Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen fĂŒr wache Webmarketer #147
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Nora Tiedemann
Nora Tiedemann
Junior Consultant
đŸ€• Mehr SEO-Schmerz fĂŒr alle

Ein Großteil der Wingmenschen war vergangene Woche auf der SMX in MĂŒnchen. Neben jeder Menge Knowhow, verdammt leckerem Essen und tollen GesprĂ€chen, haben wir auch unser Och Menno! GUUHGL-Spiel gespielt – vielleicht ja auch mit Dir?

Das war richtig lustig! Vielen Dank an alle, die uns an unserem Stand besucht haben. đŸ«¶ Auf SMX Konferenz 2023 spielen vier Personen am Wingmen Stand das SEO Schmerz Spiel

NatĂŒrlich haben wir letzte Woche aber nicht nur die Menschheit mit SEO-Schmerz gequĂ€lt, sondern auch jede Menge spannendes SEO-Wissen fĂŒr Dich gesammelt:

  • Bei Behrend wird es brandgefĂ€hrlich, denn Tom Capper sieht Google unter Feuer đŸ”„

  • Hannah plĂ€diert fĂŒr mehr Nachhaltigkeit im Netz und teilt Tipps von AndrĂ© Goldmann đŸŒ±

  • Jolle ĂŒber die Vorteile von Thought Leadership Content, die Benjamin O'Daniel vorgetragen hat 👏

  • Andreas nimmt Dich mit zum Maskenball im Netz und erzĂ€hlt Dir etwas ĂŒber Linkmaskierung 🎭

  • Johan berichtet von SEO-Wickelwundern im Web 🎇

Falls Du noch kein SEO-Spiel ergattern konntest, dann melde Dich gerne bezĂŒglich eines deutschen oder englischen Spielexemplars.

Viel Spaß beim Lesen

Deine Wingmenschen

Wingmenschen stehen auf einer Rolltreppe der SMX 2023 und lÀcheln in die Kamera

Was wir gelesen haben
Behrend von HĂŒlsen
Behrend von HĂŒlsen
Consultant
Tom Capper sieht Google unter Feuer

Von Tom Cappers Vortrag zu Googles Verteidigungskampf gegen AI-Content habe ich auf dieser SMX einiges mitgenommen. Es ging zwar weniger um AI, als ich beim Titel des Vortrags erwartet hatte, aber es hat mich trotzdem nicht enttÀuscht.

Formal hat mir gefallen, dass seine Graphen nicht groß fĂŒr Slides geschönt wurden, sondern fehlende Daten offen zugegeben wurden und er mit kurzen Statistik-Disclaimern an passender Stelle keine falschen Versprechungen ĂŒber seine Daten gemacht hat.

Inhaltlich ging es um die Probleme der aktuellen AI-Entwicklungen fĂŒr Google. Was sind die Probleme fĂŒr verschiedene Search Intents, welche Möglichkeiten hat Google damit umzugehen und natĂŒrlich, was bedeutet das fĂŒr uns SEOs?

Tom hat zwischendurch die Meinung anklingen lassen, dass Google generell versuchen wird, AI-Content aus den SERPs zu halten. Ich halte das fĂŒr diskutabel, aber zumindest fĂŒr YMYL Themen macht es fĂŒr Google sicherlich Sinn, halluzinierende Algorithmen mit Vorsicht zu behandeln.

Ich möchte jetzt nicht seinen Vortrag mit Dir Nachtanzen, sondern die wichtigsten Gedanken daraus kurz umreißen:

Es gibt zwei Klassen von Google Updates 

Um die Möglichkeiten Googles erklĂ€ren zu können, gab es einen Ausflug in das Thema Google Updates und was Google verfolgt. FĂŒr Tom gibt es 2 Arten von Google Updates.

1. Spezifische Updates

Denk an die EinfĂŒhrung neuer Ranking Faktoren, wie Core Web Vitals oder Ähnliches. Google gibt bei diesen Updates konkrete Empfehlungen und versucht, Webseitenbetreiber dazu zu bringen, konkrete Guidelines zu erfĂŒllen. Ziel von Google ist es hier nicht Google zu verbessern, sondern uns dazu zu bringen, es Google einfacher zu machen.

