Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen fĂŒr wache Webmarketer #180
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Nils Warnick
Nils Warnick
Consultant
📅 Welchen Monat haben wir noch gleich?

Ich bin mir nicht sicher, wann es angefangen hat, aber ist Dir schonmal aufgefallen, dass immer mehr Monate unter einem Motto stehen? Teilweise sogar mit mehrfachen Möglichkeiten im gleichen Mondlauf. No-Shave-November oder auch Mo-Vember, Pinktober, Spooktober oder gar SEOktober? Bei einer derartigen Auswahl an Alternativen fĂŒr einen gegebenen Monat kann man schon mal durcheinander kommen.

Als Dienstleister haben wir deswegen natĂŒrlich fĂŒr euch nachgeguckt und können Dir sagen: Offiziell befinden wir uns im November.

Zumindest wenn man nach dem gregorianischen Kalender geht. Aber an der Stelle belassen wir es besser dabei oder es könnte sehr kompliziert werden. Neben diesem ersten praktischen Hinweis haben wir natĂŒrlich auch wieder fĂŒnf spannende Themen aus der SEO-Timeline mitgebracht:

  • Anita arbeitet sich an ĂŒberlangen Rezept-Seiten ab

  • Behrend berichtet von weiteren Tracking-Rechtsprechungen

  • Cleo charakterisiert den cleveren Umgang mit einer KI

  • Johan jongliert mit seinen Takeaways vom Search Central Live Meeting in der Schweiz

  • Außerdem legt Anita die Umstellung auf Mobile First Indexing zu den Akten

Viel Spaß beim Lesen!

Deine Wingmen

Was wir gelesen haben
Anita Böhm
Anita Böhm
Consultant
đŸȘŠđŸ§‘â€đŸł RIP riesige redundante Rezept-Romane?

Na endlich! Wenn Du, so wie ich, ab und an nach Rezepten im Internet suchst, sind Dir sicherlich auch schon diese Websites aufgefallen, bei denen Zutatenliste und Zubereitungsschritte irgendwo in einem riesigen Berg Text versteckt sind. Vor allem auf Blogs beobachte ich diese Praxis schon eine ganze Weile mit sinkender Begeisterung.

Einerseits scheint die Taktik, zu den wesentlichen Bestandteilen des Rezeptes noch einen kleinen Aufsatz zu schreiben, aufzugehen – denn die Inhalte ranken.

Andererseits finde ich es gerade als Nutzerin zunehmend nervig, mich auf der Suche nach den fĂŒr mich relevanten Infos durch 1.000 AbsĂ€tze zu scrollen. Ich will einfach loslegen mit Kochen!

Einige Seiten haben zu Beginn des Beitrags Sprungmarken implementiert, ĂŒber die man immerhin direkt zum eigentlichen Rezept springen kann. So sieht es zum Beispiel bei dem Blog Half Baked Harvest aus:

Screenshot vom Rezept zu "Monster Crunchies" auf der Rezept-Website Half Baked Harvest. Oben sind Logo, Suche, Burger-Navi und Breadcrumb. Dann folgt der Titel des Rezepts inklusive Angaben zur Autorin und dem Veröffentlichungsdatum. Darunter dann ein Button mit der Aufschrift "Skip to Recipe", der als Sprungmarke nach unten fĂŒhrt. Unter dem Button folgt dann  ein lĂ€nglicher Text tu Monster Crunchies, wieso sie toll sind, usw.

Hier kannst Du Dir das Beispiel-Rezept aus dem Screenshot auch direkt anschauen. Beim Scrollen kannst Du sehen, wie anstrengend es ohne die Sprungmarke sein kann, zum eigentlichen Rezept zu gelangen. Ich bin natĂŒrlich auch ein großer "Fan" von den automatisch abspielenden Videos 🙄

Texttapete Ă  la carte

Bei NY Times Cooking sind die Zusatzinfos auch ganz oben, aber eingeklappt. Diesen Ansatz finde ich persönlich noch praktischer: Wenn man gerade Zeit und Lust hat, klappt man die ergÀnzende Beschreibung aus, wenn nicht, kann man sich direkt den Zutaten widmen.

So oder so wundert es mich in Anbetracht solcher Inhalte nicht, wenn man als fachfremde Person zu dem Schluss kommt, dass SEO als mutmaßlich verursachende Kraft in dieser Situation doof und nervig ist.

Offenbar war die Kritik bezĂŒglich der kaum konsumierbaren Kochrezepte so konstant, dass Search Liaison Danny Sullivan sich dazu geĂ€ußert hat. Er versteht die Kritik und betont, wie wichtig es ist, die wesentlichen Bestandteile eines Rezepts wie Zutaten und Zubereitung gut zugĂ€nglich zu prĂ€sentieren.

