Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen fĂŒr wache Webmarketer #101
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Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
đŸȘ’ Wo gehobelt wird, da fallen SpĂ€ne

NatĂŒrlich nicht in unserem SEO-Wald. Der Wingmen-Newsletter berichtete letzte Woche von 100 BĂ€umen, die wir pflanzen lassen.

Wir sind immer noch hin und weg von Eurem Feedback.

Wie immer gilt: Wenn Du VerbesserungsvorschlĂ€ge fĂŒr Deinen Lieblingsletter hast, dann einfach her damit!

Wir haben auch diese Woche wieder fleißig in die Tasten gehauen und haben wieder Antworten auf Fragen, die Du Dir (nicht)? gestellt hast:

  • Kann man eigentlich auf Basis der IP die Position des Users bestimmen? (Johan)

  • Wie verĂ€ndert sich eigentlich gerade die Zusammensetzung der Wingmenschen? (Nora)

  • Wie kann man Wordpress schneller kriegen? (Andreas)

  • Wie verkaufe ich meine SEO-Tickets so, dass sie auch umgesetzt werden? (Florian und Mr. X)

  • Was ist gerade los in Bezug auf Datenschutz und Google Analytics? (Behrend)

Mr. X? Ja! Zum zweiten Mal im Wingmen Newsletter (zum ersten Mal auf Deutsch) ein Interview: Florian hat sich Marcel Kollmar geschnappt, der bei otto.de jede Menge Ideen bewilligt oder ablehnt. Wer sollte Dir also besser helfen können, Deinen Ticket-Pitch zu verbessern?

Genug gefragt. Jetzt wird geantwortet!

Was wir gelesen haben
Nora Tiedemann
Nora Tiedemann
Junior Consultant
Jeder Topf braucht 'n Deckel und wir brauchen Dich đŸ«•

Bei uns im Team geht es zurzeit fast wilder zu als bei den Movers & Shakers und es gibt einige VerĂ€nderungen, die wir Dir natĂŒrlich nicht vorenthalten möchten. Erst mal die weniger gute Nachricht:

Ramona hat das Wingmen-Team verlassen und beschreitet andere Pfade. Das ist zwar ein bisschen traurig, aber wir wĂŒnschen ihr auf ihrem weiteren Weg ganz viel Erfolg, GlĂŒck und alles Gute. Außerdem sieht man sich ja immer zweimal im Leben 😉💖

Damit hinter den Wingmen-Kulissen auch ohne Ramona alles glatt lĂ€uft, hat sich unser ehemaliger Werkstudent Joachim diesem Thema angenommen und unterstĂŒtzt uns kĂŒnftig als Management Assistant. Apropos ehemalige Werkstudis - auch die liebe Saskia stellt sich neuen Herausforderungen und ist von nun an als Trainee mit von der Partie 🎉  Damit startet der Mai mit geballter Triple-Traineepower, denn neben Matthias und Saskia konnten wir eine weitere Trainee fĂŒr uns gewinnen. Sie wird sich Euch in der nĂ€chsten Woche vorstellen.🎊

Das bedeutet aber auch: Wir suchen neue Werkstudis

Laut Sistrix suchen monatlich 4.050 Personen nach Studentenjobs und 3.700 nach Werkstudentenjob. Auch der Verdienst scheint relevant zu sein, denn 2.700 suchen nach Werkstudent Gehalt. Neben der VergĂŒtung beschĂ€ftigt offenbar viele die Jobsuche in Kombination mit einer Stadt. Die hĂ€ufigsten StĂ€dte sind dabei MĂŒnchen, Hamburg, Berlin und Köln.

Falls Du nun zu genau diesen Suchenden gehörst (oder jemanden kennst), habe ich, was Du brauchst:

-   Einen coolen Job als Werkstudi 🧑‍🎓

-   Mit ĂŒberdurchschnittlichem Gehalt - das liegt ĂŒbrigens laut campusjaeger.de zwischen 10--15€ pro Stunde 💾

-   Remote von wo Du willst  đŸ’»

Wenn Du also der neue Topf mit Deckel im Wingmen-Team sein möchtest oder jemanden kennst, der jemanden kennt... Melde Dich! 💌

Andreas Röne
Andreas Röne
Consultant
5 Optimierungen, die Dein Wordpress schneller machen

In Kundenprojekten haben wir es oft mit WordPress-Installationen zu tun und schon so manchen Kniff aufgetan. Von diesem Erfahrungsschatz sollt natĂŒrlich auch Ihr profitieren!

