die noch schönere Variante: "Man könnte dafĂŒr doch ein Tortendiagramm verwenden?"

Die einzige Antwort auf diese Frage sollte grundsÀtzlich NEIN lauten. Klar, Ausnahmen bestÀtigen die Regel, aber in diesem Fall sind die Ausnahmen so minimal, dass sie fast nicht erwÀhnenswert sind. Aber fangen wir von vorne an, warum diese Frage die Wingmenschen und diverse Experten aus dem Gebiet der Verarbeitung von Daten in Rage versetzt und wir diese Frage eigentlich begraben möchten, dazu haben wir mal Argumente gesammelt.

  1. Menschen sind sehr schlecht darin, Winkel einzuschÀtzen und entsprechend ungenau sind die Erkenntnisse, die man beim Anschauen eines Kreisdiagramms mitnimmt.

  2. Ein Balkendiagramm ist immer die genauere Variante

  3. Durch einen vollstĂ€ndigen Kreis entsteht die Illusion eines Ganzen. Rohdaten stĂŒtzen diese Illusion selten.

  4. Kreisdiagramme bieten keinerlei Barrierefreiheit.

  5. Versucht man viele unterschiedliche Positionen darzustellen, stĂ¶ĂŸt man zwangslĂ€ufig an die Grenzen der sinnhaften DarstellungsfĂ€higkeit .

  6. Ein Kreisdiagramm funktioniert hĂ€ufig nur aufgrund seiner Farbgebung, allerdings haben unterschiedliche Farben die Angewohnheit, die GrĂ¶ĂŸenwahrnehmung der FlĂ€chen zu beeinflussen, ergo funktioniert das Kreisdiagramm doch nicht so richtig.

  7. Tiefere Ebenen/Subkategorien machen das Kreisdiagramm nur noch unĂŒbersichtlicher und sorgen dafĂŒr, dass sie sich unkontrolliert potenzieren.

  8. Es ist durchaus anzunehmen, dass eine Korrelation besteht zwischen absichtlicher IrrefĂŒhrung der Wahrnehmung von Personen, die sich ein Kreisdiagramm anschauen und der schwierigen Lesbarkeit, die Kreisdiagramme von Haus aus mitbringen. Man könnte sie also als aktive Betrugshelfer bezeichnen.

Und um auch noch den letzten Kreisdiagramm-Hardcore-Fan zu ĂŒberzeugen, bitteschön, hier sehen wir ein Kreisdiagramm, wie es in der freien Wildbahn hĂ€ufiger anzutreffen ist:

Schrecklich schön unprÀzise... Oder, um es mit Johans Worten wiederzugeben: "Torten sind zum Essen da".

Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
Oh, Oh, Google I/O

Irgendwie kam diese Google I/O plötzlich. Die Hardware hat mich nicht interessiert, aber aus der Software-Ecke waren spannende Dinge dabei. Hier meine persönlichen Highlights:

Spannend sind ja nicht nur die Announcements nach dem Motto „Wir sind die dollsten Developers im Silicon Valley", sondern auch die Talks ĂŒber die vielen Spezialthemen. Viele sind schöne Zusammenfassungen und immer mal gibt es auch ein paar spannende Neuigkeiten. Beispielsweise in der Keynote zum Web: Laut Google erfĂŒllen 65% aller URLs und 50% aller Domains die Core Web Vitals (Minute 25) . Uff.

Ansonsten hat das Programm der Google I/O noch andere spannende Talks bereit:

Auch ganz interessant klangen:

Neben Google LAMDA2 als Marshmallow-Vulkan fand ich aber die Google Translate AnkĂŒndigung am spannendsten:

Google Translate kann 24 neue Sprachen. Vermutlich MUM in Action :

"Sanskrit, used by about 20,000 people in India"

Genug Material, um Translates fĂŒr 20k Menschen anzubieten. đŸ’„

Wahrscheinlich historische Trainingsdaten, aber: WOW!

"This is also a technical milestone for Google Translate. These are the first languages we've added using Zero-Shot Machine Translation, where a machine learning model only sees monolingual text --- meaning, it learns to translate into another language without ever seeing an example."

NatĂŒrlich gab es auch unterhaltsames. Beispielsweise die Pinball Flutter-Demo . Jetzt ist so eine Google I/O immer ein ganz schön dickes Brett. Was sollte ich mir Deiner Meinung nach auf jeden Fall nochmal im Detail ansehen?

Jolle Lahr-Eigen
Jolle Lahr-Eigen
Consultant
Über die Blogposts kannst Du auch noch mal rĂŒbergehn mippm LappmđŸ§Œ

Publisher und Corporate Blogs teilen ein Problem. Sie leben nach der Barney Stinson Regel Nummer 1: "New is always better".

