Wirklich wahres Wingmen SEO Wissen fĂŒr wache Webmarketer #250
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Behrend von HĂŒlsen
Behrend von HĂŒlsen
Consultant
🏄Everbody likes Surfing in the Internet

Es gibt auch einzelne Menschen, sogar Wingmenschen, die dieses Surfen nicht nur im Internet mögen, sondern auch im Wasser. So richtig mit Nasswerden. Freiwillig
 im Urlaub
 FĂŒr die Anreise zu unserem nĂ€chsten Offsite hat mir Nora schon angedroht versprochen, zu erklĂ€ren, warum Surfen Spaß machen soll. Trotz, dass man dabei völlig durchnĂ€sst wird. Ich bleibe skeptisch und surfe lieber durchs Internet. Zusammen mit den anderen Wingmenschen bin ich auch vergangene Woche wieder durchs Netz gesurft und habe Dir die wichtigsten SEO-News zusammengestellt. Die kannst du hier nun durchlesen, anstatt selbst zu surfen.

Das haben wir Dir diese Woche an Deinen E-Mail-Postfach-Strand gespĂŒlt:

  • Philipp sieht die Welle der AI-Overviews auf uns zukommen
  • Matt bringt Dich auf Kurs, um die nĂ€chsten SEO-StĂŒrme sicher zu ĂŒberstehen
  • Johan surft durch Structured Data
  • Nora zeigt Dir, wie Du durch das Riff der Product Group Markups navigierst
  • Nils motiviert Dich wieder aufs Surfbrett zu steigen, wenn Du ins Wasser gefallen bist

Viel Spaß beim Lesen!

Deine Wingmenschen

Was wir gelesen haben
Philipp Götza
Philipp Götza
Junior Consultant
(A)lle (I)nformationen fĂŒr Dich (O)rganisiert: Was Du ĂŒber AI Overviews wissen musst

Auf den Punkt: AI Overviews erobern seit letzter Woche deutsche Suchergebnisse.

Damit Du sie sehen kannst, musst Du folgende Voraussetzungen erfĂŒllen:

  • Bei Google eingeloggt und 18+ Jahre alt sein
  • Eine Suche starten, bei der Google sich sicher ist, dass sie als Ergebnis hilfreich ist

Um Dir alles Wichtige mitzugeben, schauen wir heute auf folgende Fragen:

  • Bei welchen Keywords tauchen AI Overviews auf?
  • Was rankt in AI Overviews und wie kommst Du da rein?
  • Wie kannst Du AI Overviews tracken?
  • Wie kannst Du AI Overview Traffic tracken?
  • Wie wirken sich AI Overviews auf Deinen (organischen) Traffic aus?
  • Wie kannst Du Deine Inhalte vor AI Overviews schĂŒtzen?

Am Ende sage ich Dir, ob Du Angst vor den AIOs haben musst.

Bei welchen Keywords tauchen AI Overviews auf?

Ahrefs hat geforscht:

Ahrefs Daten zu AI Overviews und bei welchen Keywords diese auftauchen. 99,2% der informationalen Suchanfragen sind betroffen und nur 20,3% bei navigationalen, 5,8% bei kommerziellen und 4,0% bei transaktionalen Suchanfragen.

  • Es sind vor allem lĂ€ngere Suchanfragen und informationale Themen.
  • Kommerzielle Themen bleiben vorerst grĂ¶ĂŸtenteils verschont (vermutlich, bis Google einen stabilen Weg der Monetarisierung gefunden hat).

Aktuell steigt die Zahl der Keywords, bei denen AIOs in UK auftauchen, deutlich. Die neuesten Zahlen von ZipTie zeigen einen deutlichen Anstieg seit Jahresbeginn fĂŒr die USA.

Google sagt in dem oben angesprochenen PDF unter anderem Folgendes:

“AI Overviews are designed to show up on queries where they can add additional benefit beyond what people might already get on Search today, and where we have high confidence in the quality of the responses.

