Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen fĂŒr wache Webmarketer #187
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Nils Warnick
Nils Warnick
Consultant
đŸŽč It’s the final countdown

Zumindest war er es noch, als wir den Newsletter fĂŒr diese Woche vorbereitet haben.

Also ist jetzt der Final Countdown, wo ich gerade schreibe. Allerdings ist er schon wieder vorbei, wenn Du es lesen wirst. Drei Zeitformen in den ersten drei SĂ€tzen zeigen: In der Gegenwart leben ist gar nicht so einfach.

Dazu mĂŒssen wir auch noch aus der Vergangenheit lernen und uns auf die Zukunft vorbereiten. So allgemein, aber gerade auch als SEO empfiehlt es sich, am Zahn der Zeit zu bleiben. Dazu wollen wir auch im neuen Jahr wieder einen Teil beitragen:

  • Philipp greift das Thema Content-QualitĂ€t auf
  • Anita schreibt den bestimmt allerletzten Artikel zum Thema ALT-Texte
  • Hannah zeigt die neuen Entwicklung in der Suche nach UrlaubsunterkĂŒnften
  • Caro zeigt eine Quick-Check zur Abdeckung von Brand-Suchanfragen
  • Sandra schreibt ĂŒber die Vereinbarkeit von Gendering mit SEO und Barrierefreiheit

In diesem Sinne wĂŒnschen wir Dir einen guten Start in ein erfolgreiches Jahr 2024 und viel Spaß beim Lesen! đŸ©”

Was wir gelesen haben
 Philipp Götza
Philipp Götza
Junior Consultant
Content-QualitĂ€t: Wie Du Google bessere Inhalte đŸ· servierst

QualitĂ€t ist ein wichtiges Bewertungskriterium fĂŒr nahezu alles. Google mag Inhalte mit hoher QualitĂ€t. Aber was ist QualitĂ€t und wann ist etwas eine gute oder schlechte QualitĂ€t? Mit dem Thema beschĂ€ftige ich mich immer wieder. QualitĂ€t ist ein loser Begriff, der umhergeworfen wird, als wĂ€re absolut eindeutig, was die Bedeutung ist. Aber es gibt wenig Begriffe, die mehrdeutiger sind als QualitĂ€t.

QualitÀt ist ein weicher Faktor, da sie meistens 1) schwer objektiv messbar ist und 2) jeder eine andere Definition hat. Daher ist es wichtig, den Begriff "QualitÀt von Inhalten" zu definieren, um sie messbar zu machen und die gleiche Sprache zu sprechen.

Wie qualitativ ist Deine Website?

"Die QualitĂ€t der Inhalte ist zu gering." ist etwas, was wir 2022 und 2023 oft gehört haben. Vor allem in Zusammenhang mit den Helpful Content Updates. Damit ist oft die QualitĂ€t der gesamten Website gemeint. Um das zu visualisieren, greife ich auf ein Konzept von Hanns Kronenberg zurĂŒck:

Eine Zeichnung eines Weinglases. Der Inhalt besteht aus blauer und roter FlĂŒssigkeit, sowie BlĂ€ĂŸchen, die ebenfalls entweder blau oder rot sind.

Stell Dir Deine Website vor wie ein Weinglas. Das Glas ist Deine gesamte Domain. Der Inhalt, ein Wein, sind Deine Inhalte. Wein schmeckt dann besonders gut, wenn er rein ist. Google möchte reinen Wein trinken, der gut schmeckt.

Inhalte mit geringer QualitĂ€t kannst Du Dir wie Wasser (blau) vorstellen, die Deinen Wein – im wahrsten Sinne des Wortes – verwĂ€ssern. Hochwertige Inhalte sind purer Wein (rot).

Woher weiß ich aber, wie hochwertig (= qualitativ) meine Inhalte sind? Eine sehr gute Frage. Mit der SEO-Brille wĂŒrde ich sagen: Schlechte Inhalte haben wenig gute Rankings, verfehlen die Suchintention und haben keine Nachfrage. Google stellt Selbstevaluierungsfragen fĂŒr hilfreiche Inhalte zur VerfĂŒgung. Da sind auch einige zur QualitĂ€t von Inhalten dabei. Aber messbar ist das so noch nicht. Wir brauchen Zahlen.

