Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen f├╝r wache Webmarketer #184
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Johan von H├╝lsen
Johan von H├╝lsen
Gesch├Ąftsf├╝hrender Gesellschafter
­čÉů­čŽĚ Die Geschichte vom kleinen SEOzahntiger

Du kennst sie. Diese pr├Ąhistorischen Gro├čwildkatzen. Gestreift und mit langen Eckz├Ąhnen, wie 4-pfotige Vampire, gehen sie damit auf die Jagd nach Beute.

Irgendwie vergleichbar mit uns SEOs auf der Suche nach Rankings, Traffic und Anerkennung durch unsere Peers und CEOs.

Aber wir haben den ersten Advent und damit ist nicht der richtige Zeitpunkt, sich dar├╝ber aufzuregen, wie auch 2024 die SEAs an vielen Stellen SEO "Eh-Da-Traffic" als ihren Erfolg ausweisen.

Ist Dir mal aufgefallen, dass man auch mit Emoji nicht so sch├Ân fluchen kann, wie bei Asterix und Obelix?

Aber ich schweife ab. In diesem pr├Ąhistorischen Newsletter:

  • Macht Philipp kurzen Prozess mit vorsintflutlichen Websites von Zara

  • Verbessert Matt die SEOzahntiger-Ern├Ąhrung mit 20% auf Tiernahrung

  • Stellt sich Johan seinen tierischen Instinkten

  • Entdeckt Nils seinen Spieltrieb f├╝r Datenanalysen mit jahrzehntealten Tools

  • Untersucht Behrend neue Schutzmechanismen der Feuerkatze gegen Datenraubtiere

Jetzt also: Gehst Du ab in Deckung oder raus auf die Pirsch?

So oder so, viel Spa├č beim Lesen!

Deine Wingmenschen

Was wir gelesen haben
 Philipp G├Âtza
Philipp G├Âtza
Junior Consultant
Zara vor dem UX-Gericht: Prozess in Wingmenschhausen startet

Als regelm├Ą├čige*r Leser*in des Newsletters wei├čt Du vermutlich, dass ich oft versuche, zum Nachdenken anzuregen. Eine Sache, ├╝ber die nach wie vor nicht h├Ąufig genug nachgedacht wird, ist das Zahnrad aus User Experience, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit.

SEO ist mit allen verkn├╝pft und dadurch heutzutage deutlich komplexer geworden. Wenn unser Traffic nicht konvertiert, schadet es nicht, wenn wir die Basics einer guten Nutzererfahrung kennen. Oder wenn eine Seite langsam l├Ądt, kennen wir Hebel, wie wir das in den Griff bekommen k├Ânnen.

Und dann gibt es Websites wie die von Zara, die mit vielem durchkommen. Vermutlich, weil Zara eine so starke Marke ist und Google Marken liebt. Aber: Vor dem Wingmenschen-Gericht lassen wir das nicht durchgehen. ­čśů

Warum macht die Zara Website keinen Spa├č?

Nutzererfahrung ist ein neutraler Begriff. Was wir oft stattdessen meinen ist "Wie viel Spa├č macht eine Website?" Den Begriff hat Nina Roser "Anwendungsfreude" in Zusammenhang mit Websites genannt, was ich pers├Ânlich sch├Ân finde.

Was ist bei Zara das Problem? Peter Ramsey hat bei built for mars wieder eine unglaublich spannende UX Case Study ver├Âffentlicht und Zara hinsichtlich UX untersucht.

Falls Du built for mars nicht kennst: Pflichtlekt├╝re. Du bekommst dort in regelm├Ą├čiger Frequenz UX Deep Dives zu bekannten Marken. Neben einer Textzusammenfassung der Erkenntnisse erwarten Dich tolle Pr├Ąsentationen, die mit vielen Insights gespickt und sehr unterhaltsam sind.

Die Analayse zu Zara hebt vor allem diese 3 Probleme hervor:

  1. Zu hohe kognitive Belastung

  2. Es fehlt an Hierarchie und Bedeutung

  3. Wird schon gut (oder goog) genug sein

Schau' Dir mal die Startseite von Zara an. Da passiert unglaublich viel.