Meaning, they will show up in Search results when our systems determine that generative AI can be especially helpful – for example, when you want to quickly understand information from a range of sources.“

Die Quote, dass Google einen AI Overview fĂŒr ein gutes Ergebnis hĂ€lt, nimmt also zu. Ich bin von den AIOs und ihrer QualitĂ€t noch nicht begeistert. Unterschiedliche Marktbegleiter und wir Wingmenschen kommen z. B. aus anderen LĂ€ndern als Deutschland (sagt der AIO):

Eine SERP fĂŒr "wer ist die beste seo-agentur. Viel vom Screenshot ist unkenntlich gemacht, bis auf einen Teil unten. Dort steht "SEO-Agenturen in anderen LĂ€ndern", wo neben Wingmen auch Bloofusion und Mindshape gelistet sind. Alle 3 Agenturen kommen aus Deutschland, nicht anderen LĂ€ndern.

Was rankt in AI Overviews und wie kommst Du da rein?

Unseren Kunden (und in Workshops) sagen wir immer Folgendes:

Es gibt quasi keinen einzigen AI Overview, in dem nicht ein Ergebnis aus den Top-10 vorhanden ist. Um also dramatisch die Ranking-Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, mĂŒssen wir auf die erste Seite, alles andere ist sinnlos.

Schon damals zu SGE-Zeiten habe ich beobachtet, dass Optimierung wie fĂŒr Featured Snippets oft von Erfolg gekrönt ist. Es geht also um TextĂ€hnlichkeit.

Mittlerweile sind Vektoren, Embeddings und Cosine Similarity Teil des SEO Toolkits. Auf der SMX war ich dennoch ĂŒberrascht, wie wenige im Vortrag von Sebastian Erlhofer die Hand gehoben haben, ob sie damit arbeiten.

Kurz: Du ĂŒbersetzt Text in Mathematik, um ihn vergleichbar mit einem anderen Text zu machen. Dann vergleichen wir die Textvektoren (generiert durch ein Embedding-Modell) im Vektorraum miteinander und berechnen den Cosinuswinkel zwischen den beiden Texten, um zu wissen, wie Ă€hnlich sie sich sind.

Ein Beispiel fĂŒr Wortvektoren. König und Mann sind nĂ€her beieinander als Königin und Frau.

Höhere Ähnlichkeit = “Oh, das passt besser zueinander”.

Ganz wichtig: Die Unterschiede mit den Embedding-Modellen sind gravierend! FĂŒr diesen Artikel wĂ€re das aber zu viel, vielleicht mĂŒssen wir dazu mal was schreiben, was denkst Du? Lass es mich wissen.

FĂŒr einen ersten kleinen Test kannst Du Dir das kostenlose Tool von marketbrew anschauen, das habe ich fĂŒr Recherchearbeiten zur SGE schon Anfang letzten Jahres getestet.

Botify hat zur Korrelation von Cosine Similarity und AIOs letztes Jahr eine Studie veröffentlicht, in der sie Folgendes schreiben:

“Our cosine similarity analysis showed a distinct correlation between the semantic similarity of linked websites and the AI-generated text of the AI Overview itself. Essentially, the closer your content satisfies the same consumer intent and need as the AI Overview’s summary, the more likely it is to be cited and linked.”

Neben der Ähnlichkeit sind Textschnipsel in AI Overviews zudem kurz, also bring’s auf den Punkt und mache es so einfach und lesbar wie möglich.

Andere Dinge, die allgemein (nach wie vor) in KI und AIOs relativ gut funktionieren:

  • In wichtigen Listen Deiner Branche eine Rolle spielen ([beste + keyword] und Mehrwortvarianten davon, siehe das Beispiel oben)
  • Branchenverzeichnisse nutzen, vor allem die, in denen es Bewertungen gibt (davon reichen wenige aus und trotzdem schafft man es in die Ergebnisse)
  • Statistiken und eigene Daten verwenden
  • Inhalte mit “Das Wichtigste in KĂŒrze” bzw. tl;dr und Bullet Points aufbereiten
  • Wie bei Featured Snippets die Frage als HTML-Überschrift aufnehmen und unmittelbar darunter die Antwort liefern

Was ich nicht empfehle: LinkedIn-Artikel ausnutzen, nur weil diese 1) schnell in der organischen Suche ranken und 2) hĂ€ufig Quelle (wie auch YouTube) fĂŒr AIOs sind. Das ist kurzfristig, kurzsichtig und kurzatmig.

Es spricht aber nichts dagegen, zusÀtzlich auf LinkedIn und YouTube zu setzen.

Wie Du AI Overviews und deren Traffic tracken kannst

Was fast alle Tools mittlerweile können: Gibt es bei diesem Keyword ein AIO oder nicht?