Nutzt fĂŒr neue Projekte SSD-Hosting-Pakete 

Ein schnelles Hosting-Paket ist die Grundlage fĂŒr eine schnelle Website. Der Webserver kann so benötigte Assets wie Grafiken, Javascripte usw. lesen und zĂŒgig ausliefern. Auf die MySQL- oder Maria-DB-Datenbank kann so mit einer höheren Geschwindigkeit zugegriffen werden, als wenn diese noch auf einer klassischen Festplatte gespeichert wĂŒrde.

WĂ€hle ein schlankes Theme fĂŒr Deine Website / Deinen Shop

Layouts fĂŒr Websites und Onlineshops werden selten von Grund auf neu entwickelt. Sehr hĂ€ufig werden daher bestehende Themes angepasst. Umfangreiche Themes wie Avada oder Divi sind hier bekannte GrĂ¶ĂŸen, bringen jedoch auch einen großen Nachteil mit sich. Solche Themes sind redaktionelle WollmilchsĂ€ue: vom einfachen Textblock bis hin zum komplexen Bild-Slider bieten sie eine Vielzahl von unterschiedlichsten Content-Elementen an.

Der große Nachteil: Egal ob bestimmte Content-Elemente genutzt werden oder nicht, die benötigten Javascripte, CSS-Dateien und Fonts mĂŒssen trotzdem geladen werden, denn es kann ja sein, dass sie morgen doch noch verwendet werden.

Aus diesem Grund ist die Auswahl des richtigen Themes extrem wichtig. ZusÀtzlich sollte die Performance wÀhrend der Anpassung eines Themes auch immer wieder getestet werden. Sehr hÀufig wird das vormals schnellste Theme durch Anpassungen zur "Ladeschnecke".

Installiere und verwende einen Redis-Server

Wordpress und gerade auch WooCommerce speichern wichtige Werte und Einstellungen im so genannten Wordpress Object Cache und sind daher sehr datenbanklastige Anwendungen. Beide Systeme nutzen dazu im Standard eine MySQL- bzw. MariaDB-Datenbank, um Werte dauerhaft zu speichern.

Die Datenbanksysteme speichern und lesen die Daten dabei auf einem physikalischen Laufwerk. Selbst wenn dies (wie aus dem ersten Tipp) eine richtig schnelle SSD ist, so benötigt ein Lesezugriff doch kostbare Zeit. Gerade fĂŒr immer wiederkehrende Lesezugriffe kann der Redis-Server hier extreme Geschwindigkeitsvorteile bringen, da ein Plugin wie "Redis Object Cache" den Wordpress Object Cache im Hauptspeicher des Servers hĂ€lt und alle Anfragen automatisch von dort bedient. Damit beschleunigen wir Anfragen extrem und entlasten zugleich den MySQL- oder Maria-DB-Server.

Die Kosten variieren hier extrem je nach Deinen FĂ€higkeiten und Deinem Provider. FĂŒr alle, die ihre Server vollstĂ€ndig selber administrieren: Ihr könnt ĂŒber die Paketverwaltung den Redis-Server einfach installieren und mit dem Wordpress-Plugin ansprechen. Hier entstehen keine zusĂ€tzlichen Kosten. Alle Anderen mĂŒssen sich leider an ihren Provider wenden und ein passendes (meist zusĂ€tzliches) Redis-Hosting-Paket beauftragen.

Benutze ein Caching-Plugin

Lange Zeit bin ich auf der Suche nach dem besten Caching-Plugin gewesen. Ich habe immer mal wieder andere ausprobiert und bin schließlich bei dem kostenpflichtigen Plugin WP-Rocket hĂ€ngen geblieben. Nicht weil es am besten cachen kann, sondern weil es neben der Cache-FunktionalitĂ€t noch weitere Optimierungs-Funktionen mitbringt, die einer Seite auch in den CWVs-Werten (​​Core Web Vitals) noch einmal einen enormen Schub geben können.