So qualitativ sind Deine Inhalte

Ein guter erster Indikator fĂŒr hochwertige Inhalte in der organischen Suche ist die Ranking-Verteilung in Sistrix.

Du kannst in diesem Report sehen, wie viele Deiner Keyword-Rankings auf welcher Seite von Google zu finden sind. Idealerweise rankst Du ĂŒberall auf Seite 1, aber das ist unrealistisch. Hier sind drei Beispiele:

Die erste Domain hat gute Rankings fĂŒr einen Teil der Keywords, ist aber weit von einer idealen Verteilung entfernt. Hier steht es um die Content-QualitĂ€t (so wie ich sie oben definiert habe) also weniger gut. 

Ein Screenshot aus Sistrix, in dem die Ranking-Verteilung fĂŒr eine Beispiel-Domain gezeigt wird. Die Verteilung von Rankings auf Seite 1 bis 10 ist sehr ungleichmĂ€ĂŸig und ohne Muster. Die meisten Rankings sind hier auf Seite 2 und 4 zu finden.

Das zweite Beispiel sieht aus wie eine Domain, auf der aktiv SEO betrieben wird. Seite 1 hat die meisten Rankings, dicht gefolgt von Seite 2 und so weiter. Diese Verteilung mĂŒssen wir anstreben.

Ein Screenshot aus Sistrix, in dem die Ranking-Verteilung fĂŒr eine Beispiel-Domain gezeigt wird. Auf dieser Domain befinden sich die meisten Rankings auf Seite 1, dann Seite 2 und so weiter.

Das dritte Beispiel ist ein positiver Extremfall. Es ist deutlich zu erkennen, dass die meisten Rankings auf Seite 1 zu finden sind. Du kannst Dir im Kern merken: Wenn Du eine Verteilung wie Beispiel 2 hast und 15% oder mehr Deiner Rankings auf Seite 1 sind, bist Du auf einem sehr guten Weg. Wenn Du mehr als 30% Seite 1 Rankings hast, machen Du oder Dein Team ĂŒberragende Arbeit.

Ein Screenshot aus Sistrix, in dem die Ranking-Verteilung fĂŒr eine Beispiel-Domain gezeigt wird. Hier sind mit Abstand die meisten Rankings auf Position 1 (deutlich ĂŒber 30 %). Danach geht es flĂŒssig weiter mit zweitgrĂ¶ĂŸter Anteil auf Seite 2, und so weiter.

Wie kann ich die QualitÀt meiner Inhalte steigern?

Das ist die Frage, die auch in unserer Kundenberatung immer wieder aufkommt. Du kannst Dich zum Beispiel an den erwĂ€hnten Fragen von Google orientieren. Es bietet sich an, Personen aus dem Umfeld, die nicht an dieser Domain arbeiten, zu befragen. Noch besser wĂ€ren Befragungen der Zielgruppe. Zum Beispiel, was man an den Inhalten besser machen könnte, wie hilfreich sie sind und welche BedĂŒrfnisse nicht abgedeckt werden.

Tests mit der Zielgruppe sind massiv unterbewertet und mĂŒssen nicht teuer sein, wenn man sie Remote durchfĂŒhrt. Du kannst aber auch beispielsweise mit Widgets im Content (idealerweise First Party) abfragen, wie zufrieden Deine Nutzerinnen sind. Bei Artikeln könnte das ein Modul sein, das die Frage stellt: "Wie hilfreich fandest Du diesen Artikel?", mit der Möglichkeit, einen Daumen hoch oder runter zu geben. Durch diese beiden AnsĂ€tze bekommst Du qualitatives und quantitatives Feedback.