Zum jetzigen Zeitpunkt wird mir ohne Kontext ein Video einer Frau abgespielt, die mit einem Stylisten (?) Spa├č hat.

Ein Screenshot der deutschen Zara Startseite vom 02.12.2023. Zu sehen ist eine junge Frau und ein Stylist. In einem automatisch abspielenden Video haben die beiden Spa├č und es scheint um Haare zu gehen, was erst nach l├Ąngerem Zuschauen auff├Ąllt.

Ich habe keine Ahnung, was mir das sagen soll. Als ich mir die Startseite die Tage angeschaut habe, lief ein anderes Video automatisch ab. Hier gab es so viele schnelle Cuts, die selbst der Verfolgungsjagd in James Bond: Ein Quantum Trost Konkurrenz machten.

Was wir hier auch haben ist ein Slider, der als solcher schwierig erkennbar ist. Meine Meinung zu Slidern kennst Du bereits. Wenn man zu lange wartet, wird au├čerdem automatisch gescrollt und das n├Ąchste Video abgespielt.

Automatisch abspielende Videos, die nicht gestoppt werden k├Ânnen, sind ein UX-Verbrechen. Auch der Barrierefreiheit tun sie nicht gut. Was dann den Gnadensto├č verpasst und weshalb Zara von mir angeklagt wird, ist die unfassbare Ressourcenverschwendung.

Wir gucken mal genauer hin

Schau Dir mal an, welche Datenmengen hier in k├╝rzester Zeit durchgehen:

Nach 10 Sekunden gibt es 219 Requests und ├╝ber 70 Megabyte Daten, die ├╝bertragen werden. Nach 45 Sekunden sind es bereits 236 Requests und 169 Megabyte Daten├╝bertragung.

Wenn wir davon ausgehen, dass die Videos vor allem daf├╝r da sind, gesehen zu werden (warum hat man sonst Videos), dann wird ein Teil der Nutzer*innen das auch tun.

170mb sind 68x mal so viel Daten├╝bertragung im Vergleich zur durchschnittlichen Seite. Der Durchschnitt liegt laut HTTP Archive zum jetzigen Zeitpunkt bei ca. 2,5mb auf Desktop und 2,2mb auf Mobile. Wenn man sich M├╝he gibt, sind problemlos 1mb (und weniger) m├Âglich. Zara ist hier also unglaublich schlecht.

Du kannst mit Tools wie dem Website Carbon Calculator oder Beacon messen, wie nachhaltig eine Website mit Daten├╝bertragung umgeht. Das Problem: Diese Tools, ├Ąhnlich wie auch Google, interagieren nicht. Cookie-Banner, Scrolling, etc. fallen raus. Daher sind derartige Tools nur f├╝r einen ersten kurzen Einblick hilfreich, denn nach dem Consent oder Scrolling passiert oft einiges.

Zara im Kreuzverh├Âr

Der Website Carbon Calculator mit der deutschen Startseite von Zara sagt gr├╝nes Licht.

Ein Screenshot vom Website Carbon Calculator Test f├╝r die Startseite von Zara. Mit einem Wert von 0,44g CO2 bei einem Seitenaufruf schneidet Zara hier gut ab.

Nur 0,44g CO2 sollen hier verbraucht werden. Interessant, denn 0,44g CO2 entsprechen gesch├Ątzt ca. 1,38mb. Um eine genaue Zahl geht es auch nicht. Wir k├Ânnen auf jeden Fall sagen, dass 1,38mb weit von den oben genannten Zahlen entfernt ist.

Mal schauen, ob Beacon mehr ├╝ber Zara herausfindet.

Ein Screenshot aus Beacon f├╝r die Startseite von Zara. Hier wird ein CO2 Wert von 0,571g erkannt und 1,8mb ├╝bertragene Daten.

Die Bewertung D ist kein grottenschlechtes Ergebnis (es geht von A+ (sehr gut) hin zu F (am schlechtesten)). Aber wenn wir uns den Screenshot ansehen (oben habe ich das Ergebnis verlinkt, dann kannst Du es vermutlich besser erkennen), sehen wir nicht das, was ich vorher gesehen habe.