Der tatsĂ€chliche Rollout dieser Updates ist meistens sehr vorsichtig, die SERPs bewegen sich kaum und erst ĂŒber Monate und Jahre entwickelt sich der Effekt, sodass mitunter gar nicht unterscheidbar ist, ob Seiten, die die Anforderungen nicht erfĂŒllen, es tatsĂ€chlich schwerer haben, oder ob einfach jeder aus Angst vor negativen Konsequenzen sich bemĂŒht, die Guidelines zu erfĂŒllen.

Auch das Helpful Content Update ist so eines. Ziel von Google ist es hier, SEOs davon zu ĂŒberzeugen, dass AI-Spam keine Zukunft hat.

2. Vage Updates

Wenn Google die Ranking-Algorithmen optimiert, bleiben sie vage. Bei den klassischen Core Updates, aber auch bei ein paar anderen Updates, antworten John Mu und Co auf die Frage, was wir SEOs tun können, gebetsmĂŒhlenartig, dass wir guten Content machen sollen. Zu viel verraten, ermöglicht es, das System zu gamen, das Google gerade verbessern will. Und deshalb lassen sie es.

Wenn grĂ¶ĂŸere dieser Updates kurzfristig oder gar nicht angekĂŒndigt aufschlagen, geht es in den SERPs hĂ€ufig hoch her. (Medic Update und Ähnliches). Über die Jahre sind diese Updates immer hĂ€ufiger geworden und Google iteriert immer schneller, um den Algorithmus zu optimieren.

Die Möglichkeit, schnell und billig mĂ€ĂŸig wertigen Inhalt zu produzieren, muss Google mit optimierten Algorithmen beantworten. Einer der wichtigsten Hebel wird es sein, die QualitĂ€t und VertrauenswĂŒrdigkeit der Quellen zu erkennen. Darauf werden Core Updates in Zukunft stĂ€rker abzielen.

Google testet

Manche Suchintentionen sind fĂŒr Google sowieso Loss Leader und lassen sich nur schwer monetarisieren, aber trotzdem sind Chatbots wie Bard nicht unbedingt die beste Lösung fĂŒr jede Nutzerintention. Google wird weiter SERP-Integrationen und Ähnliches testen und das Nutzererlebnis optimieren. Wir konkurrieren fĂŒr unsere Klicks nicht nur mit anderen Domains, sondern auch mit SERP-Integrationen. Das muss man im Blick behalten.

Was musst Du jetzt tun:

Tom hat es auf 3 Punkte reduziert:

  • Attribution wird wichtiger, also fokussiere Dich auf Brand and Authorship. Google möchte vertrauenswĂŒrdige, korrekte und hochwertige Inhalte anzeigen. Nichts Neues, aber es wird noch wichtiger.

  • Die SERPs sind im Fluss. Play the long game! Google optimiert und testet im Ranking und der SERP-Gestaltung. Lass Dich nicht von jeder Schwankung in Panik versetzen, sondern arbeite ĂŒberlegt und plane voraus.

  • Die SERPs werden komplexer. Behalte sie im Auge und verlass Dich nicht darauf, dass sie so bleiben.

Einfach nur die Position in der GSC oder Sistrix checken, ist schnell irrefĂŒhrend, wenn man SERP-Integrationen nicht im Blick hat. Wetter-Webseiten haben schon vor Jahren schmerzhaft erfahren, dass eine Position 1 fĂŒr "Wetter [Ort]" nur noch wenig bringt, wenn eine Google-Integration die Frage des Nutzers vor dem Klick schon beantwortet hat. Im besten Fall schaffst Du es, dass Nutzer nicht bei Google, sondern direkt bei Dir die Antwort suchen.

Alles in allem ein guter Slot auf der SMX!

Hannah Rohde
Hannah Rohde
Junior Consultant
grĂŒn mag ich 💚 🌿

Auch ich durfte letzte Woche mit zur SMX nach MĂŒnchen –Danke hier an Flo und Johan, die uns das immer wieder ermöglichen. ❀ Die SMX war klasse, das Essen veggie und unglaublich lecker und die VortrĂ€ge auch top. Ein Vortrag hat mich besonders begeistert, und zwar "Wie ihr mit eurer Website 100 Tonnen CO₂ pro Jahr spart und dabei auch noch wachsen könnt" von AndrĂ© Goldmann.