Zum Abschluss möchte ich Dir noch folgenden Gedanken mitgeben: Es gibt 3 Möglichkeiten, das VerhÀltnis aus Wein zu Wasser im Glas zu steigern:

  1. Erhöhe den Anteil von Wein im Glas

  2. Verringere den Anteil von Wasser im Glas

  3. Verwandle Wasser in Wein

Übersetzt fĂŒr SEO bedeutet das Folgendes:

a. Veröffentliche mehr hochwertige Inhalte (wenn A steigt, sinkt der relative Anteil von B)

Es wird ein Balkendiagramm dargestellt. Auf der Y-Achse ist der Anteil von Wasser zu Wein (Wasser = blau, Wein = rot) dargestellt und auf der X-Achse der Zustand. Es wird verglichen, was passiert, wenn der Anteil Wein im Glas erhöht wird. Dadurch steigt der relative Anteil vom Wein und somit sinkt der relative Anteil vom Wasser. Insgesamt ist mehr FlĂŒssigkeit im Glas.

b. Lösche weniger hochwertige Inhalte (wenn B sinkt, dann steigt der relative Anteil von A)

Es wird ein Balkendiagramm dargestellt. Auf der Y-Achse ist der Anteil von Wasser zu Wein (Wasser = blau, Wein = rot) dargestellt und auf der X-Achse der Zustand. Es wird verglichen, was passiert, wenn der Anteil Wasser im Glas reduziert wird (= Inhalte werden gelöscht). Dadurch steigt der relative Anteil vom Wein, da relativ weniger Wasser vorhanden ist. Insgesamt ist weniger FlĂŒssigkeit im Glas.

c. Optimiere bestehende Inhalte, sodass sie besser und hilfreicher sind (wenn B zu A wird, steigt gleichzeitig auch der relative Anteil von A)Es wird ein Balkendiagramm dargestellt. Auf der Y-Achse ist der Anteil von Wasser zu Wein (Wasser = blau, Wein = rot) dargestellt und auf der X-Achse der Zustand. Es wird verglichen, was passiert, wenn Wasser in Wein verwandelt wird. Dadurch steigt der Anteil vom Wein im Glas deutlich, da das Wasser zu Wein wird. Insgesamt ist gleich viel FlĂŒssigkeit im Glas.

Am einfachsten ist es, schlechte Inhalte zu löschen. Damit sorgst Du fĂŒr ein insgesamt besseres VerhĂ€ltnis. Aber um in der SEO wirklich erfolgreich zu sein, mĂŒssen wir wachsen. Das gelingt durch eine bessere Keyword-Abdeckung. Diese erreichst Du, wenn Du entweder neue hochwertige Inhalte veröffentlichst oder bestehende Inhalte optimierst.

Neue Inhalte zu schaffen, ist immer aufwendiger, als bestehende Inhalte zu optimieren. FĂŒr schnellere Ergebnisse empfehle ich daher immer zu prĂŒfen, wo bereits Potenzial vorliegt. Du hast möglicherweise ein paar WeinschĂ€tze im Keller, die Du mit wenig Aufwand zu erstklassigem Wein veredeln kannst, der Google richtig gut schmeckt.

Anita Böhm
Anita Böhm
Consultant
Der allerletzte Artikel zu Alt-Texten

...den ich dieses Jahr schreibe. Versprochen! Allerdings: Bei mir ist gerade der 21. Dezember 2023 und ich verschwinde morgen in den Weihnachtsurlaub. Es ist also gleichzeitig auch der erste Artikel zu Alt-Texten, den Du 2024 liest. Vermutlich eher nicht der letzte. Sorry ;)

Craig Abbott beschreibt in seinem Artikel "How to write good alt text for screen readers" was Alt-Texte sind, wozu sie da sind und welche Fehler man vermeiden sollte:

"If the alt text was not descriptive enough, or it didn't accurately describe the image, then that entire experience and your ability to imagine this majestic cat wearing sunglasses is broken."

Das ist sehr eindringlich und ich kann Craig da nur 100% zustimmen!

Das Bild der Katze, von der im Zitat die Rede ist, und der dazugehörige Alt-Text sind im Beitrag zu finden. Wobei mein erster Gedanken beim Lesen des Alt-Textes war: "Hmmmmm... das könnte man auch 1:1 als Prompt verwenden!" Und mein zweiter, als ich dann das Bild gesehen habe: "Womöglich IST das sogar der Prompt, mit dem Craig dieses Bild hat generieren lassen...?"