Hier liegt auch das Problem. Die Daten, Medien & Co., die man als User sieht, werden den Maschinen nicht (sofort) angezeigt. Daher solltest Du am besten im Network Tab Deines Browsers pr├╝fen, wie gro├č die tats├Ąchlichen Datenmengen sind, die bei einem Aufruf ├╝bertragen werden.

Es gilt daher:

"Tools are like street lights. They guide your way, but only a drunk would cling to them."

ÔÇô Martin Splitt

Die erste Verhandlung: Es wird noch schlimmer

Automatische Videos, die ungefragt viel Energie und Daten verschwenden (auch auf Mobile) sind nicht nachhaltig und aus unterschiedlichen Gr├╝nden in den meisten F├Ąllen nicht barrierefrei. Was bei der Menge an Daten├╝bertragung auch noch hinzukommt: Nicht alle Menschen haben das neuste Endger├Ąt oder schnelle Internetleitungen, so dass eine Seite wie die von Zara teuer in der Nutzung ist. Falls Du mal pr├╝fen m├Âchtest, wie teuer Deine Seite in etwa ist, dann probiere das Tool "What Does My Site Cost?" aus.

Aber weiter in der Anh├Ârung. Wo gibt es weitere Schwachstellen in der Nutzbarkeit?

Ein Screenshot der Zara Navigation auf einem mobilen Endger├Ąt. Markiert ist die Auswahl "Kategorie Herren" und die untergeordneten Punkte "Join Life, Careers und Impressum".

Was haben die Karriere-Seite, Impressum und "Join Life" ÔÇô was auch immer damit gemeint sein soll ÔÇô mit Herrenbekleidung bzw. -produkten zu tun? ­čĄö

Peter zeigt in zwei Vergleichen, dass diese Kategorien in der Navigation, mal von der Sinnhaftigkeit der Anordnung abgesehen, sich dynamisch ver├Ąndern:┬á

Ein Screenshot von built for Mars Studie zu Zara. Es wird darauf hingewiesen, dass die unordentliche Navigation bei Zara sich dynamisch ver├Ąndert. "To make it worse, this is all dynamic. Every few hours the items are all re-organised".

Jetzt mal ernsthaft: Wer soll sich da gut zurechtfinden? Um es noch besser zu machen, ver├Ąndern sich manche Kategorien in der Navigation bez├╝glich Zuordnung und Bezeichnung:

Ein Screenshot von built for Mars Studie zu Zara. Der Autor verweist darauf, dass nicht nur die Anordnung variiert, sondern auch die Bezeichnung der Lables. Markiert ist im Beispiel Coats | Trench  Coats (Zeitpunkt 1) und Coats (Zeitpunkt 2).

Und zus├Ątzlich ├Ąndern sie ihre Position in der Navigation ­čśé:

Ein Screenshot von built for Mars Studie zu Zara. Nicht nur sind die Kategorien dynamisch, Zuordnungen und Bezeichnungen variabel: Auch die Anordnung von den gleichen Kategorien ver├Ąndert sich. Im ersten Beispiel sind Gilets relativ weit oben, im zweiten Beispiel weiter unten.

Du merkst: Hier gibt es einiges zu entdecken. Zara's Website is the gift that keeps on giving. ­čÄü­čŹ┐

Zweiter Verhandlungstag: "Haben Sie an Conversion-Optimierung gedacht?"

Man w├╝rde meinen, dass ein riesiges Unternehmen wie Zara daf├╝r sorgt, dass die Basics gemacht werden. Wenn man es in den Checkout schafft und mehrere Artikel im Warenkorb hat, wird es schwierig, wenn man sicherstellen m├Âchte, WAS man kauft und ob es die richtigen Gr├Â├čen sind.

Ein Screenshot aus dem Checkout von Zara. Es sind drei Bilder zu sehen, auf dem jeweils ein Model mehrere Kleidungsst├╝cke tr├Ągt. Es gibt keinen Text, der kenntlich macht, um welche Kleidungsst├╝cke es im Warenkorb geht.