AndrĂ© ist erst darauf eingegangen, wie der CO₂-Verbrauch der Website gemessen werden kann und hat anhand von Beispielen durchschnittliche Einsparmöglichkeiten von großen Seiten aufgezeigt, bei denen allein durch das Entfernen verschiedener nicht benötigter Ressourcen und Skripte hunderte Tonnen eingespart werden könnten. Das fand ich persönlich sehr beeindruckend, aber auch schockierend.

Warum solltest auch Du Dir Gedanken darum machen, die Ressourcen zu schonen und Deine Seite zu optimieren? Die Lösung ist recht einfach: Alles, was wir sparen, zahlt sich positiv auf Ladezeiten aus und Ladezeiten sind ja seit Jahren ein wichtiges Thema bei uns SEOs. 

Konkrete Tipps von AndrĂ© fĂŒr Deine Website als Zusammenfassung 

  • Systemschriftarten verwenden, um Datenvolumen zu sparen. Hier möchte ich gerne noch ergĂ€nzen, dass das Laden verschiedener Schriftarten hĂ€ufig auch zu CLS Problemen fĂŒhrt. Du kannst durch das Verwenden einer Systemschriftart also auch da direkt vorbeugen.

  • Tracking-Systeme prĂŒfen und ungenutzte Skripte entfernen

  • JavaScript und Plugins prĂŒfen: Was Du oder der Nutzer nicht brauchen, kann weg!

  • Bei Videos die QualitĂ€t dem EndgerĂ€t anpassen, denn: weniger QualitĂ€t = weniger Streaming Ressourcen → AndrĂ© sagt, dass fĂŒr mobile Views 720p ausreichend sind statt Full HD und das wiederum benötigt nur ein Drittel der Ressourcen! 

  • Wenn Dich das Thema interessiert, hier noch eine Empfehlung: Im November haben Jan-Peter Ruhso und Darius Erdt auf der SEOkomm erklĂ€rt, wie wir Crawling Ressourcen und E-Waste einsparen können. DarĂŒber habe ich Dir in meinem Artikel "Über E-Waste und was wir dagegen tun können" berichtet.

Was aber kannst Du direkt tun, um der Umwelt zu helfen? 

Klare Sache: Den CO₂ Verbrauch Deiner GerĂ€te schonen und zwar so:

  • Monitor Helligkeit reduzieren 

  • Energiesparmodus nutzen

  • Nicht die Standby-Funktion nutzen, sondern Deinen Laptop wirklich ausmachen. Keine Sorge, falls Du Dir wie ich Seiten fĂŒr spĂ€ter merkst: Deine Browserfenster und Tabs gehen nicht verloren und öffnen sich beim Neustart wieder – je mehr Tabs du offen hast, desto mehr Strom wird verbraucht, also sei hier am besten sparsam. 🙂

  • GerĂ€te im Akkumodus verwenden. AndrĂ© sagt, dass Nutzer in der Regel mehr die Ressourcen schonen, wenn diese nur begrenzt zur VerfĂŒgung stehen.

  • Dark-Modus auch tagsĂŒber aktivieren. Das finde ich beispielsweise schwierig, da ich immer sehen möchte, wie ein Nutzer im Normalfall die Seite sieht. FĂŒr Notizen nutze ich aber beispielsweise nicht Google Doks, sondern Sublime, das ebenfalls im Dark Mode eingestellt ist.

  • Wenn Du gut im Dark Mode arbeiten kannst, empfiehlt AndrĂ© die Nutzung von Browser-Erweiterungen, die Websites automatisch dunkel machen.

  • Adblocker verwenden 

  • Musik-Streaming optimieren: Was Du öfter hörst, kannst Du lieber herunterladen. 