Mehr Informationen gibt es unter anderem bei:

  • ZipTie
  • Ahrefs
  • Profound

Was aber gar nicht so wichtig ist: Wer rankt dort heute?

Die AIOs verĂ€ndern sich stark ĂŒber die Zeit, sodass es viel mehr um KontinuitĂ€t und Prominenz geht – also mit welchem Schnipsel rankst Du an welcher Stelle, bist Du direkt sichtbar oder nur eine unbedeutende Fußnote, die kaum jemand sieht oder klickt?

Authoritas hat festgestellt, dass 70% der rankenden Seiten sich alle 2-3 Monate verĂ€ndert haben (das ist mal VolatilitĂ€t). Immerhin sind sie mittlerweile Week over Week einigermaßen stabil, das war zu SGE-Zeiten noch anders. Damals wechselten die URLs und die Inhalte der Ergebnisse mehrmals tĂ€glich.

Kann man den Traffic von AI Overviews messen? Jein, zumindest nicht so (un)genau, wie man es von anderen Tracking-Möglichkeiten gewohnt ist.

Daniel Waisberg hat bei der Search Central in NYC gesagt, dass es vorerst keine getrennten Zahlen in der GSC geben wird.

Wenn Du GA4 und den GTM benutzt, kannst Du Dir ein Tracking bauen, das Featured Snippets, People Also Ask und auch AI Overviews trackbar macht.

Problem: Alles ist in einer Suppe und auch “Copy Link to Text”-Daten fließen da rein, aber besser als nichts.

Wie wirken sich AI Overviews auf Deinen (organischen) Traffic aus

1. AI Overviews dominieren visuell die SERP

Sie pushen die organischen Ergebnisse nach unten, ergo weniger Clicks sind zu erwarten. Im eingeklappten Modus ohne Interaktion ist die GrĂ¶ĂŸe in der SERP aber mit regulĂ€ren SERP Features vergleichbar.

Wenn User AIOs gut finden (und das behauptet Google immer wieder), dann klicken sie auch auf “Mehr anzeigen” und es wird zappenduster fĂŒr viele normale, organische Ergebnisse, siehe folgendes Beispiel:

Ein AI Overview, bei dem auf der linken Seite die eingeklappte und auf der rechten Seite die aufgeklappte Variante im Vergleich zu sehen sind. Aufgeklappt ist der AI Overview etwa 4x so groß.

2. Sie haben einen messbaren, negativen Impact auf den Traffic

Es gibt mehrere Studien, die zum Ergebnis kommen, dass AIOs sich negativ auf die CTR auswirken (Beispiel von Seer Interactive).

Übrigens: Auch die Paid-Kollegen und -Kolleginnen haben eine geringere CTR, wenn AI Overviews auftauchen.

3. Sie betreffen aber nicht alle (GeschĂ€ftsmodelle) gleichermaßen

Damit sie negativ auf Deinen Traffic drĂŒcken, mĂŒssen sie bei Deinen Keywords auftauchen.

Da AI Overviews zum jetzigen Zeitpunkt vor allem bei informationalen Anfragen auftauchen, hast Du als Shop weniger Probleme als Publisher (Matt hat zur Publisher-Thematik diese Ausgabe was geschrieben).

Schmerzen gibt es also vor allem dann, wenn Du mit Ad Impressions Knete machst und Du auf informationale Themen setzt, die AI Overviews schneller und besser beantworten können.

Glossare und Definitionen sind in einer Welt von KI wertlos.

Wie Du Deine Inhalte vor AI Overviews schĂŒtzen kannst

Einer der großen Kritikpunkte von AI Overviews: Ganz oder gar nicht.

Die einzig “nachhaltige” Lösung ist, wenn Du den Googlebot vom Crawling aussperrst. 😂 Das lassen wir besser.

Andere halbgare Lösungen, die sich aber nicht nur auf AI Overviews auswirken:

  • Die Inhalte per noindex nicht indexierbar machen.

  • Mit den nosnippet-, data-nosnippet- oder [max-snippet-](max-snippet: [number])Attributen arbeiten.

Es gibt keinen Opt-Out, was eine der großen Kritiken an AI Overviews ist. Google stellt uns vor eine Hobson’s Choice.