Kaufe ich jetzt alles, was jeweils auf dem Bild zu sehen ist? Oder nur eine Jacke. Oder ein T-Shirt? Oder war es die Hose? Zara sagt Dir nicht, was Du gerade kaufst. Selbst wenn Du ein T-Shirt in den Warenkorb legst, kann es sein, dass Dir dort ein Bild eines gesamten Outfits angezeigt wird und Du nicht mehr wei├čt, was im Warenkorb gelandet ist. Bildlich gesprochen ist das so, als w├╝rdest Du in einen Supermarkt gehen und kein Produkt h├Ątte ein Preisschild oder Informationen auf der Verpackung. Irgendwie doof, oder?

Perfekt, dass so Kleinigkeiten wie das CVV2 Security Code Feld Deiner Kreditkarte als Text-Input eingestellt sind und so auf dem Smartphone die alphabetische Tastatur, anstatt die numerische, ├Âffnet. Auch gut, dass manche Textfelder in den Kategorien kaum lesbar sind, weil so wenig Kontrast vorhanden ist.

Ein Screenshot der Zara Navigation. Ein Label sticht heraus, dass durch eine hellgelbe Schrift kaum lesbar ist, da zu wenig Kontrast vorhanden ist.

Du bist bereit f├╝r den Checkout? Top, dann lass uns auf "Continue" klicken.

Ein Screenshot aus dem Checkout von Zara. Eine gro├če Einblendung "Saving Changes" ploppt auf, wenn man auf den Checkout klickt, ohne ├änderungen durchgef├╝hrt zu haben.

"Saving Changes"? Welche ├änderungen? Das Label wird sicherlich an anderer Stelle verwendet, an der es sinnvoll ist. Wenn ich keine ├änderungen vornehme, l├Âst eine derartige Einblendung allerdings im Checkout-Prozess Reibung aus. Vor allem, wenn ich dann in den n├Ąchsten Schritten wie gesagt nicht wei├č, was ich ├╝berhaupt im Warenkorb liegen habe.

Manche Sachen m├Âgen auf den ersten Blick kleinlich wirken. Aber genau darum geht es am Ende: Was wir glauben ist egal, denn es sind oft die kleinen Dinge, die eine gro├če Wirkung haben. Am besten w├Ąre es zu testen. Wenn wir das tun, finden wir die Wahrheit und dann ist es in Ordnung, wenn wir anpassen m├╝ssen, woran wir glauben.

Das Urteil

Witzig ist, ich habe mich mit dem Thema SEO bei Zara 0 besch├Ąftigt. Eingangs sprach ich davon, dass wir unter anderem von UX abh├Ąngig sind, denn viel Traffic hilft nicht, wenn am Ende auf einer transaktionalen Seite niemand konvertiert. Im Fall von Zara wird Geld auf der Stra├če liegen gelassen.

Im Jahr 2022 hat Zara einen weltweiten Online-Umsatz von 7,8 Milliarden Euro eingefahren.

Ein Screenshot von Statista, auf dem die j├Ąhrlichen Online-Ums├Ątze von Zara zu lesen sind. Von 2016 mit 1,8 Millarden Euro ist man bis 2022 auf 7,8 Millarden Euro gewachsen.

Wenn man durch kleine Verbesserungen im Bereich UX, Barrierefreiheit (diesen Topf habe ich hier nur marginal ge├Âffnet), Nachhaltigkeit und Conversion Rate Optimierung auch nur 1% mehr rausholen w├╝rde, w├Ąren das viele Millionen Dollar im Jahr, die Zara ohne gro├če M├╝hen einsammeln k├Ânnte.

Ich erinnere Dich gerne an meinen Artikel zu Defaults. Meine Message darin war unter anderem folgende: Wenn Du Menschen zum Handeln bringen m├Âchtest, dann mache es ihnen einfach. Zara k├Ânnte vieles einfacher f├╝r die Nutzer*innen machen.

Matthias P├╝lz
Matthias P├╝lz
Junior Consultant
­čĆĚ´ŞĆ 20% auf alles. Auch auf Tiernahrung?

Geh├Ârst Du zu den Leuten, die sich hin und wieder gerne einen Rabattcoupon oder einen Gutscheincode g├Ânnen, um beim Online-Shopping ein wenig Geld zu sparen?

Dann hab ich jetzt m├Âglicherweise gute Nachrichten f├╝r Dich: In den USA testet Gooygle Coupon-Rich Result f├╝r E-Commerce Websites, bei denen direkt auf der Ergebnisseite Rabatte und Gutscheincodes angezeigt werden.