  • Unnötige Mails löschen und Newsletter deabonnieren –natĂŒrlich nicht unseren! 😀

 Wenn Du Dir die ganze PrĂ€sentation anschauen möchtest hast Du GlĂŒck, AndrĂ© hat die Slides zum Vortrag "Wie ihr mit eurer Website 100 Tonnen CO₂ pro Jahr spart und dabei auch noch wachsen könnt" extra fĂŒr Dich hochgeladen. 🍀

Du kannst den CO₂-Verbrauch Deiner Website ĂŒbrigens mit Tools wie dem Website-Carbon-Calculator testen. Strategisch kann Nachhaltigkeit auch manchmal ein Argument sein, SEO in Deinem Unternehmen zu priorisieren. Bei Ladezeit / CWV schalten Stakeholder gerne auf Durchzug, aber wenn man sich als Unternehmen sonst Werte wie Nachhaltigkeit auf die Fahne schreibt, bekommt man so manchmal einen Fuß in die TĂŒr.

Fallen Dir noch mehr Tipps ein?

Jolle Lahr-Eigen
Jolle Lahr-Eigen
Consultant
Mit Thought Leadership zum SEO-Erfolg – Benjamins Vortrag von der SMX MĂŒnchen

In seinem Vortrag "Die SEO-Power von Thought Leadership Content" hat Benjamin O'Daniel auf der SMX MĂŒnchen gezeigt, wie sich verschiedene Charakteristika von Thought Leadership auf EEAT-Kriterien legen und fĂŒr die eigene SEO-Content-Strategie nutzen lassen.

THOUGHT LEADERSHIP = E-E-A-T Venn Diagram;
Thought-Leadership-Konzept: Key Opinion Leader + Subject Matter Expert;
E-E-A-T-Konzept: Experience + Expertise + Authoritativeness + Trust;
Folie von Benjamin O'Daniel auf der SMX Munich 2023

Gute Website-Inhalte zum Produkt, auf die How-to-Content einzahlt, sind fĂŒr Benjamin die Basis der SEO-Content-Strategie. Doch damit Menschen und Maschinen Deinen Inhalten mehr Relevanz einrĂ€umen als denen der Konkurrenz, musst Du Dich von der Menge abheben.

DafĂŒr ist Thought Leadership Content laut Benjamin der perfekte Hebel.

3 Facetten von Thought Leadership

  1. Subject Matter Experts sind Menschen mit Expertise in einem bestimmten Fachgebiet. Sie sind tief in ihrer Materie, betreiben Forschung und erheben originÀre Daten, die andere nicht haben und einordnen (können).

  2. Social Influencers sind Menschen, auf deren Meinung andere Wert legen. Sie haben hĂ€ufig einen großen Resonanzraum, ob auf sozialen Netzwerken oder anderswo. Sie werden hĂ€ufig zitiert und beeinflussen das Verhalten anderer.

  3. Key Opinion Leaders nehmen – auch mal kontrĂ€re –Standpunkte ein und scheuen nicht davor zurĂŒck, anzuecken. Sie inspirieren durch ihre klare Haltung.

Diese drei Ebenen sind nicht deckungsgleich, aber verstÀrken sich durchaus gegenseitig. Wenn Du Dich fragst, ob Du Dich hier in ein Social-Media-Marketing-Seminar verlaufen hast, dann lass uns Folgendes klÀren:

Was haben Thought Leadership und Influencer mit SEO zu tun?

EEAT natĂŒrlich – das Konzept aus den Google Quality Rater Guidelines rund um Erfahrung, Expertise, AutoritĂ€t und VertrauenswĂŒrdigkeit, das zur menschlichen Bewertung von Suchergebnissen herangezogen wird.

Bekannte Marken schaffen Vertrauen. Menschen, die ĂŒber Jahre belegen können, dass sie wichtige Erfahrung aufweisen, arbeiten sich eine Position der Expertise heraus. Corporate Influencer und Bloggerinnen nennt Benjamin Public Professionals. Sie stehen mit ihren Gesichtern und ihren Namen fĂŒr die Inhalte ein, die ĂŒber ihre FirmenprĂ€senzen veröffentlicht werden. Und da Menschen von Menschen kaufen, macht das einen Unterschied im Vergleich zum Wettbewerb.

Edeka Magazin-Format: 1000 Fragen, 1000 Antworten. Reiner Ley, Obst- und GemĂŒse-Experte bei Edeka, beantwortet die Frage: "Ist Spinat nach dem AufwĂ€rmen giftig?"