“The term is often used to describe an illusion that choices are available. The best known Hobson's choice is "I'll give you a choice: Take it or leave it", wherein "leaving it" is strongly undesirable.”

Das Training von Googles KI-Tools kannst Du durch die Blockierung von den entsprechenden Crawlern unterbinden (z. B. Google-Extended); das schĂŒtzt aber nicht vor dem Erscheinen in AI Overviews.

Fazit: Wer wirklich Angst haben muss

Organischen Traffic, der uns nicht hilft, unsere Marke, unser Produkt und unsere Dienstleistung in ein starkes Licht zu rĂŒcken, brauchen wir nicht.

Eli Schwartz hat 2023 gesagt, dass sich Traffic und das Internet verschieben, aber nicht das Geld, was wir am Ende ausgeben:

“A lot of websites focus on things that have informational intent. As an example, Home Depot. If you’re trying to fix something in your house, you find Home Depot. [...] SGE AIOs will tell you how to fix something, but you still have to buy it from Home Depot. [...] The whole internet is changing, but the money spent is not changing.”

Es gibt eine Ausnahme. Wenn Dein Produkt das Verkaufen der Aufmerksamkeit Deiner User an Werbetreibende ist, hast Du ein Problem.

Daher sind die einzigen, die sich jetzt wirklich vor AIOs (und KI im Allgemeinen) fĂŒrchten mĂŒssen, diejenigen, die Geld mit Impressions verdienen. Und das ist der Anfang vom Ende eines Systems, das Aufmerksamkeit als Billigware verkauft und Polarisierung befeuert, anstatt echten Wert zu schaffen.

Director’s Cut Material

Matthias PĂŒlz
Matthias PĂŒlz
Junior Consultant
Sei nicht lĂ€nger das notwendige Übel

„Giving traffic to publisher sites is kind of a necessary evil“ – so beschreibt ein ehemaliger Google-Manager in einem aktuellen Bloomberg-Artikel die Haltung von Google gegenĂŒber externen Publishern. Charmant, nicht wahr?

Diese Aussage lĂ€sst natĂŒrlich aufhorchen und bestĂ€tigt auch noch einmal, was zuletzt hĂ€ufiger durch den Raum schwirrt und vielen Publishern wohl den kalten Schauer ĂŒber den RĂŒcken jagt: Der Traffic von Google wird – trotz steigender Suchen – in Zukunft wohl nicht zunehmen. Ganz im Gegenteil!

AI Overviews killen Deine Werbeeinnahmen

Philipp hat es in seinem Artikel letzte Woche schon sehr gut auf den Punkt gebracht: Traffic stirbt. So dramatisch sich das im ersten Moment auch anhört: Es stimmt. Gerade mit der EinfĂŒhrung der AI Overviews hier in Europa wird das noch einmal deutlicher. Statt bei vielen informationalen Suchen auf eine externe Website zu verweisen, beantwortet Google die Frage nun einfach selbst. Mithilfe der externen Websites
 Und das trifft nicht nur Publisher: Auch bei Produkt-Vergleichen graben die AI-Overviews den Affiliates das Wasser ab und Googles Produktsuche verlagert auch immer grĂ¶ĂŸere Teile der E-Commerce User Journey von Deinem Shop in die Google Suchmaschine. Genau genommen natĂŒrlich nicht die feine englische Art, aber was soll’s?

Die Folge: Immer weniger Traffic, der auf Deiner Website landet. Oder anders formuliert: FĂŒr Publisher, die bislang ausschließlich von Werbeeinnahmen leben, wird es eng. Oh je. Und wer glaubt, dass Instagram und Facebook die Rettung sein können: Nope! Leider nein, denn auch die behalten ihren Traffic lieber bei sich selbst, anstatt ihn an externe Websites weiterzuleiten (an dieser Stelle auch noch einmal der Hinweis, sich Philipps Artikel durchzulesen). Na super
 Und was nun?

Zeit zum Umdenken

Okay, damit hĂ€tten wir die Hiobsbotschaften einmal abgehandelt. Stellt sich natĂŒrlich noch die Frage, wie man nun mit der Situation umgeht: Eines ist dabei klar: Wer auch langfristig als Publisher bestehen möchte, wird wohl nicht umhinkommen, auch ein paar alternative Monetarisierungsmodelle in den Blick zu nehmen.