20% auf alles. Vielleicht sogar auf Tiernahrung ­čÉł

Auf das Thema aufmerksam gemacht hat Brodie Clark in einem LinkedIn Post. Dabei hat er auch direkt einen passenden Screenshot der SERP f├╝r das Keyword "running shoes" beigef├╝gt:

Google Ergebnisseite aus den USA zum Keyword "running shoes" mit hervorgehobenen Rabatt-Codes einzelner Suchergebnisse als Rich Result.

Das Rich Snippet besteht unter anderem aus einem kleinen blauen Preisschild-Symbol, der H├Âhe des Rabatts, dem Zeitraum und nat├╝rlich dem Code selbst, den Nutzer und Nutzerinnen sich dort super leicht kopieren k├Ânnen.

Mehr Rich Snippets? Weniger Rich Snippets?

Eine interessante Entwicklung, wenn man bedenkt, dass Google die Rich Results f├╝r FAQs und How-Tos zuletzt weitestgehend aus der SERP geworfen hat.

Au├čerdem hat Google Gutscheinseiten dieses Jahr der Reihe nach mit Core-, Helpful Content- und Spam-Updates in der Sichtbarkeit beschnitten. Sieht so aus, als w├╝rde Google jetzt den finalen Schlag vorbereiten. Sollten diese Gutscheine allerdings wirklich als Werbemittel in die organischen Ergebnisse integrierbar sein, w├Ąre das ein m├Ąchtiger Umsatzhebel f├╝r Google.

Abzuwarten bleibt selbstverst├Ąndlich, ob sie dieses Rich Snippet am Ende tats├Ąchlich einf├╝hren. Und falls ja, wann es in Deutschland soweit ist. Die Einf├╝hrung von SGE zuletzt zeigte schlie├člich, dass es Google bei den europ├Ąischen L├Ąndern mit Neuerungen nicht allzu eilig hat.

Und wie krieg' ich nun so'n tolles Teil?

F├╝r ein Unternehmen ist so ein schicker Rabatt-Schnipsel nat├╝rlich ein echter Klickgarant. Denn wenn wir eines ├╝ber Menschen wissen, dann, dass sie unheimlich gerne sparen. Du glaubst mir nicht? Dann schau mal, wie h├Ąufig die W├Ârter "g├╝nstig", "billig" und "preiswert" (oder "kostenlos" und "gratis") bei Deiner n├Ąchsten transaktionalen Themenrecherche auftauchen.

Bleibt zum Abschluss noch die Frage, wie Du ├╝berhaupt zu so einem schicken Zusatz-Schnipsel kommen k├Ânntest. Daf├╝r solltest Du einmal Dein Merchant Center auf Vordermann bringen (sofern Du das nicht sowieso schon tust), denn die Anzeige dieses Rabatt-Rich-Results basiert in erster Linie auf den Daten aus dem Google Merchant Center.

Wie siehst Du das: W├Ąre so ein Rich Result eine Bereicherung f├╝r die Suchergebnisse? Oder blinkt und leuchtet Dir die SERP auch jetzt schon zu hell und bunt und ein weiteres Rich Snippet wird alles nur noch un├╝bersichtlicher, ├╝berladener und verwirrender machen? Wie ein Kaufhaus wenige Tage vor Weihnachten ­čÄü­čÄä

Johan von H├╝lsen
Johan von H├╝lsen
Gesch├Ąftsf├╝hrender Gesellschafter
Johan jammert jedes Mal

Vortr├Ąge machen mich fertig. Am Schlimmsten ist das Bauen der Slides. Noch schlimmer ist nur der Moment zwischen Verkabelung des Mikros und Betreten der B├╝hne.

Ihr glaubt das ja immer nicht. Aber so geht es fast allen Speakern auf Konferenzen, egal, wie souver├Ąn sie r├╝berkommen, oder wie viele Vortr├Ąge sie schon gehalten haben. Aber: Dann gibt es nach dem Vortrag Feedback und manchmal ist das tats├Ąchlich gro├čartig.