So kann das Plugin z.B. das "Critical CSS" fĂŒr Deine Seiten berechnen und automatisch zur VerfĂŒgung stellen um die Elemente, die "Above the Fold" gezeigt werden, schnell rendern zu können. Lange Zeit habe ich versucht, Kosten zu reduzieren und möglichst alle Anforderungen mit kostenlosen Tools und Plugins zu erledigen, jedoch hat mich WP-Rocket an diesem Punkt ĂŒberzeugt: das Geld ist es Wert.

PrĂŒfe die installierten Plugins

Als letzten Schritt solltest Du Dir einmal anschauen, welche Plugins in Deinem Wordpress und/oder WooCommerce-System installiert sind. Je mehr Plugins installiert und aktiviert sind, um so langsamer wird ein System und umso langsamer wird Deine Website auch antworten.

Benötigst Du wirklich alle Plugins? Ich empfehle hier immer eine Art Inventarliste anzulegen und jedes Plugin mit Grund/Funktion zu notieren. Dies erleichtert das AusdĂŒnnen der Plugins, wenn einmal Funktionen nicht mehr benötigt oder Drittanbieter gewechselt werden.

Oft gibt es auch mehr als ein Plugin fĂŒr dieselbe Funktion. Verwendest Du hier schon das schnellste und beste? Oder könnte man die Funktion des Plugins nicht auch anders umsetzen? So konnte ich z.B. mit der Installation eines Newsletter-Plugins schon Verschlechterungen der Core-Web-Vitals-Werte um 20% beobachten.

Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
Sag mal, wo kommst Du denn her?

đŸŽŒ Soundtrack zum Artikel (NatĂŒrlich geht auch die schwungvollere Version von J.B.O.)

KĂŒrzlich war es wieder soweit:

Hey Johan, kennst Du einen guten Service, um User-Lokalisierung auf Basis der IP abzubilden? Ist zwar keine SEO-Frage, aber vielleicht hast Du eine Idee dazu? Wir brauchen am Besten eine Einordnung auf PLZ-Ebene.

Klingt erstmal nach einem Ansatz, den man verfolgen kann. Tiefer geblickt offenbart sich jedoch, dass dies keine gute Idee ist. Also ganz klar: Können wir nicht empfehlen. Warum erklĂ€ren wir gerne! Damit Du aber beim nĂ€chsten Mal nicht selbst die BegrĂŒndung schreiben musst, hier meine Antwort fĂŒr Dich zum Copy pasten:

tl;dr: Nutze die Geolocation API

Die Geolocation API des Browsers ist das Einzige, worauf ich mich halbwegs verlassen wĂŒrde, auch wenn eine User-Einwilligung dafĂŒr einzuholen ist.

Alle Systeme auf Basis der IP sind extrem fehleranfÀllig und nicht praxistauglich. Eine Zuordnung auf PLZ-Ebene auf Basis der IP ist unmöglich.

Die 3 Kernprobleme jeder API-Lösung:

  • Die Zuordnung ist geographisch ungenau

  • Die Datenbanken sind hĂ€ufig nicht aktuell. Beispielsweise kann die IP-Adresse zuvor einem Provider im Ausland zugewiesen sein und jetzt wieder in Deutschland vergeben werden.

  • VPN (insbesondere in Home-Office oder Reise-Cases im B2B) sorgt dafĂŒr, dass die Location der IP vom realen Standort komplett abweicht.

Die Frage, die Du Dir stellen musst:

Wie wichtig ist die korrekte Erkennung? Wie groß darf die Fehlerquote sein? Wenn Du einfach die Auswahl der PLZ erleichtern willst, indem Du einen Best Guess machst, dann ist IP wahrscheinlich ausreichend.

Wenn Du FunktionalitĂ€t anpassen (Vorschlag fĂŒr Filiale, Kostenkalkulation) oder Inhalte variieren (Lieferzeit, Ansprechpartner) möchtest, dann wĂŒrde ich auf jeden Fall ĂŒber die Geolocation API gehen.