"I will add that I well know the complaints that recipe pages sometimes go really long while some people just want to get to the ingredients.

I think that's something content producers might want to keep in mind.

If you want to appear to that audience, you might want to ensure your recipes are helpful in that way, easy access to the key parts."

Am Ende ist es aus Dannys Sicht aber egal, wie lang ein solcher Inhalt ist, Hauptsache, man hat bei der Erstellung die BedĂŒrfnisse der Leser*innen berĂŒcksichtigt.

"We're certainly not saying don't write a recipe long or short.

We're saying, as with any content, just write it in a way that makes sense for people first."

War das nur die Vorspeise?

Barry Schwartz vermutet, dass da etwas im Busch ist und womöglich eines der kommenden Google Updates auf langatmige, SEO-getriebene Prosa auf Blogs abzielen könnte.

"To me, this seems like some sort of warning about an upcoming Google search algorithm update that might target those really longwinded, SEO-written, recipe blogs and pages."

Grund zur Panik? Erstmal nicht. Wenn Du Deine Kerninhalte wie beispielsweise Rezepte durch sinnvolle zusÀtzliche Informationen anreicherst, solltest Du sicherstellen, dass die wesentlichen Bestandteile leicht zu erreichen sind. Das sollte erstmal ausreichend sein.

Wenn Du allerdings weißt, dass Du da vielleicht etwas ĂŒber das Ziel hinausgeschossen bist im Namen von SEO, dann solltest Du das wahrscheinlich bei Gelegenheit etwas ausbĂŒgeln.

Ich bin gespannt, ob das gefĂŒhlt oft stundenlange Scrollen durch Rezepte bald weniger wird und man flĂ€chendeckend ĂŒber Shortcuts zu den wichtigen Infos gelangt!

Behrend von HĂŒlsen
Behrend von HĂŒlsen
Consultant
❌ To Do Track or To Do Not Track


Das ist hier die Frage. Hamlets unsterbliche Worte ein weiteres Mal von einem anmaßenden Amateur-Autoren anderweitig angewandt. Aber es hat halt gepasst.

Worum geht's? LinkedIn hat einen Rechtsstreit mit der Verbraucherzentrale vor dem Landgericht Berlin verloren. Gegenstand des Streits war unter anderem LinkedIns Mitteilung an Nutzer, dass sie den DoNotTrack-Header geflissentlich ignorieren. Dazu ging es noch ĂŒber andere Datenschutzthemen wie den (unaufgeforderten) Versand von Mails an Dritte und die Voreinstellungen zu Profilsichtbarkeiten auf Partnerseiten. In erster Instanz hat LinkedIn dazu erstmal verloren.

Eigentlich ist der DNT-Header ein Zombie, der mangels Akzeptanz von der Industrie vom W3C 2019 aufgegeben wurde. Dennoch gibt es noch Bestrebungen, ihn durchzusetzen (und es gibt auch noch immer die Option Do Not Track in Chrome zu aktivieren).

FĂŒr diese Bestrebungen ist das Urteil natĂŒrlich grundsĂ€tzlich eine gute Nachricht. Aber es ist auch nicht so, dass damit der DNT-Header gerichtlich voll und ganz beschlossen wĂ€re und nervige Cookie-Banner nun der Vergangenheit angehörten. Selbst wenn das durch alle Instanzen geklagt wĂŒrde.

Wirksame WidersprĂŒche

Denn das Urteil hat seine Feinheiten. LinkedIn wurde mitnichten verboten, den Header zu ignorieren (wie es aktuell ca 99,9% der Webseiten machen). Es wurde lediglich untersagt, gegenĂŒber Nutzern zu behaupten, dass Do-Not-Track-Signale kein wirksamer Widerspruch gegen die Datenverarbeitung sind. Das sind sie nĂ€mlich grundsĂ€tzlich schon.

Das Urteil verbietet also nicht, ein Cookie-Banner anzuzeigen und zu fragen, ob sie tracken dĂŒrfen.

Aus Sicht der Werbewirtschaft ist klar, dass ein genervter Klick auf "Alles Akzeptieren" eine konkrete, "wohl informierte" und "bewusste" Einwilligung darstellt und damit eine allgemeine Konfiguration des Browsers ĂŒberschreibt. Ob das die Gerichte dieser Welt genauso sehen, muss erst noch durch die Instanzen geklagt werden. Und dieses Schlachtfeld haben die Berliner Richter ganz geflissentlich umschifft mit ihrer Entscheidung.