Auf der SEOkomm habe ich ├╝ber Twiddler und Navboost gesprochen. Das ist insofern spannend, als Google wenig ├╝ber diese Konzepte verr├Ąt und wir fast ausschlie├člich ├╝ber Leaks und Gerichtsverfahren davon wissen. Mehr zu den Inhalten werde ich in den n├Ąchsten Wochen noch mal aufschreiben.

Was bei diesem Vortrag aber spannend war: Oben auf der Trib├╝ne sa├č Martin Splitt. Ich scheine nicht kompletten Unsinn erz├Ąhlt zu haben, denn er ist weder aufgesprungen und gegangen, noch hat er reingerufen, dass ich Quatsch erz├Ąhle. Das bietet uns die M├Âglichkeit, Mutma├čungen dar├╝ber anzustellen, bei welchen Teilen wir schon auf der richtigen F├Ąhrte f├╝r das Verst├Ąndnis von Google sind.

F├╝r Martin war es nat├╝rlich auch spannend ÔÇ×zu sehen, wie so die Wahrnehmung von au├čen ist." So hat er es zumindest in der t├Ąglichen Dosis SEO mit Marcus und Alex formuliert.

Screenshot der Show ÔÇ×t├Ągliche Dosis SEO" vom 27.11.2023. Eingeblendet ist ein Kommentar von Martin Splitt: ÔÇ×Johans Vortrag war super"

Und unabh├Ąngig davon tut so ein Lob nat├╝rlich gut. Und auch wenn ich glaube, dass ich mit dem Thema einige Zuh├Ârer abgeh├Ąngt habe, so schienen doch die Meisten tats├Ąchlich etwas Konkretes mitnehmen zu k├Ânnen.

F├╝r Dich gibt es im n├Ąchsten Jahr mehrere Chancen, mich live leiden zu sehen. Die n├Ąchste Gelegenheit ist bei den Kollegen von eology auf dem eoSearchSummit am 08. Februar in W├╝rzburg.

Danach werde ich Anfang M├Ąrz einen ganzt├Ągigen Workshop auf der SMX in M├╝nchen ├╝ber technisches SEO halten (englisch). Das wird sehr dynamisch und interaktiv. Das Format hei├čt ja Workshop und nicht Zuh├Ârshop.

Anschlie├čend darf ich noch ├╝ber eines der wichtigsten Themen f├╝r gro├če Seiten ├╝berhaupt sprechen: Wie kriege ich meine Inhalte in den Index und was kann auf der Reise alles schief gehen? Gl├╝cklicherweise darf ich am ersten Konferenztag sprechen. So habe ich am zweiten Tag jede Menge M├Âglichkeiten, mit Dir ganz entspannt unser Spiel zu spielen.

Falls Du die SMX auf dem Zettel hast, aber Dein Chef noch mit der Zusage z├Âgert: Das Konferenzticket bekommst Du 15% g├╝nstiger, wenn Du den Wingmen-Rabatt-Code verwendest: 15wngmnSMX (Achtung: Der gilt nur f├╝r das Konferenzticket. Nicht f├╝r die herausragenden Workshops am Vortag.)

Ich w├╝rde mich wirklich freuen Dich in M├╝nchen oder W├╝rzburg zu treffen.

Wenn Du zur Indexierung Fragen oder Themen hast, die Du gern im Vortrag sehen m├Âchtest, dann sag gern Bescheid.

Und wenn Du Dir einen ganzen Tag Tech-SEO-Dr├Âhnung vor der SMX g├Ânnen m├Âchtest, dann freu ich mich sogar doppelt!

Nils Warnick
Nils Warnick
Consultant
ÔŤĆ´ŞĆ Brauchen wir mehr Minecraft im SEO?

Data Mining w├Ąre etwas hoch gegriffen f├╝r das, was die meisten SEOs in ihrem Berufsalltag tun. Big Data auch. Wie mein Information Retrieval Professor mal gesagt hat:

"Alles, was man in einem Spreadsheet machen kann, hat mit Big Data nichts zu tun."

Dennoch sind Zahlen und Daten Butter und Brot f├╝r unser Handwerk.