Figur Barney Stinson aus der Serie "How I Met Your Mother" mit seinem Ausspruch "New is always better". Quelle: theodysseyonline.com

Wir brauchen Klicks, wir brauchen Augenpaare, wir brauchen einen neuen Beweis dafĂŒr, dass wir produktiv sind und deshalb brauchen wir: neuen Output! Neuen Content!

Dass wir "Die besten Eisdielen der Stadt" schon im letzten Sommer mit einer Bildergalerie prĂ€sentiert haben, hilft uns zwar beim Brainstorming, hĂ€lt uns aber in der Regel nicht davon ab, das Thema in diesem Sommer unter einer weiteren URL erneut zu spielen. Leider. Denn so lĂ€uft man schnell in die Duplicate-Content-Falle . Besser ist es aus SEO-Sicht, man hĂ€lt den Bestands-Content durch regelmĂ€ĂŸige Updates aktuell.

Doch wieviel Aufwand muss man eigentlich betreiben, um alte Artikel aufzufrischen, so dass sie (wieder mehr) SEO-Ertrag bringen?

Travis McKnight hat diese Frage anhand des Portent Blogs untersucht und aufgeschrieben . Bestehende Blogposts wurden mit unterschiedlich viel/wenig Aufwand aufgefrischt:

  1. "High-effort blog post rewrites" umfassten eine komplett neue Keywordrecherche. Artikel wurden teilweise komplett neu geschrieben, zumindest aber Überschriften und alte Infos angepasst, Visualisierungen und neue Inhalte ergĂ€nzt und die interne Verlinkung ausgebaut.

  2. Beim Mittelweg "Medium-effort updates" wurde neben neuem Title, Description, H1 und Einleitung genau so viel investiert, dass keine veralteten Informationen mehr enthalten waren. Der Rest des Artikels blieb gleich.

  3. "Low-effort updates" waren die reine Erneuerung des Veröffentlichungsdatums.

Das Publishing Date wurde in allen drei FĂ€llen aktualisiert.

Anschließend hat Travis u.a. verglichen:

  • Wieviel (neue) Keywords ranken in den Top 100 und Top 10?

  • Wieviele Backlinks haben die Blogposts dazugewonnen?

  • Haben die Blogposts Featured Snippets oder sonstige spannende SERP Features bekommen?

Fokus bei den Ergebnissen lag auf den dazugewonnenen Keyword-Rankings.

Das Ergebnis?

Schon das pure Updaten des Veröffentlichungsdatum kann Erfolge aufweisen. Aufwand und Ertrag bringen beim Mittelweg die besten Ergebnisse. Die ressourcenintensive Grunderneuerung zahlt sich dagegen nicht mehr aus als der Mittelweg.

Welche Lehren Travis fĂŒr seinen SEO-Ansatz daraus zieht, fasst er am Ende des Artikels zusammen.

Ich persönlich nehme Folgendes mit:

  • Die Aussagekraft von SEO-Studien sind immer begrenzt, weil sie nur selten unter Laborbedingungen stattfinden, sondern in der Wirklichkeit. Sind die drei Gruppen der Artikel wirklich miteinander vergleichbar? Wie hĂ€tten sie sich ohne redaktionelle Updates entwickelt? Wurden die Änderungen vergleichbar schnell von Google entdeckt und verarbeitet? Funktionieren die verschiedenen Update-Varianten bei allen Artikeltypen gleich gut?

  • Aber SEO findet nun mal im echten Leben statt. Genau deshalb finde ich es toll, dass Travis einen pragmatischen Ansatz gefunden hat, um seine Intuition mit der RealitĂ€t abzugleichen.

  • Es gibt nun wirklich gar keine gute Ausrede mehr, die Erkenntnisse, die wir Wingmenschen im Alltag gewinnen und diskutieren, nicht auch in unsere Wissensartikel einfließen zu lassen, nur weil man keine Zeit fĂŒr die KomplettĂŒberarbeitung hat.

Wie gut uns das gelingen wird? Vermutlich eher so semi... Schleuder uns also gerne alles entgegen, wo wir aus Deiner Sicht nochmal drĂŒber gehen sollten... mit dem Lappen.

Anita Böhm
Anita Böhm
Consultant
Paywall - mal so, mal so?

Gerade wenn Du im Bereich (News-)Publishing unterwegs bist, kennst Du bestimmt Googles Sicht auf Abo- und Paywall-Inhalte .

Suchmaschinen haben ein Interesse, den Content hinter der Paywall zu sehen, um eine korrekte Ranking-Bewertung vornehmen zu können. Damit bekommen Suchmaschinen aber andere Inhalte ausgeliefert als die meisten User. Üblicherweise nennt man das Cloaking .

Mit Hilfe von JSON-LD können Publisher Google erklÀren, dass und vor allem welche Teile des Inhalts nicht frei zugÀnglich sind:

"This structured data helps Google differentiate paywalled content from the practice of cloaking, which violates our guidelines."