Ganz beliebt (und bewĂ€hrt): Das Abo-Modell. Voraussetzung dafĂŒr sind logischerweise hochwertige Inhalte, die ein paar Groschen pro Monat (oder Jahr) rechtfertigen. Und schon fĂ€llt wieder einmal das Wort “QualitĂ€t”.

Passend dazu eignet sich auch der Aufbau einer richtigen Community (Stichwort: Branding) oder weitere, möglicherweise sogar unkonventionelle Wege (Stichwort: KreativitĂ€t). Wichtig ist nur, jetzt schon den Stein dafĂŒr ins Rollen zu bringen.

Und auch im E-Commerce musst Du Dich darauf einstellen, dass Du Nutzer erst spÀter in der User Journey zu Gesicht bekommst. Auch hier hilft Branding und der Aufbau einer Community, aber Du solltest auch die User Experience und Conversion-Optimierung nicht vergessen, damit Nutzer gerne wieder bei Dir kaufen.

Worte zum Schluss

Ja, das Leben war schön, als Google und Co. noch großzĂŒgig mit Traffic um sich geworfen haben. Fast wie mit SĂŒĂŸigkeiten an Karneval. Doch diese Zeiten sind vorbei
 fĂŒr immer, sagen die Verantwortlichen selbst.

Das tut natĂŒrlich erst einmal weh. Und erschĂŒttert auch das SEO-Weltbild, das ja mit der Metrik Traffic groß geworden ist. Gleichzeitig zwingt uns genau diese Entwicklung dazu, smarter zu werden und aus weniger Klicks “einfach” mehr Umsatz zu generieren. Also weg vom klassischen “Die Masse wird’s schon regeln” und hin zu Themen wie User Experience und Conversionrate-Optimierung. Dann klappt es auch mit dem Umsatz – trotz sinkendem Traffic!

Johan von HĂŒlsen
Johan von HĂŒlsen
GeschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter
RAG against the (Sche)machine

Eigentlich wollte ich was ganz anderes schreiben, aber dann hat Behrend mir diese Headline hingelegt und ich habe daher Deine Aufmerksamkeit und die will ich fĂŒr eine ganz wichtige Botschaft nutzen:

Structured Data bleibt wichtig!

Seit Jahren mĂŒssen wir uns anhören, dass die Maschinen das alles auch ohne Structured Data hinkriegen und man das nicht mehr braucht. SpĂ€testens, wenn die Kids um die Ecke kommen, die cooler sind als Google.

Aber es könnte nicht falscher sein. In der letzten Woche haben Google und Bing erklÀrt, dass sie Structured Data brauchen.

Mark William Cook hat das noch mal ein wenig erlÀutert.

Am Ende sind mir die Details egal:

  • Profitiert AI davon, dass das Schema der Suche hilft, besseren RAG-Input zu liefern?
  • Wird Schema genutzt, um die DatenqualitĂ€t des LLM zu validieren?
  • Wird Dokumenten mit vernĂŒnftigem Schema ein höheres Vertrauen entgegengebracht und daher im Training höher gewichtet?
  • Oder fĂŒhrt es einfach nur dazu, dass wichtige Dinge mehrfach im HTML stehen und höher gewichtet werden könnten?

Ehrlich: Es ist mir egal.

Fakt ist: Maschinen profitieren davon, wenn Menschen ihre Inhalte maschinenlesbar erklÀren.

Dies ist ein Artikel als Teil eines Newsletters der Firma Wingmen Online Marketing GmbH mit Sitz in der Stadt Hamburg, geschrieben von einem der GrĂŒnder und GeschĂ€ftsfĂŒhrer: Johan v. HĂŒlsen. Johan hat einen Bruder Behrend, der ist nicht nur schlau, sondern auch lustig. Der Artikel, um den es geht, hat eine lustige Headline. Und einen Body-Text mit Links und Hervorhebungen und einem Zitat, zu dem keine Quelle angegeben ist (dieser Absatz hier). In dem Artikel geht es um LLMs und Structured Data. Es werden Google (Suchmaschine) und Bing (Suchmaschine) erwĂ€hnt. Außerdem Mark Williams Cook (Person).