Suchvolumen, Klicks, Impressionen, Sitzungen: You name it, we got it. Wir k├Ânnen uns im Online Marketing eigentlich ganz gl├╝cklich sch├Ątzen, dass wir im Vergleich zu analogen Werbema├čnahmen eine relativ genaue Erfolgsmessung betreiben k├Ânnen. Aber hast Du manchmal auch das Gef├╝hl, dass Du selbst mit all diesen M├Âglichkeiten vor eine Wand l├Ąufst?

Ein Beispiel aus unserer Praxis: Themenrecherche mit engem Fokus auf den B2B-Bereich. Klar kann man relativ einfach sagen, dass jemand das Keyword "buchhaltungssoftware f├╝r unternehmen" h├Âchstwahrscheinlich in einem B2B-Kontext sucht. Doch f├╝r jede deutliche Suchanfrage gibt es mindestens eine, bei der es deutlich kniffliger wird.

Woher soll ich wissen, ob nach "microsoft office schulung" mehrheitlich privat oder B2B gesucht wird? Ich sitze ja nicht neben dem Suchenden und kann nachfragen... Aber geht der n├Ąchste Schritt wom├Âglich in diese Richtung?

Von der SEOkomm hatten unter anderen Caro und Jolle letzte Woche bereits berichtet. Ich betone deshalb beide, weil Caro den Vortrag von Jasmin Karatas zum Thema 'Gamer als Zielgruppe' erw├Ąhnte und Jolle aus Pip Kl├Âckners Vortrag hervorhob, dass Informationen aus erster Hand und 'Ground Truth' in Zeiten von AI immer wichtiger werden w├╝rden. Beide Vortr├Ąge hatte ich auch geh├Ârt. Den zum Thema Gamer, weil ich wissen wollte, wie ich als Zielgruppe denn so ticke. Und den von Pip, weil's nunmal Pip ist.

Beim Lesen unseres Newsletters ÔÇô was ich nur empfehlen kann ;) ÔÇô haben sich dann zwei Neuronen in meinem Hirn gekoppelt. ­čĄŁ Denn was ist oft die Konsequenz, wenn unsere Daten uns nicht weiterhelfen? Schonmal gedacht oder geh├Ârt: 'Wir k├Ânnten ja mal mit dem Vertriebsteam sprechen, vielleicht haben die ja noch Input.'? Als SEOs sind wir sehr gut darin geworden, die uns zur Verf├╝gung stehenden Daten auszuwerten und Ma├čnahmen abzuleiten. Man k├Ânnte es fast unsere Kernkompetenz nennen.

Was aber, wenn Retrieval, Verarbeitung und Auswertung der Daten bald von der vielbesagten AI ├╝bernommen werden k├Ânnen? Wie heben sich Agenturen voneinander und von den Inhouse SEOs noch ab? Durch den noch ge├╝bteren Umgang mit den AI-Tools? Auf der SEOkomm haben wir geh├Ârt "Sei Mensch." und "Made by Mensch" wird ein Qualit├Ątssiegel werden. Doch was bedeutet das am Ende konkret? M├╝ssen wir wom├Âglich Informationen liefern, die so niemand anders anbieten kann?

Eventuell m├╝ssen wir als SEOs in Zukunft noch n├Ąher an die Nutzer r├╝cken und auch 'Ground Truths' liefern. Selbst nach den Nuggets sch├╝rfen gehen. Wenn mir jetzt noch einf├Ąllt, wie man das skalierbar umsetzen k├Ânnte, s├Ąhe die Zukunft seeehr rosig aus. Befragungen scheinen daf├╝r zu unhandlich

Ob die Entwicklung wirklich dahin geht, wird nur die Zukunft zeigen. Aber bis dahin zur Sicherheit eine Spitzhacke im Keller zu haben, schadet sicherlich nicht. Hast Du vielleicht eine z├╝ndende Idee?

Behrend von H├╝lsen
Behrend von H├╝lsen
Consultant
Firefox enhanced Enhanced Tracking Protections

Im Gegensatz zu EEAT bekommt Firefoxs ETP kein Extra E, aber die Enhanced Tracking Protection wurde dennoch in den letzten Wochen ein wenig aufgebohrt.

Die ETP ist eine Sammlung von Features zum Schutz vor Tracking. Vieles davon deckt sich mit dem, was andere Browser machen und heutzutage quasi Standard ist, aber auch Dinge die Firefox anders macht.