So bewusst ist mir das noch nicht auf- oder eingefallen, aber wenn man mal drĂŒber nachdenkt, ist das vielleicht eine gute EselsbrĂŒcke wenn es einem schwer fĂ€llt, einen Alt-Text zu verfassen: Wie wĂŒrde man einen Prompt formulieren, um das Bild zu erzeugen? Ich vermute, mit dieser Perspektive fĂ€llt es einem schnell auf, wenn man zu sparsam oder ungenau mit den Worten ist.

Zu den typischen Fehlern, die Craig immer wieder sieht: Die sind grĂ¶ĂŸtenteils nicht wirklich neu oder mind blowing.

  • keine Alt-Texe, wo welche sein sollten 

  • Alt-Texte wo keine sein sollten

  • zu vage oder zu aufgeblĂ€hte Alt-Texte 

  • kein Kontext 

  • keine Beschreibung von Diagrammen, Grafiken & Co

  • Keyword Stuffing aus fehlgeleiteten nostalgischen SEO-GrĂŒnden

"For me, personally, I think our job is to make the content that is there accessible for everybody. We use the correct tags, then we supplement them with attributes and additional context where needed, and we try to make the experience as equal as possible for everybody."

Danke, Craig!

In diesem Sinne hier auch nochmal ein paar gesammelte Werke aus den Federn unterschiedlicher Wingmenschen zur Auffrischung:

Vor allem Sandra betont auch nochmal die reale Dringlichkeit, wenn das vielleicht eher ein Motivator fĂŒr Dich ist: Ab dem 28. Juni 2025 mĂŒssen Websites gemĂ€ĂŸ Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) barrierefrei sein. Alt-Texte sind ein Teil des großen Puzzles und auch wenn es noch etwa anderthalb Jahre dauert bis zum Stichtag ist es vermutlich sinnvoll, sich nicht auf den letzten DrĂŒcker zu kĂŒmmern.

Hannah Rohde
Hannah Rohde
Junior Consultant
Ab in den Urlaub? Zumindest die Suche nach FerienunterkĂŒnften wird hoffentlich einfacher

Neues Jahr - neue Urlaubstage zum Verplanen đŸ€©Ich liebe SEO, aber ich liebe auch Urlaub. Neue Orte entdecken, anderen Kulturen begegnen und am liebsten mittendrin sein. Ich bin ein großer Fan von Ferienwohnungen. Nicht nur, weil ich meinen ersten Kaffee am Morgen am liebsten gemĂŒtlich im Bett trinke, sondern auch weil ich Hotels an typischen Tourispots meiden möchte.

Die Suche nach geeigneten Ferienwohnungen ist jedoch nicht immer einfach und hat mich schon mehrfach so sehr genervt, dass ich die Aufgabe dann doch an meinen Mann abgegeben habe 😂

Bisher mussten sich Anbieter bei Google Travel registrieren lassen und die Daten per Schnittstelle weitergeben, um in das Feature auf der Serp integriert zu werden. Screenshot aus der Google Suche, aufgenommen am 21.12.2023. Zu sehen ist die Google Integration der Map mit einer Listung von Ferienwohnungen in wernigerode. Das ist jedoch fĂŒr viele kleinere Anbieter von FerienunterkĂŒnften viel zu kompliziert. Anscheinend wurden auch Anbieter sogar nicht mehr aufgenommen - so beschreibt es Stephan Wild auf LinkedIn.

Aber es gibt neue Hoffnung: Ferienwohnungen können jetzt - wenn die Seite die entsprechenden Regularien erfĂŒllt - als solche ausgezeichnet werden. So können sie dann mitunter mit einem neuen Rich Result belohnt werden.

Da ich internationales Tourismus Management studiert habe, ist mir klar, was eine Ferienwohnung als solche qualifiziert. Wenn Du Dir unsicher bist, kannst Du Dich an der entsprechenden Google Doku fĂŒr Beherbergungsbetriebe dazu entlanghangeln. 🙂 Eine Ferienwohnung muss beispielsweise immer möbliert sein und die Wohnung ist dann, wenn Du sie mietest, nur fĂŒr Dich zugĂ€nglich und nicht öffentlich betretbar. Auch eine KĂŒche (oder Kochnische) und ein Badezimmer sind Teil der Unterkunft.