Mentions, Zitate und Links dienen auch Suchmaschinen als Vertrauensbelege und so schaffen es sogar Affiliates wie Finanztip, zu hart umkÀmpften Begriffen wie "girokonto" oder "kreditkarte" einen Brand Search und somit auch erstklassige Rankings zum Shorthead aufzubauen.

Sistrix Suchvolumen zur Keywordgruppe "finanztip girokonto"

Wiederholbare Formate sind der SchlĂŒssel

Benjamin gibt zu, Netzwerke wie Linkedin fĂŒhlen sich hĂ€ufig wie ein dienstliches Facebook an. Auch hier erfahren persönliche Einblicke, herzerwĂ€rmende Anekdoten aus der Kindheit und Bilder aus dem Urlaub mehr Gegenliebe als trockene fachliche Expertise. Das widerspricht sich ĂŒberhaupt nicht der Empfehlung, sich auch in B2B-Kontexten menschlich zu geben.

Einen großen Haken hat die GefĂŒhlsduselei in Benjamins Augen aber. Sie sind nicht wiederholbar. Jedenfalls nicht, wenn Du sie als planbares Format aufbauen möchtest, das Dein Gewicht als Thought Leader auf einem bestimmten Gebiet erhöht.

Ein einzelner Post mit trockener Analyse wird niemals an die Reichweite des Persönlichen heranreichen. Über Wochen, Monate und Jahre kontinuierlich wiederkehrende Analysen im gelernten Format dagegen schon.

Dr. Jörg KrĂ€mer von der Commerzbank postet regelmĂ€ĂŸig seine Analysen per Linkedin.

Die konkreten Fallstudien, die Benjamin in seinem Vortrag erwÀhnt hat, findest Du auch auf der Website im Magazin, im Podcast und den Sistrix-SEO-Duell-Livestreams, die Benjamin zusammen mit Fabian betreibt. Hier machen die beiden vor, was sie am Markt als erfolgreich wahrnehmen und daher auch empfehlen:

RegelmĂ€ĂŸig in klar umrissenen Formaten (siehe Edeka oben: 1000 Fragen, 1000 Antworten) Content produzieren, ĂŒber Social verlĂ€ngern, sich ein Publikum aufbauen und ihren Status als Thought Leader manifestieren. Das funktioniert offenbar auch in einer nerdigen Nische wie der Suchmaschinenoptimierung. Ist schließlich kein Zufall, dass wir uns auch bei Wingmen jede Woche die Zeit nehmen, um diesen Newsletter nach einem bewĂ€hrten Prinzip zusammenzustellen.

Danke Benjamin fĂŒr diesen wirklich starken Vortrag.

Andreas Röne
Andreas Röne
Consultant
Linkmaskierung und PRG-Pattern in Zeiten des European Accessibility Act

Letzte Woche habe ich mir moderne Programmiertechniken wie Javascript Frameworks & Co. in Zeiten von Accessibility angeschaut. Heute möchte ich Dir einmal ein Problem aufzeigen, das wir SEOs in den kommenden Monaten zu lösen haben. Es geht um das Thema Link-Maskierung und PRG-Pattern.

Aber wieso ist das ĂŒberhaupt ein Problem? Es ist eigentlich sehr simpel. Durch die Maskierung von einem Link Ă€ndern wir das gĂ€ngige A-Tag, das einen Link beschreibt, in ein anderes HTML-Tag, codieren das Linkziel mit einem Codec wie Base64 und schreiben es in ein Attribut des geĂ€nderten Tags. Nun setzen wir noch ein Javascript-OnClick-Event auf dieses Tag und rufen damit eine Javascript-Funktion auf, die unser Base64-Linkziel decodiert und den Browser auf das Linkziel leitet. Dieses Szenario beschreibt die klassische Linkmaskierung.  

Maskierte Links sind nicht barrierefrei

Dabei vergessen wir nun aber den European Accessibility Act. In diesem ist klar definiert, dass Webseiten bzw. Ecommerce- Anwendungen auch mit anderen EingabegerĂ€ten wie z.B. die Tastatur zu bedienen sein mĂŒssen. Da wir aber unseren Link mutwillig nicht mehr als Link gekennzeichnet haben, ist dieser aus dem Tab-Index (Eine Liste von Controls, die per Tab-Taste nacheinander fokussiert werden können) geflogen und nicht mehr per Tastatur ansteuerbar.