Der aktuelle Selbstversuch

FĂŒr die BeweisfĂŒhrung habe ich verschiedene Services verglichen. Direkt aus meinem Home-Office-Keller in Ahrensburg (nordöstlich der Hamburger Stadtgrenze im wunderschönen Schleswig-Holsteiner Landesteil Holstein).

  • IPCity: Witzeeze (Schleswig-Holstein, ca. 40 Kilometer Luftlinie)

  • IPregistry: Haale (Schleswig-Holstein, ca. 100 Kilometer Luftlinie)

  • IP2Location: DĂŒsseldorf

  • IpInfo: MĂŒnchen (PLZ: 81249)

  • DB-IP: MĂŒnchen (PLZ: 81245)

  • IPStack: Irgendwo in Deutschland

  • Google Chrome Geolocation API: ziemlich genau auf 15m

  • Apple (Wo ist): ebenfalls ungefĂ€hr der Radius, aber exakter Mittelpunkt

Randnotiz: Vor 2 Jahren hatte ich ĂŒbrigens hĂ€ufig Probleme mit Amazon, weil mein Glasfaser-Anbieter IPs bekommen hat, die vorher in Russland verwendet worden sind.

Bevor ich einen Film schauen konnte musste ich mir erst eine neue IP besorgen.

Aktiviere ich das VPN (was meistens der Fall ist, Security ftw.), dann bleiben die Standorte von Google Chrome und Apple gleich. Die IP-Dienste orten mich aber jetzt in Sachsen, Berlin oder Gunzenhausen (Bayern).

Wenn Du viel Mobile Traffic hast und kaum Firmenkunden, dann kann das mit der IP besser funktionieren, hat aber immer noch eine hohe Fehlerquelle.

Mit IPv6 sinkt die Fehlerquote ebenfalls, aber die grundsÀtzlichen Probleme bleiben.

Wie kann es sein, dass die Geolocation API so viel genauer ist?

Beispielsweise weil dem EndgerĂ€t die WLAN-Netzwerke der Umgebung zur VerfĂŒgung stehen, die IDs der Handymasten oder GPS-Signale. Auf diesen Daten arbeiten auch die Navigationssysteme der Handyhersteller und fĂŒr Desktop sind die nur unwesentlich ungenauer, weil Apple und Google entsprechend von ihren EndgerĂ€ten die Welt kartographieren lassen und das dann auch fĂŒr Desktop verwenden können.

Browser und Betriebssystem nutzen also die IP nur als eines von vielen Signalen.

Welche SEO-Implikationen haben IP-Lokalisierungssysteme?

GrundsÀtzlich hat das Erkennen der User-Location selbst keinen SEO-Impact.

Erst wenn auf Basis dieser Erkennung Inhalte variiert werden wird es kritisch.

Da die meisten Suchmaschinen aus den USA crawlen und mit einer amerikanischen IP crawlen wird die Suchmaschine nur diese Inhalte sehen.

Wenn wir unterschiedliche Inhalte unter einer URL ausliefern (aus verschiedenen GrĂŒnden nicht zu empfehlen), dann wird Google nur eine Version sehen können.

Bei automatischen Redirects auf Basis der IP gilt das Gleiche. Google wird immer auf die amerikanische Variante weitergeleitet werden. Die interne Verlinkung Deiner deutschsprachigen Inhalte wird also miserabel sein. Und wenn Du tatsÀchlich nicht nur die Startseite redirecten solltest, sondern alle Inhalte, dann wird Google auch in so einem Setup nur eine Sprache sehen können.

Was ist also zu tun?

  1. Überlege, ob Du wirklich regionalisieren musst.

  2. Wenn Du wirklich regionalisieren musst, dann erklĂ€re Deinen Besucherinnen und Besuchern wofĂŒr und bitte um Location-Consent (bitte nicht direkt beim Aufruf der Seite abfragen, sondern erst, wenn wirklich benötigt)

  3. Verzichte auf automatische Erkennung der IP. Was Du machen kannst ist die englische Seite mit einem Pop-Up zu versehen, dass fragt, ob User eigentlich die Location wechseln möchte. Die Frage ist aber immer: Ist das tatsÀchlich notwendig? Solltest Du nicht User entscheiden lassen, welche Variante sie sehen möchten? Ist es nicht ausreichend den Sprach-/Location-Switch sichtbar einzubinden? Ist das nicht UX-seitig besser als User mit Fragen zu belÀstigen bevor sie Content sehen können?