Kommen wir nun aber zum Erstellen und Auszeichnen des Markups. Wie immer gibt es bestimmte Properties, ohne deren Angabe Dein Markup nicht fĂŒr ein Rich Result validiert: Als Teil des Markups muss angegeben werden, dass es sich als "containsPlace" um eine "Accomodation" handelt. Hier kannst Du dann weitere Angaben ergĂ€nzen - musst Du aber nicht.

Die Angabe der Anzahl an RĂ€umen und Betten sowie weitere Features wie Klimaanlage, Fernseher, Badewanne oder sogar eine Sauna sind fĂŒr Suchende aber immer hilfreich.

Weiterhin mĂŒssen die maximale GĂ€steanzahl und eine allgemeingĂŒltige Identifikationsnummer angegeben werden. Diese darf sich bei einer NamensĂ€nderung nicht Ă€ndern und muss in allen Sprachen gleich sein. Auch ein Bild ist Pflicht. Du kannst aber auch mehrere Bilder als Liste ĂŒbergeben. Der Name der Unterkunft und die genaue Angabe der Geo-Koordinaten mit LĂ€ngen- und Breitengrad sind ebenfalls ein Muss - hierbei sagt Google, dass diese Angabe mindestens 5 Nachkommastellen haben soll. Die Koordinaten Deiner Unterkunft findest Du beispielsweise easy in der URL der Google Map Adresse. 🙂

ZusĂ€tzlich kannst Du weitere empfohlene Properties angeben und beispielsweise ganz genau sagen - ĂŒber den "additionalType" - um was fĂŒr eine Art von Ferienunterkunft es sich handelt: Ein Apartment, Bungalow oder eine Villa, etc. Auch Checkin und Checkout Zeiten können ergĂ€nzt werden, welche Sprachen gesprochen werden und natĂŒrlich Reviews von Deinen bisherigen GĂ€sten.

Probier das neue Markup doch einmal aus - benötigst Du dabei Hilfe, schreib mir gerne.

Caro Wendt
Caro Wendt
Junior Consultant
Schnappst Du Dir schon Nonbrand oder bedienst Du noch Brand?

Zum Jahresbeginn habe ich einen schnellen und einfachen Potenzial-Check fĂŒr Dich, um mit reinem Gewissen ins neue Jahr zu starten:

Wir SEOs sind es ja gewohnt, uns auf den Nonbrand zu fokussieren. Folgende Situationen werden Dir wohl nicht fremd sein:

  • Du rufst den Performance-Bericht Deiner Google Search Console auf und Dein Blick schwenkt als erstes zum Query-Filter, um auf Nonbrand zu filtern

  • Du suchst nach neuen Content-Themen und ignorierst natĂŒrlich alle Keywords, die Deine Brand oder eine fremde Brand enthalten.

Aber was, wenn Du Deine eigene Brand-Nachfrage noch gar nicht bedienst? 

  • Gibt es Produkte, die in der Vergangenheit bereits aus dem Sortiment Deines Online-Shops genommen wurden, Deine Kunden aber doch sehr mochten und immer noch danach suchen?

  • Erwarten Menschen von Dir Stellungnahmen zu bestimmten Themen aus Deiner Branche?

Finde heraus, ob Du die Suchnachfrage zu Deiner Brand wirklich komplett abdeckst

Jedoch nicht, indem Du in Deine GSC schaust und dort alle Brand Queries exportierst. Denn solltest Du ein Brand-Keyword nicht bedienen, kann es passieren, dass auch keine Deiner URLs dazu rankt. Selbst wenn man vermuten könnte, dass Google dann zumindest irgendeine inhaltsnahe Seite anzeigen wĂŒrde, da ja immerhin Deine Brand gesucht wurde. 