Wenn wir Inhalte so erklĂ€ren, dann können Maschinen sie besser lesen und sie können die Welt besser verstehen. Wenn wir mal aus den „großen“ Bereichen herausgehen, dann gibt es unfassbar viel Wissen, das Suchmaschinen und LLMs noch nicht haben: Google Knowledge Graph kennt 5 Mrd. EntitĂ€ten. Es leben aber wahrscheinlich deutlich mehr als 8 Mrd. Menschen auf diesem Planeten. Und dann haben wir noch nicht mal angefangen, ĂŒber Staaten, GebĂ€ude, SehenswĂŒrdigkeiten, Produkte und Firmen zu reden, von abstrakteren Konzepten wie Krieg und Frieden ganz zu schweigen.

Wenn wir also eindeutiges Wissen eindeutig auszeichnen, um Fakten zu erklĂ€ren, vor allem aber Beziehungen zwischen EntitĂ€ten deutlich zu machen, dann ist das nicht nur gut fĂŒr die Suche, sondern auch fĂŒr LLMs.

Also können wir daher bitte endlich aufhören, ĂŒber den Sinn von Schema zu streiten und unsere Inhalte auszeichnen und lesbar machen? Und natĂŒrlich die Fehler korrigieren.

Ich bin mir sehr sicher: Wenn wir gutes Schema machen, dann ist das ein Thema, das uns deutlich in den Suchmaschinen und den LLMs hilft. Und auch wenn es schmerzhaft ist: Das Wissen ĂŒber seine Inhalte und Produkte maschinenlesbar abzulegen, ist ein unfassbarer Wettbewerbsvorteil, weil man selbst ganz neue Produkte damit bauen kann.

Nora Tiedemann
Nora Tiedemann
Consultant
ProductGroup-Markup: Was ich aus der Umsetzung gelernt habe! 🧠

Im Artikel von Hannah hast Du bereits erfahren, wie das ProductGroup-Markup funktioniert und welche tollen Möglichkeiten es bietet, um Produktvarianten besser darzustellen. Doch in der Praxis zeigt sich schnell: Die Unterscheidung zwischen Single-Page und Multi-Page ist nicht immer so eindeutig, wie sie auf den ersten Blick scheint.

Damit Du bei der Umsetzung nicht ins Straucheln gerÀtst, teile ich hier meine wichtigsten Learnings.

URL-Struktur und Reload

Single-Page: Es gibt eine Basis-URL

  • Es gibt eine kanonische Basis-URL, auf die primĂ€re Produktvariante dargestellte wird.
  • Alle Varianten sind im Product Group Markup der kanonischen URL vollstĂ€ndig aufgefĂŒhrt.
  • Dynamische Inhalte wie Preis oder VerfĂŒgbarkeit können ohne Seiten-Reload aktualisiert werden.
  • Die einzelnen Varianten können trotzdem eigene verlinkbare URLs haben.

Beispiel:

Multi-Page: Jede Variante hat eine eigene URL

Beispiel:

Canonical-URLs

Single-Page: Eine Canonical-URL fĂŒr alle Varianten

Auf einer Single-Page-Website gibt es nur eine einzige Canonical-URL fĂŒr die gesamte Produktgruppe. Diese verweist auf die Basis-Seite, die alle Varianten enthĂ€lt.

Single-Page-Beispiel:

Der Google-Dokumentation ist zu entnehmen: “For single-page sites, there must be only one distinct canonical URL for the overall ProductGroup that all variants belong to. Typically this is the base URL that leads to a page without a variant pre-selected.”

Multi-Page: Jede Varianten-Seite verweist auf sich selbst

Bei einer Multi-Page-Website hat jede Variante eine eigene URL mit einem selbstreferenzierenden Canonical, und jede dieser Seiten ist fĂŒr sich genommen gleich wichtig.

Multi-Page-Beispiel:

In der Google-Dokumentation heißt es dazu: “For multi-page sites, this doesn't apply since there is no single canonical URL representing the ProductGroup property (since the variants are distributed across equally important pages).”

ProduktGroup-Auszeichnung

Single-Page: Du benötigst nur ein ProductGroup-Markup

  • Es gibt ProductGroup-Definition auf der Basis-Seite, die alle Varianten ĂŒber die hasVariant-Eigenschaft referenziert.
  • Wenn die Varianten eigenstĂ€ndig crawlbare URLs (mit abweichendem Canonical) haben, kannst Du das Markup hier auch ausspielen, musst es aber nicht.