Was sind Deine Erfahrungen mit Geo-Redirects?

Welche Use-Cases oder Umsetzungen findest Du gelungen?

Florian Stelzner
Florian Stelzner
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
Kein SEO-Wumms ohne NUMS (Nettoumsatz)

So sehr wie SEO mittlerweile als ernst zu nehmendes Thema in den Vorstandszimmern angekommen ist, desto mehr mĂŒssen wir SEOs aktiver aus dem Schattenkrieger-Dasein heraustreten und selbst noch seriöser werden.

Insbesondere beim Thema Erfolgsvorhersage werden die Glaskugeln besonders undurchsichtig durchgeschĂŒttelt. Grund ist meiner Erfahrung nach, dass die Nachfrage nach der Berechnung eines Business Cases oft "sehr ĂŒberraschend" kommt und zwar gerne, nachdem die umzusetzenden Maßnahmen in hĂŒbsche Jira-Tickets ausformuliert wurden.\ Eindeutige Empfehlung ist es, diesen Spieß proaktiv umzudrehen und sich selbst die Zeit nehmen (und einkalkulieren), die es fĂŒr eine solide Rechnung benötigt.

In dem Artikel Building an SEO Business Case Your Boss Can't say no to wird auf die Notwendigkeit ein paar gute Grundgedanken und Argumenten fĂŒr Deinen nĂ€chsten Case eingegangen, sodass Du ihn Dir unbedingt durchlesen solltest. Ich fĂŒr meinen Teil habe beim Lesen direkt an SEO-Urgestein Marcel Kollmar gedacht, der viele Cases als Inhouse-SEO selbst gestalten durfte und nun in der Position ist, selbst das Go fĂŒr eben diese zu geben. Ich kenne keinen, der hier so geschickt vorgeht wie Marcel, also habe ich ihn fĂŒr Dich zu diesem Thema interviewt:

Florian: Moin Marcel, zunĂ€chst möchte ich mich fĂŒr das SEO-Urgestein entschuldigen, aber es nĂŒtzt ja nichts... wir sind alt mein Lieber. So wie ein guter Wein möchte ich meinen, daher erzĂ€hl uns doch bitte einmal kurz Deinen Werdegang und Deine aktuelle Position:

Marcel: Hey Florian, sehr gerne :) Und das Alter merkt man nur, wenn man ĂŒber Serien spricht, die heute kaum einer mehr kennt ("Ein Colt fĂŒr alle FĂ€lle" lĂ€sst grĂŒĂŸen ;)). Ich verantworte bei OTTO den Bereich Auffindbarkeit, d. h. die Navigation, Suche und Produktliste auf otto.de und in der App sowie das Thema SEO und bin damit Teil der Produktmanagement-Orga von OTTO. Eigentlich habe ich mal vor langer Zeit Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Maschinenbau studiert, dann aber ĂŒber Praktikum und Diplomarbeit meinen Weg ins Online Marketing gefunden. Meinen beruflichen Einstieg hatte ich bei SCOUT24 in MĂŒnchen, habe dort das Online Marketing von FinanceScout24 mit aufgebaut, bin dann nach Hamburg und war nach einem kurzen Abstecher in einer Agentur, dann bei PARSHIP verantwortlich fĂŒr das nationale und internationale SEO. Danach habe ich mich selbststĂ€ndig gemacht und habe zum einen das damals grĂ¶ĂŸte Laufportal in Deutschland aufgebaut und verkauft, und zum anderen aber auch Kunden im Online Marketing und Produktmanagement als Interimsmanager beraten u.a. Windeln.de, Runnerspoint, RedBull etc. Seit 2014 bin ich bei OTTO, habe dort zunĂ€chst das SEO-Team ĂŒbernommen und ausgebaut, dann Content Marketing etabliert und seit 2018 bin ich dann ins Produktmanagement gewechselt - das technisch-fokussierte SEO-Team habe ich dabei mitgenommen. - Puhh, ganz schön was zusammengekommen.