Bei einem großen Online Shop habe ich dies beispielsweise beobachtet: Dort konnte ich Brand-Keywords mit Suchvolumen in Sistrix finden, die in der GSC jedoch nicht mit aufgefĂŒhrt wurden. Von ca. 3 Dutzend durch Sistrix erhobenen "Produkt+Brand"-Keywords habe ich nur 2 Dutzend auch im GSC-Performance-Bericht der letzten 16 Monate auffindbar machen können.

Eine sicherere Erhebungsweise sind da also eher Keyword-Tools wie Sistrix: 

  1. Gib Deine eigene Brand als Keyword ein.

  2. Gehe in den Bericht mit allen Keywords, die Deine Brand enthalten.

  3. Exportiere Dir die Keyword-Liste und gruppiere die Keywords (sofern es zu viele sind, um manuell durchzugehen).

  4. Gleiche die Liste mit Deinem Produkt-Sortiment ab.

  5. PrĂŒfe die Keywords mit Produkten und deren Suchvolumen, zu denen Du selbst keine aktuellen Produkte anbietest.

ZusÀtzlich kannst Du mal bei Deinem engsten Konkurrenten einen Blick in Sistrix wagen und Dir angucken, wonach deren Kundschaft so in Bezug auf deren Brand sucht. Vielleicht finden sich da ja interessante Ideen, wie Du Dein Produktsortiment um die ein oder andere Kategorie-URL oder sogar das ein oder andere Produkt ergÀnzen kannst.

Nun bin ich aber gespannt, ob Du ein Produkt oder ein Thema auftun kannst, welches Deine Zielgruppe zusammen mit Deiner Brand sucht, auf Deiner Website aber nicht fĂŒndig werden kann? Vielleicht bist Du auch gerade schon dabei, den entsprechenden Inhalt zu erstellen? 😉 

Bei meinem Case konnten ĂŒbrigens einige Produkte identifiziert werden, die immer noch gemeinsam mit der Brand gesucht wurden, von dem Online-Shop jedoch nicht mehr bedient werden.

Sandra Radtke
Sandra Radtke
Consultant
Barrierefrei und suchmaschinenoptimiert gendern - Geht das?

Tldr: Es ist mit EinschrĂ€nkungen möglich, aber nicht zu empfehlen. Gendern mit Genderzeichen (Sternchen, Slash, Unterstrich etc.) ist hingegen weder barrierefrei noch ratsam fĂŒr SEO.

Wie Anita in ihrem Artikel schon gesagt hat: Es sind nur noch etwa 1,5 Jahre bis zum Anwendungsbeginn des BarrierefreiheitsstĂ€rkungsgesetzes (BFSG). SpĂ€testens dann muss Deine Webseite barrierefrei sein. Meiner Meinung nach wird daher Accessibility eines der großen SEO-Themen 2024.

Aber auch andere Fragestellungen werden mich und Dich 2024 weiterhin begleiten - zum Beispiel das Thema Gendern. Deswegen möchte ich heute einen Blick darauf werfen, inwiefern gendern, Barrierefreiheit und SEO zusammenpassen. Aber StĂŒck fĂŒr StĂŒck:

1. SEO und Gendern

Ich persönlich finde es gut, wenn Sprache inklusiv ist und wir durch unsere Wortwahl nicht ausgrenzen. Veruska Anconitano beschreibt in ihrem Artikel "Language Inclusivity in Multilingual SEO" sehr gut, wie Du zum Beispiel GenderneutralitÀt oder kulturelle DiversitÀt sprachlich auf Deiner Webseite umsetzen kannst.

Ich möchte die Aussagen dieses Artikels um einen Blick auf die SEO-Probleme, die durch inklusive Sprache entstehen, ergĂ€nzen. Denn in der SEO fĂŒhrt uns das Nicht-Ausgrenzen-Wollen leider an Grenzen.

"From an SEO perspective, adopting gender-neutral language can extend content reach and anticipate shifts in search behaviour, improving search engine rankings."

Die Betonung muss hier auf "can" liegen, denn insbesondere im Deutschen landet Dein Term in der Regel nicht im Index, wenn Du ihn nicht konkret bedienst.