Multi-Page: Du benötigst ein ProduktGroup-Markup auf jeder Varianten-URL

  • Das ProductGroup-Markup wird auf jeder Varianten-Seite wiederholt.
  • Das ProductGroup-Markup verweist mit hasVariant auf alle Varianten URLs. FĂŒr die auf der jeweiligen Seite ausgespielte(n) Variante(n) wird das vollstĂ€ndige Product-Markup referenziert.
  • FĂŒr die weiteren Varianten reicht als Referenz eine URL-Property. So kann Google alle Varianten der Produktgruppe finden.

Wichtige Attribute fĂŒr die Varianten-Unterscheidung

Aktuell werden offiziell folgende Unterscheidungsmerkmale offiziell von Google unterstĂŒtzt:

Du kannst auch Varianten haben, die sich in mehreren dieser Dimensionen unterscheiden. Aber aktuell kannst Du bei Surfboards zwar Material, GrĂ¶ĂŸe und Muster auszeichnen, nicht aber Merkmale wie mit oder ohne Segel.

Einfluss auf Crawling & Indexierung: Single- vs. Multi-Page

Single-Page

Google kann Varianten grundsÀtzlich trotzdem crawlen, sofern sie intern verlinkt sind. Allerdings zeigt das Canonical-Tag auf die Basis-URL, sodass nur diese indexiert wird. Google erkennt anhand des Markups, dass es sich um eine Produktgruppe mit mehreren Varianten handelt.

âžĄïž Der Single-Page-Ansatz eignet sich fĂŒr Shops mit wenigen Varianten, bei denen sich die Produkte nur geringfĂŒgig unterscheiden. Oder ist interessant fĂŒr Shops mit extrem vielen Varianten, um die Indexierung zu steuern und trotzdem fĂŒr Produktvarianten zu ranken.

Multi-Page

Jede Variante hat eine eigene URL und ein selbstreferenzierendes Canonical-Tag. Dadurch können alle Varianten individuell gecrawlt und indexiert werden. Allerdings besteht ein höheres Risiko fĂŒr Duplicate Content, wenn Varianten sich stark Ă€hneln.

Google empfiehlt außerdem: „Be sure that your page is accessible to Google and not blocked by a robots.txt file, the noindex tag, or login requirements. “Dieser Empfehlung möchte ich ausnahmsweise nicht uneingeschrĂ€nkt folgen. Du kannst die Indexierung von Varianten weiterhin wie gewohnt ĂŒber das „noindex“-Tag steuern. Solange die Seiten nicht durch eine robots.txt-Datei oder Login-Anforderungen blockiert sind, kann Google das Markup trotzdem erkennen und die Varianten im ProductGroup-Markup referenzieren.

Wichtig ist, dass alle Varianten im Markup korrekt referenziert werden, um den Zusammenhang der Produktgruppe klarzustellen. Das ist besonders hilfreich, wenn du spÀter die Indexierungsstrategie Ànderst und eine Variante doch indexieren möchtest.

âžĄïž Der Multi-Page-Ansatz eignet sich fĂŒr Shops, wo die Varianten stark variieren und eigene SEO-Signale (z. B. Meta-Daten, H1) haben.

Hybrid-Ansatz als Lösung

Jeder Shop hat unterschiedliche Anforderungen. Wenn einige Varianten stark gesucht werden, lohnt sich eine eigene URL (Multi-Page). Seltene oder weniger wichtige Varianten lassen sich effizient ĂŒber eine einzige Seite abbilden (Single-Page). So nutzt Du die Vorteile beider AnsĂ€tze optimal.

Falls Du UnterstĂŒtzung bei der Umsetzung oder Fragen zum ProductGroup-Markup hast, melde Dich gerne bei mir! 😊

Nils Warnick
Nils Warnick
Consultant
Wenn sich eine TĂŒr schließt, öffnet sich eine andere

Kurzer Exkurs in die Philosophie: Kennst Du den Ausdruck “It's always darkest just before the dawn”? Ein schöner Spruch fĂŒr ein Motivationsplakat im BĂŒro oder die Fototapete zu Hause, direkt neben “Live, laugh, love”. Naturwissenschaftlich nicht ganz korrekt, aber mit positiven Vibes. Die Bedeutung dahinter Ă€hnelt dem Licht am Ende des Tunnels. Nur, dass es nochmal schlimmer zu werden scheint, bevor es endlich besser wird. Ich werfe nochmal ein “Memento Mori” rein – sei Dir des Endes stets bewusst. Auch die schlechten Zeiten gehen vorbei.