Florian: Kein SEO-Wumms ohne NUMS habe ich den Artikel getauft... was sind Deine Erfahrungen mit SEO-Cases. Worauf kommt es Entscheidern an.

Marcel: Am Ende geht es darum, dass man begrenzte Ressourcen effektiv und effizient allokiert. Einem Entscheider ist wichtig, dass man Erfolg auch messen kann und das ist nicht immer ganz trivial im SEO - am Ende geht es aber auch um VerstĂ€ndnis und Wirkungsweisen. In meiner Erfahrung ist es so, dass wenn jmd. nicht an SEO glauben will, wird er einem Case auch nicht zu stimmen. Hier ist es dann wichtig, WirkungszusammenhĂ€nge, Einflussmöglichkeiten und Nachvollziehbarkeit auf einem abstrakten Level darzustellen und ĂŒber Hypothesen und Annahmen seinen jeweiligen Business Case herzuleiten. Optimalerweise kann man auch vorherige Erfolge vorweisen und kann auf diesen aufbauen und entsprechend dann grĂ¶ĂŸere Investitionen vorschlagen getreu dem Motto ("Think big, start small"). Daten & Fakten, insbesondere aus SEO-Tests, helfen dabei natĂŒrlich enorm. Gleichzeitig kann natĂŒrlich auch das Aufzeigen von Risiken und der Verlust von Umsatz oder Traffic ein entsprechendes Motiv sein, auf dass Entscheider anspringen - aus meiner Sicht aber deutlich schwĂ€cher als auf zusĂ€tzlich dargestelltes Potential.

Am Ende kann es aber auch sein, dass wir bewusst auf bestimmte SEO-Maßnahmen zugunsten von Weiterentwicklungen auf Produktseite verzichtet  haben, da diese einen deutlich grĂ¶ĂŸeren Impact auf das GesamtgeschĂ€ft (indirekt aber auch ĂŒber eine Steigerung der Conversion Rate oder Verbesserung der User Experience auf SEO / externe EinsprĂŒnge) haben - hier sollte man sich auch selber challengen und ĂŒber den Tellerrand schauen. Vielleicht noch abschließend: Es kann hilfreich sein, wenn man sich fĂŒr seinen Business Case auch VerbĂŒndete im Unternehmen sucht; dies wirkt noch mal verstĂ€rkend. Gerade der kumulative und marketingkostensenkende Effekt und deren Auswirkung auf eine gesamte "Online Marketing Kosten-Umsatz-Relation" (KUR) hat auf jeden Fall positive Auswirkungen auf andere MarketingkanĂ€le, die aufgezeigt werden können.

Florian: From Zero to hero... wenn ich ganz am Anfang stehe mit meinen paar Tausend Keywords, Suchvolumen, CPC... was kann ich tun, um einen schmackhaften Case zu formulieren und wie sieht das Ganze in einer perfekten Welt aus?

Marcel: Ich hatte oben schon das Motto "Think big, start small" angesprochen - ich glaube, dass es extrem hilfreich ist, wenn man mit kleineren Verbesserungen schon einen Impact auf das GeschĂ€ftsmodell aufzeigen kann. Dazu braucht es am Anfang meistens gar nicht viel und man hat erste Erkenntnisse, auf denen man weiterarbeiten kann. Alternativ kann man natĂŒrlich auch andere Quellen wie SEA und PLA nutzen, um ein GefĂŒhl fĂŒr Conversion Rates oder Traffic zu erhalten, auch Wettbewerber und Analyse-Tools wie Sistrix & Co. liefern wertvolle Daten, um Potentiale berechnen zu können.Am Ende muss man verstehen, was es braucht, um bestimmte Ressourcen (Geld, Personen, EntwicklungskapazitĂ€ten etc.) zu erhalten.

In einer perfekten Welt kann ich sehr gut basierend auf bisherigen Erfolgen meinen Fortschritt und einen Impact aufzeigen, kann die MarktgrĂ¶ĂŸe als Anker fĂŒr eine Potentialbewertung nutzen und davon ein Ziel fĂŒr meine Company ableiten und was es dafĂŒr als Investment bedarf, um dieses Potential zu nutzen. Hilfreich ist dann auch noch ein Vergleich zu Marktteilnehmern und wie diese personell oder ressourcenseitig aufgestellt sind.