Nutzt Du Gendervarianten wie Binnenmajuskel ("RedakteurIn") oder Trennzeichen ("Redakteur:in", "Redakteur/in", "Redakteur_in" etc.) kann das aktuell immer noch dazu fĂŒhren, dass Du zum Beispiel nur fĂŒr eine Variante rankst. (Zur vertiefenden LektĂŒre: "Richtig gendern im SEO")

SEO-sicher bist Du daher nur unterwegs, wenn Du beide Formen auf Deiner Webseite nutzt. Mit der weiblichen und mÀnnlichen Form sprichst Du allerdings non-binÀre Menschen nicht direkt an. Veruska Anconitano empfiehlt daher:

"An even better approach would be to find the most culturally appropriate and sensitive term to broaden our content's appeal and make it even more inclusive, for example by using a gender-neutral term

Im Sinne der sprachlichen Inklusion ist dieser Ansatz auch meiner Meinung nach der beste. In der SEO ist es aber leider der ungĂŒnstigste. Denn, nutzt Du nur genderneutrale Begriffe ("Redaktion") anstelle der mĂ€nnlichen oder weiblichen Form, landet Dein Text nicht im Index fĂŒr die mĂ€nnliche ("Redakteur") oder weibliche ("Redakteurin") Form.

Wenn Du gendern möchtest, dann nutze also am besten beide Formen in Deinem Text ("Redakteur und Redakteurin").

2. SEO und Barrierefreiheit

Hinsichtlich der Barrierefreiheit von Texten gibt es in den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) eine klare Regel:

Success Criterion 3.1.5 Reading Level (Level AAA)

"When text requires reading ability more advanced than the lower secondary education level after removal of proper names and titles, supplemental content, or a version that does not require reading ability more advanced than the lower secondary education level, is available."

Falls Du jetzt kurz Panik bekommen hast, weil Du denkst, Du mĂŒsstest Deine Webseite 2025 in Leichter Sprache zur VerfĂŒgung stellen, kann ich Dich beruhigen: Leichte oder Einfache Sprache wird nicht verpflichtend. Das gilt ĂŒbrigens fĂŒr sĂ€mtliche WCAG-Kriterien des Levels AAA.

Wenn Du aber grĂ¶ĂŸtmögliche Barrierefreiheit erreichen möchtest, kommst Du nicht drum herum, Anpassungen an der Sprache Deiner Texte vorzunehmen. Und auch aus SEO-Sicht ist das zu begrĂŒĂŸen.

Veruska Anconitano:

"​​From an SEO perspective, accessibility can also enhance a website's ranking, as search engines favour sites that provide a superior user experience. Implementing accessibility features like alt text for images, video captions, and clear, straightforward language can make your content more inclusive and SEO-friendly."

Dem kann ich nur zustimmen. FĂŒr die Deutsche Sprache ist hinsichtlich "clear, straightforward language" die Unterscheidung zwischen Leichter und Einfacher Sprache notwendig. Leichte Sprache richtet sich an Menschen mit kognitiven EinschrĂ€nkungen wie zum Beispiel Lernschwierigkeiten. Einfache Sprache ist hingegen eine optimierte Version unserer Standardsprache und unterliegt weniger Regeln.

Falls Du Dich fĂŒr die jeweiligen Regelwerke interessierst:

  • Das Netzwerk Leichte Sprache e.V. hat in Zusammenarbeit mit Menschen mit Lernschwierigkeiten ein Regelwerk fĂŒr Leichte Sprache entwickelt (dessen LektĂŒre ich absolut empfehle).

  • 2023 wurde mit der ISO 24495-1:2023-06 auch die erste Norm fĂŒr Einfache Sprache veröffentlicht. FĂŒr die Deutsche Sprache gibt es aktuell den Regelwerksentwurf zur DIN 8581-1. Beide Regelwerke sind allerdings derzeit nur kostenpflichtig erhĂ€ltlich.