Denn natĂŒrlich ist es fĂŒr die Bewertung und das Ranking der Inhalte relevant, eine ungefĂ€hre und im Idealfall verlĂ€ssliche Idee zu haben, was da hinter der Paywall versteckt ist. Üblicherweise sieht man ja außerhalb der Bezahlschranke außer Headline, Bild und 1-2 SĂ€tzen nicht viel, was Google als Grundlage fĂŒr ein Ranking heranziehen kann.

Bing hingegen scheint da etwas lÀssiger zu sein und an das Gute im Menschen bzw. Publisher zu glauben. In ihrem Best Practice Beitrag erlÀutern ihr  bevorzugtes Vorgehen.

Der Bingbot soll alles sehen dĂŒrfen, ohne eine weitere ErklĂ€rung, warum hier gecloaked wird.

"The first step is to allow search engines, like Bing, to see the full content that normally resides behind a paywall or a subscription. By accessing the full content, search engines will be able to index more text which will help match more customer queries."

Wie Google empfiehlt auch Bing, noarchive zu verwenden, um Suchmaschinen zu verbieten, den Content aus dem Suchmaschinen-Cache anzuzeigen.

Anzeige des Wikipedia-Artikels "Paid Content" im Google-Cache

Bei Bing sieht eine gecachte URL ĂŒbrigens so aus .

Bing erwĂ€hnt außerdem das nocache -Attribut fĂŒr Dein Meta-Robots oder X-Robots-Tag. Von Google wird dieses aber nicht unterstĂŒtzt :

"To prevent search engines from exposing publisher subscription-based or paywall content in search engines cache pages, publishers can control whether search engines show a cached page of a document by using a special robots meta tag in the <head> section of the web page or, alternatively, by using a customer HTTP response header returned to the search engines crawler for each URL."

Also sollte Dein Setup, wenn es die Richtlinien von Google erfĂŒllt, automatisch auch fĂŒr Bing passen – so lange Du noch dafĂŒr sorgst, dass der Bingbot alles sehen kann, ist alles bestens!

Behrend von HĂŒlsen
Behrend von HĂŒlsen
Consultant
Nicht nur der erste Input zÀhlt

PageSpeed Insights hat seit Kurzem – genauer gesagt dem 11.05.2022 – eine neue Darstellung der Core Web Vitals. Neben der ErgĂ€nzung der Time To First Byte ist besonders auffĂ€llig, dass nun eine neue Metrik angezeigt wird: Interaction to Next Paint oder kurz INP .

Dass die Core Web Vitals sich weiterentwickeln, wurde von Anfang an versprochen. Dazu werden auch immer mal wieder neue Metriken diskutiert und getestet. Neuester Kandidat ist jetzt also INP. Vereinfacht ausgedrĂŒckt ist INP eine Variante des First Input Delays (FID) , bei der nicht nur der erste Input zĂ€hlt, sondern auch die folgenden.

INP misst die Responsiveness der Seite, wobei Responsiveness in diesem Fall nichts mit der Anpassung der Darstellung auf die Viewport-GrĂ¶ĂŸe zu tun hat, sondern mit der Reaktion auf die Nutzerinteraktion. Es geht hier darum, wie lange es von einer Nutzerinteraktion (wie einem Klick) dauert, bis sich etwas in der Darstellung Ă€ndert. Lass Dich also nicht davon verwirren, dass hier im Englischen zufĂ€llig das gleiche Wort verwendet wird!

Noch steht in den Sternen, ob INP Teil der Core Web Vitals wird, aber fĂŒr Deine Nutzer ist es schon heute schön, wenn Deine Seite auch reagiert, wenn sie zum Beispiel auf den Kaufen-Button klicken. Wenn Du also beim nĂ€chsten Blick in die PageSpeed Insights schlechte Werte fĂŒr INP siehst, dann ist das kein Grund zur Panik, aber natĂŒrlich auch nicht zur Entspannung. Du bist in guter Gesellschaft. Schließlich kommen aktuell die großen JS Frameworks alle noch kaum auf gute INP-Werte und google.com selbst hat auch noch Luft nach oben .

Wenn Du dazu mehr wissen willst, hat das Team von web.dev getestet, welche Frameworks hier besonders gut oder schlecht dastehen . Dabei haben sie auch noch ein wenig erklĂ€rt, wo man mit dem Debugging ansetzen kann, und welche Maßnahmen die großen JS-Frameworks planen, um bessere Reaktionszeiten liefern zu können.

Die Hinweise sind natĂŒrlich recht allgemein, können aber nicht nur fĂŒr INP sondern auch fĂŒr die Optimierung des FID DenkanstĂ¶ĂŸe geben. Und wenn das nicht reicht, dann sind wir auch gerne fĂŒr Dich da 😉

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