Was das Ganze mit SEO zu tun hat: Mit dem Launch des March 2025 Core Updates kĂŒndigte Google an, dass es im Verlauf des Jahres eine Reihe an Maßnahmen geben werde, um relevante und zufriedenstellende Inhalte wieder nach vorne zu bringen. Gleichzeitig sagte Danny Sullivan:

“With the important caveat that this doesn’t mean all sites will go back up to wherever they were if they are down from a previous peak.”

Von Helpful Content Updates betroffene Seiten sollten also nicht darauf hoffen, ihre Rankings im Laufe des Jahres per Zauberhand zurĂŒckzubekommen. Dazu sagte Sullivan:

“Some sites with great content and hearts in the right place still don’t provide a satisfying page experience. (which isn’t a guarantee of top ranking but it should be considered). But our systems themselves need to get better; it’s not all on creators sites that really do have good, solid content.”

Ein Trend, der sich damit fortsetzt, ist, dass die sogenannten Content Creators weitestgehend im Dunkeln bleiben. Im Westen nichts Neues. Beim 2024 Google Web Creators Summit hieß es fĂŒr die Eingeladenen noch, dass es bei den Betroffenen nicht am Content liegt. Fast ein halbes Jahr spĂ€ter haben wir Abstriche im Bereich der "satisfying page experience”. Mehr als zwei Jahre liegt das erste Helpful Content Update nun zurĂŒck. Klare Handlungsoptionen fĂŒr betroffene Webmaster gibt es nach wie vor nicht, aber die Durchhalteparolen sind geblieben.

Das eingangs beschriebene Licht am Ende des Tunnels wird jetzt auf Ende des Jahres projiziert. Ob es so eintreten wird, können wir die Kristallkugel fragen. Die Auswirkungen des March Core Updates sind schon mal ausreichend durchwachsen. Ich erwarte ehrlich gesagt keine signifikanten DurchbrĂŒche an dieser Front. Wenn es ein Tuning-Problem wĂ€re, dann mĂŒsste Google dabei wirklich in sehr kleinen Inkrementen vorgehen, damit nach zwei Jahren immer noch keine signifikante Besserung in Sicht ist. Beziehungsweise ein Ausschlag in die Gegenrichtung.

Was können wir also tun? Die Antwort liegt aus meiner Sicht etwas außerhalb der Box. Wenn wir von der QualitĂ€t unserer Inhalte und auch deren PrĂ€sentation ĂŒberzeugt sind, dann mĂŒssen wir ĂŒber mehr als “klassisches” SEO nachdenken. Bei der SMX in MĂŒnchen klang vermehrt an, dass dies in Zeiten von LLMs und Generative AI nicht mehr genug sei. Ich denke, dass wir auch gerade im Bereich der “konventionellen” Suchmaschinen davon profitieren können, uns verstĂ€rkt an anderen strategischen Positionen im Marketing (und darĂŒber hinaus) einzubringen.

Konkret kann das heißen, mit dem Social-Team daran zu arbeiten, interessanten Content fĂŒr Deine Zielgruppe zu entwickeln, um Interaktionen und ErwĂ€hnungen Eurer Brand zu erzeugen. Oder mit dem Produktmanagement ĂŒber Produkte zu sprechen, zu denen zu viele 404s gezeigt werden, weil sie zu schnell ausverkauft sind. Mein Kollege Philipp hat letztes Jahr geschrieben “SEO ist erwachsener geworden, viele SEOs leider nicht.”

Damit hat er vor fast einem dreiviertel Jahr den Nagel auf den Kopf getroffen. Zu dem Erwachsensein gehört es auch, mit VerĂ€nderungen umzugehen. Es ist gut und richtig, Google (auch mit Nachdruck) aufzuzeigen, was es fĂŒr Probleme gibt und wo der Schuh drĂŒckt. Aber in der Zwischenzeit so weiterzumachen wie bisher und auf eine Änderung zu warten, ist nicht die Lösung. Überlege Dir also, was Dein SEO-Skillset in Deinem Unternehmen bewegen kann und setze dort an.

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