Wenn sich Deine Webseite nicht speziell an Menschen mit kognitiven BeeintrÀchtigungen richtet, reicht es also aus, wenn Du Dich mit Einfacher Sprache vertraut machst. Die wichtigsten GrundsÀtze hierbei sind:

  • Keine Fremdwörter

  • Schwierige oder lange Wörter erklĂ€ren

  • AbkĂŒrzungen ausschreiben

  • Keine Synonyme nutzen

  • Möglichst kurze SĂ€tze

  • Eindeutige Aussagen (also zum Beispiel keine Ironie)

  • Aktiv statt passiv schreiben

  • Negationen vermeiden ("Ich bin glĂŒcklich" statt "Ich bin nicht unglĂŒcklich").

Inwiefern hilft das jetzt der SEO? Je besser Menschen Deine Webseite verstehen, desto besser interagieren sie mit ihr. Das wirkt sich positiv auf User-Werte aus (zum Beispiel eine geringere Bounce Rate oder eine lÀngere Time on Site) und nachhaltiger ist es auch.

3. Gendern und Barrierefreiheit

Ist es möglich, barrierefrei zu gendern? Ganz klare Antwort: It depends.

Nicht zu empfehlen sind Schreibweisen mit Binnenmajuskeln oder Trennzeichen. Das liest sich schlecht und kann verwirren. FĂŒr Menschen, die auf Screenreader angewiesen sind, sind Genderzeichen ebenfalls problematisch, da sie mit vorgelesen werden, was den Lesefluss stört. Besonders schlecht ist dabei der Gender-Doppelpunkt. Denn da dieser auch ein "normales" Satzzeichen ist, lesen ihn einige Screenreader nicht vor. Dadurch entsteht dann der Eindruck, dass der Satz zu Ende ist. (Weitere Informationen dazu fĂŒhrt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. im Artikel "Gendern" auf.)

Wenn Du barrierefrei gendern möchtest, dann solltest Du also auf Genderzeichen verzichten und stattdessen genderneutrale Begriffe verwenden, um alle Geschlechter anzusprechen. Wenn es keinen allgemeinverstÀndlichen neutralen Begriff gibt, kannst Du auch die mÀnnliche und weibliche Form nutzen. Am besten ist es dann auch tatsÀchlich die mÀnnliche Variante zuerst zu nennen, weil diese in unserem Sprachgebrauch gelÀufiger ist und damit einfacher verstanden wird.

Fazit: SEO, Gendern und Barrierefreiheit

Zusammenfassend ist festzuhalten:

  • Gendern ist im SEO nicht so einfach. Aktuell solltest Du daher den Term, fĂŒr den Du ranken möchtest, auch in Deinem Text verwenden. Nur so kannst Du sicher sein, dass das auch wirklich im Index landet.

  • SEO und Barrierefreiheit geht Hand in Hand: Gut verstĂ€ndliche Texte wirken sich positiv auf die User Experience aus.

  • Barrierefrei gendern ist möglich, wenn Du genderneutrale Sprache nutzt und dabei darauf achtest, dass Deine Begriffe und SĂ€tze den Empfehlungen fĂŒr einfache Sprache folgen.

Aus all dem folgt: Suchmaschinenoptimiert und barrierefrei gendern ist möglich, aber schwierig. Derzeit kannst Du nur barrierefrei gendern, wenn Du auf Genderzeichen verzichtest. Entscheidest Du Dich, die mĂ€nnliche und weibliche Form zu verwenden, schließt Du Menschen, die sich weder als mĂ€nnlich oder weiblich identifizieren, aus. Mit genderneutralen Begriffen ("Redaktion") sprichst Du diese Gruppe zwar an, rankst dann aber eher nicht fĂŒr die dazugehörigen Terme ("Redakteur", "Redakteurin").

Um also in einem suchmaschinenoptimierten Text alle Geschlechter barrierefrei anzusprechen, solltest Du die mÀnnliche und weibliche Form nutzen. Um zu verdeutlichen, dass Du trotzdem alle Geschlechter ansprichst, empfehle ich, Deinen Text um einen einleitenden Satz zu ergÀnzen, der erklÀrt, dass mit der Beidnennung alle Geschlechter gemeint sind - nicht nur mÀnnlich und weiblich.

Hast Du weitere Ideen dazu? Dann schreib mir.

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