Cory Underwood hat sich das schon genau angesehen. Was ist jetzt neu? Nicht viel, aber vieles, das interessierte Nutzer aktiv einstellen konnten, wird mit Firefox Version 120 zum Default. Aber es werden auch neue Funktionen getestet:

Test f├╝r Automatisiertes Cookie Banner Blocken in Deutschland

Der vielleicht gr├Â├čte Kracher: Firefox wird f├╝r deutsche Nutzer in Incognito Tabs testen, Consent Banner automatisiert abzulehnen. Au├čerdem werden in Incognito Tabs bekannte Tracking Parameter automatisch weggeschnitten.

Das ist erstmal nur ein Test, aber zumindest f├╝r Incognito Tabs musst Du damit rechnen, dass dort Consent in Zukunft automatisch verweigert wird. Solange das nur Firefox macht und es auf Incognito Tabs beschr├Ąnkt bleibt, wird der Impact auf Consent-Raten f├╝r die meisten Domains ├╝berschaubar sein. F├╝r bestimmte Zielgruppen mag das aber anders aussehen.

Dann wird man es nicht nur an der Consent-Rate sehen, sondern vor allem auch an der Anzahl neuer Nutzer im Tracking. Denn Stammnutzer, die konsequent Incognito Tabs benutzen, werden in Deinem Tracking jedesmal als neue Nutzer erkannt.

Eigentlich interessant mal zu sehen, wie viele von den neuen Nutzern wirklich neu sind und nicht nur Stammnutzer des Incognito Modus...

Global Privacy Control

Die GPC Header Angabe als automatisches Consent-Signal war schon l├Ąnger implementiert, aber man musste tief in den Settings graben, um es zu aktivieren. Passend zu dem Urteil von neulich, das Anti-Tracking Header st├╝tzte, wird der Anti-Tracking Header jetzt im Privacy und Security Men├╝ von Firefox auch f├╝r Laien aktivierbar. Jetzt m├╝sste ihn nur noch irgendwer beachten...

Anti Fingerprinting Ma├čnahmen

Firefox nimmt au├čerdem Anpassungen an die Canvas API vor und wird durch das gezielte Einstreuen von zuf├Ąlligen Daten das Fingerprinting von Nutzern erschweren.

Ein ungef├Ąhres Fingerprinting anhand der sowieso im HTTP-Header vorliegenden Informationen, wie es beispielsweise Matomo erm├Âglicht, ist davon nicht betroffen.

Wenn Du also ein solches cookieless f├╝r eine ungef├Ąhre Nutzerzahl- und Session-Messung nutzt, ist diese Anti-Fingerprinting Ma├čnahme kein Problem.

Aber das aktive Canvas Fingerprinting, das es erm├Âglicht, individuelle Nutzer mit hoher Sicherheit wiederzuerkennen, wird dadurch erschwert oder hoffentlich sogar vollst├Ąndig unterbunden. Da es eigentlich keinen legitimen Einsatz f├╝r solches Browser-Fingerprinting gibt, ist das eine sehr sinnvolle Ma├čnahme.

Links ohne Tracking-Parameter kopieren

Wenn in Firefox URLs kopiert werden, kann man auch automatisch die Tracking-Parameter abschneiden.

Screenshot aus dem Rechtklick-Men├╝ im Firefox: Neben ausschneiden, kopieren, einf├╝gen, l├Âschen und einigen weiteren Optionen gibt es auch "Kopieren ohne Website-Tracking"

Eine Funktion, f├╝r die es auch Browser Extensions gab, geht jetzt out of the Box. Und auch das finde ich sehr sinnvoll. Insbesondere f├╝r Content Editoren, die es immer wieder schaffen, Marketinglinks per Copy & Paste in die interne Verlinkung zu nageln und damit die entsprechenden Kampagnen zu torpedieren.

Wenn Du Dich aber darauf verl├Ąsst, dass Nutzer die Tracking-Parameter an Deinen Links nicht abschneiden, wenn sie Deine Inhalte teilen, ist das nat├╝rlich bl├Âd. Besser ist, wenn Du davon ausgehst, dass Dir hier definitiv etwas durch die Tracking-Lappen geht.

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