Cleo Lauterbach
Cleo Lauterbach
Werkstudentin
💬 Menschennahe KI-Interaktion: Die Verbindung von OPRO mit freundlichem Dialog

In der fortschreitenden Ära kĂŒnstlicher Intelligenz gewinnen Large Language Models (LLM), die menschliche Sprache und Emotionen nicht nur verstehen, sondern auch adĂ€quat darauf reagieren, zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Fortschritte im Bereich der promptbasierten Optimierung – bekannt als OPRO (Optimization by PROmpting) – eröffnen hier faszinierende Perspektiven unter anderem dazu, warum es von Vorteil sein kann, wenn Du nett zu deiner KI bist.

OK Bot, jetzt mal tief durchatmen

Die Forschung im Bereich OPRO aus einer Studie von Google DeepMind hat gezeigt, dass selbst subtile VerÀnderungen in den Prompts, die einem LLM gegeben werden, erhebliche Auswirkungen auf seine LeistungsfÀhigkeit haben können. Ein Beispiel aus dem GSM8K-Trainingssatz zeigt, wie eine einfache Aufforderung wie "Take a deep breath" nicht nur die menschliche Interaktion nachahmt, sondern auch die Effizienz und Genauigkeit des Modells beim Lösen mathematischer Aufgaben steigern kann.

So wie Du in die KI rufst,...

Diese menschlichen, einfĂŒhlsamen Nuancen könnten der SchlĂŒssel dazu sein, wie KI-Modelle in der Zukunft effektiver und intuitiver genutzt werden, denn höfliche und klare Kommunikation kann die Genauigkeit der Antworten von KI-Systemen erheblich verbessern. Wenn Anfragen höflich gestellt werden, enthalten sie oft nicht nur zusĂ€tzliche Informationen oder Kontexte, die dem Modell helfen, prĂ€zisere Antworten zu geben. Modelle wie ChatGPT, die mit einer Vielfalt von Daten trainiert wurden, reagieren besonders positiv auf höfliche Anfragen, da sie solche Höflichkeitsformen hĂ€ufig in ihren Trainingsdaten finden. Zudem minimieren eindeutige und freundliche Anfragen die Wahrscheinlichkeit von MissverstĂ€ndnissen, was wiederum die PrĂ€zision der Antworten erhöht (die Antworten hat ChatGPT mir nach höflicher Anfrage gegeben).

...so schallt es heraus

Freundlichkeit ist jedoch keine Einbahnstraße: KI-Systeme, die sich höflich und sozial kompetent verhalten, werden von den Benutzern eher geschĂ€tzt und akzeptiert. Solche Interaktionen können das Vertrauen fördern, insbesondere in sensiblen Bereichen wie dem Gesundheitswesen. Umstritten ist, ob Menschen, wenn sie mit KI in einem sozialen Kontext interagieren, auch aus dem BedĂŒrfnis heraus handeln, ein positives Selbstbild zu bewahren oder ob Menschen eher dazu tendieren, die KI als gefĂŒhllose Maschine fĂŒr ihre Zwecke auszunutzen.

Ein dominanter, unfreundlicher Umgang mit KI-Systemen kann negative Auswirkungen haben, insbesondere auf die Entwicklung von Kindern. Sie lernen dadurch zum Beispiel, dass unhöfliches Verhalten eine akzeptable Form der Kommunikation ist. Deshalb ist es von großer Bedeutung, in der Nutzung von KI-Systemen auf Höflichkeit und respektvollen Umgang zu achten und sicherzustellen, dass KI-Systeme Kindern positive soziale Werte vermitteln und ein Modell fĂŒr respektvolle Kommunikation bieten. Nett sein macht glĂŒcklich. Wer das nicht möchte und an Weihnachten lieber den Grinch als die sĂŒĂŸe Weihnachtselfe spielt, fĂŒr den ist dieses KI Modell namens DeppGPT vielleicht eine erfrischende Alternative.

Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
🧀 SEO’s say Cheese!

FĂŒr manche Events schafft man Platz im Kalender. Wenn beispielsweise Google zum Search Central Live Meeting in die Schweiz ruft, dann will man das möglich machen. 

Meine Takeaways nach einem sehr guten Tag bei Google:

  1. Strukturierte Daten bleiben wichtig fĂŒr Google. 

  2. Im Bereich Shopping sind strukturierte Daten ein Branding-Signal. Das vergisst man oft, wenn man mit europĂ€ischer Perspektive auf Shopping schaut. International ist es total wichtig, dass man VAT-ID, DUNs und Ähnliches hat (ISO 6523). 