Um dieses Problem zu lösen, könnte man nun auf die Idee kommen, den WAI-ARIA-Standard zu Hilfe zu nehmen. Mit diesem Standard und einigen Tag-Attributen kann das Verhalten von HTML-Tags im Browser verÀndert werden. Wir könnten aus unserem maskierten Link nun wieder einen Link machen, den der Browser (und vielleicht auch die Suchmaschine) wieder als Link erkennt. Um dies zu verhindern, habe ich eine einfachere Lösung gefunden:

  • Mit dem Attribute tabindex="0" reihen wir das HTML-Tag in den Tab-Index ein. Das HTML-Tag kann nun durch DrĂŒcken der Tab-Taste wieder erreicht werden. Du erkennst das daran, dass ein kleiner Kasten um das jeweils fokussierte Element angezeigt wird.

  • Als nĂ€chstes benötigen wir noch ein Javascript-Event onkeypress="...", mit dessen Hilfe wir prĂŒfen, ob die Enter-Taste gedrĂŒckt wurde. Wenn dies der Fall ist, simulieren wir per Javascript einen Klick auf das HTML-Tag.

Wie geht das genau? Ich hab da mal was vorbereitet

Dieses Vorgehen lĂ€sst sich auch auf die PRG-Pattern ĂŒbertragen. Als Service und Beispiel möchte ich Dir mein GitHub-Projekt "PRG-Pattern" vorstellen. In diesem Projekt findest Du ein vollstĂ€ndig funktionieres PRG-Pattern-Beispiel mit allen Scripten, die Du zur Maskierung, Dekodierung und Weiterleitung benötigst.

Dabei habe ich noch einen gesalzenen Hash-Wert in das Projekt aufgenommen, um den Missbrauch unseres PHP-Weiterleitungsscripts durch Dritte zu verhindern. Wir erzeugen also mit einer geheimen Zeichenkette plus der URL des Linkziel einen md5-Hashwert. Nur wenn der Hashwert mit der URL von unserem Weiterleitungsscript auch erfolgreich verglichen werden kann, leitet dieses weiter. So können Dritte das PHP-Script nicht verlinken und sich so keine Links von unserer Seite ergaunern.

Solche Skripte waren ĂŒbrigens ein sehr beliebter Trick fĂŒr Fiverr-Angebote wie "I boost your PR up to 50". Aber das diskutieren wir besser an anderer Stelle.

Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
Windeln wieder voll (da)

Letzte Woche hatte ich kurz die Beobachtung mit Euch geteilt, dass windeln.de sein Magazin nicht erreichbar gemacht hat. Von außen sah es so aus, als wĂ€re am Freitag etwas deployed worden, dass zu einem 500er auf dem Magazin gefĂŒhrt hat.

Meine These war, dass das Problem mit einem schnellen Fix ohne Auswirkungen auf die Sichtbarkeit bleiben sollte.

Der Fix hat ein wenig lĂ€nger gedauert, als ich erwartet hatte. Mittwochmittag war die Seite aber wieder erreichbar. Am Donnerstag stieg die Sichtbarkeit langsam an und am Freitag ist fast die komplette Sichtbarkeit wieder – wie erwartet – hergestellt.

Screenshot Sistrix-Sichtbarkeit von windeln.de deutlich zu sehen ist ein deutliches Loch in der Sichtbarkeit fĂŒr mehrere Tage, dass aber inzwischen vollstĂ€ndig geschlossen ist.

Deutlich auch zu sehen: In den letzten 3 Monaten bröckelt die Sichtbarkeit von windeln.de kontinuierlich weg. Von den 7 Punkten aus dem Dezember sind heute nur noch 5,5 da. Das hat dann aber andere GrĂŒnde als die kurze Nicht-VerfĂŒgbarkeit.

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Fragen? Immer gerne fragen!
Wir sind fĂŒr Dich da.
Schreib uns gern jederzeit
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ruf uns einfach kurz an: +49 40 22868040

Bis bald,
Deine Wingmen
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