Florian: Was sind aus Deiner Erfahrung heraus die grĂ¶ĂŸten Blocker, warum einige Cases nicht durchgewunken wurden?

Marcel: Ich wĂŒrde hier mal meine Top-3 nennen: 

  1. Unrealistische PotenzialeinschÀtzungen ohne eine nachvollziehbare Herleitung d.h. auch zu hohe Potentiale können dann im Management angezweifelt werden

  2. Kein SEO-VerstÀndnis im Management: Sollte in 2022 immer weniger der Fall sein, aber kommt noch vor, dass einfach Wirkungsweisen und Besonderheiten von SEO im Unterschied zu SEA  nicht bekannt sind und damit es nicht getan ist, einfach mehr Geld zu geben, sondern das SEO-Team in seiner Arbeit auch zu enablen

  3. GrĂ¶ĂŸere OpportunitĂ€ten: Wie bereits dargestellt, ist oftmals nicht Geld der limitierende Faktor, sondern es sind eher begrenzte IT- / DEV-KapazitĂ€ten und eine entsprechende PrioritĂ€t in der Umsetzung. Dies kann strategisch oder im Impact hĂ€ufig auch eine richtige Entscheidung sein - aber auch im Produktmanagement sind nicht alle Business Cases total einfach zu rechnen ;)

Florian: Und auf der anderen Seite der Medaille? Welche Argumente öffnen Entscheider-Herzen und Budget-Schatztruhen?

Marcel: Wie oben dargestellt: Klare Herleitung von Potentialen, bisherige Erfolge, aber auch Risiken bei "Nicht-Umsetzung" und der Vergleich zum Wettbewerb sowie FĂŒrsprecher im Unternehmen sind auf jeden Fall gute Argumente.

Florian: Vielen Dank, lieber Marcel fĂŒr diese Insights. Wer das Ganze noch intensiver lernen möchte... der darf sich doch bestimmt auch bei Dir im Team bewerben oder?

Marcel: Ja, natĂŒrlich. Wir sind auf der Suche nach Entwicklern, die uns im SEO unterstĂŒtzen wollen und die Bock darauf haben, mit uns an einem sehr großen Rad zu drehen :)\ Also Leute... bewerbt Euch beim lieben Marcel und werdet wir er vom Unknown Stuntman  zum SEO-Superhelden!

Behrend von HĂŒlsen
Behrend von HĂŒlsen
Consultant
GDPR Googles Datenschutz und Privacy Resolution

Am 21.04.2022 hat Google eine mittlere Datenschutzoffensive gestartet/kommuniziert.

Nach Bußgeldern wurde angekĂŒndigt, dass fĂŒr Googles eigenes Cookie Banner Nutzer aus der EU einen "Alles ablehnen" Button bekommen. Mit Stand 02.05.2022 sind diesen Worten aber noch keine Taten gefolgt, dabei sollte die Umsetzung wirklich nicht kompliziert sein. Wir sind gespannt wie geduldig die Datenschutzbehörden hier sein werden.

Außerdem wurde Datenschutzanpassungen fĂŒr GA4 veröffentlicht. Das so etwas geplant wird, wurde schon gemeinsam mit dem Sunset von Universal Analytics angekĂŒndigt (wir berichteten ;)

In Zukunft wird es lokale Endpunkte fĂŒr Google Analytics auf EU-Servern geben. Von diesen Servern werden eine ungefĂ€hre Geo-Location und Ă€hnliche Informationen aus den Requests ausgewertet und dabei Daten wie die IP weder gespeichert noch weitergeleitet. Die Speicherung der Tracking-Daten findet allerdings weiterhin in den USA statt.

Außerdem wird es möglich sein, Google Signals Regional zu aktivieren oder deaktivieren, je nachdem, wie die Rechtslage ist.

Google versucht den Kompromiss zu finden, aber ob dieser Vorschlag ausreichend ist, um europĂ€ische DatenschĂŒtzer zufrieden zu stellen, bleibt zu bezweifeln.

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