  3. Google sind auch andere Zertifizierungen und Produktunterscheidungen in strukturierten Daten wichtig. Mit der Situation, wie unflexibel Offers gerade sind (im Vergleich zu den flexiblen Pricing-Modellen in der RealitÀt) ist Google noch unzufrieden.

  4. Die entsprechenden Anpassungen am Schema.org werden aktuell auf Github diskutiert.

  5. Organisatorisch gehört das Team um John, Martin und Gary jetzt zum Safe Search Team. Also war es naheliegend, dass zwei Kollegen berichtet haben, wie Safe Search funktioniert (ganz abstrakt). Toll zu sehen, wie offen die beiden fĂŒr Feedback waren (ich habe 10 Minuten mit den Kollegen ĂŒber Micro Bikinis und die neue Image blurring Technik sprechen können). Und noch wichtiger: Wie viel Bedeutung das Thema fĂŒr Google hat.

  6. In der Suchergebnisdarstellung wird weiter aufgerĂ€umt. Event Rich Results, FAQ und HowTo werden nicht die letzten Opfer gewesen sein. Auch wenn es niemand gesagt hat: Wird es mehr SGE in den Ergebnissen geben, dann ist es sinnvoll, die Ergebnisse zu vereinfachen. Nicht nur fĂŒr die UX, sondern auch fĂŒr die Kosten. Ich kann mir gut vorstellen, dass mal jemand bei Google durchgerechnet hat, was denn die einzelnen Features auf der SERP fĂŒr Kosten verursachen – und wie aktiv sie wirklich genutzt werden.

  7. HowTo wurde wegen geringer Nutzung durch Seitenbetreiber gekillt. FAQ wegen zu viel Nutzung. Das Feature war ja eigentlich fĂŒr FAQ-Seiten gedacht. Nicht als SEO-Game, um den Platz auf der Seite zu vergrĂ¶ĂŸern. Witzigerweise ist FAQ zwar von Webmastern viel genutzt worden, aber kaum von Usern. Kein Wunder bei der QualitĂ€t, die da teilweise (automatisiert) zustande gekommen ist.\ Es gab eine Menge Tweets von der Veranstaltung mit Slides und Screenshots. Wenn Dich ein Aspekt der Agenda besonders interessiert, dann kann ich gern Slides und weitere Infos zur VerfĂŒgung stellen. Schick mir einfach eine Mail an johan.huelsen@wngmn.de.

Anita Böhm
Anita Böhm
Consultant
đŸš¶â€â™€ïžđŸ„‡ Mobile First Indexing ██████████ 100% (okay, fast!)

Weißt Du noch? Die Mobile First Umstellung? Irgendwie gibt es ja immer ein Thema, das die SEO-Branche ĂŒber Monate und Jahre weg beschĂ€ftigt. Momentan dreht sich alles um KI und die Search Generative Experience. Die Core Web Vitals waren in der Vergangenheit im Fokus. Davor, gefĂŒhlt ist es schon eine halbe Ewigkeit her, war die Umstellung auf den Mobile First Index DAS Thema der SEO-Welt. Dieser Prozess ist nun tatsĂ€chlich endgĂŒltig abgeschlossen, hat Google nun am 31. Oktober 2023 bekannt gegeben.

Falls Du Dich jetzt fragst: "Wie? Was? Mobile First Umstellung?!": Hier ein kleiner Refresher: Ende 2016 kĂŒndigte Google an, den Index von Desktop auf Mobile umzustellen. Grund dafĂŒr: WĂ€hrend immer mehr Menschen mit ihrem MobilgerĂ€t die Suche nutzen, haben die Ranking-Systeme von Google die Inhalte auf Basis der Desktop-Version evaluiert. Wenn diese aber inhaltlich nicht mit den Inhalten der mobilen Version ĂŒbereinstimmen, dann ist das fĂŒr die mobilen Nutzer*innen womöglich kein gutes Ergebnis und somit auch keine gute Erfahrung. Also ist die Konsequenz daraus, den Fokus bei der Indexierung auf die mobile Variante einer Website zu legen.

Die ganze Umstellung hat rund 7 Jahre gebraucht und war keine kleine Sache:

"Crawling and indexing as a smartphone was a big change for Google's infrastructure, but also a change for the public web: a mobile web page now needed to be as complete as the corresponding desktop version."

Auch wenn Google die Umstellung auf den Mobile First Index so umfassend wie möglich vorgenommen hat, konnten letzten Endes nicht alle Websites umgestellt werden. Der Desktop-Crawler wird also erstmal noch nicht in Rente geschickt, kommt aber immer seltener zum Einsatz. Sofern Du die Mobile Indexing Best Practices von Google auf dem Schirm hast und befolgst, hast Du das Wesentliche beachtet.

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